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Max Bierschwale


► Absolvent des Bachelors Dienstleistungsmanagement für Soziale Humandienste (heute: Management Sozialer Dienstleistungen) [2010-2013]
► Spezialist für Projekt- & Prozessmanagement.

November 2021
Portrait von Max Bierschwale. Herr Bierschwale trägt ein dunkelblaues Shirt und lächelt in die Kamera. Im Hintergrund ist eine Treppe zu sehen.

 

Max Bierschwale ist Absolvent des Studiengangs Dienstleistungsmanagement (heute: Management Sozialer Dienstleistungen). Der 31-Jährige arbeitet bei der Lindhorst Gruppe im Bereich Pflege und Gesundheit. Der gebürtige Celler ist zuständig für die Optimierung von Prozessen in den Belia Seniorenresidenzen. Außerdem ist Bierschwale Mitarbeiter der ersten Stunde bei dem neu gegründeten Unternehmen Pflegemotive, das mit neuen Betreiberkonzepten dem steigenden Bedarf an Pflegeplätzen begegnen möchte. Wir stellen Max Bierschwale vor:

 

Ich arbeite jetzt:

Ich bin jetzt in der zentralen Verwaltung im Konzernbereich “Pflege und Gesundheit” der Lindhorst Gruppe tätig. Die Lindhorst Gruppe ist ein familiengeführtes Unternehmen in dritter Generation und beschäftigt insgesamt ca. 2.500 Mitarbeiter deutschlandweit. Meinen Berufseinstieg hatte ich als verantwortlicher Mitarbeiter für das Marketing einer neugegründeten Tochtergesellschaft, die voll- und teilstationäre Altenpflegeeinrichtungen betreibt. Dann war ich Projektmitarbeiter im Qualitätsmanagement und nun bin ich als Spezialist im Projekt- und Prozessmanagement tätig.

 

Meine Aufgaben dort sind:

Meine Hauptaufgabe ist die Optimierung der Arbeitsabläufe in den Seniorenresidenzen und Schnittstellen zur zentralen Verwaltung. Ich identifiziere gemeinsam mit der Geschäftsführung, den Einrichtungsleitungen der Residenzen und den Fachbereichsverantwortlichen (z.B. Buchhaltung, Controlling) Verbesserungspotenziale. Wir entwickeln neue Lösungen im Sinne der allgemeinen Qualitätsverbesserung. Aktuell ist ein großes Thema die Digitalisierung, die von der Konzernleitung als erfolgskritischer Faktor der Unternehmensentwicklung identifiziert worden ist.

 

2015 wurden die Belia Seniorenresidenzen neu gegründet. Sie sind mit drei weiteren Mitarbeiter*innen gestartet. Heute sind in diesem Bereich rund 1.200 Mitarbeiter*innen beschäftigt. Welches Erfolgsgeheimnis steht hinter diesem starken Wachstum?

Im Jahr 2015 wurden die Belia Seniorenresidenzen als Bestandteil des Bereichs “Pflege und Gesundheit” der Lindhorst Gruppe neu gegründet. Der Antrieb war, bereits bekannte Abläufe in der Altenpflege zu optimieren und mit einer starken regionalen Marke zu verknüpfen. Zwischen Ruhrgebiet und Niederrhein wurden bis heute 16 vollstationäre Pflegeeinrichtungen selbst entwickelt, gebaut und betrieben. Neben den Synergien zwischen den Einrichtungen selbst ist das mittlerweile ausgeprägte Know-How in der Altenpflege sowie Quartiersentwicklung im Sinne von Immobilien und Wohnkonzepten ein entscheidender Faktor. Dies erlaubt ein organisches Wachstum des Unternehmens. Im Sinne des Wohlergehens der Seniorinnen und Senioren versuchen wir, viele verschiedene Perspektiven zu berücksichtigen.

 

Worauf achten Sie beim Bau neuer Einrichtungen?

