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Portrait Kai Schmidt


► Absolvent Sachunterricht, Erdkunde, Deutsch und Politik
► Schulleiter an der Oberschule Uelsen

Vom 26.01.2021

Kai Schmidt hat nach seiner Banklehre von 2003 bis 2007 Grund-, Haupt- und Realschullehramt mit den Fächern Sachunterricht, Erdkunde, Deutsch und Politik studiert.

 

Ich arbeite jetzt:

Ich bin Schulleiter an der Oberschule Uelsen.


Neben Ihrer Arbeit als Oberschulrektor veröffentlichen Sie Erklärvideos auf Youtube. Wie sind Sie dazu gekommen?

Vor sechs Jahren hatte ich eine nette aber leistungsschwache Abschlussklasse in Mathematik. Ich wollte mithilfe von Lernvideos eine Unterstützung für die Hausaufgaben anbieten. Zu diesem Zeitpunkt bestand nicht die Absicht die Video öffentlich zur Verfügung zu stellen. Meine Schüler*innen verteilten die nicht-öffentlichen Links - entgegen unserer Absprache - außerhalb der Schule weiter. Sie waren der Meinung, dass die Lernvideos allen zur Verfügung stehen sollten. Erst später stellte ich die Videos dann öffentlich zur Verfügung.


Ihr Motto für die Erklärvideos ist, „Hauptsache es hilft“. Viele ihrer Zuschauer stellen Ihnen ein super Zeugnis aus. Kommentare wie „Immer wenn ich Hilfe im Homeschooling brauche, schalte ich Lehrer Schmidt ein. Er kann es am besten erklären“. Was ist der Reiz an YouTube-Videos im Vergleich zum herkömmlichen Unterricht?

Die Kommentare auf YouTube sind wie eine warme Dusche. Positives Feedback ist immer toll. Interessant sind für mich aber auch die Kommentare oder E-Mails von Kolleg*innen mit verschiedensten Anregungen oder konstruktiver Kritik.
Besonders reizvoll an den Videos finde ich die verschiedenen Eigenschaften: Ein Lernvideo kann ortsunabhängig und beliebig oft aufgerufen werden. Die Geschwindigkeit kann auf den Lernenden angepasst werden. Man kann das Video vorspulen, stoppen oder zurückspulen. Und besonders interessant finde ich, dass man als Zuschauer*in die Wahl hat von wem man sich das Thema erklären lässt.
Unbestritten ist, dass eine positive Beziehungsebene den Lernprozess begünstigt. Diese Feststellung lässt sich nach meiner Erfahrung auch auf das Medium Lernvideo übertragen.

 

Mit Ihrem Youtubekanal haben Sie ein mutmaßlich zeitintensives Hobby – wie sieht Ihr Alltag zwischen Arbeit an der Schule und Ihrem privaten Interesse aus, Schüler*innen mit Erklär-Videos zu unterstützen?

Nein, es ist nicht zeitintensiv. Die Videos sind über einen sehr langen Zeitraum parallel zum Unterricht entstanden. Ich habe lediglich meine tägliche Unterrichtsvorbereitung gefilmt. Die technische Seite dauert nur wenige Minuten. Der Upload läuft in meiner Abwesenheit.


Was sind die kuriosesten Anfragen von Ihren Zuschauern?

Ich werde sehr häufig gefragt, ob ich wirklich Lehrer bin.


Wenn ich an mein Studium zurückdenke, denke ich gerne an:

Ich kann mich an tolle Studienreisen mit Prof. Dr. Flath erinnern. Das Essen in der Mensa war auch immer gut. Ich mochte die Vorlesungen um 8:00Uhr immer gern – da war man unter sich. Generell herrschte immer ein gutes Klima zwischen Lehrenden und Studierenden.


Was haben Sie aus Ihrem Studium für Ihre derzeitige Arbeit als Rektor und Oberschullehrer mitgenommen?

Ich habe gelernt, dass Menschen sehr verschieden sind. Diese Vielfalt ist auch für ein Kollegium eine Bereicherung. Es ist wichtig, dass man bei Entscheidungen immer alle Perspektiven im Blick hat. Diese Erkenntnis hilft mir bis heute.


Mit Vechta verbinde ich:

Das Studium in Vechta ist ein Teil meines Lebens. Es sind Freundschaften entstanden, die bis heute bestehen.


Auf dem Stoppelmarkt würde ich gerne mal ein Bier trinken mit:

Mit unserem Kultusminister- Gerne würde ich das Thema Digitalisierung von Schule und Unterricht aktiv vorantreiben. Ich würde es begrüßen, wenn Lehrer*innen aus der unmittelbaren Praxis mehr Gehör finden würden.


Aus meiner Studienzeit habe ich diesen Gegenstand aufgehoben:

Ich habe noch viele Skripte aus dem Fachbereich Erdkunde. Die nutze ich bis heute. Und den Taschenrechner nutze ich auch noch regelmäßig.


Mein Tipp für Studieninteressierte und Studierende ist:

Ich habe die Vorteile einer kleinen Universität sehr schätzen gelernt. Man kennt sich. Man ist nicht nur eine Matrikelnummer.


Zuletzt noch zwei Fragen zur Digitalisierung: Die Digitalisierung an allgemeinbildenden Schulen soll mit dem Digitalpakt gefördert werden. Wie sind Ihre Erfahrungen aus der Praxis? Wie gut sind Schulen – vor allen Dingen in Corona-Zeiten – auf die Lehre im Digitalen eingestellt?

Im letzten Jahr ist wirklich viel passiert: Wir konnten viele Geräte anschaffen und die Schule voranbringen. Ich hoffe, dass nach der technischen Ausstattung auch die Inhalte, die Wartung und Ersatzbeschaffungen nicht vergessen werden. Im Fokus müssen wir dabei aber immer den Mehrwert für die Schüler*innen haben.

 

Was sind Ihrer Meinung nach die Risiken, was die Chancen von digitaler Lehre?

Wenn die Schule die Aufgabe hat junge Menschen auf das spätere Leben vorzubereiten, dann ist die Digitalisierung im Unterricht unerlässlich. Wir müssen die jungen Menschen über die Gefahren aufklären und sie dazu animieren den Mehrwert sinnvoll zu nutzen. Aus meiner Sicht kann die notwendige Differenzierung von Unterricht mit der Digitalisierung entscheidend vorangetrieben werden.