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Prof. Dr. phil. habil. Jochen A. Bär

Germanistische Sprachwissenschaft

Glanzlichter des Germanistikstudiums

 

„In Eurem Kopf liegt Wissenschaft und Irrtum
Geknetet, innig, wie ein Teig, zusammen“

(H. v. Kleist, Der zerbrochene Krug)

Wer schon einmal ein Übersetzungsprogramm ausprobiert hat, das einem mittels Knopfdruck einen Text von einer in die andere Sprache überführt, weiß, dass solche Software zwar nur bedingt nützlich, unbedingt und vor allem aber vergnüglich ist. Besonders ulkig wird es, wenn man einen übersetzten Text vom selben Programm gleich wieder zurückübersetzen lässt. Beispielsweise vom Deutschen über das Englische ins Deutsche:

Bedecke deinen Himmel, Zeus,
Mit Wolkendunst,
Und übe, dem Knaben gleich,
Der Disteln köpft,
An Eichen dich und Bergeshöhn;
Mußt mir meine Erde
Doch lassen stehn
Und meine Hütte, die du nicht gebaut,
Und meinen Herd,
Um dessen Glut
Du mich beneidest.

 

Bedecken Sie den Himmel, Zeus,
Mit Nebelwolken,
Und die Praxis, der gleiche Junge,
Die Enthauptung Disteln,
Oaks und Berghöhen zu dir;
Ich habe meine Erde
Aber stehen lassen
Und meine Hütte, die du nicht gebaut,
Und meinen Herd,
Um die Glut
Sie beneiden mich.

(http://www.ffkm.de/uebersetzung.html;
20. 11. 2011)
 

 

Bedecke deinen Himmel, Zeus,
Mit Wolkenschleier,
Und üben wie ein Junge,
Disteln enthauptet,
Eichen Sie und Berghecken;
Muss meine Erde
Aber lassen Sie es stehen
Und meine Hütte, die Sie nicht gebaut haben,
Und mein Herd,
Für wessen Glut
Sie beneiden mich.

(https://www.deepl.com/de/translator;
7. 2. 2020)

Ähnlich wie derartige Übersetzungsprogramme, so scheint es, funktionieren manchmal Studierende, wenn sie Dinge, die sie gehört oder gelesen haben, im Rahmen von Klausuren oder Hausarbeiten wiedergeben sollen. Was zwischen Eingabe und Ausgabe geschieht, bleibt dabei ebenso im Dunkeln wie im obigen Beispiel die Zwischenstation, über die man vom ersten zum zweiten bzw. dritten Text gelangt ist.

Sammelt man über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten solche ‚Leistungen‘, so kann eine Zusammen­stel­lung derselben die Gegenstände in einem durchaus eigenen Licht erscheinen lassen. Die Sammlung speist sich aus Prüfungen zu Lehrveranstaltungen, die ich in Heidelberg, Darmstadt, Gießen, Aachen und Vechta seit Mitte der 1990er Jahre hielt; sie wird fortwährend ergänzt. Wiedergegeben wird jeweils der originale Wortlaut; die Schreibung ist maßvoll normalisiert.

Semantik, Lexikologie, Lexikographie

Bedeutung wird bei Frege mit Wahrheit gleichgesetzt, d. h. ein Satz hat Bedeutung, wenn er wahr ist. Der Satz „Die Erde ist rund“ hat Bedeutung, da er Wahrheitsgehalt hat und nachprüfbar ist. Der Satz hat nach Frege Sinn, wenn er grammatikalisch logisch ist und einen Inhalt hat, der von anderen verstanden wird, auch wenn er nicht wahr ist. Wenn ich z. B. sage: „Gerade habe ich im Germanistischen Seminar den Minotaurus erlegt und aufgegessen“, dann weiß jeder mit klassischer Bildung, was damit gemeint ist: Die Verfasserin hat in dem Gebäude ein stierähnliches Wesen erledigt. Der Satz hat aber keine Bedeutung, da es keine Minotauruse im Germanistischen Seminar gibt. Der Satz hat aber dennoch Sinn, weil sein gemeinter Inhalt verstanden werden kann.

Es ist anzumerken, dass eine Unterscheidung zwischen Homonymie und Polysemie per se nicht konkret möglich ist. Dennoch gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie man Homonyme und Polyseme voneinander unterscheiden kann.

Die Unterscheidung zwischen Homonymie und Polysemie ist nicht leicht. Selbst anerkannte Sprachwissenschaftler treffen oftmals andere Einordnungen als zum Beispiel Jacob Grimm in seinem Duden für die Worte vorgesehen hat.

