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© Universität Vechta
Zentrum für Lehrer*innenbildung

Informationen für Lehrbeauftragte im Praktikum und Fachdidaktiker*innen

Das Zentrum für Lehrer*innenbildung ist für die Koordination der Praxisphase verantwortlich. Dies betrifft neben anderer Dinge vornehmlich die Koordination der Vor-, Begleit- und Nachbereitungsveranstaltung, die Zuteilung der Studierenden an die Schulen, die organisatorischen Abläufe bei der Einstellung von Lehrbeauftragten (LiPs), die Kommunikation mit den Regionalen Landesämtern für Schule und Bildung (RLSB) und das Beantworten von Anfragen. Obwohl die Verantwortung für das Projektband in den Fächern liegt, stehen wir auch bei diesem Thema gerne unterstützend zur Verfügung.

Portrait von Ute Krabbe

Wir haben mit Ute Krabbe über die Tätigkeit als Lehrbeauftragte für die Praxisphase (LiP) gesprochen. Dabei ging es sowohl um ihre Motivation und die Vorteile der Tätigkeit als auch um den Arbeitsaufwand. Frau Krabbe unterrichtet Deutsch und Sachunterricht an einer Grundschule und ist Fachseminarleiterin für Deutsch am Studienseminar Syke.



In den Masterstudiengängen für das Lehramt an Grundschulen und das Lehramt an Haupt- und Realschulen absolvieren die Studierenden eine Praxisphase. Diese Praxisphase umfasst die Vorbereitung, Durchführung und Begleitung sowie Nachbereitung eines fachdidaktisch konzipierten Langzeitpraktikums von 18 Unterrichtswochen (= Praxisblock). Während der gesamten Praxisphase werden die Studierenden durch Fachdidaktiker*innen (FD) der Universität und durch Lehrkräfte in der Praxisphase (LiPs) gemeinsam betreut. Während die Fachdidaktiker*innen die wissenschaftlich-analytische Perspektive aktueller fachdidaktischer Forschung mit einbringen, bringen die LiPs die schulpraktische Perspektive ein.

Aufgabengebiete in der Praxisphase

Im Wintersemester erfolgen im Team die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von universitären Veranstaltungen im Umfang von 2 SWS (21 Zeitstunden). Diese Veranstaltungen finden i.d.R. freitags als vierstündige Blockveranstaltungen statt.

Im Sommersemester werden pro Studierender/ Studierendem zwei Unterrichtsbesuche an den Schulen sowie die Begleitveranstaltung (1 SWS) an der Universität geplant und durchgeführt. Die Unterrichtsbesuche umfassen jeweils eine Unterrichtshospitation und die Nachbesprechung der Unterrichtsstunde der Studierenden (Entwicklungsgespräch). Außerdem findet ein Nachbereitungsseminar (1 SWS) statt.

Zusätzlich bilden die Fachdidaktiker*innen (FD) eines Faches und die LiPs dieses Faches ein Fachnetz (1-2 Fachnetztreffen pro Halbjahr). Aufgabe der Fachnetze ist die inhaltliche und organisatorische Vorbereitung der Praxisphase. Alle LiPs und FD tauschen sich aus, vernetzen sich und tragen zur Verzahnung wissenschafts- und berufsfeldbezogener Ausbildungselemente in der Praxisphase bei.

Eine Tätigkeit als LiP bietet eine Abwechslung vom Schulalltag und trägt durch die praktischen Erfahrungen zur Qualifizierung künftiger Lehrkräfte bei. Die eigene Expertise kann eingesetzt und im Austausch weiterentwickelt werden. Die Schule profitiert von den Erkenntnisgewinnen der Tätigkeit als LiP.


(Zeitlicher) Arbeitsaufwand

Die Studierenden werden während der gesamten Praxisphase gemeinsam durch Lehrende der Fachdidaktiken der Universität Vechta und durch die LiPs betreut.

Lehrbeauftragte erhalten für Ihre Arbeit statt einer monetären Vergütung in der Regel Entlastungsstunden. Diese betragen im Wintersemester fest 1 Entlastungsstunde für die vorangegangene Nachbereitung (sofern diese durchgeführt worden ist) und 4 Entlastungsstunden für die Vorbereitungsveranstaltung. 

Die Entlastungsstunden beziehen sich nur auf Lehraufträge in der Praxisphase, sie gelten nicht für weitere Lehraufträge oder Module über die Praxisphase hinaus.

Für die Begleitveranstaltung und die beiden Beratungsbesuche an der Schule im Sommersemester im zweiten Schulhalbjahr (von Februar bis Juni/Juli), die in der Regel im Studierendentandem erfolgen, richten sich die Anzahl der Entlastungsstunden nach der Anzahl der zu betreuenden Studierenden. Die unten aufgeführte Tabelle schlüsselt dieses Verhältnis näher auf.

