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Kinder mit Tabletts (c) shutterstock
© shutterstock
Zentrum für Lehrer*innenbildung

Buchprojekt "Tiefenlager"

Das Projekt "Eine Uni - Ein Buch" unterstützt 2022 zehn deutsche Hochschulen, die sich ein Semester lang mit einem selbst ausgewählten literarischen Werk beschäftigen. Auf Initiative des Zentrums für Lehrer*innenbildung hat sich die Universität Vechta beworben und erhält nun 10.000 Euro für das Buchprojekt zum Roman "Tiefenlager" von Annette Hug.

Die Gesamtprojektleitung hat Professor Dr. Marco Rieckmann.


Intention des Projekts "Eine Uni - Ein Buch"

Ob Erstsemester oder Fakultätsleiterin, Professorinnen oder Verwaltungsmitarbeiter: die Mitglieder einer Hochschule sollen über ein selbst vorgeschlagenes Buch ins Gespräch kommen und sich für ein gemeinsames Thema begeistern. Mit der Lektüre-Aktion „Eine Uni – ein Buch“ wollen die Initiator*innen den Austausch und die Identifikation aller Hochschulmitglieder mit ihrer Hochschule stärken. Die Universität Vechta bezieht darüber hinaus auch die Region mit ein.

Der Roman soll als Ausgangspunkt genommen werden, um in dialogorientierten Formen – unter Beteiligung unterschiedlicher Fächer – zusammen mit Studierenden gesellschaftlich relevante, politisch aktuelle wie zukunftsgerichtete Fragestellungen zu Atomkraft und alternativen Energiequellen zu durchleuchten. Auch die dazu vorliegenden Erkenntnisse sollen hinterfragt werden. Der Roman "Tiefenlager" bietet allein durch das räumliche und zeitliche Wechselspiel zwischen Kloster und Atommüllendlager die Chancen für transdisziplinäre Auseinandersetzungen. So wird an der Universität unter Einbindung regionaler Akteure der gemeinsame Diskurs zu Nachhaltigkeit insbesondere mit Fragen verbunden, wie wir heute gesichertes Wissen über die Welt und die sich verschärfenden gesellschaftlichen Problemlagen generieren können und wie dieses Wissen in die Gesellschaft gelangen kann. Mit der Kirche am Campus, die sich am Austausch beteiligt, plant die Universität Vechta unterschiedliche Veranstaltungsreihen. Partizipative und co-kreative Gestaltungsformen sowie Diskursforen sollen dafür entstehen. „Darüber hinaus erwarten wir uns von der Auseinandersetzung mit dem Roman 'Tiefenlager' neue Impulse für den Nachhaltigkeitsprozess der Universität Vechta“, betont Projektleiter Prof. Dr. Marco Rieckmann.


"Tiefenlager" von Annette Hug

Die sich verschärfende Klimakrise, die zunehmenden Folgen der Nutzung kontroverser Energiequellen oder die anhaltende Belastung der Umwelt mit Abfällen aus Produktion und Konsum sind nur einige Beispiele für die aktuellen ökologischen und sozialen Herausforderungen, die sich in den Sustainable Development Goals (SDGs) der UN oder den Forderungen breiter sozialer Bewegungen wiederfinden und gesamtgesellschaftlich einen hohen Diskussionsbedarf erzeugen.

Diese Themen greift Annette Hug in ihrem fiktionalen Roman "Tiefenlager" auf und verbindet sie mit Fragen zur globalen Sozialität. Fünf Personen mit unterschiedlichen Lebenswegen gründen an einem abgelegenen Ort in den Alpen eine klosterähnliche Gemeinschaft, einen Orden, um ein Endlager für nukleare Abfälle zu beschützen und auf das Zukunftsproblem hinzuweisen. Denn die Entsorgung des Atommülls ist ungelöst und das Wissen über die Gefahren radioaktiver Strahlung über Generationen gilt es zu sichern, abzubilden und weiterzugeben. Eines der wesentlichen Zukunftsszenarien im Roman ist, die Menschen vor einem Tod durch nukleare Abfälle zu schützen.