Das Ziel der Merkmalsemantik ist es nicht, die eigentliche Bedeutung eines Begriffes komplett zu erfassen, sondern sie versucht bedeutungsunterscheidende Eigenschaften von Lexemen festzulegen. Somit ist die Merkmalsemantik eine Universalmusthese [sic], was aussagt, dass diese Vorgehensweise nicht nur in der einen Kultur anwendbar ist, sondern weltweit angewendet werden kann.

Wenn ein Wort den Teil einer Sache bezeichnet (z. B. Hand im Verhältnis zu Arm), spricht man linguistisch von Monogamie.

Sprachwandel wird auch als lexikalisch-semantischer Wandel bezeichnet. Aufgrund dessen ist eine wortfeldbezogene diskurshistorische Untersuchung der deutschen Sprache und ihres Wandels von hoher Importanz.

Orientieren tut sich das Projekt an der laufenden Idee und Fertigstellung des Goethe-Wörterbuches, welches ein von Bund und Ländern gefördertes Akadiemieprogramm ist und sich im Bereich der historischen Semantik und Textlexikographie befindet.

Grammatik

Verben gehören zu den zentralen Wortarten, die den deutschen Sprachgebrauch erst möglich machen und ein Verständnis dieser erleichtert den Umgang und das Verständnis der Sprache.

Ein Adverb ist eine Äußerung.

Ein Adverb beschreibt das Verb genauer, z. B. bei kleiner Hund: kleiner ist hier das Adverb.

Der Unterschied zwischen einem Adverb und einem Adverbial:

  • Unter einem Adverb versteht man die genauere Erklärung eines Verbs. Ein Adverbial wird zum Substantiv fungiert.
  • Ein Adverb ist eine Verbart, ein Adverbial ist hingegen keine Verbart.
  • Ein Adverb hat nur eine Bedeutung, ein Adverbial hingegen mehrere.
  • Ein Adverb bezieht sich auf ein Subjekt. Ein Adverbial bezieht sich auf ein Adverb.
  • Das Adverb ist ein Gliedzeichen und ein Nomen. Das Adverbial ist ein Adjektiv und beschreibt die Art des Wortes.

Das Lexem umfasst quasi alle Wortformen eines Lexes, also auch die Wortgruppen.

Die Sprachsystem-Ebene oberhalb der Wortebene heißt die Ebene der Worterhebung.

Die Wortbildung aus Wort und Semantiv wird auch Aperosita genannt.

Ein Beispiel für ein Komposita ist zum Beispiel das Wort Haustür.

Das Sprechen ist die Ausdrucksweise von uns Menschen; würde es eine Obergrenze für die Anzahl der Wörter pro Satz geben, dann würde in die Freiheit des Menschen eingegriffen werden.

Sätze sind nur durch die Lebensdauer ihrer Sprecher/Schreiber begrenzt, nicht aber durch die Anzahl an Wörtern oder eine Regel, die diese bestimmt.

Einen herzlichen Tag wünsche ich. Mein Name ist ... und ich werde einmal das Thema 1, warum es im Deutschen keine Obergrenze für die Anzahl von Wörtern in einem Satz gibt, in meiner Klausur kurz referieren. Vorab wurden schon ganze Aufsätze in nur einem Satz verfasst und nicht nur Profis besitzen eine solche Neigung. Manch ein Grundschüler verfügt über die Kunst, seinen Text mit so vielen Kommata anzureichern, dass der Lehrer den Eindruck hat, er wird mit einem schier endlosen „Schlangensatz“ konfrontiert.

Die Veränderung der Grammatik führt durchgehend dazu, dass diese Auswirkungen auf den Syntax zeigt.

Etwas im Ko-Text zu sehen, bedeutet z. B. zu schauen, wer vollzieht eine Handlung, das wäre der Agens, und mit wem wird etwas gemacht, was der Pagens wäre.

Eine Angabe im Sinne der Valenztheorie verweist auf eine Information aus einem anderen Text, während eine Ergänzung eine Zusatzinformation, z. B. mittels Fußnote, ist.

Ein Komplement ist in der Valenztheorie ein Wort oder Satzglied, das einem anderen vcorausgeht, während ein Supplement ein auf ein anderes Wort oder Satzglied folgendes Wort oder Satzglied ist.

Die Valenztheorie gibt an, wieviel ein Verb fordert, damit es verständlich ist.

Die Valenztheorie ist dafür da, zu erkennen, wieviel ein Satz wert ist.

Ergänzen Sie den fehlenden Terminus in der Reihe „Ergänzung – Angabe – Komplement – Supplement“: Konsument.

Unter Strukturvererbung versteht man, dass z. B. ein Verb auch ein Substantiv sein kann.

Wenn ein Wort bei der Strukturvererbung den gleichen Terminus überträgt, spricht man von Strukturvererbung.

