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Das Gebäude in der Bahnhofstraße 57 in Cloppenburg, in dem sich der Science Shop befindet.

Das Cloppenburger Klima-Eck

Naschgarten - Naturgarten - Lernort - Begegnungsort

Am 21. Mai 2022 wurde eine Brachfläche am Rathausweg in Cloppenburg mit Freiwilligen umgestaltet. Die zuvor wenig attraktive Brachfläche sollte zu einem naturnahen Erholungs- und gleichzeitig zu einem Lern- und Erlebnisraum werden. Der Plan für die Umgestaltungsmaßnahmen wurde im Vorfeld von den Mitarbeiterinnen des TeRRIFICA-Projekts mit Unterstützung des Heimatvereins Cloppenburg und unter Mitwirkung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Cloppenburg sowie der TeRRIFICA-Zukunftswerkstatt erarbeitet. Dabei wurden auch die Ideen, Wünsche und Bedenken von Mitarbeiter*innen der benachbarten Geschäfte mit einbezogen. Viele wünschten sich Sitzplätze und eine bunte Blumenwiese. Alle Aspekte wurden in die Planung aufgenommen. Außerdem sollte Lebensraum für Vögel und Insekten geschaffen und es sollten Beispiele für Klimaanpassung im eigenen Garten aufgezeigt werden. Die Umsetzung wurde aus dem Förderprogramm Offensive Innenstadt der Stadt Cloppenburg gefördert.

Heldensamstag 2022

Nach mehreren Monaten der Planung und Materialbeschaffung war der “große Tag” gekommen. Am Heldensamstag der Ehrenamtsagentur wurde das Cloppenburger Klima-Eck von insgesamt elf sehr engagierten Beteiligten angelegt. Die Gruppe pflanzte insgesamt: 3 Obstbäumen, 16 Beeren-& Wildobst-Sträucher, 7 Wildrosen. Außerdem wurde eine Benjeshecke (Totholzhecke) mit Clematis und einer Brombeere als rankende Begrünung angelegt. Ein Spalier mit 2 Weinstöcken und 3 Kiwi-Pflanzen sowie eine Trockenmauer wurden gebaut. Ein provisorischer Treppenaufgang wurde gebaut. Zu guter Letzt wurde noch ein Weg aus Holzhäckseln angelegt. Das Ergebnis konnte sich nach etwa acht Stunden Arbeit wirklich sehen lassen!

Sommer und Herbst 2022

In den folgenden Wochen und Monaten wurde die Arbeit Stück für Stück fortgesetzt. Mit tatkräftiger Hilfe vom Waldkindergarten wurden ein Kräuterbeet errichtet und Insektentränken aufgestellt. Auch Nistkästen und ein Insektenhotel brachten die Kinder mit. Der Bauhof hängte zusätzlich einen Mülleimer und einen Spender für Hundekot-Beutel auf. Und Mitglieder des Heimatvereins halfen, eine befestigte Treppe zu bauen. Der IBC-Container wurde mit Schilfmatten verkleidet und Sammelbehälter für Zigarettenstummel wurden direkt neben die beiden Bänke gestellt. Ebenso wurden ein Sandarium für im Sand lebende (harmlose) Wildbienen und ein Steinhaufen, der ebenfalls als Lebensraum für Tiere dienen soll, gebaut.

Neben vielen Erfolgen gibt es auch Dinge, die anfangs nicht so gut funktionierten, wie geplant. Einen Garten anzulegen bedeutet eben, sich in Geduld zu üben, auszuprobieren und immer wieder von der Natur zu lernen und Pläne beständig anzupassen. So konnten die anfangs vorgesehenen Stauden noch nicht gepflanzt werden, da allein die Bewässerung der Bäume und Sträucher im ersten Sommer schon viel Wasser benötigte und der Sommer 2022 zu trocken war. Was gut gedieh, waren Melde und Disteln, die sich auf der Fläche ausbreiteten.

