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Vechtaer Geographiedidaktikerinnen bei humangeographischer Sommerschule zur transformativen Bildung

Vom 12. bis zum 15. September 2022 fand in Bernau bei Freiburg (i.B.) im Hochschwarzwald die 10. Humangeographische Sommerschule mit dem Titel „Transformative geographische Bildung“ statt. Mit dabei waren auch Lena Neumann, M. Ed. und Dr.in Hannah Lathan aus der Abteilung Didaktik der Geographie. Diskutiert wurde die zukünftige Ausrichtung dieser Disziplin an hochaktuellen Themen wie Rassismus und Feminismus in Bildungskontexten, neueren Strömungen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung sowie ästhetisch-medialer Bildung. Fokussiert wurden neben unterrichtspraktischen Implikationen auch die Entwicklung von Konzepten, wie sich zukunftsrelevante Themenstellungen in der Erwachsenenbildung verankern lassen. Im Besonderen zählten dazu Perspektiven des lebenslangen Lernens sowie innovative Lehr-und Lernkonzepte. Die Tagung beantwortet einige dringliche Fragen, wirft aber zugleich neue Fragestellungen und Ungewissheiten auf. Die Geographiedidaktik zeigt sich damit als eine irritationsbereite und flexible Disziplin in einer Welt im Wandel.


Bundesforum Lernort Bauernhof reflektiert Schulbücher kritisch

Am 07.09.2022 fand in Friedrichsdorf bei Frankfurt am Main die Jahrestagung des Bundesforums Lernort Bauernhof statt. Unter den Teilnehmenden, die auf Einladung der Vorsitzenden Andrea Bleher zusammenkamen, waren neben Vertreter:innen der Landvolk- und Landfrauenverbände auch leitende Mitglieder des i.m.a. e.V. (Information Medien Agrar). Eingeladen wurde auch Dr.in Hannah Lathan, die einen Impulsvortrag zur Bedeutung und Nutzung von Schulbüchern an Schulen hielt, der auch die Darstellung landwirtschaftlicher Inhalte in Lehr-Lern-Medien einschloss. Im folgenden Workshop analysierten die Teilnehmenden in Kleingruppen ausgewählte Beispiele von Schul- und Kinderbüchern und wendeten wissenschaftlich evidierte Kriterien bei der Auswertung an. Gemeinsam wurde über mögliche Maßnahmen der Sensibilisierung von Lehrkräften für eine informative und kritisch reflektierende Tätigkeit in Bildungskontexten diskutiert.


Zwei Förderpreise der Universitätsgesellschaft Vechta gehen an Forschungsarbeiten aus der Geographie

Die Universitätsgesellschaft Vechta (UGV) hat am Dienstag, den 21. Juni 2022, im Rahmen einer festlichen Veranstaltung Förderpreise für herausragende Abschlussarbeiten vergeben. Insgesamt wurden 14 Bachelor-, Master- und Doktorarbeiten gewürdigt.

Unter den Preisträgerinnen und Preisträgern waren zwei Arbeiten aus der Geographie. Jasmin Stein wurde für ihre herausragende Masterarbeit mit dem Titel „Leichte Sprache in geographischen Texten – Eine Studie zum Einsatz der Leichten Sprache im Geographieunterricht in der Sekundarstufe I“ geehrt. Frau Stein hat sich in ihrer Forschungsarbeit einem selbstgewählten und aktuellen Thema gewidmet, das sie auf der Grundlage aktueller und transdisziplinärer Literatur bearbeitete. Sie entwarf selbstständig ein Forschungsvorhaben, mit dem sie die Potenziale und Hindernisse für den Einsatz Leichter Sprache im Geographieunterricht aufzeigen und Implikationen für die Schulpraxis ableiten konnte. Die Arbeit wurde von Prof. Dr. Martina Flath und Dr. Hannah Lathan betreut. Jasmin Stein war in der Abteilung Geographiedidaktik und für das Kompetenzzentrum Regionales Lernen als studentische Hilfskraft tätig. Sie absolviert aktuell den Vorbereitungsdienst am Studienseminar Aurich.