Strukturvererbung bedeutet, dass die grammatische Struktur erhalten bleibt, sich der sprachliche Ausdruck von Nord nach Süd flussabwärts verändert. Fließt vom Rhein in den Neckar.

Ein System setzt regelhafte Beziehungen voraus; in der Sprache sind das z. B. Beziehungen von Wörtern. Das lässt Sprache auf den ersten Blick recht staatisch wirken.

Bereits im 19. Jahrhundert weist Jacob Grimm, Vertreter der Grimmschen Grammatik, mit der Entstehung der Genera auf die Unterscheidung des Sexus hin.

Orthographie

Die Prinzipien der deutschen Orthographie hängen stark mit Phonemen und Graphemen zusammen.

Das lexikalische Prinzip der Orthographie, auch Wortartprinzip genannt, wird zum Beispiel bei Ernst und ernst deutlich. Bei Ernst handelt es sich um einen Namen, bei ernst um einen Gemütszustand.

Das lexikalische Prinzip heißt auch Wortartprinzip. Im Deutschen gibt es verschiedene Wortarten, die man konjugieren kann, die man der Wortart nach klein schreibt und die durch die Wortart groß geschrieben werden. Ein Beispiel hierfür sind Verben: Diese werden im Satz immer klein geschrieben. Nomen werden im Satz groß geschrieben.

Hexe wird mit x geschrieben, weil das Wort aus dem Kriechischen abgeleitet ist.

Die Großschreibung der Eigennamen wird ästhetisch begründet, die Wörter mit einer besonderen Bedeutung sollen also großgeschrieben werden. Die Regel, der das Prinzip der Hervorhebung zugrunde liegt, hatte besonders 1641 einen großen Einfluss auf die Groß- und Kleinschreibung. Auch die neu entstehenden Druckereien in dieser Zeit haben die Groß- und Kleinschreibung beeinflusst.

Sprachgeschichte

Sprache ist ein sich immer wieder wandelndes Konstrukt, das sich durch das Phänomen des Sprachwandels äußert.

Die Periodisierung wird von unterschiedlichen Wissenschaftlern in verschiedene Perioden eingeteilt.

Im Allgemeinen lässt sich keine allgemein gültige Periodisierung finden.

Die erste Lautverschiebung trennt das Indogermanische vom Asiostischen.

Die Goten waren eine große Bevölkerungsgruppe.

Vor allem die Kelten und Illyrer wurden bei Kämpfen eliminiert. Das Gebiet ging an die Westgermanen.

Durch die 2. Lautverschiebung im 6./7. Jahrhundert n. Chr. entstand das Hochdeutsche. Dies geschiehte [!], bevor man noch von den historischen Sprachstufen des Deutschen redete.

Die zweite Lautverschiebung besagt, dass sich die Dialekte Deutschlands von Süden nach Norden verschieben.

Die zweite Lautverschiebung vollzieht sich von unten nach oben, d. h., unten gibt es die Sprachfossilien und oben die neuen Phänomene.

Die zweite Lautverschiebung bezieht sich auf ein Wort, bei dem der zweite Laut verändert wird.

Die zweite Lautverschiebung meint die Verschiebung von Konsonanten in den Laut.

Die zweite Lautverschiebung bezieht sich nicht nur auf die deutsche Sprache, sondern auch auf andere Sprachen, beipielsweise Englisch. Dort rückt der Laut eine Stelle weiter.

Mit Beginn der deutschen Schriftsprache ca. 750 war das Sprachbewusstsein ein entscheidender Punkt zur Entstehung des Altdeutschen. Damit ist nicht unbedingt ein Bewusstsein der Sprachpflege gemeint, sondern das Bewusstsein, dass eine „deutsche Sprache“ vonnöten sei. Hier sind besonders die Mönche zu nennen, die begannen, die Bibel aus dem Lateinischen in eine Sprache, die so genannte altdeutsche Tattian, zu übersetzen. Doch entscheidend dabei ist, dass der Aspekt des Sprachgebrauchs nicht realisiert wurde. Die entstandene althochdeutsche Sprache wurde nicht gesprochen, ergo sie verbreitete sich anfangs nicht weiter. Erst mit der Entstehung des Rittertums und dem Beginn der mittelhochdeutschen Sprache begann die Sprache publik zu werden. Durch Minnegesang und fahrende Ritter wurde die Sprache verbreitet. Hier tritt nun auch der Aspekt der Sprachkontaktgeschichte in Erscheinung. Die verschiedenen Sprachdialekte hatten Einfluss auf die Sprache.

Karl der Große verfolgte das Ziel, die lateinisch-christliche mit der germanischen Tradition zu verbinden, wodurch es zu den Kreuzzügen kam. [...] Alle Dialekte des Althochdeutschen stehen gleichwertig nebeneinander, es gibt kein hierarchisches Gefälle. Hinsichtlich des Sprachbewusstseins kann man so von einem regionalen Sprachbewusstsein sprechen, ausgehend von den Klöstern, die für die Verbreitung eines Dialekts verantwortlich waren.