Neben der Wettbewerbsanalyse sind auch die Gegebenheiten am Standort entscheidend für eine gute Integration der Einrichtung in den Sozialraum. Ein enger Austausch mit den städtischen Behörden gibt einen Einblick darüber, welche Angebote für ein belebtes Zusammenleben im Quartier benötigt werden. Je nach Möglichkeit des Grundstücks wird das Konzept einer stationären Einrichtung entsprechend um eine Kindertagesstätte, Betreutes Wohnen, Kurzzeitpflegeplätze oder manchmal auch eine Parkanlage oder Gewerbeflächen ergänzt. Das Ziel dabei ist, das Wohnquartier sinnvoll zu ergänzen. Der Lebensraum für Senioren und Mitarbeiter soll in eine belebte Infrastruktur integriert werden. Dies ist für uns eine wichtige Grundlage, um die Seniorenresidenzen zu einem Anlaufpunkt für ein besseres Leben im Alter zu gestalten.

 

Sie arbeiten am neuen Betreiberkonzept der Pflegemotive mit. Mit welchen Ideen möchten Sie dem steigenden Bedarf an Pflegeplätzen begegnen?

Gemeinsam mit einem neuen Team möchten wir die vorhandenen Kompetenzen in der Entwicklung erfolgreicher Altenpflegestandorte zu einem zukunftsweisenden Betreiberkonzept formen. Das Konzept soll Antworten geben auf Fragestellungen des demografischen Wandels (z.B. Fachkräftemangel, Arbeitsbedingungen in der Pflege, steigende Nachfrage an Pflegeplätzen, Zugänglichkeit zu guter Pflege für alle etc.). Ziel sind kleine Betreibermarken mit je 4-7 Einrichtungen und einem schlanken Headoffice aus maximal drei Personen. Unterstützt werden diese durch ein optimiertes Paket an Dienstleistungen der sekundären Wertschöpfung (z.B. Einkauf, Controlling, Buchhaltung, Fuhrpark, Marketing, Backoffice Pre Opening). Die Einrichtungszusammenschlüsse können sich besonders auf die Gestaltung der Pflege- & Betreuung konzentrieren. Dadurch wollen wir den individuellen Bedürfnissen der Bewohnerinnen und Bewohnern mit einem hohen Maß an Qualität gerecht werden. Im Zusammenspiel mit einer modernen digitalen Infrastruktur, einem stetigen Wissens- & Ressourcenaustausch und den funktionalen Einrichtungen entstehen so sehr schlanke Betreibergesellschaften. Diese bieten genügend Zeit- & Handlungsspielraum für die Versorgung der Pflegebedürftigen sowie die fachliche und persönliche Unterstützung der Mitarbeiter.

 

Das Startup Pflegemotive wirbt dafür, Pflege wirtschaftlich und unternehmerisch zu denken. Wie stellen Sie gleichzeitig auch eine würdevolle Versorgung dar?

Eine gute Pflegeversorgung geht für uns immer mit kaufmännischer Vernunft einher. Motivierte und qualifizierte Mitarbeiter sollen gute Arbeitsbedingungen und eine entsprechende Entlohnung bekommen – gleichzeitig sollen Pflegeplätze erschwinglich bleiben. Das Ziel ist, eine größtmögliche Pflegequalität für die Senioren bieten zu können. Die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter müssen aber gleichzeitig zumutbar gestaltet sein. Veränderungen in der Pflege bedeuten einen zusätzlichen Arbeitsaufwand, der ebenfalls gedeckt werden muss. Wird diese Balance der Wirtschaftlichkeit missachtet, gibt es ein Ungleichgewicht. Der Betrieb verpasst entscheidende Entwicklungen in der Branche, arbeitet ineffizient und kann dadurch mittelfristig nicht mehr den Ansprüchen der Senioren & Angehörigen gerecht werden.

 

Was ist Ihre Version von der Pflegebranche in Deutschland im Jahr 2050?

