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Sonja Hoge

 

► Studium Germanistik, Biologie und Sachunterricht

 

► Geschäftsleitung von Onilo

 

► Mein Tipp: Bringt ein Fahrrad mit

 

Portraitfoto der Alumna Sonja Hoge

Alumna Portrait von Sonja Hoge

Aufgewachsen in Ibbenbüren, hat sie von 2003 bis 2009 Germanistik, Biologie und Sachunterricht an der Universität Vechta studiert – auf Lehramt. Doch später lockte Sonja Hoge die Literatur- und Bildungsbranche. Mittlerweile ist die 44-Jährige Geschäftsleitung einer digitalen Bildungsplattform für Grundschulen, Kitas und Bibliotheken.

Wo sind Sie aufgewachsen und zur Schule gegangen? Wie alt sind Sie? 

Ich bin in Ibbenbüren im Münsterland aufgewachsen und dort auch zur Schule gegangen. Ich bin 44 Jahre alt.

Wieso haben Sie sich entschlossen, in Vechta zu studieren? Was war Ihr Berufswunsch zu Beginn Ihres Studiums?

Ich wusste damals schon ziemlich genau, welche Themen mich begeistern: Literatur, Biologie und Bildung. In Vechta konnte ich diese Interessen im Lehramtsstudium sehr gut miteinander verbinden. Mein Berufswunsch war zu Beginn des Studiums ganz klassisch: Ich wollte Lehrerin werden.

Wie war Ihr Berufsweg zu Ihrer jetzigen Anstellung?

Mein Weg in die Bildungsbranche begann schon während meines Studiums. Nach meinem Lehramtsabschluss studierte ich zusätzlich Buchwissenschaft an der LMU München und arbeitete parallel als Werkstudentin bei Haufe. Dort habe ich erlebt, wie klassische Printprodukte in digitale Abo-Portale überführt wurden. Diese Idee fand ich so spannend, dass ich sie auf den Bildungsbereich übertragen habe.

Bei meiner Bewerbung beim Persen Verlag in Buxtehude pitchte ich die Idee, Unterrichtsmaterialien digital und im Abo anzubieten. Dort gab es bereits ähnliche Überlegungen – und ich bekam noch am selben Tag den Job und durfte das „Lehrerbüro“ entwickeln. Aus der ersten Idee wurde ein erfolgreiches digitales Produkt, das ich über elf Jahre weiterentwickelt habe.

Heute bin ich Geschäftsleitung von Onilo, einer digitalen Bildungsplattform für Grundschulen, Kitas und Bibliotheken. Ausgangspunkt sind animierte Kinderbücher, die wir für die Lese- und Sprachförderung nutzen und mit didaktischen Materialien zu vielfältigen Bildungsthemen verbinden – vom Sachunterricht und sozialen Kompetenzen bis hin zu Bildung für nachhaltige Entwicklung. Dort verbinden sich für mich viele Dinge, die meinen bisherigen Weg geprägt haben: mein pädagogischer Hintergrund, Literatur und die Verlagswelt, digitale Produkte und Technologie sowie unternehmerisches Arbeiten. Darüber hinaus engagiere ich mich im Vorstand des EdTech-Verbands für die Weiterentwicklung digitaler Bildung in Deutschland.

Meine Aufgaben umfassen:

Als Geschäftsleitung von Onilo steuere ich die strategische und wirtschaftliche Weiterentwicklung des Unternehmens. Dazu gehören Vertrieb, Marketing und Finanzen ebenso wie Teamführung und die strategische Produktentwicklung. Beispielsweise unser europäisches Bildungsprojekt Digital-ESD, in dem wir gemeinsam mit internationalen Partnern digitale Lernwelten zu den 17 Nachhaltigkeitszielen entwickelt haben, zählt dazu. Aktuell beschäftige ich mich besonders damit, wie wir KI für unsere Produkte und für effizientere Prozesse im Unternehmen nutzen können. Außerdem vertrete ich Onilo in der Bildungsbranche sowie gegenüber Politik und Verbänden.

Wenn ich an mein Studium zurückdenke, denke ich gerne an:

…meine Zeit bei der Studentenbühne, bei der ich mein gesamtes Studium über mitgespielt habe, und die Fachschaftsarbeit in Biologie und Germanistik. Besonders gerne denke ich an die Austauschprogramme in Frankreich und Ungarn, das WG-Leben im Sonnenkamp und natürlich den Stoppelmarkt – auf dem ich einmal zwei Degus gekauft habe, die anschließend bei uns für viele Jahre einzogen. Eine tolle Erfahrung war außerdem mein Praktikum beim Geest-Verlag, das ich als Voraussetzung für meinen späteren Aufbaustudiengang Buchwissenschaft in München absolvierte. Dort durfte ich richtig in die Verlagsarbeit eintauchen und unter anderem Bücher setzen. Und natürlich gehören zu meinen Erinnerungen an Vechta auch die Pommes bei Edis Stübchen.

Mit Vechta verbinde ich:

… vor allem Freundschaften, die während des Studiums entstanden sind und bis heute halten.

Auf dem Stoppelmarkt würde ich gerne mal ein Bier trinken mit:

… KI-Expertin Kenza Ait Si Abbou. Bei einem alkoholfreien Bier würde ich mit ihr darüber sprechen, wie wir mehr Frauen dafür gewinnen können, die Chancen von KI für sich zu nutzen und die technologische Entwicklung aktiv mitzugestalten.

Aus meiner Studienzeit habe ich diesen Gegenstand aufgehoben:

… ein Buch von Prof. Dr. Markus Fauser mit einer persönlichen Danksagung an mich. Als seine studentische Hilfskraft durfte ich an dem Band „Gotthold Ephraim Lessing. Neue Wege der Forschung“ mitarbeiten. Das Lektorat hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich ganze Nächte damit verbracht habe. Prof. Fauser empfahl mir daraufhin den Aufbaustudiengang Buchwissenschaft in München – und stellte damit eine wichtige Weiche für meinen späteren Berufsweg.

Mein Tipp für Studieninteressierte und Studierende ist:

Bringt ein Fahrrad mit – damit kommt ihr in Vechta definitiv besser durchs Studium als mit dem Nahverkehr. Und nutzt die Studienzeit für alles, was neben dem Hörsaal passiert.

Stand: 09/2026, Fotonachweis: Mina Esfandiari