Programm

Folgende Veranstaltungsformate sind geplant, um in dialogorientierten Veranstaltungen unter Beteiligung der Fächer zusammen mit Studierenden, mit der Kirche am Campus, den Schulen und der Öffentlichkeit die Themen des Buches mehrperspektivisch zu diskutieren und in den Blick zu nehmen.

14.11.2022, 11 Uhr Dialog mit dem Dominikanerorden VechtaKirche am Campus
14.11.2022, 15 UhrBesuch Benediktinerinnenabtei Burg Dinklageauf Einladung des Freundes- und Fördervereins e.V. BurgKreis
14.11.2022, 19 UhrLesung und Gespräch mit Annette Hug zum Roman "Tiefenlager"Teil I Einführendes dialogisches Gespräch zum Roman (Gesprächspartnerinnen aus der Wissenschaft Prof.in Dr.in Gabriele Dürbeck und Dr.in Claudia Priebe) Ort: Musiksaal F144a
  Teil II Offenes Gespräch zum Thema Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit (Moderation Prof. Dr. Marco Rieckmann) Ort: Musiksaal F144a
ab 10. OktoberFotowettbewerb "Nachhaltig zusammenleben"Kirche am Campus
WiSe 2022/23Bearbeitung und Diskussion von "Tiefenlager" in Lehrveranstaltungender Fächer Literaturwissenschaft, Katholische Theologie, Erziehungswissenschaft und Designpädagogik
Termine n.N.Lesetour - im Gespräch mit der Öffentlichkeit aus Stadt und der RegionStationen: Bergwerk Damme, Wilhelminenhof in Bakum, Markplatz, Deponie Vechta
17.01.2023Digitales Themenkonzert für Kinder zum Thema NachhaltigkeitVeranstalter: Fach Musik unter der Leitung von Prof. Dr. Kai Koch
15.11.2022 & 17.01.2023Gespräche zum RomanGemeindeabende Kirche am Campus

Preisverleihung "Eine Uni – ein Buch": Urkunde für das Buchprojekt "Tiefenlager"

Der Stifterverband und die Klaus Tschira Stiftung in Kooperation mit dem ZEIT Verlag haben am 27. Juli den zehn Gewinnerhochschulen der Initiative „Eine Uni – ein Buch“ 2022 bei einem Festakt in Berlin die Urkunden überreicht. Projektleiter Professor Marco Rieckmann und Dr.in Kathrin Rheinländer nahmen als Vertreter*innen der Universität Vechta die Urkunde für das Literaturprojekt zum Roman "Tiefenlager"von Annette Hug entgegen. Prof. Dr. Bernd Stiegler und Dr.in Elisabeth Hoffmann als Mitglieder der Expertenjury begründeten die Auswahl des Vorhabens an der Universität Vechta vor allem mit dem deutlichen Akzent des Projekts auf Transfer und Wissenschaftskommunikation.

Im Rahmen der Talkrunde mit den Vertreter*innen der Gewinnerhochschulen und dem Moderator Jan-Martin Wiarda zeigte Marco Rieckmann die mit dem Buchprojekt verbundenen thematischen Anknüpfungspunkte und inter- wie transdisziplinären Chancen für die mittel- wie langfristigen Zielsetzungen der Universität als „Hochschule in Verantwortung“ auf. „Von der Auseinandersetzung mit dem Buch erwarten wir uns u.a., in der Region und an der Universität Bewusstsein dafür zu schaffen, dass – neben der Transformation der Landwirtschaft – auch Fragen rund um die Energieversorgung – in diesem Fall der Auswirkungen der Nutzung der Atomenergie – für uns relevant sind“, so Marco Rieckmann.