Ein zweiter Preis für die Geographie ging an die Dissertation von Dr. Hannah Lathan, die für ihre exzellente Arbeit zum Thema „Das geographische Schulbuch aus der Schülerperspektive – Ein Beitrag zur Anwenderorientierung in Lehr-Lern-Materialien“ die Auszeichnung erhielt. Mit einem explorativen Forschungsdesign gelang es Frau Dr. Lathan zum einen aufzuzeigen, welche Qualitätskriterien geographische Schulbücher aus der Sicht von Autorinnen und Autoren sowie von Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern erfüllen müssen. Zum anderen konnte sie empirisch belegt darstellen, welche Anforderungen Schülerinnen und Schüler an ihr Geographiebuch stellen. Die Arbeit setzt wichtige neue theoretische und empirische Impulse für die Geographiedidaktik und die Schulbuchpraxis. Die Arbeit wurde betreut von Prof. Dr. Martina Flath und Prof. Dr. Leif Mönter. Dr. Hannah Lathan ist aktuell Postdoc in der Didaktik der Geographie an der Universität Vechta.


Weitere erfolgreiche Promotion im Fach Geographie

Am 3. Juni 2022 schloss Herr Steffen Spiegel sein Promotionsvorhaben mit der obligatorischen Disputation ab.

Vor der Promotionskommission (Prof.in Dr.in A. Bernzen, Prof. Dr. A. Kagermeier (Trier), apl. Prof. Dr. K.P. Schumacher (Osnabrück), apl. Prof. Dr. Klohn und apl. Prof. Dr. K. M. Born (Vorsitz)) und Gästen aus der Hochschulöffentlichkeit legte Herr Spiegel zunächst die wesentlichen Inhalte und Ergebnisse seiner Dissertationsschrift mit dem Titel „Destinationsbildung und Destination Governance. Eine Modellentwicklung am Beispiel des Wassertourismus an Lahn und Aller“ dar.

Besonders zu erwähnen ist hierbei, dass Herr Spiegel unterschiedliche Ansätze der Tourismus- und Governanceforschung miteinander verschneiden und insbesondere den Bereich der Destinationsgovernance tiefgreifend analysieren konnte. Im Ergebnis entwickelte er ein Modell, das die Destinationsbildung und deren Governance beschreibt. Dieses Modell wurde anschließend anhand des Fallbeispieles Lahn auf seine Aussagekraft und Deutungstiefe angewandt. Hierzu führte Herr Spiegel zahlreiche Interviews und konnte so überzeugend nachzeichnen, wie sich die Lahn zu einem bevorzugten Wassersportrevier entwickeln konnte.

In einem weiteren empirischen Teil widmete er sich dann der Aller, um herauszuarbeiten, dass die hier vorhandenen Akteurskonstellationen hinsichtlich der Entwicklung einer Destination noch ausbaufähig sind. Die Arbeit stellt somit sowohl für eine theoretische wie auch anwendungsorientierte Beschäftigung mit der Thematik der Entwicklung von Destinationen einen wichtigen Baustein dar.

In der anschließenden Aussprache zur Disputation gelang es Herr Spiegel die aufgeworfenen Fragen vollumfangreich zu beantworten und im besten Sinne in einen akademischen Austausch zu treten.

Leider konnte es durch die besonderen Umstände nicht zum traditionellen Empfang und Umtrunk kommen.


Studierende des MATRM unterstützen die Einführung regionaler Produkte in die Gemeinschaftsverpflegung

Von Selbitz bis nach Mehlmeisel – Studierende des Studienganges „Transformationsmanagement in ländlichen Räumen“ sind in das Fichtelgebirge gereist, um Gespräche mit Landwirten, regionalen Produzenten und Genusshandwerkern sowie Verantwortlichen aus der Gemeinschaftsverpflegung zu führen. Im Rahmen ihrer Projektarbeit haben sie die Potentiale der regionalen Lebensmittelversorgung im Fichtelgebirge analysiert und aufgezeigt.

Gut gerüstet mit einem professionell ausgearbeiteten Fragebogen interviewten Studierende des Studiengangs „Transformationsmanagement in ländlichen Räumen“ gemeinsam mit ihrem Professor in drei Tagen zahlreiche Interessenten. „Für die Studierenden ist es im Rahmen ihres Studiengangs ein wichtiger Prozess, mit den Akteuren vor Ort zu sprechen“, erklärt apl. Prof. Dr. K. M. Born (Uni Vechta/VISTRA). Die Ergebnisse fließen gleich als erste Marktanalyse in das umfangreiche Projekt „Regionale Lebensmittelversorgung im Fichtelgebirge“ des Diakonievereins Wunsiedel e.V. ein.

