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Deine Ideen für die Zukunft der Agrar- und Ernährungswirtschaft

Die Agrar- und Ernährungswirtschaft steht vor großen Herausforderungen: Klimawandel, Ressourcenschutz, Biodiversität, Gewässerschutz und die nachhaltige Versorgung einer wachsenden Gesellschaft. Die Lösungen von morgen entstehen schon heute – in Abschlussarbeiten, Projekten und innovativen Ideen engagierter Nachwuchskräfte.

Mit dem trafo:nachwuchspreis 2026 zeichnen wir bereits zum fünften Mal junge Menschen aus, die mit ihren Arbeiten neue Impulse für eine nachhaltige Transformation der Agrar- und Ernährungswirtschaft setzen. Gesucht werden innovative Konzepte, praxisnahe Lösungen, neue Technologien und kreative Ansätze, die Betriebe, Bildung und Praxis voranbringen.

Insgesamt werden Preisgelder in Höhe von 9.000 Euro vergeben. Schirmherrin des Wettbewerbs ist Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte.

Wer kann sich bewerben?

Bewerben können sich Personen aus Niedersachsen mit bereits angemeldeten oder im Zeitraum 2025 bis 2026 abgeschlossenen Abschlussarbeiten (Meister-, Bachelor-, Master- oder Promotionsarbeiten) sowie mit Arbeitsprojekten im berufsbildenden Kontext.

Die Arbeiten und Projekte sollten einen Beitrag zu einer innovativen und nachhaltigen Gestaltung der Agrar- und Ernährungswirtschaft leisten. Mögliche Fachbereiche sind beispielsweise:

  • Agrarwissenschaften und Agrartechnik
  • Tierhaltung und Tierernährung
  • Regenerative Landwirtschaft
  • Natur- und Gewässerschutz
  • Weitere Bereiche der „Grünen Branche“

Sonderpreis Gewässerschutz 2026

Zum zweiten Mal wird zusätzlich der Sonderpreis Gewässerschutz vergeben. Der mit 2.500 Euro dotierte Preis wird von der Stiftung Gewässerschutz Weser-Ems gestiftet und würdigt Arbeiten und Projekte, die sich mit dem Schutz von Gewässern und Grundwasser in der Landwirtschaft beschäftigen.

Gesucht werden unter anderem Ideen und Lösungen zu folgenden Fragen:

  • Wie kann Wasser länger in der Landschaft gehalten werden?
  • Wie können Landwirtschaft und Gewässerschutz gemeinsam funktionieren?
  • Wie lassen sich Stoffeinträge in Gewässer und Grundwasser reduzieren?
  • Wie können Betriebe besser mit Trockenheit und Starkregen umgehen?
  • Welche Chancen bieten digitale Technologien für den Gewässerschutz?
  • Wie stärken wir das Wasserbewusstsein in Landwirtschaft und Gesellschaft?

Zeig uns deine Idee!

Für die Bewerbung sind nicht nur gute Inhalte gefragt, sondern auch Kreativität. Präsentiere dich und deine Arbeit in einem Format deiner Wahl – zum Beispiel als:

  • Kurzvideo
  • Animation
  • Podcast
  • Vlog
  • Flyer
  • oder in einer ganz eigenen kreativen Form

Überzeuge die Jury von deiner Idee, deiner Motivation und den Ergebnissen deiner Arbeit.

Bewerbungsschluss: 31. August 2026

Sende an katrin.hus@trafo-agrar.de:

  • deine kreative Bewerbung per WeTransfer oder über einen geschützten Cloud-Link
  • das ausgefüllte Bewerbungsformular mit den Angaben zu deiner Arbeit

Die besten Arbeiten werden von einer Jury des trafo:verbunds ausgewählt, auf der trafo:fachtagung vorgestellt und anschließend feierlich ausgezeichnet.

 

Deine Idee kann die Zukunft mitgestalten. Bewirb dich jetzt für den trafo:nachwuchspreis 2026! 🚀🌱

 



Mitglieder der Jury 2026:

