Projektbeschreibung
Auszug aus dem Förderantrag
„Die Transformation der Agrarwirtschaft ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Ökologisches, nachhaltiges Handeln muss nicht nur gesellschaftliche und soziale Anerkennung finden, sondern auch in betriebs- und volkswirtschaftlichen Erfolg umgesetzt werden. Dabei kann und darf die Landwirtschaft nicht alleingelassen werden“ (Zukunftskommission Landwirtschaft 2021).
Das Verbundvorhaben "Zukunft durch Wandel: Nachhaltigkeitstransformation in der Agrar- und Ernährungswirtschaft in Niedersachsen“ (agri:change) adressiert die notwendige Nachhaltigkeitstransformation des Niedersächsischen Agrar- und Ernährungssektors (AuE) und zielt darauf ab, ein zukunftsfähiges, resilientes System aktiv zu gestalten und voranzutreiben – angepasst an die Spezifika Niedersachsens. Resilienz wird dabei gleichsam verstanden als Ökosystem schützend und soziale Verantwortung und wirtschaftliche Tragfähigkeit erhaltend. Antragsteller und Koordinator des Vorhabens ist die Georg-August-Universität Göttingen, unterstützt in der transdiziplinären Koordination, Governance und dem Wissestransfer durch den Verbund Transformationsforschung agrar Niedersachsen (trafo:agrar). Das auf fünf Jahre angelegte Vorhaben befasst sich mit entscheidenden Hebeln für eine Nachhaltigkeitstransformation in transdisziplinär organisierten, praxisorientierten Reallaboren (agri:labs) und hat sich folgende Ziele zur Förderung der Resilienz des Agrar- und Ernährungssystems gesetzt:
- Ziel 1: Transformationsprozesse verstehen und gestalten, Nachhaltigkeitsinnovationen in Wertschöpfungssystemen managen
- Ziel 2: Ressourcen kreislauforientiert nutzen, Tierhaltung im Kontext von natur-, umwelt- und ressourcenschonender Kreislaufwirtschaft und ganzheitlichem Stoff- und Nebenstrommanagement gestalten
- Ziel 3: Tierwohl verbessern, Nutztieren optimale Haltungsbedingungen bieten
- Ziel 4: Innovative AuE-Geschäftsfelder erschließen. Entwicklung und Erprobung innovativer Geschäftsfelder für neue Einkommensquellen im Agrar- und Ernährungssektors (AuE)
- Ziel 5: Akzeptanz und Nachhaltigkeitskompetenzen fördern, Bildung und Partizipation vorantreiben.
Diese Ziele werden in vier agri:labs und den dazugehörigen Fragestellungen adressiert:
- agri:lab X1 | Nachhaltige Wertschöpfungssysteme und Nachhaltigkeitstransparenz
- agri:lab X2 | Nutztierhaltung unter „Nature Restoration Law“-Bedingungen
- agri:lab X3 | Upcycling von pflanzlichen und tierischen Nebenströmen
- agri:lab X4 | Integrierte Agrarlandschaftsentwicklung
sowie in agri:lab-übergreifenden Querschnittsthemen aufgegriffen:
- Makro-Verbindungen für Märkte und Umwelt
- Akzeptanz transformativer Prozesse und Entwicklungen
- Rechtsrahmen für den Datenraum im AuE.
Die agri:labs stellen partizipative Forschungs- und Entwicklungsplattformen dar, in denen trafo:agrar die transdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Praxis und Zivilgesellschaft organisiert. Über Niedersachsen verteilt, wird jedes agri:lab von einem wissenschaftlichen Partner aus dem trafo-Verbund geleitet, wodurch regionale Synergien und praxisorientierte Lösungen gezielt vorangetrieben werden. Über die gemeinsame wissenschaftliche Arbeit hinaus gilt es im Dialogprozess zwischen den Akteuren, i) wissenschaftliche Erkenntnisse in den besonderen Kontext der jeweiligen Fallstudienregionen einzubringen, ii) Kooperationen aufzubauen, indem gemeinsam mögliche Nachhaltigkeitsmaßnahmen entwickelt, erprobt und evaluiert werden, und iii) transdisziplinär Fähigkeiten und Bildung durch vielfältige Formen des gegenseitigen Lernens und Dialogs zu entwickeln und damit regionale Kapazitäten für eine nachhaltigkeitsorientierte Transformation über die Laufzeit des Vorhabens hinaus zu stärken.
