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Barcamp Kinderschutz und Kindeswohl

Sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche, die Gefährdung des Kindeswohls und die Forderung, Kinder besser vor Gewalt und Missbrauch zu schützen, findet man leider fast schon täglich in den Medien. Erst jüngst wurde eine Studie zu sexualisierter Gewalt im Kontext des Sports veröffentlicht. Die niedersächsische Landesregierung hat für die kommenden Jahre das Thema Kinderschutz und Kindeswohl zum bildungspolitischen Schwerpunkt erklärt und Schulen, Lehrkräften und allen anderen an Schule Beteiligten Unterstützung durch Fortbildungen und weitere Maßnahmen zugesagt. In der vergangenen Woche fand nun die Auftaktveranstaltung „Kinderschutz und Kindeswohl – zentrale Themen, nicht nur in Krisenzeiten“ mit 80 Lehrkräften und Schulsozialarbeiter*innen statt, die sich an das gesamte Schulpersonal in der Regionalabteilung Osnabrück richtete. Organisiert wurde die Veranstaltung durch die Schulpsychologie des RLSB und das Kompetenzzentrum für regionale Lehrkräftefortbildung Vechta.

Das Besondere an dieser Veranstaltung war ihre Organisationsform. Zwar lud das Kompetenzzentrum Lehrkräfte und Schulsozialarbeiter*innen an die Universität ein, doch gab es weder einen Vortrag, noch zahlreiche Expertenworkshops. Es gab lediglich fünf Räume und drei Zeitfenster, so dass – fünfmal drei – 15 Sessions zum Thema entstehen konnten. Die Teilnehmer*innen wurden zu Gestalter*innen des Fachtags – ein gängiges Format für ein Barcamp. Alle hatten die Möglichkeit, ihr Thema einzubringen und zu besprechen, Erfahrungen auszutauschen, sich zu vernetzen oder auch zuzuhören. Trotz dessen es bei den Teilnehmenden keinerlei Erfahrungen mit der Methode Barcamp gab, wurde eifrig mitgemacht, so dass in kurzer Zeit die 15 Sessions mit Themen – ganz nach Wahl der Teilnehmenden – gefüllt werden konnten. Medienschutz, sexuelle Übergriffigkeit, schulische Fortbildungsbedarfe, Auswege aus dem Krisenmodus – um nur einige zu nennen.

Erfreulich auch, dass in Zeiten von Personalmangel und zunehmender Aufgabenanforderungen in den Schulen sich mehr als 70 Lehrkräfte und Schulsozialarbeiter*innen auf den Weg nach Vechta gemacht haben, zeigt sich daran doch die große Bedeutung des Themas. Am Ende des Tages wurden das Thema durch den Gesundheitsforscher Prof. Dr. Paulus von der Leuphana Universität Lüneburg ergänzt, der noch einmal die große Bedeutung der psychischen Gesundheit für Lehrkräfte und eine gute Schule herausstrich. Die Sessionergebnisse des Barcamps werden nun ausgewertet und für die Weiterarbeit mit den Schulen genutzt. Das Barcamp, so wurde es auch von vielen Teilnehmenden zurückgemeldet, war eine gewinnbringende Methode und hat nicht nur für viel Austausch gesorgt, sondern ebenso viel Freude bereitet.

Weitere Informationen finden Sie in der Pressemitteilung.