  • Gerhard Schwetje
    Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Präsident
  • Anke Evers
    Landwirtschaftskammer Niedersachsen, stellvertretende Geschäftsbereichsleiterin Geschäftsbereich Landwirtschaft sowie Ressortleiterin Betrieb/Ländliche Entwicklung
  • Dipl.-Ing. Rudolf Fuchs
    Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Leiter Fachbereich Aus- und Fortbildung, Landjugend
  • Anna-Sophie Voges
    Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Abteilungsleiterin Raumordnung, Landentwicklung, Förderung
  • Dr. Kathrin Höltge
    Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft u. Kultur, Referat 11: Grundsatzangelegenheiten von Forschung und Innovation, Nachhaltige Entwicklung
  • Pierre Johannes
    Naturschutzbund Deutschland - Für Mensch und Natur (NABU), Leitung des Teams Landnutzung
  • Jörn Ehlers
    Landvolk Niedersachsen Landesbauernverband e. V., Vizepräsident
  • Prof. Dr. Stephan v. Cramon-Taubadel
    Georg-August-Universität Göttingen, Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung
  • Dr. Jochen Schulz
    Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, Institut für Tierhygiene, Tierschutz und Nutztierethologie, Laborleitung
  • Prof. Dr. Jantje Halberstadt
    Universität Vechta, Leiterin der Abteilung Ökonomie der Nachhaltigkeit
  • Sven Guericke
    Agrar- und Ernährungsforum Nord-West e. V., Vorsitzender
  • Dr. Johannes Wilking
    Kreislandvolkverband Vechta e. V., Vorsitzender
  • Anette Groth
    Oldenburgisch-Ostfriesischer Wasserverband, Abteilungsleiterin Umweltbildung
  • Hans-Joachim Harms
    Verbund Transformationsforschung agrar Niedersachsen, Fachbeiratsvorsitzender

 

 



Platz 1: Dr. Gurubaran Raveendran

Titel der Arbeit: KI-basiertes Echtzeit-Tiermanagementsystem zur Herdenüberwachung in der Mastputenhaltung

Zielsetzung: In der modernen Putenhaltung ersetzen energieeffiziente LED-Leuchten zunehmend herkömmliche Leuchtstoffröhren. Unklar ist, ob hierbei Lichtspektren oder Flimmerfrequenzen das Wohlbefinden von Puten beeinflussen. Eine objektive Bewertung der Lichtwirkung auf das Tier erfordert eine unbeeinflusste, kontinuierliche Verhaltensbeobachtung. In dieser Dissertation wurde ein KI-basiertes Echtzeit-Tiermanagementsystem entwickelt, das das Verhalten von tausenden Mastputen automatisiert erfasst. Ergänzend wurden Stresshormonkonzentration in Federn gemessen. Ziel war es, Lichtparameter zu identifizieren, die das Tierwohl fördern und unerwünschtes Verhalten reduzieren, um Empfehlungen für eine tiergerechte Beleuchtung in der Putenhaltung zu formulieren.

Betreuende Einrichtungen: Hochschule Hannover 

 

 

 



Platz 2: Dr. Philipp Heseker

Titel der Arbeit: Housing pigs with undocked tails: methods for the early detection and prevention of tail biting

Zielsetzung: Ziel der Doktorarbeit war es, Möglichkeiten der Digitalisierung und Automatisierung für die Früherkennung und Prävention von Schwanzbeißen bei unkupierten Tieren zu erforschen, um schweinehaltende Betriebe in ihrer täglichen Arbeit zu unterstützen und eine nachhaltige Entwicklung der Schweinehaltung zu fördern. Das Einsatzpotential von Kameras mit Mikrofonen zur Verhaltensbeobachtung und einer automatischen Beschäftigungsanlage mit mehreren Vorlagen pro Tag wurde in einem bestehenden Ferkelaufzuchtstall direkt unter praktischen Bedingungen erforscht. Regelmäßige Bonituren von Schwanzverletzungen an den Tieren dienten dabei als Referenzdaten zur Validierung der Systeme. 

Betreuende Einrichtungen: Georg-August-Universität Göttingen, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, CAU Kiel



Platz 3: Caroline Timme

Titel der Arbeit: Mehrphasige Fütterung bei hochleistenden Sauen - welchen Einfluss hat eine bedarfsgerechte Fütterung auf Leistung, Langlebigkeit und Wirtschaftlichkeit

Zielsetzung: Ziel der Arbeit war es, die Effekte der mehrphasigen Fütterung im Vergleich zur herkömmlichen Fütterung während der Laktation auf zentrale Leistungs- und Gesundheitsparameter zu analysieren. Dabei wurden 54 Sauen in Versuchs- und Kontrollgruppen aufgeteilt und vom Einstallen im Abferkelbereich bis zum Absetzen begleitet. Der Wurfausgleich wurde auf ein Minimum beschränkt und erfolgte innerhalb der Gruppen. Zur Datenerfassung wurden elektronische Ohrmarken verwendet. Erfasst wurden unter anderem Gewichtsentwicklung, Verluste, Futteraufnahme und der Gesundheitszustand der Tiere. Im Fokus standen Tiergesundheit, Leistung, Langlebigkeit und ökonomische Aspekte.

