

Alumni Portrait von Nils Privenau
Nils Privenau wuchs in der Nähe von Magdeburg auf und zog für das Lehramt Studium nach Vechta. Er ist der Region treu geblieben und arbeitet als Lehrkraft mit den studierten Fächern Deutsch und Sachunterricht in einer Grundschule in Cloppenburg.
Wo sind Sie aufgewachsen und zur Schule gegangen? Wie alt sind Sie?
Ich bin 30 Jahre alt und in Haldensleben, einer Kreisstadt in der Nähe von Magdeburg, aufgewachsen. Dort besuchte ich sowohl die Grundschule als auch das Gymnasium. Nach meinem Schulabschluss sammelte ich an meiner „alten“ Grundschule erste Praktikumserfahrungen, bevor es mich zum Studium nach Vechta zog.
Wieso haben Sie sich entschlossen in Vechta zu studieren? Was war Ihr Berufswunsch zu Beginn Ihres Studiums?
Für mich stand schon früh fest, dass ich Lehramt studieren möchte. In einigen Universitäten in der Nähe meines Geburtsortes war das Studium jedoch so aufgebaut, dass Mathematik verpflichtend neben Deutsch und weiteren Fächern studiert werden musste. Diesen Anteil eines Mathematikstudiums traute ich mir nicht zu. Zudem fand ich die Konzentration auf 2 selbst wählbare Fächer für mich passender.
Vechta kam außerdem aufgrund seiner Größe in die engere Auswahl. Eine Großstadt konnte ich mir für mein Leben und Studium nicht vorstellen. Das Familiäre und Überschaubare an der Stadt und der Uni haben mich überzeugt.
Wie war Ihr Weg zur Lehrkraft an der Grundschule?
2014 begann ich mein Studium in Vechta. Für den Bachelor in den Fächern Germanistik und Sachunterricht benötigte ich, bedingt durch einen Fachwechsel und damit verbundene Veranstaltungsüberschneidungen, acht Semester. Den Master of Education in den Fächern Sachunterricht und Deutsch schloss ich in vier Semestern ab. Daran schloss sich unmittelbar das eineinhalbjährige Referendariat an.
Meine Aufgaben umfassen:
Meine Hauptaufgabe ist der tägliche Unterricht. In der Grundschule bedeutet das 28 Stunden Unterricht pro Woche (inklusive eines Tages Ganztagsbetreuung), die vor- und nachbereitet werden müssen.
Hinzu kommen die organisatorischen Aufgaben einer Klassenlehrkraft, etwa der regelmäßige Kontakt zu den Eltern, die Dokumentation der Lernentwicklung der Schüler*innen sowie die Gestaltung und Pflege des Klassenraums. Darüber hinaus finden regelmäßig Konferenzen statt und es fallen zusätzliche schulische Aufgaben an. Abtimmungen mit Beratungsstellen, Nachhilfeeinrichtungen und ehrenamtlichen Lese- und Lernpatinnen und -paten gehören ebenfalls zu meinen Aufgaben.
An meiner Schule bin ich Ansprechpartner und Administrator für die Schulplattform „IServ“ und arbeite in einer Projektgruppe zum Thema Netzwerken mit, wodurch beispielsweise auch eine Kooperation mit der Universität entstanden ist. Zudem betreute ich in den letzten Jahren Praktikant*innen, unter anderem im Rahmen des GHR300-Praktikums im Masterstudium.
Wenn ich an mein Studium zurückdenke, denke ich gerne an:
Vor allem denke ich an die zwischenmenschlichen Begegnungen: enge Freundschaften, die bis heute, trotz räumlicher Distanz, bestehen, sowie viele zufällige Bekanntschaften, die zu bereichernden Gesprächen geführt haben. Der Austausch beschränkte sich dabei nicht nur auf Studierende selbst. In Vechta konnte es durchaus passieren, dass man abends Dozent*innen in der Bar traf. Besonders war, dass dies nie befremdlich wirkte. Von Freund*innen in anderen Universitäten und Studiengängen habe ich erfahren, dass dies dort nicht bzw. sehr selten vorkommt.
Die Universität bot mir außerdem viele Möglichkeiten, mich aktiv einzubringen. Ich hatte mehrere Hilfskraft- und Tutorenstellen in der Germanistik und im Sachunterricht, war an der Gründung des Projekts „SOS-Germanistik“ beteiligt, arbeitete mehrere Jahre als Lern- und Schreibberater für nationale und internationale Studierende und engagierte mich im Fachrat Sachunterricht, zunächst als Protokollant, später als Vorsitzender.
Auch heute denke ich im Schulalltag gelegentlich an Studieninhalte zurück, meist jedoch verbunden mit Anekdoten aus Seminaren. In der Praxis zeigt sich jedoch immer wieder, dass Theorie und Umsetzung sorgfältig aufeinander abgestimmt werden müssen und die Arbeit in einer Grundschule nicht wie im Lehrbuch funktioniert.
Mit Vechta verbinde ich:
Ich verbinde mit Vechta neben den Erinnerungen an meine Studienzeit mittlerweile auch meine Wahlheimat, mehrere entstandene Freundeskreise und Partnerschaft. Das Naturnahe und Familiäre an der Stadt hat mich, auch wenn sie von vielen oft als „zu klein“ bezeichnet wird, bisher zum Bleiben veranlasst.
Auf dem Stoppelmarkt würde ich gerne mal ein Bier trinken mit:
Ich bin leider weder ein Fan von Bier noch vom Stoppelmarkt. Für einen Cocktail im „Jacks“, einen Cappuccino mit Hafermilch im „Charivari“ oder einen gemütlichen Abend mit einem Glas Wein bevorzuge ich tatsächlich einfach meine Freund*innen.
Aus meiner Studienzeit habe ich diesen Gegenstand aufgehoben:
Sicher findet sich einiges, was ich von damals aufgehoben habe. Als erstes fallen mir aber tatsächlich die alten Studierendenausweise ein, die es gab, bevor es alles digitalisiert wurde. Leider wurde gerade mein allererster einmal mitgewaschen. Die darauffolgenden liegen aber immer noch auf meinem Schreibtisch.
Mein Tipp für Studieninteressierte und Studierende ist:
Tretet in den Austausch mit anderen. Seid ihr euch vorm Studium unsicher, macht Praktika und stellt Fragen. Im Studium empfehle ich jedem*jeder Studierenden, sich mit anderen zu vernetzen. Neben den normalen Freundeskreisen bieten unter anderem Fachräte und andere studentische Angebote sowie Initiativen eine gute Möglichkeit neue Menschen kennenzulernen und gemeinsame Erfahrungen zu machen.
Stand: 04/2026, Fotonachweis: Nils Privenau