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Transformationsprozesse in ländlichen Räumen

Als Hochschule in Verantwortung stellt die Universität Vechta Zukunftsfragen der Gesellschaft in den Mittelpunkt des wissenschaftlichen Diskurses, zusammengefasst unter dem Rahmenthema Transformationsprozesse in ländlichen Räumen. Durch die engmaschige Verbindung von Forschung, Lehre und Wissenstransfer sowie ihre gezielte Profilschwerpunktsetzung in den Bereichen der Lehrer*innenbildung, Sozialen Dienstleistungen, Agrar und Ernährung sowie der Kulturwissenschaften trägt die Universität Vechta dazu bei, zukünftige Generationen zur Bewältigung komplexer Herausforderungen in ländlichen Räumen vor dem Hintergrund einer globalisierten Welt (Große Gesellschaftliche Herausforderungen) zu befähigen. Mit den 17 Zielen der Nachhaltigen Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) der Agenda 2030 haben die Vereinten Nationen 2015 ein solches Zielsystem vorgelegt. An diesem universellen Rahmen orientiert sich die Universität Vechta. Sie stellt sich der Herausforderung, alle Hochschulangehörigen für Transformationsprozesse hin zu einer nachhaltigen Entwicklung zu sensibilisieren und zu bilden, um sie zu befähigen, einen Beitrag zur Gestaltung einer zukunftsfähigen sozialen und demokratischen Gesellschaft zu leisten. Der Wille der Universität, zu einer zukunftsfähigen, nachhaltigen Gesellschaft beizutragen, zeigt sich in einem entschlossenen hochschulpolitischen und gesamtgesellschaftlichen Handeln.

 

Die vier Profilschwerpunkte der Universität Vechta

Lehrer*innenbildung

Die Universität Vechta ist auf Grund ihrer Herkunft, Genese und Verankerung geprägt durch einen Profilschwerpunkt im Bereich der Lehrer*innenbildung für Grund- sowie Haupt- und Realschulen. Seit knapp 200 Jahren steht sie für Qualität in der Lehrer*innenbildung. Dabei kommt einer inhaltlich-strategischen Weiterentwicklung und personellen Konsolidierung der Lehrer*innenbildung an der Universität Vechta eine maßgebliche Bedeutung zu. Sie stellt einen zentralen Stützpfeiler für die Lehramtsausbildung in Niedersachsen dar. Mit dem 2012 eingerichteten Zentrum für Lehrer*innenbildung (ZfLB) konnte die zentrale Stellung der Lehrer*innenbildung an der Universität Vechta deutlich ausgebaut und profiliert werden. Diese Entwicklung unterstützt die Hochschule, indem fächerübergreifende Aufgaben der Lehrer*innenbildung fokussiert werden und das ZfLB als Impulsgeber für eine forschungsbasierte Weiterentwicklung in den Feldern der Hochschuldidaktik und der Kompetenzorientierung gestärkt wird.

Soziale Dienstleistungen

Der Bereich Soziale Dienstleistungen bildet einen zentralen, innovativen Profilschwerpunkt in Lehre, Forschung und Transfer. Die Sozialen Dienstleistungen umfassen ein breites Spektrum an sozialen, sozialpädagogischen, erzieherischen, gesundheitlichen und pflegerischen Bereichen und Einrichtungen und beziehen sich auf unterschiedliche persönliche soziale und/oder immaterielle Problemlagen, insbesondere in den Bereichen Bildung, Beratung, Behandlung, Betreuung und Pflege. Der Fokus dieses Schwerpunktes liegt auf den unterschiedlichen Perspektiven auf das Soziale als politisches Konstrukt menschlichen Zusammenlebens. Die Bewältigung sozialer, lebenslagen- oder lebenslaufbezogener Risiken und Probleme sowie die damit verbundenen Sozialen Dienstleistungen sind Gegenstände von hoher gesellschaftlicher Relevanz. Den in diesem Feld liegenden Heraus-forderungen stellt sich die Universität Vechta, indem sie interdisziplinär individuelle, familiäre, gesellschaftliche, räumliche und sozialpolitische Aspekte der Alterung in einer lebenslaufbezogenen Dimensionierung berücksichtigt und dem weiter wachsenden Bedarf an wissenschaftlich-analytischer, planerischer, organisatorischer und sozialpolitischer Kompetenz gerecht wird.