Betreuende Einrichtungen: PHWT Vechta, GS die Genossenschaft, FutterAllianz Nordwest GmbH & Co. KG



Sonderpreis: Thido Oldewurtel

Titel der Arbeit: Chancen und Barrieren des Anbaus von Sojabohnen aus Sicht der Landwirte in Niedersachsen: Eine Q-Methode-Analyse

Zielsetzung: Ziel der Arbeit war es, ein vertieftes Verständnis dafür zu gewinnen, wie Landwirte in Niedersachsen die Chancen und Barrieren des Sojaanbaus für ihren Betrieb bewerten und welche Sichtweisen dabei vorherrschen. Auf dieser Grundlage sollten Ansätze für Fördermaßnahmen entwickelt werden, um den Sojaanbau im Land zu stärken. Hierfür wurde eine Online-Umfrage mit 28 Landwirten durchgeführt und ihre Perspektiven mithilfe der Q-Methode erfasst, die es ermöglicht, Meinungen zu strukturieren und charakteristische Sichtweisen zu identifizieren.

Betreuende Einrichtungen: Georg-August-Universität Göttingen



Sonderpreis: Valentin Krüger

Titel der Arbeit: Vergleich der Wasserfilterleistung der Lemna minor & Spirodela polyrhiza in rezirkulierten Kreislaufanlagen

Zielsetzung: Vergleich der Pflanzen „Spirodela polyrhiza“ und Lemna minor auf ihre Wasserfilterfunktion. Fokus auf das Herausfiltern landwirtschaftlich relevanter Stoffe (Eisen, Nitrat, Phosphat, Ammonium 3). Nach Erzeugung von Biomasse wird jede Art für sechs Wochen in drei Kreislaufanlagen eingesetzt. Die Kreislaufanlagen bieten die optimalen Rahmenbedingungen. Alle drei Tage werden Wasserproben aus den Kreislaufanlagen im Labor auf die Zu- bzw. Abnahme der Stoffe im Kreislaufwasser untersucht.

Betreuende Einrichtungen: Georg-August-Universität Göttingen





Platz 1: Friederike Sieve

Einblicke in Stickstoffflüsse in verschiedenen Milchproduktionssystemen im Nordwesten Deutschlands

 

Platz 2: Martin Otten

Hitzestress bei Milchkühen

Platz 3: Ronja Herzberg

Vermeidung von Lebensmittelverschwendung


Platz 1: Sebastian Pütz

Titel: Navigation Control & Path Planning for Autonomous Mobile Robots

Hochschule: Universität Osnabrück

Kurzbeschreibung: Entwicklung eines universellen und flexiblen Navigationssteuerungssystems, einer universellen Kartendarstellung und geeigneter Bahnplanungs- und Bewegungssteuerungsansätze für den Einsatz in rauen, unstrukturierten Außenumgebungen mit dem Anspruch auf Modularität und Adaptierbarkeit für verschiedene Roboter. Die entwickelten Komponenten bilden die Grundlage für das EXIST Forschungstransfer Projekt PlantMap (Powerful Long-term Autonomous Navigation Towards Monitoring Agricultural Plants). Mithilfe von autonom agierenden Robotern, die auf unstetem Gelände navigieren und die Beschaffenheit von Nutzpflanzen erfassen, erfolgt eine Optimierung ökologischer Anbauweisen; die (Weiter-)Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und ihre Zugänglichkeit für jede/n Landwirt*in. Der Einsatz moderner KI-Ansätze ermöglicht dabei fallspezifische Handlungsempfehlungen im Sinne einer nachhaltigkeitsorientierten Transformation in der Agrar- und Ernährungswirtschaft.



