Projekt "ProMeG"

Name des Projektes: Professionalisierung im Mentoring an Grundschulen
Akronym: ProMeG
Projektleitung: Dr*in Teresa Beck Proschwitz (Universität Vechta) & Dr.in Janine Brade (Technische Universität Chemnitz)
Laufzeit: 2024 - 2028
Projektbeschreibung:
Schulpraktika sind zentrale Elemente der Lehrkräftebildung und dienen der Berufsorientierung, der Entwicklung berufsbezogener Kompetenzen sowie der Verknüpfung theoretischer Ausbildungsinhalte mit praktischen Erfahrungen (Topsch, 2004; Gröschner, 2012; KMK, 2004; Patry, 2014). Insbesondere die Berufsfeldpraktika werden als wesentliche Professionalisierungselemente betrachtet (Schöning, 2024) und stehen exemplarisch für die Frage, welche schulischen Praxisphasen die Professionalisierung angehender Lehrkräfte tatsächlich fördern können. Dabei gilt auch die Mentor*in-Mentee-Beziehung als ein zentraler Faktor der Professionalisierung und Unterstützung sowie Wertschätzung als zentrale Elemente (Wenz & Cramer 2019).
In diesem Zusammenhang kommt der Beziehung zwischen Lehramtsstudierenden und ihren Mentorinnen eine besondere Bedeutung zu: Durch die gemeinsame Beobachtung und Reflexion von Handlungspraxis werden zentrale Lernprozesse angestoßen, die den Theorie-Praxis-Bezug im Studium vertiefen können (vgl. Rheinländer & Scholl 2020; Schneider & Cramer 2020). Kompetenzen hinsichtlich des Aufbaus von pädagogischen Beziehungen werden auch über diese erworben. Demnach hat die professionelle pädagogische Beziehung in den Schulpraktischen Studien eine doppelte Bedeutung: Einerseits ist sie Gegenstand der reflektierten Beobachtung, da Hospitationen einen zentralen Stellenwert einnehmen und die Methode der Beobachtung grundlegend ist. Andererseits erleben die Studierenden selbst eine Mentor*in-Mentee-Beziehung, deren Gestaltung ihr Lernen, Handeln und ihre Professionalisierung maßgeblich beeinflusst.
Im Forschungsprojekt ProMeG, das sich mit Schulentwicklung beschäftigt, wird die Beziehung zwischen Lehramtsstudierenden und Mentor*innen an Grundschulen in Sachsen und Niedersachsen aus einer multiperspektivischen Perspektive untersucht. Im Mittelpunkt stehen das Erleben der Praktika, die Unterrichtsbeobachtung sowie die Reflexion des eigenen angeleiteten Unterrichts und der damit verbundenen Mentoring-Erfahrungen. Besonders relevant ist dabei die Rekonstruktion der eigenen Rolle als angehende Lehrkraft sowie die Wahrnehmung der Mentor*innenrolle. Die Untersuchung berücksichtigt dabei eine multiperspektivische Betrachtung von Beziehungen: Neben der direkten Mentor*in-Mentee-Beziehung der Studierenden rücken auch die von ihnen beobachteten Interaktionen zwischen Mentor*innen und Schüler*innen sowie die schulischen Beziehungsstrukturen insgesamt in den Fokus.
Vorträge:
Beck, T. & Brade, J. (2025). “Abgestellt oder mitgenommen?” – zur Bedeutung des Erlebens der professionellen pädagogischen Beziehung von Lehramtsstudierenden im Rahmen der Schulpraktischen Studien. Vortrag auf der Jahrestagung der DGfE-Kommission Professionsforschung und Lehrer:innenbildung. Kassel, 17.-19.September.
Veröffentlichungen:
Beck, T. & Brade, J. (2026, i.E.). Beziehungsgestaltung in schulischer Praxis. In Arbeitsgemeinschaft Kasuistik in der Lehrer:innenbildung (Hrsg.), Kanon Kasuistik. Eine Fallsammlung für die Lehrer:innenbildung. Bad Heilbrunn: Klinkhardt.