Agrar und Ernährung

Die Universität Vechta stellt sich in diesem Profilschwerpunkt als Hochschule in Verantwortung weiteren zentralen Herausforderungen der Region, in der die Agrar- und Ernährungswirtschaft den wichtigsten Wirtschaftszweig darstellt. Mit systemorientierten Ansätzen und transdisziplinären Konzepten im Bereich Forschung, Bildung und Wissenstransfer sollen Projekte entlang der verschiedenen Wert-schöpfungsketten durchgeführt werden. Dabei gilt es, interdisziplinäre Lösungs- und Handlungskonzepte zu erarbeiten mit dem Ziel einer innovations-orientierten, resilienten sowie ökologisch und sozial tragfähigen Entwicklung der Region. Im Sinne aktueller Anforderungen an Projekte der Transformationsforschung ist insbesondere die enge Zusammenarbeit mit Stakeholdern aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft von besonderer Bedeutung. An der Universität Vechta wurde 2017 die Koordinierungsstelle „Transformationswissenschaften für die agrarische Intensivregion im Nordwesten Niedersachsens“ angesiedelt, die ökologische, gesellschaftliche und ökonomische Herausforderungen für die Agrar- und Ernährungswirtschaft in der Region durch die Einbeziehung von Wirtschaft und Zivilgesellschaft forschungsbasiert und partizipativ angeht. Damit wird insbesondere dem Third-Mission-Ansatz Rechnung getragen.

Kulturwissenschaften

Als Profilschwerpunkt verbinden die Kulturwissenschaften mehrere prägende Disziplinen der Kultur-, Geistes- und Sozialwissenschaften. Durch ihren interdisziplinären Zugang zu Fragen des kulturellen Wandels bietet sich dieser Profilschwerpunkt für eine fundierte und vernetzte Auseinandersetzung mit kulturellen und gesellschaftlichen Veränderungs- und Transformationsprozessen an. Die Diversität der disziplinären Ansätze in den Kulturwissenschaften ermöglicht verschiedene Her-angehensweisen an Fragen des „Kulturellen Wandels“ und der entsprechenden Transformationsprozesse und wird damit der notwendigen Pluralität einer differenzierten Betrachtung gerecht. Die Kulturwissenschaften befördern das übergeordnete normative Ziel einer Hochschule in Verantwortung, indem sie auch auf die unmittelbar umgebenden und gesellschaftlichen sowie ökonomischen und ökologischen Veränderungen rekurrieren. Insgesamt werden Aspekte berührt, die unmittelbar zur Weiterentwicklung der Profilschwerpunkte und den Querschnittsthemen Digitalisierung, Internationalisierung, Diversity und Nachhaltigkeit beitragen können. Gerade die Kulturwissenschaften können durch ihren interdisziplinären Zugang einen Beitrag zu aktuellen Herausforderungen liefern und letztlich zum Verstehen laufender Veränderungs- und Transformationsprozesse beitragen.

Querschnittsdimensionen

Mit unseren Querschnittsdimensionen – Digitalisierung, Internationalisierung, Nachhaltigkeit sowie Gender & Diversity – stellen wir uns den Herausforderungen der Gegenwart. Wir streben danach, einen diskriminierungsfreien und diversitätssensiblen Raum zu schaffen, der faire Entwicklungschancen für alle ermöglicht und vielfältige Lebensweisen anerkennt, wertschätzt und berücksichtigt.