„Sehr positiv überrascht bin ich von dem Enthusiasmus, wie die Interviewpartner dem Thema Regionalität und Qualität von Nahrungsmitteln gegenüberstehen“, so Herr Born über die ersten Ergebnisse. Die Herausforderung wird nicht die Überzeugung der Akteur vor Ort, sondern die Vernetzung sein. Wenn diese vorhanden ist, kommen die Akteure auch zusammen.

„Landwirte, Produzenten der Region und Verbraucher miteinander zu vernetzen, wird das Ziel unserer neuen Plattform sein, welche regionale Erzeugnisse bündelt, präsentiert und darüber hinaus verkauft“, beschreibt Sabine Reichel-Fröhlich, Projektleiterin „Regionale Lebensmittelversorgung Fichtelgebirge“: „Im ersten Schritt wollen wir Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung und die Gastronomiebetriebe mit regionalen Produkten gewinnen. Gerade in den Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung gibt es großes Potential, regionales Obst und Gemüse, Milchprodukte oder Nudeln auch in Bioqualität einzusetzen. Denn auch hier macht der wachsende Trend nach Bioprodukten keinen Halt. Allerdings gilt es noch an vielen Stellschrauben zu drehen: so sind in Großküchen meist ein höherer Verarbeitungsgrad und deutlich größere Abnahmemengen von Bedeutung“.

„Sicherlich ist es ein längerer Prozess diesen Bedarf aus der Region decken zu können, denn diese Strukturen und Wertschöpfungsketten werden nicht von heute auf morgen aufgebaut, sondern müssen sich entwickeln. Eine erhöhte Nachfrage von Seiten der Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung kann eine solche Entwicklung definitiv anstoßen und bietet landwirtschaftlichen Betrieben und Verarbeitern aus der Region eine Perspektive. Vorteile haben alle Seiten: Planungssicherheiten, Qualität, Frische und Flexibilität“, erklärt Lisa Hertel, Öko-Modellregion Fichtelgebirge.

Bei der Kontaktsuche zu den Landwirten und Produzenten unterstützte Thomas Lippert, Geschäftsführer vom Bayerischen Bauernverband Wunsiedel, die Studierenden. „Unser Ziel ist es für Landwirte entweder eine gesicherte Abnahme ihrer Produkte oder einen zukunftsfähigen Betriebszweig aufzubauen“, erklärt Thomas Lippert.

Wie kann man die Herausforderung von regionaler und nachhaltige Lebensmittelproduktion gemeinsam meistern? Diese Frage ging Kathrin Reichel, Bäuerin aus Grub nach und hatte an eine Befragung gedacht. Durch Recherchen in wissenschaftlichen und sozialen Netzwerken ist sie auf dem Studiengang „Transformationsmanagement in ländlichen Räumen“ und ap. Prof. Dr. Born gestoßen, der spontan von der Projektidee begeistert ist. Herr Born ist sich sicher: „Regionale Produkte leben von regionaler Identität und regionale Identität ist im Fichtelgebirge“.


Bericht zur 5. Wissenschaftstagung Lernort Bauernhof

Den Lernort Bauernhof erforschen und weiterentwickeln – zukunftsfähig, transformativ, digital und inklusiv!

Unter diesem Motto trafen sich vom 05. - 07.10.2021 rund 80 Personen im Bildungs- und Tagungszentrum Ostheide in der Nähe von Lüneburg. Es war die 5.Tagung dieser Art seit 2010, in der innovative Konzepte zum Lernen auf dem Bauernhof aus verschiedenen Ländern vorgestellt und Forschungsergebnisse diskutiert werden.

Eröffnet wurde die Tagung durch Jürgen Krumböhmer aus dem Vorstand des Trägervereins des Bildungs- und Tagungszentrums Ostheide (BTO) als ausrichtender Institution. Anschließend hießen die Organisatorinnen und Organisatoren der Tagung die Teilnehmenden Willkommen und stellten die ausrichtenden Institutionen kurz vor: die Wissenschaftsinitiative der Bundesarbeitsgemeinschaft Lernort Bauernhof e. V. (BAGLOB), die am BTO ansässige zentrale Kooperationsstelle des landesweiten Bildungsprojekts „Transparenz schaffen – von der Ladentheke bis zum Erzeuger“, die Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik Wien und die Universität Vechta, Kompetenzzentrum Regionales Lernen. Dr. Malte Bickel, Heike Delling, Dr. Gabriele Diersen und Prof. Dr. Lara Paschold brachten ihre Freude zum Ausdruck, im Rahmen dieser Präsenzveranstaltung wieder persönlich in den Austausch treten zu können. Einige Vortragende, die eine besonders aufwendige Anreise gehabt hätten, wurden live zugeschaltet.

