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agri:lab X4: Integrierte Agrarlandschaftsentwicklung

Worum geht es?

Nachhaltige Landnutzung ist ein zentrales Zukunftsthema. Mehr als die Hälfte der SDGs und damit der Nachhaltigkeitsherausforderungen sind mit diesem Transformationsfeld verknüpft. Allerdings führen die Ziele des Klimaschutzes, der Ernährungssicherung und des Biodiversitätsschutzes häufig zu Zielkonflikten, die es zu harmonisieren gilt. Um der Komplexität angemessen zu begegnen, braucht es einen integrierten Landschaftsansatz. Hier setzt das Vorhaben agri:labX4 an. 

Ziel von agri:labX4 ist es, die unterschiedlichen sozial-ökologischen Herausforderungen und Transformationsfelder in drei verschiedenen Landschaftstypen Niedersachsens (intensiv genutzte Moorlandschaften, extensiv genutzte Moorlandschaften und agrarisch intensiv genutzte Landschaften) aufzugreifen und transformative Lösungsansätze zu entwickeln. Kern des Projekts ist ein transdisziplinärer Forschungsansatz, der wissenschaftliche Forschung mit praktischer Relevanz in drei Landschaftstypen verbindet. In lokalen Co-Design-Ansätzen werden innovative Landnutzungsansätze gemeinsam mit Akteuren exploriert und in einem übergeordneten transdisziplinären Lern- und Aushandlungsprozess in eine Landschaftstransformationsstrategie integriert.

agri:labX4 kombiniert transformative, auf Veränderungen abzielende Forschung mit Transformationsforschung, d. h. Forschung, die Voraussetzungen, Notwendigkeiten und Auswirkungen von Transformation analysiert. Ziel ist es, tragfähige, gesellschaftlich akzeptierte und gerechte Transformationspfade für eine nachhaltige Landnutzung aufzuzeigen sowie regionale Transformationskompetenzen zu stärken.

Arbeitspakete

Stand: Antrag vom 26.05.2025

Hintergrund:

AP 4.1bündelt die kontinuierlichen Aufgaben der Koordination und des Managements des Gesamtprojektes agri:lab X4 sowie des transdisziplinären (TD) Forschungs- und Transferprozesses. Über den strukturierten TD-Prozess wird ein konsistenter und vergleichbarer Forschungsansatz (Co-Design, Co-Produktion und Co-Lernen) in den drei Landschaftslaboren (LL) unterstützt. Dabei wird der Forschungsansatz bedarfsgerecht an Anforderungen in den jeweiligen Landschaftslaboren/ Transformationsfeldern (LL) und Akteure angepasst. Die Koordination und das Management in AP1 erfolgen über die gesamte Projektlaufzeit und gewährleisten damit die Zusammenarbeit zwischen den LLs und der Forschung zu Übersichtsthemen (→ AP4.2). Im Rahmen der Konzeptionierung, Umsetzung und Begleitung des TD-Prozesses wird ein Prozessleitfaden entwickelt und den LLs zusammen mit einem Methodenset partizipativer Formate (u.a. Design Thinking, Kooperationsbörsen, Visions- und Zukunftsworkshops, partizipative Interventionsentwicklung) zur Verfügung gestellt, umgesetzt (→ AP4.3 und AP4.4) und wissenschaftlich begleitet. AP1 beinhaltet zudem die Entwicklung und Anwendung eines formativen Evaluationsansatzes zur ProzessReflexion.

Ziele:

  • Koordination und Management des Gesamtprozesses in agri:lab X4
  • Integration der Arbeiten aller Lab-Partner und konzeptionelle Entwicklung eines Integrationsansatzes
  • Formative Evaluierung und Sicherung Prozessqualität

AP 4.2 umfasst die wissenschaftliche Beforschung der transformativen Prozesse in den LLs über Übersichtsthemen, welche sich aus den aktuellen Forschungsstand und -lücken ableiten (siehe Kapitel zu Einordnung in den Forschungsstand). Die Bearbeitung soll insbesondere die Qualifizierung von Nachwuchswissenschaftler*innen ermöglichen (Pre-Doc und Postdoc-Ebene). Zu den Forschungsarbeiten gehören: 1) Wirkungsdimensionen („theory of change“) und Qualitatskriterien (Postdoc, VISTRA) sowie sozio-technische Imaginäre transformativer Forschung (PhD1, VISTRA), 2) Regionale Transformationskapazitäten und Agency (PhD2, VISTRA), 3) Co-Design-Ansätze, Methodenentwicklung und Wirkungsmessung (PhD, ZALF), 4), Integrierte Landschaftsplanung: Landschaftsvisionen, Szenarienentwicklung und Landschaftstransformationsstrategien (Postdoc, Universität Hannover), 5) Sozial-ökologische Konflikte, mentale Modelle und „relational value“ (Postdoc, Universität Göttingen), 6) Agrarökologische Auswirkungen (Monitoring) und Modellierung ausgewählter, auf Transformationsoptionen zugeschnittener Maßnahmen(bündel) (aus AP 3) auf Landschaftsebene (Postdoc, TU Braunschweig/ Thünen I.) für Aussagen zu Prozessen in AP4, 7) Innovationsmapping, Akzeptanz, regionale Akteurskonstellationen und „just transition“ (Postdoc/ PhD, Geographie, Universität Vechta), 8) Geo-Monitoring und digital solutions, z.B. in Citizen Science-Ansätzen (PhD, Jade Hochschule), 7) Soziales und Transformatives Lernen sowie Möglichkeiten neuer Kommunikations- und Lehr-/Lernformate (PhD, Kompetenzzentrum Regionales Lernen, Universität Vechta). Die Erkenntnisse der Übersichtsthemen werden unterstützend für die transformativen Prozesse in den AP 4.3 und 4.4 sowie den Transfer- und Lernprozess (AP 4.5) eingebracht.