Kulturhistorisch stand das Mittelalter, zumindest das frühe, unter der Herrschaft der Franken mit Friedrich II. Im späteren Mittelalter kamen die Staufer in Wien und die Bettiner in Prag mit ihren Sprachkanzleien an die Stelle der an Macht und Einfluss verlierenden Franken.

Nach der Überlieferungslücke im 10. Jahrhundert gewann die Dichtung wieder mehr Aufsehen und erlebte einen Aufschwung.

Mitte des 11. Jahrhunderts kam es zu einem Aufschwung: Das Mittelhochdeutsche setzte ein. Die Produktion von Literatur wurde nun von den Klöstern auf die weltlichen Königs- und Fürstenhöfe verlagert, zudem verübten Ministerialen literarische Tätigkeiten. In dieser Zeit entstanden höfische Minnelieder, geprägt u. a. durch den Vertreter Walther von der Vogelweide.

1037 stieg das Rittertum zur kulturtragenden Schicht auf. Ab diesem Moment steht die ritterliche Garde im Vordergrund und bringt viele Veränderungen auf sprachlicher Ebene mit sich.

Das hohe Mittelalter ist allgemein gesehen die Zeit der Ritter, der Kriege, aber gleichzeitig auch die Zeit der mittelhochdeutschen Dichtung.

Eine große Rolle für die Sprachentwicklung in mittelhochdeutscher Zeit spielt die Stärkung der Territorialfürsten. Sie äußerte sich in einem äußerst literarischen Mäzenatentum und auch in dem Aufblühen der Auftragsdichtung. Es wurde immer häufiger jemand beauftragt, literarische Schriften zu verfassen, die dann für die Menschheit genutzt werden konnten.

Da Kultur ein teues Gut war und sich nicht jeder Bücher leisten konnte, wurden im 12. Jahrhundert vermehrt Mäzenatentümer an Gebildete, Schreiberlinge und Literaten vergeben.

Um finanziell abgesichert zu sein, wurden Autoren des Öfteren vom König oder von Fürsten beauftragt, etwas nach ihrem Wortlaut zu schreiben. Da es noch keine Berufsschreiber gab, war dies ihre Chance um Geld zu verdienen.

Einer der Vertreter der hochhöfischen Epik ist der Lyriker Hermann von Au mit seinem Werk Erk.

Typisch für die Zeit des Mittelhochdeutschen war das Minnelied: ein tragisch verfasstes Lied, das eine ständisch höher gestellte Dame anpreist, wissend in der Auffassung, dass keine Chance besteht, erhört zu werden, da der gesellschaftliche Umgang dies verbot. Diese Lieder waren zur Unterhaltung des einfachen Volkes gedacht und beinhalteten daher anders als die Gelehrtenschriften Umgangssprache, da diese nicht zur Erhaltung für die Nachwelt gedacht waren.

Frankreich war romatisiert und hatte dementsprechend einen hohen Stellenwert.

Die Ritter bildeten eine Entwicklungsstufe zwischen dem Mittelalter, in dem das Latein als Schrift- und Gelehrtensprache dominierte, und der frühneuhochdeutschen Zeit und ihrer Textsortenexplosion in deutscher Sprache.

Im Mittelhochdeutschen war nur eine Art Einigung anhand einer kunstvollen Ritter- und Hofsprache zu erkennen. Doch diese Einigung existierte nur im obrigen Adel, bei den Klerikern, und war auch für einen Hochadel als Rezipienten bestimmt.

Die niederdeutsche Sprache hat keine Dialektmerkmale und wurde von den Kaufleuten des Hanselbundes benutzt, die im 14. und 15. Jahrhundert in Nordeuropa großen Erfolg hatten.

Einige wichtige Neuerungen im 14. Jahrhundert sind erwähnenswert, z. B. die Entdeckung des Papiers und die Anfänge des kritischen Denkens nach der krassen Pestepidemie, bei der Millionen Menschen den Tod fanden und begannen, ihren Glauben und die Kirche rational zu hinterfragen. Universitäten wurden errichtet und das Rittertum abgeschafft.

Auch die schwere Pest in der Periode des Mittelhochdeutschen, die ein Drittel der europäischen Bevölkerung das Leben kostete, wirkte sich auf die folgende Sprachgeschichte aus. So hatte die Konfrontation mit dem nahenden Tod („Endzeitstimmung“) und dem omnipräsenten Leid ein Umdenken zur Folge, das in einer Abgrenzung zu der diktatorischen Führung mündete. Diese wurde wiederum versucht durch Sprache auszudrücken, eben indem man Sprache bewusst anders verwendete als bisher vorgegeben.

