Wandel der Berufskulturen von Lehrpersonen in den deutschsprachigen Ländern (D-A-CH)

Wir begrüßen Sie herzlich auf der Seite des Netzwerkes „Wandel der Berufskulturen von Lehrpersonen in den deutschsprachigen Ländern (D-A-CH)“. Das Netzwerk besteht aus Wissenschaftler*innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für 36 Monate gefördert (2026-2029).
Aktuelles aus dem Projekt:
Der Lehrberuf ist in allen drei deutschsprachigen Ländern durch verschiedene gesellschaftliche Entwicklungen immer stärker von einem Wandel geprägt. Ziel des geplanten Netzwerks ist es, das Konzept und die Hypothese dieses Wandels kritisch zu reflektieren und gemeinsam im Netzwerk theoretische und empirische Zugänge zu erarbeiten. Es soll diskutiert werden, welche Phänomene unter dem Begriff des Wandels einzuordnen sind und wie diese empirisch erfasst werden könnten.
Was sind die zentralen Ziele des Netzwerks?
- Wissenschaftler*innen in verschiedenen Karrierephasen und aus allen drei deutschsprachigen Ländern soll der strukturierte Austausch über den Wandel der Berufskultur im Lehrberuf, mit all seinen Dynamiken, Paradoxien und Bruchstellen, ermöglicht werden.
- Es soll innerhalb des Netzwerks untersucht werden, wie sich dieser Wandel intensiviert und welche spezifischen Merkmale ihn ausmachen. Im Kern ist das Vorhaben darauf ausgerichtet, verschiedene Ansätze der erziehungswissenschaftlichen Transformationsforschung im Themenbereich der Berufskultur zu verknüpfen und so ein umfassenderes Verständnis der aktuellen und zukünftigen Entwicklungen zu schaffen.
Was sind unsere Foki zum Wandel der schulischen Berufskulturen?
Die Kultur des Lehrerberufs verändert sich aktuell stark. Das Forschungsnetzwerk untersucht diesen Wandel und konzentriert sich dabei auf vier zentrale Kernbereiche:
1. Diversifizierung des Personals
Wegen des akuten Mangels an Lehrkräften arbeiten immer mehr Personen mit unterschiedlichen Ausbildungen und Qualifikationen an den Schulen (z. B. Quereinsteiger*innen). Die neue Zusammensetzung und Fluktuation innerhalb von Kollegien und führt (möglicherweise) zur Hierarchisierung im Team.
2. Multiprofessionelle Kooperation
Durch den Ausbau von Ganztagsschulen und der Inklusion arbeiten heute verschiedene Berufsgruppen an Schulen zusammen. Teams bestehen nicht mehr nur aus Lehrkräften, sondern auch aus Sozialarbeitenden, Sonderpädagog*innen oder pädagogischen Assistent*innen. Sie lösen die klassische, alleinige Verantwortung einer Lehrkraft ab. Die Herausforderung dabei ist, die unterschiedlichen beruflichen Denkweisen und Logiken erfolgreich zu koordinieren und im Sinne der Schüler*innen zu kooperieren.
3. Fachlichkeit
Die Kernaufgabe der Schule ist es, Wissen und Werte an die Schüler*innen zu vermitteln. Diese „klassische“ Fachlichkeit steht jedoch unter Druck. Durch die Veränderungen in den anderen Bereichen (Qualifikation von Personal, neue Teamstrukturen, Digitalisierung) wird es herausfordernder, diesen Bildungsauftrag in der gleichen Weise zu erfüllen.
4. Digitalisierung
Der digitale Wandel und insbesondere der Einsatz von KI verändern den Umgang mit Wissen grundlegend. Da Informationen überall sofort verfügbar sind, verändert sich die Bedeutung von Wissen. Dies stellt die traditionelle Wissensvermittlung – den bisherigen Kern der Institution Schule – fundamental infrage.
Was ist das Innovative an unserem Netzwerk?
Alleinstellungsmerkmal des Netzwerkes ist der Versuch, den Wandel in den Ländern Deutschland, Österreich und der Schweiz parallel und mit gemeinsamen Zugängen zu konzeptualisieren und mittelfristig auch zum Gegenstand vergleichender Untersuchungen zu machen.
Koordination des Netzwerks
Das Netzwerk wird von Prof. Dr. Raphaela Porsch (Universität Vechta) gemeinsam mit Prof. Dr. Tobias Leonhard (PH Zürich) und Prof. Dr. Till-Sebastian Idel (Universität Oldenburg) koordiniert.
Prof. Dr. Raphaela Porsch
Universität Vechta

Raphaela Porsch ist Professorin für Schulpädagogik und Allgemeine Didaktik an der Universität Vechta. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Allgemeinen Didaktik, Schul- und Unterrichtsforschung, Professionsforschung, Lehrerbildung und Fremdsprachenforschung. Ein aktueller Fokus ihrer Arbeit liegt auf einer vergleichen Perspektive der Schulpraxis und Lehrerbildung in den DACH-Ländern sowie der Implementation innovativer Lehr-Lernkonzepte an Schulen (u.a. Lernbüros).
Homepage: https://www.uni-vechta.de/erziehungswissenschaften/team/porsch-raphaela
E-Mail: raphaela.porsch@uni-vechta.de
Prof. Dr. Tobias Leonhard
Pädagogische Hochschule Zürich