Zur Pflege des Klima-Ecks etablierten sich wöchtentliche Gartentreffen von Freiwilligen am Samstagvormittag. In einigen Ecken dürfen Brennesseln als Nahrung für die Raupen von Schmetterlingen stehen bleiben. Andernorts wurden unliebsame Wildkräuter eingedämmt und dafür eine Blumenwiese angesät. Nach und nach hielten immer mehr Stauden Einzug auf dem Klima-Eck. Das Spalier wurde mit Erdbeeren unterpflanzt, die sich rasch vermehrten. In der Trockensteinmauer wachsen nun Sedum-Arten, die besonders wenig Wasser brauchen.

Aufgaben für den Winter

Über den Winter war im Garten naturgemäß wenig zu tun. Dafür entwickelte das TeRRIFICA-Team mit Freiwilligen zusammen Hinweistafeln und Lernbänke zum Thema Klimaanpassung im Garten und zu den verschiedenen Elementen naturnahen Gärtnerns, die auf dem Klima-Eck umgesetzt wurden. Somit ist das Klima-Eck zukünftig auch ein Lernort.

Zudem wurde eine Wetterstation installiert, die nun dauerhaft Messdaten wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftdruck, Regenmenge, Windgeschwindigkeit und -richtung an eine Wetterplattform sendet. Die aktuellen Daten der Wetterstation sind in den Schaufenstern des Haus der Macher und des Heimatvereins zu sehen. Langfristige Statistiken sind auf der Wetterplattform Awekas zu finden.

Der erste Frühling

Im Frühling 2023 zeigten sich nach anfänglichem Zögern viele der Frühjahrsblüher, deren Blumenzwiebeln wir im letzten Herbst gepflanzt hatten: Schneeglöckchen, Krokusse, Hyazinthen, Narzissen und Tulpen. Außerdem wurden verschiedene Samenmischungen für eine Wildblumenwiese ausgesät.

Sommer 2023

Das Cloppenburger Klima-Eck ist zu einem beliebten Aufenthaltsort geworden – für Menschen und für Tiere. Die beiden Bänke werden gerne angenommen und fast jeder Gartensamstag bringt neue Begegnungen und nette Gespräche. Das Kräuterbeet und die Wildblumenwiese sind wahre Insektenmagneten. Die Bäume und Sträucher, Weinreben und Kiwis haben sich gut entwickelt. Und im Sommer 2023 konnten schon die ersten Beeren geerntet werden - von Menschen und von Vögeln. "Mundraub" ist auf dem Klima-Eck ausdrücklich erlaubt, ganz nach dem Prinzip einer Essbaren Stadt darf sich jeder bedienen. Darum ist das Klima-Eck auch in der Mundraub-Karte eingetragen.

Herbst 2023

Es ist herbstlich geworden und bei unseren samstäglichen Gartentreffen ist nicht mehr viel zu tun. Wir lassen die vertrockneten Halme der Wildblumen über den Winter stehen, damit Insekten darin Schutz zum Überwintern finden können.

Im Oktober haben wir einen zweiten Kompost aufgebaut und ein Lasagne-Beet angelegt. Für das Lasagne-Beet haben wir den Holzrahmen eines weiteren Komposters benutzt und zwei Hälften nebeneinander gesetzt. Gefüllt wurden die Rahmen mit Schichten aus unbedrucktem Karton, halbfertigem Kompost aus unserem ersten Komposter, Küchenabfällen (Obst- und Gemüsereste, Kaffeesatz, Teebeutel, Eierschalen) und Brennesseln. Außerdem sind in geringen Mengen Urgesteinsmehl, Pflanzenkohle und Flüssigdünger aus dem heimischen Wurmkomposter hineingekommen. Oben ist das Beet mit Laub abgedeckt. Alles kompostiert dann an Ort und Stelle und soll im nächsten Frühsommer direkt mit starkzehrenden Gemüsepflanzen und Naschobst (z.B. Cherrytomaten, Physalis) bepflanzt werden.

Ende Oktober haben wir die ersten Mini-Kiwis der Sorte Issai geerntet, die nun endlich reif sind.

Mitmachen

Wer mithelfen und das Klima-Eck weiterentwickeln möchte, kann sich gerne beim Science Shop (Katrin Hedemann) melden. Wir freuen uns!

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