Ziele:

  • vertiefende Erkenntnisse zu Wirkungsweisen in Transformationsprozessen und zu Potenzialen Transformativer Forschung,
  • Qualifizierung von Nachwuchswissenschaftler*innen durch vertiefende Forschungsarbeiten in den LLs 

Hintergrund:

Das AP gliedert sich in zwei Phasen. In der ersten Phase (Phase 1) gilt es eine gemeinsame Problemdefinition der Nachhaltigkeitsthemen in den drei Landschaftslaboren (LL) vorzunehmen und Teams aus den beteiligten Forscher*innen und lokalen Akteuren zu bilden, welche später konkrete Maßnahmen zum Umgang mit diesen Themen entwickeln und umsetzen. Das Ergebnis sind 5-10 kleine Teams, gemeinsame Definitionen von Nachhaltigkeitsproblemen, und Maßnahmen für die Umsetzung. In der zweiten Phase geht es um die gemeinsame Umsetzung ausgewählter Maßnahmen. Wir erwarten, dass die Projekte sehr unterschiedliche Maßnahmen und Zeitpläne beinhalten. In einigen Fällen werden konkrete Maßnahmen bereitstehen (Innovations-Mapping aus AP4.2), um Experimente in der realen Welt durchzuführen (z.B. Anbaudiversifizierung in Intensivlandschaften). In anderen Fällen sind bereits Modell-Projekte in der Testphase (z.B. Vielzahl aktueller Moor-Projekte), von denen aus Lern- und Diskussionsprozesse initiiert werden (->AP4.5). Es könnte aber auch das Problem darin bestehen, dass Expert*innenwissen noch weiter aufbereitet werden muss (->AP4.5, z.B: Einladung Fachvorträge). In wiederum anderen Fällen könnte das Problem beispielsweise als fehlendes Vertrauen zwischen den Akteuren formuliert werden. Hier könnten vertrauensbildende Maßnahmen umgesetzt werden. Das Hauptziel der gemeinsamen Umsetzung von Nachhaltigkeitsprojekten ist, dass Wissen zwischen den Akteuren fließt und sich Praktiken verändern, auch über die kleinen Netzwerke hinaus. Wir sehen die 5-10 Nachhaltigkeitsprojekte als Keimzellen, um diesen Dialog und Austausch auszuweiten.

Ziele:

  • Gemeinsame Problemdefinitionen in drei ausgewählten Landschaftslaboren
  • Co-Design von gemeinsam akzeptierten Maßnahmen

Hintergrund:

Parallel zu den lokalen Reallabor-Prozessen findet für jeden Landschaftstyp ein Integrationsprozess auf Land-schaftsebene statt. Dieser umfasst einen regionalen, übergeordneten Aushandlungs- und Abwägungsprozess zur Entwicklung einer integrierten Landschaftstransformationsstrategie für die drei Handlungsfelder (Moor-Intensiv- und Moor-Extensiv- sowie Agrar-Intensiv-Landschaften). In den Prozess fließen kontinuierlich die Erkenntnisse aus den Reallaboren (AP4.3), den Übersichtsthemen (AP4.2) und anderen aktuell laufenden Forschungsprojekten (Koordination AP4.1, Transfer und Bündelung durch AP4.5) ein. Gleichzeitig kann es vorkommen, dass in diesem Prozess neue Wissenslücken erkannt werden und Forschungsbedarf an die Arbeiten in AP2 angemeldet wird. Mit einem Kernteam von 12 bis 15 Vertreter*innen unterschiedlicher Akteursgruppen wird in jedem Landschaftslabor ein transdisziplinärer Prozess der Wissensintegration durchgeführt mit den unten beschriebenen Arbeitsschritten bzw. Meilensteinen.