Tobias Leonhard ist Professor für Professionsentwicklung an der Pädagogischen Hochschule Zürich. Seine Forschungsschwerpunkte liegen bei Fragen der Lehrer:innenbildung und pädagogischer Professionalität sowie der Unterrichtsforschung. Mit qualitativ-rekonstruktiven Forschungszugängen untersucht er Phänomene des Lehrer:in-Werdens in verschiedenen Figurationen in Studium und Beruf.
Homepage: Prof. Dr. Tobias Leonhard
E-Mail: tobias.leonhard@phzh.ch
Prof. Dr. Till-Sebastian Idel
Universität Oldenburg

Till-Sebastian Idel ist Professor für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Schulpädagogik und Allgemeine Didaktik an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf Fragen der Transformation von Schule, Unterricht und Lernangeboten und pädagogischer Professionalität und Professionalisierung. Insbesondere befasst er sich in qualitativ-rekonstruktiven Forschungszugängen mit dem Zusammenspiel von Schulreform und Schulentwicklung.
Homepage: https://uol.de/till-sebastian-idel
E-Mail: till-sebastian.idel@uol.de
Mitglieder des Netzwerks
Das Netzwerk setzt sich aus insgesamt 16 Personen zusammen, die drei verschiedenen Arbeitsgruppen zugeordnet sind. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler widmen sich dabei unterschiedlichen Fragestellungen im Bereich der Lehrerprofessionsforschung und nutzen hierbei verschiedene methodische Ansätze.
Dr. Teresa Beck
Universität Vechta

Teresa Beck arbeitet als Postdoc an der Professur für Schulpädagogik und Allgemeine Didaktik in Vechta. Ihre Forschungsschwerpunkte sind qualitativ-rekonstruktive Sozialforschung (v.a. Dokumentarische Methode), Professionsforschung, Schul- und Unterrichtsforschung, Lehrkräftemangel, Fachfremdes Unterrichten sowie Heterogenität und Differenzierung in der Grundschule.
Homepage: https://www.uni-vechta.de/erziehungswissenschaften/team/beck-teresa
E-Mail: teresa.beck@uni-vechta.de
Salome Schneider Boye
Pädagogische Hochschule Zürich

Salome Schneider Boye arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Pädagogischen Hochschule Zürich. In qualitativ-rekonstruktiven Forschungszugängen befasst sie sich mit Fragen der Lehrprofession und des Schulfeldes. Ein aktueller Forschungsschwerpunkt liegt auf dem Prozess des Lehrer:in-Werdens im Beruf und insbesondere der Zusammenarbeit von Eltern und Lehrer:innen.
E-Mail: s.schneiderboye@phzh.ch
Dr. Marco Galle
Pädagogische Hochschule Luzern

Marco Galle ist Postdoktorand, Dozent und Methodenberater an der Pädagogischen Hochschule Luzern. Seine Forschungen verorten sich in der Lehrpersonenbildung, der sozialen Netzwerkforschung und der Weiterentwicklung von Mixed-Methods-Designs. Aktuell untersucht er Lerngelegenheiten zur lernzentrierten Kooperation in der Lehrpersonenbildung und er entwickelt eine Social Network Literacy sowie exploriert die methodischen Potenziale von Large Language Models in Forschungsprozessen.
Homepage: https://www.phlu.ch/marco-galle.html
E-Mail: marco.galle@phlu.ch
Dr. Patrick Gollub
Universität Münster

Patrick Gollub ist Lehrkraft für besondere Aufgaben in der Arbeitsgruppe ‚Allgemeine Didaktik und Unterrichtsforschung‘ am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Münster. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Professionsforschung, der Professionalisierung von Lehrkräften in und durch soziale Medien, der Schul- und Unterrichtsforschung, den Fragen von Lehrkräftebedarf und -mangel sowie den Praxisphasen im Lehramtsstudium.
Homepage: https://www.uni-muenster.de/EW/personen/gollub.shtml
E-Mail: p.gollub@uni-muenster.de
Nina Roska
Universität Potsdam

Nina Roska ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Musikpädagogik und -didaktik an der Universität Potsdam. In Lehre und Forschung beschäftigt sie sich mit der Professionalisierung von Lehramtsstudierenden in frühen Praxisphasen, insbesondere im fachdidaktischen Tagespraktikum sowie im Praxissemester. Im Rahmen ihrer Promotion an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien entwickelt sie in einer Design-Based Research-Studie ein hochschuldidaktisches Praktikumskonzept für den bilingualen Musikunterricht.
E-Mail: nina.roska.1@uni-potsdam.de
Prof. Dr. Sebastian Ruin
Universität Graz