Den anwesenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie den Praktikerinnen und Praktikern bot der Kongress drei Hauptvorträge. Prof. Dr. Niko Paech von der Universität Siegen zeigte auf der Grundlage einer wachstumskritischen Situationsanalyse, Bewirtschaftungsansätze zur notwenigen Transformation in der Landwirtschaft. Hierbei wies er die solidarische Landwirtschaft als vielversprechenden Ansatz aus, bei dem aus passiven Konsumentinnen und Konsumenten aktive Prosumentinnen und Prosumenten werden, die in direktem Kontakt und auf Augenhöhe mit den Landwirtinnen und Landwirten gestalten. Der Lernort Bauernhof kann insbesondere durch die Bildungsarbeit an Reallaboren nachhaltiger Landwirtschaft bedeutende Beiträge leisten. Prof. Dr. Heike Molitor von der Hochschule in Eberswalde erläuterte, wie Bildung für Nachhaltige Entwicklung am Lernort Bauernhof im Kontext der 17 Nachhaltigkeitsziele umgesetzt werden kann. Mit dem Vierklang aus „Verstehen – Beurteilen – Verändern – Handeln“ verwies sie auf die notwendigen Schritte und den Ansatz der Gestaltungskompetenz. „Der Lernort Bauernhof bietet hervorragende Rahmenbedingungen für die Implementation und Gestaltung von BNE. Die Zeit ist reif!“, so ihr Fazit. Einen Überblick über die Entwicklungen am Lernort Bauernhof in den Ländern Österreich und Schweiz vermittelte Dr. Dorit van Meel, die von der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik in Wien angereist war.

Zahlreiche Kurzvorträge, abgehalten in parallel verlaufenden Strängen, zeigten ein sehr vielfältiges Bild aktueller Forschungsarbeiten. Zehn Workshops luden ein, spezifische Konzepte und Vorgehensweisen kennen zu lernen und selbst zu testen. Am Exkursionstag ging es zudem „Raus auf den Bauernhof“, um an drei ausgewählten Orten Praxiseinblicke zu sammeln.

Hannah Lathan, Universität Vechta, bot einen Workshop zur zielgruppenadäquaten Auswahl von Lehr-Lern-Materialien für inner- und außerschulische Settings zur Landwirtschaft an. Zahlreiche Lehrerinnen und Lehrer, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie Interessierte diskutierten auf der Basis eines von Frau Lathan im Rahmen ihrer Dissertation entwickelten Kritierienkataloges unterschiedliche Best- und Worst-Practise-Beispiele. Im gemeinsamen Austausch konnten bestehende Problemfelder der Vermittlung identifiziert und eine begründete Auswahl von Lehrwerken für das individuelle Tätigkeitsfeld getroffen werden.

Auf der abschließenden Podiumsdiskussion reflektierten die Organisatorinnen und Organisatoren gemeinsam mit den  Teilnehmenden ihre Einblicke und Eindrücke. Der Lernort Bauernhof bleibt ein faszinierender Forschungsgegenstand und ein Anziehungspunkt für Lernende jeder Altersstufe. Die Vielfalt der Angebote nimmt weiterhin zu und durch die Corona-Pandemie sind zahlreiche digitale Angebote und Ergänzungen entwickelt worden. Entlang der großen Querschnittsthemen des Bildungsdiskurses finden wir zudem zielgerichtete Beiträge für die Bildung für nachhaltige Entwicklung und die Transformation der Landwirtschaft. Neben bereits etablierten Bildungsangeboten werden zunehmend Veranstaltungen zu neuen Produktions- und Organisationsformen wie Urban Gardening, bioökonomischen Verfahren und solidarischer Landwirtschaft entwickelt.

Sehr deutlich wurde erneut die etablierte enge Zusammenarbeit aus Forschung und Praxis. Sie trägt zur erfolgreichen Entwicklung des Lernorts Bauernhof entscheidend bei.