Aufgrund der Tatsache, dass man Latein für die förmliche Sprache hielt, war in der deutschen Gesellschaft auch kein besonderes Sprachbewusstsein ausgeprägt, zumal sich das Deutsche teilweise stark voneinander unterschied, während das mundartlich bereits tote Latein keine Änderung mehr erfuhr. Dies sollte sich mit Beginn der Epoche des Frühneuhochdeutschen allmählich ändern.

Das Frühneuhochdeutsche setzt in der Mitte des 14. Jahrhunderts an und endet in der Mitte des 17. Jahrhunderts. Frühneuhochdeutsch kann als Verbindung zwischen dem Althochdeutschen und dem Neuhochdeutschen angesehen werden. Die Kirche wird abgelöst durch das Kaiser- und Rittertum.

Für eine sinnvolle Periodisierung der deutschen Sprachgeschichte erscheint Wilhelm Scherers Ansatz passender und logischer als der Jacob Grimms. Dies liegt zum einen an der Tatsache, dass er bei all seinen Perioden sowohl auf lautlicher als auch auf kulturhistorischer Ebene argumentiert. Zum anderen kann seine vierte [!] Periode, das Frühneuhochdeutsche, als besonders wertvoll für die deutsche Sprachgeschichte angesehen werden.

Ein großer Fortschritt wurde im Frühneuhochdeutschen erzielt. Die sozialen Prozesse schufen ein neues Zeitalter in der Literaturgeschichte. Es kam zur Städteherausbildung und Maximilian der letzte Habsburger Ritter starb. Es kam also zur Lösung vom Rittertum.

Zu Beginn des Frühneuhochdeutschen veränderte sich die Syntax, freie Satzstellung filterte sich heraus und eine neue Grammatik bildete Sinn heraus.

Kriterien, das Mittelhochdeutsche vom Frühneuhochdeutschen abzugrenzen, sind die mitteldeutsche Monophthongierung, die vielen französischen Wörter, die im Zuge der französischen Revolution nach Deutschland kamen, und der Anschluss Italiens an das deutsche Reich.

Um das Jahr 1350 veränderte sich die Sprache; dies passierte unter anderem durch die verschiedenen Dialekte.

Um 1350 wurde das Verb erstellt.

Mitte des 14. Jahrhunderts gab es eine Reihe von neuen Erfindungen, z. B. Bücher.

Seit dem 14. Jahrhundert gibt es offiziell die Germanistik.

Ausgehend von der Zeitperiode um 1400 hat sich das mnemotechnische Schreiben hin zu einer Vielfalt von Textsortenproduktion verändert. Die Nachfrage wurde innerhalb der blühenden Städteentwicklung immer größer. Außerdem änderten sich die Rezipienten, neben den Volllesern, die es früher ausschließlich beim Adel, Klerus gab, kam es zu einer Vielfalt von Publikumsschichten.

Eine der Kanzleien war die kaiserliche Kanzlei, die den Sitz in Prax, Luxemburg und Wien hatte. Sie hatte laut Burdach eine vorrangige Stellung, da sie eine Art humanistisches Vorbild innehatte. Viele italienische Humanisten wie Petrarca pflegten den Kontakt, besonders zu dem Kanzler der Kanzlei. Diese These zerschlug sich aber.

Das neue Weltbild, welches durch die Entdeckung Amerikas, durch den Buchdruck, durch den Städteboom und die neue Technik geprägt war, veränderte den Wortschatz.

Die Variantenvielfalt ist noch während der frühneuhochdeutschen Zeit wieder eingeschränkt worden. Mit der Verbreitung von Luthers Bibelübersetzung und dem Erstarken des Einflusses der sächsischen Kanzlei, sprich der Amtssprache am Hof des zu der Zeit reichsten und damit mächtigsten Fürsten, des Kurfürsten von Sachsen, wird das Ostmitteldeutsche zur Basis einer Ausgleichssprache. Diese wird an regionale Erscheinungsformen angeglichen, wie es zum Beispiel auch Sprachgenie Luther mit der Übernahme von Formen aus dem Westmitteldeutschen und Westoberdeutschen tut.

Die deutsche Sprachgeschichte ist ein Konsenz [sic] der Schreiblandschaften Ostmitteldeutsch/Ostoberdeutsch und als Schreiballianz zu betrachten, und mitten in dieser Schreiballianz steht Martin Luther mit seinem Können und beinhaltet eine Vorbildfunktion, die in dem polyzentrischen Reich nach Territorien aufgesplittet, gefordert wurde.

