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Prof. Dr. Jochen A. Bär

Germanistische Sprachwissenschaft

Lehrveranstaltungen: Pragmalinguistik

Kaspar Hauser aus sprachwissenschaftlicher Sicht

Gegenstand: Der Findling Kaspar Hauser († 1833), der 1828 in Nürnberg als etwa 16-jähriger, geistig offenbar zurückgebliebener und kaum sprachfähiger Jugendlicher auftauchte, erregte internationales Aufsehen durch seine späteren Aussagen, er sei, solange er denken könne, bei Wasser und Brot immer ganz allein in einem dunklen Raum gefangen gehalten worden. Im öffentlichen Diskurs wurde er zum „Kind Europas“ und zum „Rätsel seiner Zeit“ stilisiert; von den einen wurde gemutmaßt, er sei Opfer eines Verbrechens, von anderer Seite, er sei ein Hochstapler. Auch die Annahme, er sei der Sohn eines ungarischen Hochadeligen oder gar der als Säugling ausgetauschte legitime Erbprinz von Baden gewesen, findet sich in zeitgenössischen Texten. Das Seminar befasst sich auf der Grundlage historischer Quellen mit der Frage, wie das Diskursphänomen Kaspar Hauser mit sprachlichen Mitteln konstituiert wurde.

Literatur: Wird zu Beginn des Semesters genannt.

Veranstaltet im:

  • SoSe 2026: Seminar (Universität Vechta, Fach Germanistik)