LiPs können den Lehrauftrag nur wahrnehmen, wenn sie an ihrer Schule im zweiten Schulhalbjahr an bis zu zwei Tagen ausgeplant werden können (max. 12 Entlastungsstunden). Das Maximum von 15 zu betreuenden Studierenden ist nicht zu überschreiten. Die Lehraufträge für die Praxisphase sind nur bedingt teilzeitgeeignet.

Die Lehraufträge werden semesterweise erteilt und sollen so verlängert werden, dass die Betreuung der Studierenden i.d.R. über die drei Semester der Praxisphase von demselben Team durchgeführt wird. Die Aufgabengebiete der Lehrkräfte sind i.d.R in drei Schulhalbjahre unterteilt.

Da der Universität Vechta nur ein gewisses Pensum an Entlastungsstunden in Korrelation zu der Studierendenzahlen in ganz Niedersachsen zur Verfügung stehen, sollten möglichst viele Studierende betreut werden. Dies ist aus Sicht der verfügbaren Entlastungsstunden weitaus ökonomischer. Selbstverständlich haben wir aber Verständnis dafür, wenn dies im Einzelfall nicht möglich sein sollte.

Bitte informieren Sie die Praxisphasenkoordination umgehend, sobald sich Änderungen ergeben sollten!


Ausschreibungen und Voraussetzungen

Es gibt bis zu zwei Stellenausschreibungen für Lehraufträge in der Praxisphase pro Jahr. Die Ausschreibungen werden auf folgender Website veröffentlicht und sind abhängig von der Anzahl 
der Studierenden in den Fächern: https://bildungsportal-niedersachsen.de/ueber-uns/rlsb/jobs-karriere/in-schulen-und-studienseminaren/dezernat-2/lehrauftraege-ghr300                                               

Einen Lehrauftrag kann erhalten, wer über eine erforderliche fachliche Qualifikation pädagogische Eignung verfügt:

I. Befähigung für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen, an Grund-, Haupt- und Realschulen, an Realschulen oder für das Lehramt für Sonderpädagogik, 

II. Lehrbefähigung für das betreffende Fach,  

III. Mindestens dreijährige Unterrichtserfahrung,                                                                                                                                                                                                   

IV. Ausbildungspraxis im Vorbereitungs dienst (mehrjährige Erfahrungen in der Ausbildung von Lehrkräften, nachzuweisen durch die Leitung eines fachdidaktischen oder pädagogischen Seminars an einem Studienseminar für die GHR-Lehrämter oder an einem Studienseminar für Sonderpädagogik),

V. Beamtin/Beamter im ersten Einstiegsamt der Laufbahn der Laufbahngruppe 2 der Fachrichtung Bildung gem. § 5 (1) NLVO Bildung oder tarifbeschäftigte Lehrkräfte vergleichbare tarifbeschäftigte Lehrkräfte

Nachrangig können auch Bewerberinnen oder Bewerber, die nicht über die unter Punkt IV. genannte Ausbildungspraxis im Vorbereitungsdienst verfügen, berücksichtigt werden.

Neben den unter Punkt I. bis Punkt III. genannten Anforderungen sollen diese Bewerber*innen eine mehrjährige Tätigkeit in der Lehrer*innen ausbildung an einer Hochschule (z.B. im Rahmen schulischer Praktika) nachweisen oder sie verfügen über mehrjährige Erfahrungen in der Betreuung von Lehrkräften im Vorbereitungsdienst an Ausbildungsschulen.

Außerhalb dieser Ausschreibungen freuen wir uns aber auch über Initiativbewerbungen, die Sie an die Praxisphasenkoordination (praxisphase.zflb@uni-vechta.de) richten können und die dann an die zuständigen Fächer weitergeleitet werden. Für weitere Informationen wenden Sie sich an die Praxisphasenkoordination an der Universität Vechta. 


Auswahlverfahren und Organisatorisches

Die Verantwortung und Zuständigkeit für die Auswahl der LiPs liegt bei den Hochschulen und muss durch das Regionale Landesamt für Schule und Bildung (RLSB) bestätigt werden. Ein „Besichtigungs- oder ein Eignungsfeststellungsverfahren“ durch das RLSB oder Studienseminare findet nicht statt.

Wenn Sie vom jeweiligen Fach ausgewählt werden, wird das RLSB darüber informiert. Das RLSB legt daraufhin die Entlastungsstunden fest und erteilt die Beauftragung als LiP. Die Dienstreisegenehmigung erhalten die LiPs automatisch mit der Beauftragung.

Bewerbungen an mehr als einer Universität sind möglich, aber entsprechend zu kennzeichnen. Insgesamt kann nur ein Lehrauftrag angenommen werden.