„Sichere Schulwege“: Eltern geben in Umfrage wertvolle Hinweise – Konkrete Maßnahmen bereits geplant

Die Ergebnisse der Online-Umfrage „Sichere Schulwege in Vechta“ liegen vor. Viele Eltern heutiger und künftiger Schulkinder hatten sich nach den Osterferien daran beteiligt und unter anderem Punkte im Verkehrsnetz markiert, die sie als gefährlich für ihre Kinder wahrnehmen. Geografie-Professor Dr. Karl Martin Born von der Uni Vechta stellte jetzt die Ergebnisse aus einem 75-seitigen Bericht öffentlich vor. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben 191 Schulwege nachgezeichnet, 161 Fragebögen mit Hinweisen zu gefühlten Gefahrenpunkten sind ausgewertet worden. Mit einer Beteiligung von gut 20 Prozent aller Grundschulhaushalte in Vechta sei die Umfrage als repräsentativ zu bewerten, sagte Professor Born.

Er hatte die Befragung in Zusammenarbeit mit der Stadt Vechta gestartet. Eltern konnten online den jeweiligen Schulweg in einer Stadtkarte mit wenigen Klicks nachzeichnen, Gefahrenstellen markieren und weitere Hinweise geben. „Wir möchten uns bei allen teilnehmenden Eltern bedanken. Das Thema Schulwegsicherheit liegt uns sehr am Herzen. Dank vieler Antworten haben wir jetzt ein noch genaueres Bild davon erhalten, wo Gefahren wahrgenommen werden“, erklärt Bürgermeister Kristian Kater: „Jede Antwort ist uns wichtig. Unsere Fachleute nehmen alle gefühlten Gefahrenstellen unter die Lupe. Hier und da kann man auch ohne größeren Aufwand ein größeres Sicherheitsgefühl erzeugen.“

Zum Beispiel können Hecken zurückgeschnitten werden, um die Sicht an Straßenecken zu verbessern. Zusätzliche Schilder, rote Markierungen für Radfahrer, vieles sei schon umgesetzt worden, sagt Vechtas Erste Stadträtin Sandra Sollmann. Sie und Kater sprechen sich auch dafür aus, die Einrichtung eines „Walking Bus“ an jeder Schule zu prüfen. Das Prinzip sieht vor, Treffpunkte in der Nähe von Schulen zu schaffen, von denen aus die Kinder gemeinsam zu Fuß losgehen. Denn: Insbesondere in den Bereichen unmittelbar vor den Grundschulen sehen Eltern Gefahren. „Es gibt viele Hinweise darauf, dass Gefahren vom Verhalten der Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer ausgehen. Hier geht es darum, sie aufzuklären und für gegenseitige Rücksichtnahme zu sensibilisieren“, sagt Professor Born. Die Antworten der Eltern in der Umfrage werden zudem dahingehend ausgewertet, ob Eltern ein Schulweg für ihre Kinder empfohlen werden kann, der sicherer ist als der bisherige.

Die verantwortlichen Fachdienste der Stadt Vechta und die Verkehrsunfallkommission, in der auch die Polizei und der Landkreis vertreten sind, haben die Schulwegsicherheit derweil stetig im Blick. „Die Ergebnisse der Umfrage decken sich in vielen Bereichen, die wir schon im Blick haben“, sagt Fachbereichsleiterin Christel Scharf von der Stadt Vechta. Es gebe aber keinen Unfallschwerpunkt auf Schulwegen in Vechta, betont Thomas Stransky, Verkehrssicherheitsberater der Polizei Vechta: „Das soll natürlich auch so bleiben.“

Fachdienstleiter Stefan Thole, zuständig für die Untere Verkehrsbehörde im Rathaus, sagt auch deshalb: „Es ist ein ständiger Prozess, der zu einer höheren Verkehrssicherheit führt. Deshalb gibt es einen regelmäßigen Austausch innerhalb der Kommission, nicht nur wenn es Auffälligkeiten gibt.“

Verschiedene Maßnahmen aus dem Radverkehrskonzept der Stadt wie rot markierte Radfahrstreifen in der Innenstadt sowie Aufstellflächen für Radfahrer vor Ampeln haben die Situation in den vergangenen Jahren insgesamt, aber im Besonderen für Schulkinder verbessert. Weitere Projekte, bei denen auch die Ergebnisse der Umfrage berücksichtigt werden, sind bereits geplant. So ist am Knotenpunkt Bokerner Damm/Marschstraße/Rombergstraße (Atlas, Bus Wilmering) ein Kreisverkehr geplant, in dem Radfahrer sicher geführt werden.