Platz 2: Dr. med. vet. Miriam Priester

Titel: Optimierung der Rohfaserquellen in Alleinfutter für Zuchtsauen und deren Auswirkung auf die Entwicklung des Magendarmtraktes in der Aufzucht, die Leistung und das Verhalten in der Gruppe

Hochschule: Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

Kurzbeschreibung: Ziel der Promotionsarbeit im Rahmen des EIP- Agri Projekts Tierwohl- ein innovatives Fütterungskonzept beim Schwein war die Optimierung eines Alleinfuttermittels für Zuchtsauen durch eine tierartgemäße Rationsgestaltung unter Einsatz einer ausgewählten Faserfraktion bei konstanter Leistung. Einzelfutterkomponenten wurden auf ihren Rohfasergehalt und die drei physiochemischen Eigenschaften Quellfähigkeit, Viskosität und Wasserbindekapazität untersucht. Daraus resultierend wurden Alleinfuttermittel für tragende Sauen und Jungsauen konzipiert und im Feldversuch erprobt. Die Praxistauglichkeit wurde hinsichtlich der Kostenbilanz, Stallreinigungsarbeiten, Ferkelzunahmen sowie höherer individueller Futteraufnahme und Milchleistungen betrachtet. Die Erkenntnisse der vorliegenden Promotionsarbeit geben Hinweise, die es zu berücksichtigen gilt, wenn faserreiche Diäten für die Aufzucht von Sauen im Sinne einer tierartgemäßen Fütterung und für eine zukunftsfähige Ferkelproduktion konzipiert werden. Die Untersuchungen stellen einen wichtigen Bewertungsfaktor für die Tiergerechtigkeit eines Futterregimes dar und tragen damit zur nachhaltigkeitsorientierten Transformation in der Agrar- und Ernährungswirtschaft bei.

 



Platz 3: Alexander Frieman

Titel: Auftreten hohler Strünke bei Brokkoli in Abhängigkeit von der Stickstoffdüngung, Bestandsdichte und Sorte

Hochschule: Hochschule Osnabrück

Kurzbeschreibung: Brokkoli gehört zu den beliebtesten Kohlgemüsearten in Deutschland. Ein erheblicher Teil der Ernte ist von einer physiologischen Störung betroffen, der Hohlstrunkigkeit, wodurch die Pflanze vermarktungsunfähig wird und große Mengen an Lebensmitteln entsorgt werden. Ziel der Arbeit war die Untersuchung der Einflussfaktoren Stickstoffversorgung und Bestandsdichte auf das Auftreten und die Ausprägung der Hohlstunkigkeit im Feldversuch. Durch die Einstellung dieser Parameter wurde eine Korrelation der Abundanz mit Strunkdruchmesser und Kopfgewicht ermittelt. Die in der Arbeit identifizierten Ansätze zur Erzeugung hohlstrunkfreier Brokkoli sollen nun zu einem praxisreifen Anbau- und Vermarktungskonzept weiterentwickelt werden.  Hierzu wurde ein Folgeprojekt in Kooperation mit Akteuren aus der aus der gesamten Brokkoli-Wertschöpfungskette initiiert. Ziel ist es, Lebensmittelverluste beim Brokkoli vom Feld bis zum Teller zu reduzieren, die Umweltverträglichkeit der Produktion zu verbessern und gleichzeitig den Gehalt an wertgebenden Inhaltsstoffen im Ernteprodukt zu erhöhen; ein wichtiger Beitrag zur nachhaltigkeitsorientierten Transformation in der Agrar- und Ernährungswirtschaft.



Sonderpreis: Johanna Tepe

Titel: Verbrauchernachfrage nach verarbeiteten, einheimischen Obst- und Gemüseprodukten in Ostafrika

Hochschule: Georg-August-Universität Göttingen

Kurzbeschreibung: Ziele der Studie im Rahmen des Projekts „Fruits and Vegetables for all Seasons (FruVaSe)“ sind eine Potentialanalyse von Produkten, die aus einheimischen, wenig genutztem Obst und Gemüse hergestellt werden, und das Aufzeigen von Vermarktungschancen und -optimierung einheimischer Pflanzen. Hierzu wurden Nachfrage und Zahlungsbereitschaft für 6 Obstsorten in Kenia, Tansania und Uganda zusammen mit generellem Einkaufsverhalten, Lebensmittelpräferenzen und soziodemografischen Begebenheiten erhoben. Als Ergebnis konnten Produkte identifiziert werden, deren Produktionskosten unter der Zahlungsbereitschaft der Konsumenten liegen und somit ein Marktpotential für verarbeitete, einheimische Obst- und Gemüseprodukte besteht, das Kleinbauer*innen zusätzliches Einkommen ermöglicht – unter Berücksichtigung produktspezifischer Marktstrategien. Für eine nachhaltigkeitsorientierte Agrar- und Ernährungswirtschaft bietet dieser Ansatz Potential zur Reduktion von Nahernteverlusten und Mikronährstoffmangel in der Bevölkerung. Neue Arbeitsplätze entstehen, Ressourcen werden geschont und die Ernährungssicherung verbessert.