Im Bereich der anwendungsbezogenen Digitalisierung ist die Universität Vechta erfolgreich in nationalen und internationalen Forschungsprojekten engagiert. Sie beschäftigt sich mit digitalen Innovationskulturen in der Verwaltung, mit digitalen Medien im Bereich des lokalen kulturellen Erbes, mit digitalen Methoden zur Schöpfung von Potenzialen für zivilgesellschaftliches Engagement, mit digitalen Vernetzungsplattformen für ältere Menschen oder allgemeiner mit dem Konstrukt einer Smart Region.  Seit vielen Jahren beteiligt sich die Universität Vechta erfolgreich am Verbundprojekt eCULT (2011 – 2020), in das niedersächsische Hochschulen ihre vorhandenen Erfahrungen und Kompetenzen im Einsatz digitaler Lerntechnologien zur Verbesserung der Lehre einbringen. Im Kontext der Qualitätsoffensive Lehrer*innenbildung hat die Universität Vechta ein elektronisches Kompetenzentwicklungsportfolio, das für weitere digitale Lehr-Lernformate Pate steht. Mit der Etablierung eines Forschungsdatenmanagements bietet die Universität Vechta ein fächerübergreifendes, institutionelles Forschungsdatenmanagement, welches sich an fachspezifischen sowie nationalen und internationalen Standards orientiert und als Standard wissenschaftlicher Forschungsdokumentation dient.

Die Internationalisierung als profilrelevantes Themenfeld ist Bestandteil der strategischen Planung der Universität Vechta. Sie wird als Querschnittsaufgabe verstanden und betrifft daher alle Bereiche der Universität. Ein wichtiges Ziel ist es, Studium, Lehre und Forschung noch intensiver international auszurichten. Richtungweisend war die Universität Vechta schon frühzeitig durch die Etablierung eines Mobilitätsfensters und durch die ausgesprochen erfolgreiche Einwerbung von Drittmitteln im Bereich der Erasmus-Mobilitäten. Nicht zuletzt wird Internationalisierung als zentrales Element begriffen, um allen Hochschulangehörigen auch „zu Hause“ internationale und interkulturelle Erfahrungen zu ermöglichen. Insbesondere für Studierende, die keinen Auslandsaufenthalt absolvieren, sind internationale Erfahrungen, Fremdsprachenkenntnisse und interkulturelle Kompetenzen für den Eintritt in einen zunehmend international geprägten Arbeitsmarkt wichtig.

Nachhaltigkeit ist an der Universität Vechta in all ihren Bereichen – Lehre, Forschung und Campus – durch die universitätseigene Nachhaltigkeitsleitlinie zentral verankert. Nachhaltigkeit ist an der Universität Vechta in all ihren Die Universität Vechta unterstützt zum einen Forschung zu nachhaltigkeitsrelevanten Fragestellungen, die der Generierung von Systemwissen (Wissen über Zusammenhänge und Mechanismen in ökologischen und sozio-ökonomischen Systemen), Zielwissen (Wissen über wünschenswerte Ziele) und Transformationswissen (Wissen zur Auslösung konkreter Veränderungsprozesse) dient. Zum anderen sollen sich Forschungsvorhaben in der Zielsetzung und Durchführung an Aspekten einer nachhaltigen Entwicklung orientieren.

Die Universität Vechta betrachtet Vielfalt und Heterogenität als Potenzial für die gesellschaftliche Entwicklung, die es wertzuschätzen gilt. Sie hat am Audit "Vielfalt gestalten" des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft e.V. teilgenommen und eine eigene Diversitätsstrategie entwicklet, um die Chancengerechtigkeit in der Hochschulbildung zu erhöhen und zu erreichen, dass Hochschulzugang und Studienerfolg nicht von der kulturellen oder sozialen Herkunft der Studieren-den, ihrem Bildungs- und Erfahrungshintergrund oder ihren Lebensumständen abhängen. Zudem beteiligt sich die Universität Vechta seit 2013 erfolgreich am Audit familiengerechte Hochschule der „berufundfamilie gGmbH“. Der Universität Vechta fördert die Studierenden in ihrer Diversität. Durch ergänzende Lernangebote sollen die Studierende die Chancen erhalten, ihre individuellen Herausforderungen bearbeiten zu können und so alle Phasen des Studiums erfolgreich zu gestalten. Sie stärkt die Förderung von Gender- und Diversity-Kompetenzen bei Lehrenden und Studierenden  sowie pädagogische und (fach-)didaktische Kompetenzen zur Gestaltung eines inklusiven Unterrichts/einer inklusiven Schule bei Studierenden mit der Perspektive Lehramt.

Bildnachweise: Lehrer*inenbildung (contrastwerkstatt/AdobeStock), Soziale Dienstleistungen (runrun2/AdobeStock), Agrar und Ernährung (areebarbar/AdobeStock), Kulturwissenschaften (Universität Vechta/Meckel)