Die Hochschulen übernehmen die Reisekosten für die Durchführung der Unterrichtsbesuche, Lehrveranstaltungen in der Praxisphase und Teilnahme an den Fachnetzen. Die Reisekostenabrechnungen sind innerhalb eines halben Jahres bei der Hochschule einzureichen.


Das drei Semester umfassende Projektband ist entweder in der Fachdidaktik, Fachwissenschaft oder Bildungswissenschaft angesiedelt und kann im späteren Verlauf konzeptionell in die Masterarbeit münden. Das Projektband ist ein eigenständiges Modul, das inhaltlich mit der Praxisphase verknüpft ist. Die Vorbereitungsseminare finden im WiSe statt. Darin werden Themen und Fragestellungen aus dem Schulkontext aufgeworfen und wissenschaftlich bearbeitet. Innerhalb des Praxisblocks setzen die Student*innen ihr Forschungsvorhaben um, indem sie Daten erheben und auswerten. Hier dienen die universitären Betreuer*innen der Projektbandveranstaltungen als Ansprechpartner*innen. Nach Abschluss des Praxisblocks wird die Mikrostudie schriftlich ausgearbeitet und zur Bewertung an der Universität präsentiert, wobei unterschiedliche Präsentationsformen (z.B. foliengestützter Vortrag, Modell, Poster, Film) möglich sind. Außerdem kann auf Wunsch der Schulleitung eine (unbewertete) Ergebnispräsentation an der Praktikumsschule stattfinden, im Zuge derer die Projektdaten an die Schule weitergegeben werden.

Das Projektband wird von den Fächern verantwortet. Nichtsdestotrotz fördern wir eine enge Zusammenarbeit und stehen beratend zur Seite. Dies betrifft vor allem die Austauschtreffen zu Beginn des Projektbandes.

Studierenden, die im Rahmen ihres Studiums Umfragen und Erhebungen an Schulen durchführen, werden die vom Niedersächsischen Verbund zur Lehrerbildung erstellten Informationen und Formularvorlagen empfohlen: Link zur Übersichtsseite

Als Prüfungsleistung wird von den Studierenden in jedem Fach ein Portfolio gefordert. Im Vorfeld müssen sich die Studierenden wie bei jeder anderen Prüfung elektronisch dafür in Qispos anmelden.

Im System ist ein Prüfungssatz angelegt, bei dem Arnd Schaper als Prüfer hinterlegt ist. Dies hat lediglich technische Gründe und verschlankt den gesamten Prozess erheblich. Die Noten werden im ZfLB gesammelt, es wird ein Mittelwert aus ihnen gebildet und sie werden in das System eingetragen.

Studierende, die nur in einem Fach die Praxisphase absolvieren, melden sich dann für die Prüfung an, wenn die letzte Prüfung für das Modul abgeben wird bzw. wenn die Endnote benötigt wird. Um alle Fristen zu wahren, müssen sich diese Studierende aber ebenfalls für die Prüfung anmelden. Dazu genügt eine formlose E-Mail an den Praxisphasenkoordinator.

Das Portfolio wird spätestens 6 Wochen nach der Praxisphase von den Studierenden bei den jeweiligen Fächern abgegeben. Um sicherzustellen, dass je in einem Fach eine ausführliche Unterrichtsplanung und in dem jeweils anderen Fach eine ausführliche Unterrichtsreflexion geschrieben wurde, werden den zwei Fächern beide Ausfertigungen vorgelegt. Danach haben die Lehrenden ebenfalls 6 Wochen Zeit, um die Arbeit zu bewerten und die Note an den Praxisphasenkoordinator zu übermitteln. Die Noten der Fächer zählen zu gleichen Teilen. Prüfungen, die schlechter als eine 4,0 sind (nicht bestanden), müssen wiederholt werden. Die Prüfungsanmeldung für Wiederholungsprüfungen erfolgt hier nicht via QISPOS, sondern formlos per Mail an den Praxisphasenkoordinator. Sobald eine Endnote gebildet werden kann, wird diese in das System eingetragen.

Bitte denken Sie daran, dass Sie die Portfolios zeitnah an das ZfLB schicken, damit diese archiviert werden können. Selbstverständlich können diese noch ein paar Wochen für eine Besprechung mit den Studierenden behalten, sollten aber bis spätestens zum Ende des Jahres eingereicht werden. Dazu genügt es, die Arbeiten zu sammeln und per Hauspost an den Kreuzweg zu schicken (Adresse: ZfLB z.H.: Arnd Schaper).

Die konkreten Termine für die Abgabe der Portfolios, die Einreichung der Noten etc. können Sie der Terminübersicht auf der Intranet- sowie Internetseite entnehmen.