Im Jahr 2050 sollte der Übergang in eine stationäre Versorgung nicht mehr mit einer Niederlage für die Familie im Sinne fehlender Unterstützung gleichgestellt werden. Vielmehr sollte diese Möglichkeit als ernsthafte Option für ein erfülltes Leben im Alter unter medizinisch guten Bedingungen akzeptiert werden. Menschen, die sich für den Pflegeberuf (oder unterstützende Bereiche) entschieden haben, sollten Ihrer Berufung in der Zusammenarbeit mit Menschen nachgehen können. Dabei sollte es nicht das Ziel sein, hauptsächlich bürokratischen Anforderungen gerecht zu werden, sondern den Wünschen und Bedürfnissen der Senioren. Aufgrund des Fachkräftemangels gilt es, erfinderisch zu werden. Bislang etablierte Arbeitsorganisationen sind zu hinterfragen und Vorgänge zu identifizieren, in denen Mitarbeiter entlastet werden können. Die zunehmende Digitalisierung (z.B. Pflegedokumentation über Diktierfunktion von mobilen Endgeräten, die digitale Bewohnerakte und den Austausch mit Krankenhäusern und Ärzten über eine Datenbank) kann dabei helfen, dass Pfleger sich wieder mehr auf die persönliche Betreuung der Senioren konzentrieren können.

Künstliche Intelligenz bei den Auswertungen der Pflegedokumentation oder zusätzliche Sensorik sind Themen der Zukunft. Vorhandenes Wissen zum Umgang mit den jeweiligen Pflegebedürftigen oder zu empfohlenen Pflegemaßnahmen sollten für jeden Mitarbeiter zugänglich sein. Festzuhalten bleibt allerdings, dass jede Hinzunahme neuer Technologien nie die persönliche Bindung zwischen Menschen ersetzen wird. Der Anreiz besteht darin, durch den gezielten Einsatz einen umfangreicheren Austausch zwischen Mitarbeitern und Senioren möglich zu machen. Über bessere Vernetzung mit Angehörigen, Apotheken, Sanitätshäuser oder Forschungszentren werden neue Methoden im Sinne einer hohen Dienstleistungsqualität praxistauglich und schnell eingesetzt.

 

Diese Fähigkeiten aus dem Studium sind Gold wert im Berufsleben:

Autodidaktisches Lernen. Die Fähigkeit, komplexe Inhalte eigenständig zu erschließen und im besten Fall noch Dritten zugänglich zu machen, ist eine sehr wertvolle Eigenschaft. Im beruflichen Kontext ist man dadurch nicht nur in der Lage, sich selbst zu helfen. Hierdurch besteht die Chance, neues Wissen dem Unternehmen zugänglich zu machen.

Eine weitere Fähigkeit besteht darin, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Nutze ich die Chance im Studium, mich auszuprobieren und meine Motivation und Interessen zu identifizieren, habe ich die Möglichkeit, dieses Interesse mit in meinen Beruf zu nehmen. Dadurch fällt es einem leichter, auch in schwierigen beruflichen Phasen am Ball zu bleiben.

 

Wenn ich an mein Studium zurückdenke, denke ich gerne an:

Die Mensa, die Uni-Partys, die Uni-Fußball-Liga und den Sonnenkamp. Der ungezwungene Austausch mit unterschiedlichen Menschen aus unterschiedlichen Städten und verschiedenen Studiengängen ist wahnsinnig interessant gewesen und hat zu vielen schönen Momenten geführt.

 

Mit Vechta verbinde ich:

Eine sehr intensive und schöne Zeit. Ideale Bedingungen, um am sozialen Leben auf dem Campus teilzunehmen, sich einzubringen und neue Denkweisen mitzunehmen.

 

Auf dem Stoppelmarkt würde ich gerne mal ein Bier trinken mit:

Bernd-Josef Leisen. Ein unfassbar visionärer Mann, der ein kühles Bier in Gesellschaft zu schätzen weiß.

 

Mein Tipp für Studieninteressierte und Studierende ist:

Sich wohnlich in Vechta zu integrieren, um die für das Leben prägenden Begleiterscheinungen des Studiums erfahren zu können.

Die Jagd nach den besten Noten mit dem geringsten Aufwand ist nicht entscheidend. Zeit und Gedanken zu Sachverhalten aufzuwenden, die einen ernsthaft interessieren. Das sind die Inhalte, die einen aus meiner Sicht am nächsten zu einer erfüllten beruflichen Tätigkeit verhelfen können.