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Netzwerk Technische Bildung – Von Lehrkräften für Lehrkräfte

Der Lehrer*innenberuf ist geprägt von vielfältigen Anforderungen und der Aufgabe, diese Anforderungen bei begrenzten zeitlichen Ressourcen gerecht zu werden. Denn viel Lehrkräfte haben tolle Ideen von denen manch andere Lehrkraft profitieren könnte. Die Frage ist also: Wie schaffen wir es, dass diese Ideen auch anderen Lehrkräfte zu Gute kommen. Die Antwort ist simpel: mit( anderen )teilen. Für diesen Tausch bedarf es einer Plattform oder einer Struktur und so hat sich das Kompetenzzentrum für regionale Lehrkräftefortbildung an der Universität Vechta vor rund eineinhalb Jahren auf den Weg gemacht und ein starkes, praxisnahes Netzwerk Technischen Bildung für die Region Cloppenburg, Diepholz und Vechta gegründet.

Gemeinsame Perspektive

Ziel des Netzwerks ist der Aufbau einer Gemeinschaft von engagierten und technikbegeisterten Lehrkräften, die sich gegenseitig inspiriert, unterstützt und gemeinsam innovative Unterrichtsideen entwickelt. Es geht primär um das Teilen von Wissen und Erfahrungen aus dem eigenen Unterricht, um den Technikunterricht an Schulen zu verbessern. Das Netzwerk lebt von der Weitergabe eigener Ideen, holt sich aber zugleich auch Anregungen von außen, indem externe Referierende zu bestimmten Themen eingeladen werden, um ihr Know-how zu teilen. Durch den intensiven Austausch an Themen werden die Teilnehmenden angeregt, nicht nur ihre Ideen, sondern auch Unterrichtskonzepte einzubringen und mit den anderen Netzwerkteilnehmer*innen zu teilen.

Unsere Vision:

Lehrkräfte lernen voneinander, entwickeln gemeinsam Ideen und stärken so nachhaltig die technische Bildung an Schulen.

Im Rahmen des Netzwerks wurden bislang folgende Fortbildungsangebote organisiert:

2024

Von der digitalen Konstruktion bis zum fertigen Produkt: Die Teilnehmenden lernten, eigene Modelle mit TinkerCAD zu entwerfen und mittels 3-D-Druck real umzusetzen – ein unmittelbares Erfolgserlebnis mit hoher Unterrichtsrelevanz. Diese Fortbildung fand im September 2024 im Makerspace an der Oberschule Bakum statt. Referent war Axel Wernke-Stefan.


2025

Cloudbasiertes, kollaboratives Konstruieren stand im Mittelpunkt. Praxisnahe Anwendungen zeigten, wie moderne Konstruktionsprozesse gewinnbringend in den Unterricht integriert werden können. Diese Fortbildung fand in Diepholz mithilfe der Ulderup-Stiftung und dem Dozenten Friedel Duwenhorst statt.


Cloudbasiertes, kollaboratives Konstruieren stand im Mittelpunkt. Praxisnahe Anwendungen zeigten, wie moderne Konstruktionsprozesse gewinnbringend in den Unterricht integriert werden können. Diese Fortbildung fand in Diepholz mithilfe der Ulderup-Stiftung und dem Dozenten Friedel Duwenhorst statt.


Digitale Raum- und Möbelplanung wurde anschaulich vermittelt. Besonders spannend war die Frage, wie professionelle Planungssoftware didaktisch sinnvoll für Lernprozesse genutzt werden kann. Diese Fortbildung fand im September 2025 an der Ludgerusschule in Vechta statt. Referent war Handwerksmeister und Techniklehrer Stephan Ankert.


Immersive Lernumgebungen ermöglichten neue Formen der Visualisierung, Simulation und Motivation im Technikunterricht. Diese Fortbildung fand im Dezember 2025 im Makerspace an der Oberschule Bakum statt. Referent war Alexander Miller vom Steinbeis Transferzentrum.


2026

Am 28. April 2026 fand im Makerspace der Oberschule Bakum eine praxisnahe Lehrkräftefortbildung zum Einsatz von Lego Spike Prime im Unterricht statt. Unter der Leitung von Referent Marius Galuschka vom Christiani Verlag erhielten Technik- und Informatiklehrkräfte aus der Region in einem kompakten und motivierenden Workshop fundierte Einblicke in die Welt der Robotik.

