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Bild von einem Straßenschild mit der Aufschrift "Changé" in Frankreich

Vechtaer Perspektiven auf ländliche Transformation im europäischen und globalen Dialog

 Montag, 22.06.2026

Vom 22. bis 26. Juni 2026 fand an der Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Porto die 4th European Rural Geographies Conference statt – eine der zentralen internationalen Plattformen für die Erforschung ländlicher Räume [hier mehr zur Konferenz lesen]. Aufbauend auf den vorangegangenen Stationen in Braunschweig, Groningen und weiteren europäischen Standorten führt die Konferenzreihe Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Geographie, Soziologie, Raumplanung, Kommunikations- und Wirtschaftswissenschaften zusammen und stärkt damit gezielt interdisziplinäre Perspektiven auf ländliche Transformationen.

Über fünf Tage hinweg bot das Programm mit Keynotes, Panels, Poster-Sessions und Exkursionen einen intensiven Austausch zu drängenden Zukunftsfragen ländlicher Regionen. Neben europäischen Institutionen waren auch Forschende aus Australien, Japan, Taiwan oder Lateinamerika vertreten – ein sichtbares Zeichen für die zunehmende Globalisierung ruraler Forschungsdebatten.

Beiträge aus Vechta: Transformation, Innovation und Gerechtigkeit

Das Vechta Institute of Sustainability Transformation in Rural Areas (VISTRA) war mit mehreren Beiträgen prominent vertreten. Dr. Alistair Adam Hernández (Postdoc, VISTRA) präsentierte zwei wissenschaftliche Beiträge:

  • „Rural Movements and Parliaments in Europe as Agents of Social Innovation“: Der Vortrag beleuchtete, wie soziale Bewegungen und neue institutionelle Formate demokratische Prozesse im ländlichen Europa vertiefen und Identitäten im Wandel neugestalten.
  • „Conceptualizing a Multiple-Helix Framework for Rural Innovation and Governance“: In diesem Beitrag entwickelte Adam Hernández ein konzeptionelles Modell, in dem intermediäre Organisationen als Katalysatoren für Innovation und Governance-Transformation fungieren.

Ergänzt wurde die Präsenz durch ein Poster von Paul Henning Wolf (Promotionskolleg, VISTRA), der sein Dissertationsprojekt zur Aushandlung von Gerechtigkeit in der Digitalisierung ländlicher Kommunen vorstellte. Das Projekt verbindet Fragen der digitalen Transformation mit sozialen und räumlichen Ungleichheiten und ist im Rahmen des PromotionskollegsGerechtigkeitsdimensionen nachhaltigkeitsorientiert Transformationen in ländlichen Räumen“ (gefördert durch die Hans-Böckler-Stiftung) angesiedelt.

Thematische Vielfalt und internationale Impulse

Die Konferenz spiegelte eindrucksvoll die Breite der aktuellen Forschung zu ländlichen Räumen wider. Von agrarökologischen Fragestellungen über Klimaanpassung, digitale Transformation und soziale Ungleichheiten bis hin zu kulturellen Praktiken und Governance-innovationen wurden zahlreiche Themen diskutiert.

Die Keynote-Vorträge setzten zentrale Impulse für die Konferenz, indem sie unterschiedliche Perspektiven auf die Transformation ländlicher Räume zusammenführten: Mary Cawley (Irland) zeigte das Potenzial gemeinschaftsbasierten Tourismus für die Neugestaltung ruraler Regionen auf, während José Domingo Sánchez Martínez (Spanien) die Bedeutung gesunder Böden als Grundlage nachhaltiger Entwicklung hervorhob. Michael Woods (UK) erweiterte den Blick auf Fragen räumlicher Gerechtigkeit im Kontext global verflochtener „planetarer“ Ruralität, und Hossein Azadi (Belgien) beleuchtete Konflikte um Landnutzung sowie deren Überführung in dialogorientierte Lösungsansätze.

Gemeinsam machten die Beiträge deutlich, dass ländliche Räume heute als komplexe, international vernetzte Transformationsräume verstanden werden müssen.

Mehr als Wissenschaft: Austausch, Kultur und gemeinsame Erfahrungen

Neben dem wissenschaftlichen Programm prägten auch informelle Begegnungen die Konferenz. Die Gastfreundschaft der portugiesischen Kolleginnen und Kollegen, gemeinsame Abendveranstaltungen sowie die kulinarische Vielfalt – insbesondere der in zahlreichen Varianten zubereitete Bacalhau – trugen wesentlich zur offenen und inspirierenden Atmosphäre bei.

Ein Höhepunkt waren die Exkursionen in und um Porto, die Einblicke in regionale Entwicklungsprozesse, kulturelles Erbe und aktuelle Herausforderungen boten – von historischen Stadtführungen über Weinwirtschaft bis hin zu ruralen Transformationsräumen im Umland.

Fazit und Ausblick

Die 4th European Rural Geographies Conference verdeutlichte eindrucksvoll, wie dynamisch und international die Forschung zu ländlichen Räumen heute ist. Für VISTRA bot sie eine wichtige Plattform, um eigene Arbeiten sichtbar zu machen, Netzwerke zu vertiefen und neue Impulse für zukünftige Projekte zu gewinnen.

Mit Blick auf die nächste Konferenz 2028 in Brno (Tschechische Republik) besteht bereits jetzt große Vorfreude – und die Erwartung, dass das VISTRA-Team erneut mit innovativen Beiträgen vertreten sein wird.


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