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Christiane Priester

 

► Absolventin Bachelor und Master Soziale Arbeit

► Studium mit Familienverantwortung

► Geschäftsführerin des Sozialdienst katholischer Frauen e. V. Vechta

 

Alumna Portrait von Christiane Priester

In Bühren aufgewachsen, bis zur Mittleren Reife in Vechta auf die Liebfrauenschule gegangen und später die Berufsbildende Schule in Cloppenburg besucht, hat sich Christiane Priester unter anderem nach einer 20-jährigen Tätigkeit als Krankenschwester für eine berufliche Neuorientierung entschieden. Mit Anfang 40 begann sie ein Studium an der Universität Vechta – im Fach Soziale Arbeit. Mittlerweile ist sie die nun 54-Jährige Geschäftsführerin des Sozialdienst katholischer Frauen e. V. Vechta.

Welche beruflichen Stationen hatten Sie vor Ihrem Studium?

Im Jahr 1990 habe ich meinen Abschluss zur examinierten Krankenschwester erworben. Ich habe über 20 Jahre mit großer Leidenschaft in der Pflege gearbeitet. Mit Anfang 40 habe ich die Entscheidung zu einer beruflichen Neuorientierung gefasst, eine Weiterbildung als Pflegeberaterin durchlaufen und bin damit als Koordinatorin in eine Einrichtung für Menschen mit Behinderung gewechselt. Während dieser Neuorientierung hat sich bei mir der Gedanke an ein Studium eingeschlichen.

Was haben Sie in Vechta studiert und in welchem Zeitraum? Was hat Sie für dieses Studium motiviert?

Ich bin im Wintersemester 2013 mit dem Studium der Sozialen Arbeit gestartet. In Regelstudienzeit von sechs Semestern hatte ich meinen Bachelor of Arts absolviert und habe das Masterstudium Soziale Arbeit für fünf Semester direkt angehangen. Den Masterabschluss habe ich im Wintersemester 2019 erlangt.

Wie war das Studium für Sie / wie hat es sich angefühlt nachdem Sie schon im Berufsleben gestanden hatten?

Ich hatte so etwas wie einen Kaltstart in mein Studium. Mein Berufsabschluss war 23 Jahre her und einige Studieninhalte haben mich ziemlich überrascht. Ich habe nur halbherzig damit gerechnet, dass ich über die berufliche Qualifizierung einen Studienplatz bekomme. Nach der Zusage ging es schon wenige Wochen später los. Das 1. Semester habe ich mit beständigen Kompensationsleistungen verbracht. Organisatorisch musste ich meinen Alltag neu strukturieren. Aber als ich im ersten Durchlauf alle Prüfungsleistungen ganz gut geschafft hatte, wusste ich, dass ich das Studium insgesamt leisten kann.

Hatten Sie zur Zeit des Studiums Familienverantwortung, welcher Sie nachgekommen sind? Wie war dies vereinbar?

Meine drei Kinder waren bereits junge Erwachsene, als ich mit dem Studium angefangen bin. Sie haben meine Pläne unterstützt und sind auch ein Stück weit stolz auf mich. Meine Herausforderung in der Familienverantwortung in der Zeit des Studiums war die Verantwortung für die Pflege und Versorgung meiner pflegebedürftigen Mutter. Ich habe alle erdenklichen Leistungen der Pflegeversicherung und Nachbarschaftshilfe ausgenutzt und in Anspruch genommen. Eine große Hilfe war dann die Einführung von Nachteilsausgleichen bei Familienverantwortung von Studierenden an der Uni Vechta.

Wenn ich an mein Studium zurückdenke, denke ich gerne an:

Die Erweiterung meines Horizonts. Die Universität hat mir neue Perspektiven und Sichtweisen auf Menschen, soziale Gruppierungen und Gesellschaften ermöglicht. Student*innenleben gab es für mich nicht so sehr. Aber ich habe schnell eine Gruppe anderer Frauen in ähnlichen Situationen gefunden. Wir haben uns gegenseitig mit Tipps und Informationen unterstützt.

Ich arbeite jetzt:

Als Geschäftsführerin beim Sozialdienst kath. Frauen Vechta e.V.

Nach meinem Master of Arts an der Uni Vechta habe ich berufsbegleitend einen Master in Sozialmanagement absolviert. Mit diesen Abschlüssen verfüge ich über sehr gute Voraussetzungen für das Management eines sozialen Dienstleistungsvereins wie dem SkF.

Meine Aufgaben dort sind:

Bei der Geschäftsführung laufen sämtliche Steuerungs- und Planungsaufgaben für alle Fachbereiche zusammen. Betriebswirtschaftliche und fachliche Aspekte müssen in Einklang gebracht werden. Strategische Planungen, Qualitätsmanagement, Personalmanagement und Netzwerkarbeit gehören ebenfalls zu meinen Aufgaben.

Mit Vechta verbinde ich:

Tolle engagierte Menschen. Hier hilft man sich und anderen, auch mal unkonventionell und unbürokratisch. Vechta ist groß genug für städtischen Flair und besitzt dennoch den Dorfcharakter sozialer Beziehungen und kurzer Wege.

Auf dem Stoppelmarkt würde ich gerne mal ein Bier trinken mit:

Meinem jungen Ich vor 35 Jahren. Damals habe ich einige Wochen Feldarbeit hinter mich gebracht, um einen guten Teil des Lohns auf dem Stoppelmarkt lassen zu können.

Aus meiner Studienzeit habe ich diesen Gegenstand aufgehoben:

Ich habe noch eine Briefklammer mit dem Logo der Universität, das Handbuch der Sozialen Arbeit begleitet mich weiterhin und die grüne Umhängetasche, in der ich immer meine Ausstattung für die Uni bei mir hatte.

Mein Tipp für Studieninteressierte und Studierende ist:

Den ersten Schritt wagen und Etappenziele festlegen. Der Studienabschluss ist gerade am Anfang abstrakt und erscheint manchmal unerreichbar. Ich habe immer nur von Semester zu Semester geplant und mich gefreut an dem neuen Wissen, dass ich zu dem jeweiligen Zeitpunkt erworben hatte. Auf diese Art habe ich in zehn Jahren neben Berufstätigkeit und Familienverantwortung einen Bachelor- und zwei Masterabschlüsse erreicht.

Stand: 09/2023, Bildnachweis Klaudia Hake