Im Mittelpunkt standen der handlungsorientierte Aufbau der Modelle sowie das Verständnis für das Zusammenspiel von Motoren, Sensoren und Programmierung. Die Teilnehmenden arbeiteten aktiv mit den Systemen und konnten die Inhalte unmittelbar praktisch erproben.

Die Fortbildung stieß durchweg auf positive Resonanz: Die Lehrkräfte zeigten sich begeistert von den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten im Unterricht und sehen großes Potenzial, ihre Schülerinnen und Schüler für MINT-Themen zu begeistern. Ziel ist es, die erworbenen Kompetenzen weiterzugeben, um die Region nachhaltig zu stärken und jungen Menschen wichtige Zukunftskompetenzen – sogenannte Future Skills – zu vermitteln.


Lehrerfortbildung an der Oberschule Bakum verbindet Handwerk und Design

Bakum. Wie aus einfachen Kupferrohren stilvolle Alltagsgegenstände entstehen können, erlebten zahlreiche Werk- und Techniklehrkräfte aus dem Nordwesten bei der Lehrerfortbildung „Kupfer-Design“ an der Oberschule Bakum. Einen Tag lang tauschten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Klassenzimmer gegen Werkstatt und wurden selbst zu Gestaltern, Planern und Handwerkern.

Nach einer Einführung in die Grundlagen der Kupferverarbeitung stand vor allem das praktische Arbeiten im Mittelpunkt. Von der ersten Idee über die Skizze und technische Zeichnung bis hin zur fertigen Umsetzung durchliefen die Lehrkräfte alle wichtigen Arbeitsschritte eines handwerklichen Projekts. Ablängen, Entgraten, fachgerechtes Verlöten von Rohren und Fittings sowie Aspekte der Arbeitsvorbereitung, Arbeitssicherheit und Qualitätssicherung gehörten dabei ebenso zum Programm wie kreative Gestaltungsprozesse und Differenzierungsoptionen.

Schnell zeigte sich, dass Kupfer weit mehr ist als ein Werkstoff für Installationen. Mit viel Geschick und Ideenreichtum entwickelten die Teilnehmer eigene Designobjekte für den Alltag. So entstanden moderne Tablethalter, dekorative Kerzenständer, praktische Flaschenhalter und weitere individuelle Unikate. Dabei wurde deutlich, wie sich technisches Arbeiten und kreatives Design auf motivierende Weise miteinander verbinden lassen.

Besonders beeindruckend war die Vielfalt der Ergebnisse. Obwohl alle mit denselben Materialien arbeiteten, brachte jede Lehrkraft ihre eigenen Ideen und Gestaltungsvorstellungen ein. Die Werkstücke spiegelten nicht nur handwerkliches Können wider, sondern zeigten auch, wie offen und kreativ technische Bildung gestaltet werden kann.

Neben dem Erwerb neuer Fertigkeiten bot die Fortbildung vor allem zahlreiche Anregungen für den Unterricht. Die Teilnehmer nahmen konkrete Projektideen mit, die sich künftig im Werk- und Technikunterricht umsetzen lassen und Schülerinnen und Schülern praxisnahe Einblicke in Planung, Konstruktion und Fertigung ermöglichen.

Am Ende des Workshops waren sich die Lehrkräfte einig: Die Fortbildung „Kupfer-Design“ verband fachliche Weiterbildung, kreatives Arbeiten und den kollegialen Austausch in besonderer Weise. Mit vielen neuen Ideen, selbst gefertigten Designobjekten und einer gehörigen Portion Begeisterung kehrten die Teilnehmer an ihre Schulen zurück – bereit, ihre Erfahrungen an die nächste Generation von Tüftlern und Gestaltern weiterzugeben.

 


Das Netzwerk ist jederzeit offen für interessierte Technik-Lehrkräfte. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an das Kompetenzzentrum Vechta (kvec@uni-vechta.de) oder Axel Wernke-Stefan (axel.wernke-stefan@sjsbakum.de).