Neben der Entwicklung von Best-Practice-Lösungen spielt die Kommunikation mit und Einbeziehung der landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten eine zentrale Rolle, um Wissen in die Praxis zu übertragen und außerwissenschaftliche Partner*innen gezielt in den Forschungsprozess zu integrieren. Damit wird die Relevanz der Forschung und ihrer Ergebnisse an die Bedarfe der Nachhaltigkeitstransformation in Niedersachsen angenähert und den Empfehlungen des Wissenschaftsrates (2024) entsprochen. Durch gezielte Schulungen in Design & System Thinking, Co‑Creation und Wissenschaftskommunikation sowie die Bereitstellung von Bildungsangeboten und Lernräumen sollen Akteur*innen für die Potenziale nachhaltiger Landwirtschaft sensibilisiert und zu fundierten Entscheidungen befähigt werden. Eine schlanke, unbürokratische Governancestruktur sichert dabei die Effektivität und gleichzeitig Transparenz.
Langfristige Wirksamkeit wird durch die Einbindung von Vertretern nationaler und europäischer Forschungsprogramme in die Gremien von agri:change erreicht, um Erkenntnisse für neue Förderprogramme nutzbar zu machen.
Das Projekt schafft u.a. folgende Mehrwerte für die Forschungs- und Innovationslandschaft in Niedersachsen:
- Beitrag zur Agenda zukunft.niedersachsen und Förderung nachhaltiger Produktions- und Konsumstrukturen ,
- Lieferung von Impulsen für die Transformation der niedersächsischen Landwirtschaft,
- Gezielte Vernetzung zentraler Akteure im Bereich Agrarforschung, um Synergien zu maximieren und Innovationsarenen zu schaffen,
- Stärkung strukturschwacher Regionen, indem generiertes Wissen entlang der Wertschöpfungsketten strategisch transferiert wird,
- Etablierung praxisnaher Lehrmodule an Hochschulstandorten und aktive Einbeziehung von Studierenden in aktiver Mitgestaltung von Lerninhalten, die sich an die verändernden Rahmenbedingungen und zukünftigen Qualifikationsanforderungen orientieren,
- Etablierung transdisziplinärer Methodenkompetenzen,
- Steigerung der Attraktivität der niedersächsischen Hochschulstandorte, indem Studierende direkt mit potenziellen Arbeitgebern im AuE-Sektor in Kontakt kommen können.
Zusammenfassend trägt das Projekt agri:change gemeinsam mit allen zentralen Akteuren aus Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Politik entscheidend dazu bei, den AuE-Sektor in Niedersachsen in Richtung eines nachhaltigkeitsorientierten Wandels zu unterstützen.
Verbund- und Projektstruktur
Ein großes Netzwerk
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Die Verbundpartner
Wer gehört zu agri:change dazu?
Georg-August-Universität Göttingen
Fachkoordinationagri:lab X1 (lead)
agri:lab X2 (lead)
agri:lab X3
agri:lab X4 (lead)
Q1 (lead)
Q2 (lead)
Hochschule Fulda
agri:lab X1
Jade Hochschule
agri:lab X4
Leuphana Universität Lüneburg
agri:lab X3
Technische Universität Braunschweig
agri:lab X4
Universität Vechta
agri:lab X3agri:lab X4
Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung
agri:lab X4
Eidgenössische Technische Hochschule Zürich
agri:lab X4
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover
agri:lab X3agri:lab X4
Hochschule Osnabrück
agri:lab X1agri:lab X2
agri:lab X3
Q2
Johann Heinrich von Thünen-Institut
agri:lab X4
Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
agri:lab X1agri:lab X2 (lead)
Universität Osnabrück
agri:lab X4Q3 (lead)
Verbund Transformationsforschung agrar Niedersachsen
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