Sebastian Ruin ist Professor für Bewegungs- und Sportpädagogik an der Universität Graz. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Beschäftigung mit Bildungs- und Erziehungsprozessen im Kontext von Bewegung, Spiel und Sport sowie mit Diversität im Schulsport. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Konzeptualisierungen des Körpers und deren pädagogischer Bedeutung in bewegungs- und sportbezogenen Lehr-Lernsettings.
Homepage: Ruin Sebastian - Profil - Forschungsportal - Karl-Franzens-Universität Graz
E-Mail: sebastian.ruin@uni-graz.at
Anna Katharina Janka
Pädagogische Hochschule Zürich

Anna Janka ist wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin am Zentrum Bildung und Digitaler Wandel der Pädagogischen Hochschule Zürich. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Korpus- und Diskurslinguistik und deren Anwendung auf Fragen des Bildungsbereichs. In ihrer Dissertation untersucht sie, wie das Konzept des differenzierten Unterrichts in Schweizer Tages- und Wochenzeitungen sowie in Fachzeitschriften für Lehrpersonen zwischen 2000 und 2025 diskursiv ausgehandelt wird.
E-Mail:annakatharina.janka@phzh.ch
Dr. Nina Gregori
Hochschule für Heilpädagogik Zürich

Nina Gregori ist Senior Lecturer an der Hochschule für Heilpädagogik Zürich. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich der Sprachförderung, inklusiven Sprachbildung, Unterrichtsinteraktion, Professionalisierung, Design-Based Research, Verbindung von Hochschul- und Berufsfeldpraxis.
Homepage: https://www.hfh.ch/person/nina-gregori
E-Mail: nina.gregori@hfh.ch
Dr. Jacquelin Kluge-Brück
Bergische Universität Wuppertal

Jacquelin Kluge-Brück ist als Postdoc in der Arbeitsgruppe „Rehabilitationswissenschaften mit dem Förderschwerpunkt Lernen" am Institut für Bildungsforschung der Bergischen Universität Wuppertal tätig. In quantitativ-empirischen Untersuchungen forscht sie zu schulischer Inklusion, zur sonderpädagogischen Profession und ihrem Rollenverständnis, zur Kooperation von allgemein- und sonderpädagogischen Lehrkräften sowie zu Einflussfaktoren auf die Entwicklung der Schüler:innen in inklusiven Schulen.
Homepage: https://rwle.uni-wuppertal.de/de/team/jacquelin-kluge/kluge/
E-Mail: jkluge-brueck@uni-wuppertal.de
Dominik Pendl BA MSc PhD
Pädagogische Hochschule Steiermark

Dominik Pendl ist Vertragshochschullehrperson für Inklusive Pädagogik am Institut für Elementar- und Primarpädagogik der Pädagogischen Hochschule Steiermark. Zu seinen Schwerpunkten gehören die Schaffung und Begleitung von inklusiven Netzwerkstrukturen sowie die Entwicklung und Erprobung innovativer Fortbildungsformate (u. a. zu inklusiver Schulentwicklung), die multiprofessionelle Teams unterstützen und den Transfer in den schulischen Alltag fördern.
E-Mail: dominik.pendl@phst.at
Dr. Emanuel Nestler
Universität Rostock

Dr. Emanuel Nestler ist Biologiedidaktiker und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Rostock. Sein Schwerpunkt liegt auf der biologiespezifischen Qualifizierung von Mentor*innen in der Lehrkräftebildung: Er entwickelt und untersucht evidenzbasierte Weiterbildungsformate, die Mentor*innen darin stärken, angehende Biologielehrkräfte fachlich fundiert und reflexionsorientiert zu begleiten. Seine Dissertation widmet sich der Förderung naturwissenschaftlich-biologischer Erkenntnisgewinnung in schulpraktischen Übungen.
Homepage: https://www.biodidaktik.uni-rostock.de/arbeitsgruppe/mitarbeiter/e-nestler/
E-Mail: emanuel.nestler@uni-rostock.de
Dr. Eike Wolf
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Eike Wolf ist derzeit Vertretungsprofessor für Inklusive Bildung an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Schule und Unterricht, pädagogische Professionalität, familiale Erziehung und Kasuistik in der Lehrer*innenbildung. Ein aktueller Fokus seiner Arbeit liegt auf dem Wandel schul- und unterrichtsbezogener Praktiken, Ordnungen und Strukturen angesichts von medialen wie sozialen Transformationsanlässen wie bspw. Digitalisierung oder Inklusion.
Homepage: https://www.reha.uni-halle.de/arbeitsbereiche/inklusion_exklusion/3158427_3567352/
Dr. Melanie Leonhard
Fachhochschule Nordwestschweiz

Melanie Leonhard ist Dozentin für Sachunterricht und seine Didaktik am Institut Primarstufe an der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen in der Lehre zur Didaktik des Sachunterrichts mit dem Schwerpunkt Naturwissenschaften und Technik, in der Forschung bei Fragen fachlicher Wissensordnungen in der Hochschullehre und im Unterricht. Diese werden mit qualitativ-rekonstruktiven Verfahren bearbeitet.
Homepage: Dr. phil. Melanie Leonhard | FHNW
Mail: melanie.leonhard@fhnw.ch