Das Verkehrskonzept für den Bereich Oythe/Oyther Grundschule wird nach und nach umgesetzt: Die Radwegquerungen Telbraker Straße und Im Kühl wurden bereits rot markiert. Künftig soll die Straßenbeleuchtung im Kreuzungsbereich Oyther Straße/Telbraker Straße ergänzt werden. Wenn die Oyther Straße fertiggestellt worden ist, wird es zudem eine Verkehrsdatenerhebung geben, aus der weitere Vorschläge erarbeitet werden.

Bezüglich der Bushaltestelle Pariser Straße/Heinestraße nimmt die Stadt Vechta auf der Straße Stukenborg eine Verkehrszählung vor. Auf Grundlage dieser Datenerhebung und der Anzahl der Buskinder wird geprüft, ob eine so genannte Anforderungsampel in Höhe der Pariser Straße erforderlich ist. Voraussichtlich 2022 wird eine neue Bushaltestelle an der Pariser Straße errichtet, insofern die dafür beantragten Fördermittel zur Verfügung gestellt werden.

Die Sicherheit soll auch im Kreisel Falkenrotter Straße/Theodor-Heuss-Straße/Petersburger Straße durch ein weiteres Sichtdreieck und ein Rechtsfahrgebot für Radfahrer verbessert werden. Auf der Allensteiner Straße soll die einseitige Radverkehrsspur durch Fahrradschutzstreifen an beiden Straßenseiten ersetzt werden.

Professor Born stellte die Umfrageergebnisse erstmals auch Vertreterinnen von Politik, Schulen und Elternschaft vor. Simone Göhner (Schulausschussvorsitzende im Stadtrat), Anja Heckmann (Vertreterin der Schulleitungen) und die Stadtelternratsvorsitzende Susanne Ahlers-Wübbeler begrüßten, dass die Studie erhoben wurde. Sie sprachen sich dafür aus, die Ergebnisse und mögliche Maßnahmen an jeder Schule zu diskutieren. Die Runde war sich darüber einig, das Thema Verkehrserziehung noch stärker in den Blick zu nehmen.


Erfolgreiche Disputation von Hannah Lathan, M.Ed.

Einsatz, Nutzung und Beurteilungen von geographischen Schulbüchern

Am 21. September 2021 fand die erfolgreiche Disputation zur Dissertation „Das geographische Schulbuch im Unterricht: Ein Beitrag zur Anwenderorientierung in Lehr-Lern-Materialien“ von Frau Hannah Lathan aus der Abteilung Lernen in ländlichen Räumen des Faches Geographie statt.

Frau Lathan zeigte in ihrem Vortrag ausführlich auf, dass schulbuchbezogene Fragestellungen trotz der hohen Bedeutung für schulisches Lernen aktuell kaum Gegenstand der geographiedidaktischen Forschung sind. Aus diesem Desiderat heraus formulierte sie das Ziel ihrer Arbeit, das sie innerhalb von zwei Teilstudien empirisch realisierte: Zunächst prüfte sie die theoretischen Grundlagen zum unterrichtlichen Einsatz und zur Konzeption der Schulbücher mithilfe von Leitfadeninterviews von Schulbuchautorinnen und Schulbuchautoren bevor sie auf dieser Basis Beurteilungen von Schülerinnen und Schülern zu geographischen Schulbüchern erhob.

Mit diesem explorativen Forschungsdesign gelang es Frau Lathan zum einen aufzuzeigen, welche Qualitätskriterien geographische Schulbücher aus der Sicht von Autorinnen und Autoren sowie von Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern erfüllen müssen. Zum anderen konnte sie empirisch belegt darstellen, welche Anforderungen Schülerinnen und Schüler an ihr Geographiebuch stellen.

Die Arbeit setzt wichtige neue theoretische und empirische Impulse für die Geographiedidaktik und die Schulbuchpraxis.

In der anschließenden Diskussion eröffneten sich zahlreiche Anregungen für weitere Arbeiten zur geographiedidaktischen Schulbuchforschung, um die bestehenden Forschungslücken weiter zu schließen.