In seiner Ausbildung hatte Martin Luther glanzreiche Jahre, hat sich aber auch zwei Jahre in einen Orden begeben, worauf wenig später seine Promotion folgte. Sein Schreibstil besitzt eine Einfachheit, Klarheit verbunden mit einer unheimlichen Schönheit. Luther benutzte anfangs nicht so oft die Großschreibung, doch mit der Zeit der sogenannten Läuterung werden großschreibende Nomen sein Zeichen.

Mitte des letzten Jahrhunderts schrieben Sprachgeschichtsschreiber spitz, daß die Schöpfertheorie Luthers nur schönsprechende Wörter der Anhänger der Reformation waren. Vielleicht mag ich Martin Luther ein wenig verherrlichen, doch sein Werdegang, seine Erfahrungen, von einfachen Verhältnissen kommend bis hin zum Universitätslehrer, zeigten bei ihm polyfunktionale Eigenschaften. Dieser belesene, bescheidene Gelehrte reduzierte seine Sprache von sakralen Übersetzungen immer wieder, um Verstehbarkeit beim kleinen „gemein man“ zu erzeugen, ohne die Schönheit der Sprache außer Acht zu lassen.

Zwar waren Bücher noch vorwiegend in Latein abgefasst und noch teuer zu erstehen, doch das Medium der Flugschriften hatte die Städte schon längst erreicht. Vor allem für die Reformation Martin Luthers waren die Flugschriften von unheimlicher Bedeutung. Seine Auseinandersetzung mit den 97 [!] Ablassthesen verbreitete sich wie im Fluge, d. h. in ca. 14 Tagen im ganzen Reich. Sie waren in Lateinisch abgefasst, wurden übersetzt, und Luther war auf dieses Populärwerden nicht vorbereitet.

Einige Drucker entwickelten einen sogenannten Hausus [= Haus-Usus], insbesondere Hans Lufft, der dazu überging, eine sehr regelmäßige Orthographie für Luthers Texte anzuwenden.

Die Faktoren, wie zum Beispiel der Buchdruck und die Reformation, die später falsch verstanden wurde und die Bauernkriege und den Dreißigjährigen Krieg forderte, waren, mit Martin Luther verbunden, ein Katalysator für die Entwicklung der neuhochdeutschen Schriftsprache.

Als in Deutschland durch die Hungernotenkriege [= Hugenottenkriege] in Frankreich vertriebene Protestanten ihre Zuflucht fanden, setzten sich die Kenntnis und der Umgang mit der französischen Sprache auch in bürgerlichen Kreisen durch.

Der dreißigjährige Krieg teilte sich in mehrere Kriege. Ein Teilkrieg war der böhmisch-pfälzische Krieg, bei dem Heidelberg erstürmt wurde. Die Bibliotheca Palatina, die dem Kurpfalzen gehörte, wurde evakuiert und nach Rom gebracht.

1617 gründete der Grammatiker Köthen den Fruchtbringenden Orden.

Ein wichtiger Vertreter der deutschen Sprache ist Justus Georg Schottelius.

Durch die zunehmend stärkere Ausnutzung der komprimierten Satzbauweise durch Nominalisierungen, Attribuierungen und Zusammensetzungen, die seit etwa Mitte des 18. Jahrhunderts (also der Zeit der Aufklärung) bis heute als Entwicklungstendenz vorherrschend ist und den berüchtigten deutschen „Schachtelsatzstil“ ablöste, der durch einen expliziten hypotaktischen Satzbau geprägt war und sich durch die Ausbildung eines Systems von Satzgefügen mit relativ deutlichen semantischen Fügemitteln (Konjunktionen, Konjunktionaladverbien) vom Humanismus an äußerte, wurde die Erforschung der Satzsemantik und damit einhergehendes Zwischen-den-Zeilen-Lesen immer erforderlicher.

Die literarische Epoche der Aufklärung des 18. Jahrhunderts kennzeichnete sich durch eine Abwendung und das Infragestellen des traditionellen mittelalterlichen Weltbildes, durch neue geografische Entdeckungen und kosmologische Erkenntnisse sowie Konflikte und Unstimmigkeiten innerhalb des religiösen Glaubens. Durch das neue Weltbild der Gesellschaft wurde der Gedanke des Zweifels populär.

Woran man die Bedeutsamkeit der Epoche der Aufklärung für die Gesellschaft erkennen kann, ist, dass die Aufklärungsforschung in der Geisteswissenschaft in interdisziplinär ausgerichteten Institutionen, Fachorganen und Publikationsreihen fest etabliert ist, sowie der Aufstieg der Anthropologie.

Einen der bedeutsamsten Philosophen der deutschen Historie zur Zeit der Aufklärung stellt Immanuel Kant dar. Der Denker sorgte durch seine Schriften für ein großes Spektrum an aufklärerischem Gedankengut.