 

Ziele:

  • Systemverständnis und integriertes Zielwissen durch partizipative Szenarienentwicklung und -bewertung
  • Co-Design integrierter und akzeptierter Landschaftstransformationsstrategien

Hintergrund:

AP4.5 organisiert den Wissenstransfer in Form wechselseitiger regionaler Lernprozesse und beforscht diesen. Dies beinhaltet verschiedene Elemente, wie die Unterstützung von Wissensgemeinschaften (Communities of Practice), die Entwicklung von Lernpatenschaften um einzelne Nachhaltigkeitsinnovationen herum, die Qualifizierung der lokalen Reallaborprozesse in AP4.3 durch den Austausch mit Experten (Organisation von Expert*innen-Vorträgen) und die Erarbeitung von Wissensgrundlagen in Form von Innovations-Mappings, aber auch die Durchführung von Twinning-Formaten (Austausch zwischen Regionen) und die Entwicklung zielgruppengerechter Kommunikationsmaßnahmen (z.B. Steckbriefe, Podcasts, soziale Medien). Damit gewährt AP5 auch die Verknüpfung mit anderen Forschungsprojekten (z.B. mit der Vielzahl aktueller Projekte zur Moor-Bewirtschaftung) und das Schaffen von Synergien. Ein besonderer Schwerpunkt von AP4.5 liegt in der Verknüpfung der Prozesse in agri:lab X4 mit Bildung und Lehre. So sollen die lokalen Reallaborprojekte eng mit der Lehre in den beteiligten Partnerorganisationen verknüpft werden (hier auch Lernen von TD-Lab-Ansatz der ETH Zürich). Angedacht ist z.B. die Einbeziehung von Studierenden, Schüler*innen und interessierten Bürger*innen in Citizen Science-Ansätzen (z.B. für Monitoring-Ansätze in Landschaften) und die Erforschung resultierender Lerneffekte (u.a. mit Blick auf „relational values“ → AP4.2). AP4.5 entwickelt neue interdisziplinäre Lehr/Lern-formate und -methoden und evaluiert diese (z.B. Entwicklung gemeinsames Lehr-Modul der Hochschulen). So fördert das Vorhaben den weiteren Kompetenzaufbau der beteiligten Partner/Hochschulen in der Transformationsforschung aber auch in der Ausbildung von Studierenden (z.B. Integrations-Expertise, Systemdenken, Umweltproblemlösungskompetenzen).

Ziele:

  • Entwicklung von Bildungs- und Lehrformaten als zentraler Transfer-Ansatz
  • Transfer, Austausch und Vernetzung über das Projekt hinausgehend

Hintergrund:

Aus den Arbeiten der APs 4.1 bis 4.5 sollen Gestaltungsprinzipien für die Entwicklung von Landschaftstransformationsstrategien abgeleitet werden. Dieser Synthese-Prozess verläuft stetig über die Projektlaufzeit. Konkrete Zwischenstände erfolgen im Rahmen der jährlichen Verbundtreffen. Im Ergebnis steht eine gemeinsame Publikation.

Ziel:

  • Synthese der Ergebnisse: Ableitung von Gestaltungsprinzipien für die Entwicklung von Landschaftstransformationsstrategien

Leitung und Koordination agri:lab X4

Wer steckt dahinter?

Prof. Dr. Jana Zscheischler

Prof. Dr. Jana Zscheischler

Leitung

 Georg-August-Universität Göttingen
 Goldschmidtstr. 5
 37073 Göttingen

+49 (0) 551. 39-28028

Emilia Nagy

Emilia Nagy

Koordination

 Georg-August-Universität Göttingen
 Goldschmidtstr. 5
 37073 Göttingen

Weitere Mitglieder

  • Prof. Dr. Amelie Bernzen
    Universität Vechta
  • Dr. Anne-Katrin Broocks
    Universität Vechta
  • Prof. Dr. Christian Albert
    Leibniz Universität Hannover
  • Dr. Christian Levers
    Johann Heinrich von Thünen-Institut
  • Dr. Daniela Kempa
    Leibniz Universität Hannover
  • Prof. Dr. Frank Suhling
    Technische Universität Braunschweig
  • Gesa Henriette Weidemann
    Universität Vechta
  • Janes Grewer
    Georg-August-Universität Göttingen
  • Prof. Dr. Jens Dauber
    Technische Universität Braunschweig, Johann Heinrich von Thünen-Institut
  • Jule Huber
    Georg-August-Universität Göttingen
  • Prof. Dr. Karl Martin Born
    Universität Vechta
  • Dr. Maria Busse
    Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V. 
  • Prof. Dr. Leif Mönter
    Universität Vechta
  • ​​Lena Neumann
    Universität Vechta
  • Dr. Marion Jay
    Georg-August-Universität Göttingen
  • Mimmi Becker
    Leibniz Universität Hannover
  • Dr. Mirka Erler
    Universität Vechta
  • Prof. Dr. Tobias Plieninger
    Georg-August-Universität Göttingen
  • Prof. Dr. rer. nat. habil. Roland Pesch
    Jade Hochschule
  • Dr. Swantje Löbel
    Technische Universität Braunschweig

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Das Projekt wird gefördert mit Mitteln aus zukunft.niedersachsen, dem gemeinsamen Wissenschaftsförderprogramm des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur und der VolkswagenStiftung.