Ein Ausruf ist eine sprachliche Äußerung, die in einer Rede auftritt, die Ausdruckscharakter hat. Der Ausruf wird selten verwendet. Ein Beispiel ist die Szene aus Goethes Werther, in der Lotte und Werther in die Betrachtung eines Gewitters versunken sind und Lotte den Ausruf „Klopstock!“ tätigt.

Die französische Revolution in Deutschland war von vielen Schriftstellern gefeiert worden. Doch bekanntlich riss bald General Napoleon die Macht an sich und überzog Europa mit Krieg und Besatzung.

Übersetzungen sind in der Romantik entstanden, da die Menschen eingesehen haben, dass sie doch nicht im Stande sind, mit allem zu kommunizieren (Übergang einer Universalkommunikation zur Sprachskepsis).

1871 gab es im deutschen Gebiet lediglich 8 Großstädte, im Jahre 1920 waren es bereits weit über 40. Die Bevölkerung explodierte zu dieser Zeit.

Eine verbindliche Orthographie gibt es erst seit 1901. Zuvor regelte nach dem 2. Weltkrieg der Duden weitestgehend die Orthographie.

Seit 1901 gibt es eine allgemein anerkannte deutsche Rechtschreibung. Diese entstand auf der zweiten orthographischen Sitzung.

Straßennamen prägen den städtischen Erinnerungsraum maßgeblich mit. Wenn man vor einem Kriegerdenkmal steht, ist meist eindeutig, wem und was gedacht werden soll. Aber wenn man anschließend über die Friedrich-Ebert- oder die Ernst-Thälmann-Straße nach Hause läuft, ist das politische Instrument feiner gestrickt. Denn diese Straßennamen sind mitunter auch, ebenso wie dezidierte Gedenkstätten welcher Art auch immer, als Mnemotop oktroyiert.

Interessant ist dies vor allem im Hinblick auf die Sprachkritik nach 1945 in Deutschland, die breit gefächert war und den totalitären Sprachgebrauch sowie auch die feministische Sprachkritik umfasste.

Durch globale/internationale Handlungsbeziehungen werden immer mehr Worte oder Zusammenhänge aus dem Englischen übernommen und die deutsche Bezeichnung gerät in den Hinterhof oder wird gar vergessen.

Die sprachliche Vielfalt im 20. Jahrhundert ist mit der im 11. Jahrhundert nahezu nicht mehr zu vergleichen, was die Anzahl der Internet-Anschlüsse heutzutage verdeutlicht (ca. 75 % der Haushalte).

Beäugt man die Wirkung der deutschen Sprache auf andere Sprachen in der Gegenwart, so bleibt festzustellen, dass unsere Sprache weltweit keinen schlechten Stellenwert hat.

In der Zeit des Sprachwandels ist es wichtig, besonders aufmerksam zu sein, dass man bei der Verwendung der Sprache nicht in einen passiven Prozess verfällt.

Die Sprachkontaktgeschichte nach Mattheier besagt, dass immer wieder Sprecher mit anderen in Kontakt kommen und sie so beeinflussen. Früher bekamen wir die Ganglizismen, später die Anglizismen. Heute befinden wir uns in der türkischen Vermischung, und bald wird es durch die Flüchtlinge die arabischen Einflüsse geben.

Früher waren es anstelle des Englischen das Lateinische und der Gallizismus, die Einfluss auf die deutsche Sprache hatten.

Von der Antike bis zur modernen westlichen Welt erkannte die Wissenschaft mehrere Zwischenstationen, die den Wissenschaftsleuchtturm für eine gewisse Zeit übernahmen. Die arabisch-islamische Kultur ist aufgrund ihrer Rolle als Anknüpfungspunkt zwischen den alten Griechen und dem lateinischen Europa insbesondere zu erwähnen. Infolgedessen erfolgte ein langfristiger Entlehnungsprozess im Mittelalter, deren Einflüsse auf fast alle europäischen Sprachen (wie z. B. dem Deutschen) bis heute bemerkenswert sind. In dieser Betrachtungsweise ist der arabisch-europäische Kontakt daher kein modernes Phänomen, sondern ist historisch und kulturell substanziell verwurzelt. Allerdings stieg auf dem gesamten Globus das Interesse an der arabischen Welt speziell mit dem Beginn der Proteste 2011 im Nahen Osten und in Nordafrika. Dass die Tendenz nach dem Erfahren über den arabischen Raum und seine semitische Sprache sich in Deutschland bemerkenswert intensivierte, kann sich aufgrund der Flüchtlingswelle 2015 logischerweise rechtfertigen.

Die Sprache verändert sich alle 300 Jahre.

Die voranschreitende Globalisierung und die damit einhergehende Digitalisierung lassen die Menschheit näher heranrücken und mit ihr ihre Sprachen.

Sprachreflexion und Sprachkritik

Beispielsweise liest jemand auf der Toilettentür einen Satz und empfindet diesen als grammatikalisch falsch. Wenn dieser Jemand den Satz unterhalb des falschen Satzes verbessert hinschreibt, äußert diese Person Sprachkritik bezüglich des Autors des falschen Satzes.

Besonders nach dem Jahr 1945 war Sprachkritik in voller Munde. Es gab verschiedene Dinge, die die Menschen beschäftigt haben. Gerade in grammatikalischen Bereichen und der Orthographie wurde viel Sprachkritik geübt.

Durch die Skepsis an sich selbst und an die Welt und durch das Streben nach Freiheit, Unabhängigkeit und die Sehnsucht nach einer anderen, freieren Welt, begann die Zeit, in der die Sprache kritisiert wurde und nur ein Schweigen als optimal galt. Hier kam den Menschen dann die Zeit des Aufschwungs zugute. Es gab mehr Bildung und auch mehr Geld. Mehrere Menschen konnten sich Dinge leisten,die sie dazu verwenden konnten, sich zu bilden und zu entwickeln. Es wurden so viele Musikinstrumente gekauft und gelernt wie nie zuvor. Und das Interesse an Konzertbesuchen und Kulturerlebnissen wuchs rasant. Komponisten wie Wagner wurden bekannt und veröffentlichten Stücke, die Ansehen in der Gesellschaft bekamen. Solche Musikstücke fanden bei den Romantikern mehr Bedeutung als die Sprache.

Das Ziel der Romantik war es zu Beginn, miteinander zu philosophieren, was sich zunächst mit der Sprache vollzog. Philosophie war eine wichtige Eigenschaft der Romantiker. Als dann die Sprache mehr und mehr kritisiert wurde, wurde in Gedanken philosophiert und die Musik half hierbei.

Romantiker waren meist jüngere Menschen, die jung auch starben. Das taten sie durch ihre eigene Hand.

Jedes Jahr passiert es wieder – die Körung der Wörter sowie Unwörter des Jahres.

Sprachliche Varietäten

In Würzburg spricht man Niederhochdeutsch.

Die Benrather Linie grenzt den niederdeutschen Sprachbereich vom Mitteloberdeutschen ab. Sie verläuft oberhalb von Köln.

Unter der Benrather Linie versteht man eine in dem Gebiet, das untersucht wird, gezogene Grenze.

Mit der Benrather Linie wird das Niederhochdeutsche durch das Oberdeutsche getrennt.

Die Grenze zwischen Hochdeutsch und Niederdeutsch nennt man auch Bahegel’sche Linie.

Die Grenze zwischen Ober- und Mitteldeutsch nennt man auch Branetzer Linie.

Die Grenze zwischen Ober- und Mitteldeutsch heißt auch Isotopielinie.

Man sollte Dialektik in der Schule unterrichten, denn viele Kinder kennen ihren Dialekt gar nicht mehr und es kommt daher zum Aussterben der Dialekte.

Die Dialekte sind eine Varietät der historischen Einzelsprache Deutsch.

Zum Glück dachte William Labov daran, dass Menschen sowohl den restringierten Code als auch den elaborierten Code verwenden können. Dieses Phänomen nennt sich Code Zwitsching und ermöglicht es uns Menschen zwischen den beiden Codes zu wechseln.

Basil Bernstein war der Meinung, dass der evalobierte Code ein Phänomen der Oberschicht und der resignierte Code ein Phänomen der Unterschicht sei.

Das Gegenstück zum restringierten Code bei Basil Bernstein heißt ebolarierter Code.

Das Gegenstück zum restringierten Code bei Basil Bernstein heißt der distokierte Code.

Eine genaue Definition der Jugendsprache ist nicht so leicht vorzunehmen und wird auch in der Sprachwissenschaft viel diskurriert.

Vertretende aus Industrie und Wirtschaft und Lehrerende an Schulen und Universitäten haben viele Negativurteile gegenüber der Jugendsprache.

Durch die Jugendsprache kann die Ausbildung der eigenen Identität gefördert werden, indem das eigene Positionieren der Jugendlichen aufgebaut wird. Die Jugendlichen tragen das Bestreben in sich, den eigenen Status aufrechtzuerhalten und ihn mit möglichst viel Spaß zu verbessern.

Laut der Appellfunktion von Jugendsprache gibt es zwei Perspektiven: Ingroup-Sicht und Outgroup-Sicht.

Der Renovierungsprozess des Lexikons beschreibt die Kennzeichen des ständigen Erneuerungsprozesses der Jugendsprache.

Da in Chats oder SMS nicht großartig auf eine korrekte Ausdrucksweise geachtet wird, können die Kinder ihre Defizite in der Schule nicht gut komprimieren.