Aktuelles
Vielfalt wertschätzen, Gleichberechtigung leben
Hier informiert die ZEGD über Veranstaltungen, Publikationen und Nachrichten im Bereich Gleichstellung & Diversität. Die Empfehlungen richten sich an unterschiedliche Interessengruppen – egal, ob Sie an der Universität Vechta studieren, lehren, forschen, aerbeiten oder in der Region aktiv im Themenbereich Gender und Diversität sind.
Ringvorlesung Feministische Technikkritik reloaded: "Künstliche Intelligenz" und die Frage des guten Lebens
Mittwochs 18h-20h in Kooperation mit dem DFG-Netzwerk poststrukturalistische Protest- und Bewegungsforschung
Seit mit der Veröffentlichung von ChatGPT im November 2022 eine Anwendung sogenannter „generativer Künstlicher Intelligenz“ der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, erleben wir auch an Universitäten geradezu eilfertiges Aufgreifen und Dynamiken, die den Einsatz dieser Technologie in Forschung und Lehre fast als alternativlos erscheinen lassen. Zugleich entfaltet sich eine kritische Auseinandersetzung: mit den politisch-kosmologischen Weltsichten von „Silicon Valley“, mit den Effekten der Nutzung im gesellschaftlichen Alltag, mit den polit-ökonomischen Bedingungen und Konsequenzen dieser Entwicklung, mit deren ökologischen Bedingungen und Konsequenzen, mit Fragen globaler Un/Gerechtigkeit und rassistischen sowie sexistischen Strukturen.
In Traditionen feministischer Wissenschafts- und Technikforschung stehend fragen wir in dieser Ringvorlesung, wie sich diese Technologien gesellschaftskritisch verstehen und einordnen lassen. Feministische Wissenschafts- und Technikforschung zeichnet sich durch Perspektiven aus, die Technikentwicklung in einer Verknüpfung von Erkenntnissen über wissenschaftshistorische Entwicklungen, epistemologische Prämissen, fachliche Praktiken und häufig versteckte oder gar verleugnete gesellschaftlich-materielle Bedingungen und den mit ihnen verbundenen Macht- und Herrschaftsverhältnissen betrachten. Es sind insofern kritische Perspektiven. Technologieentwicklung wird nicht als Prozess der Erfindung neutraler Werkzeuge verstanden, sondern als Prozess, der aufgrund bestimmter, in historische Machtverhältnisse eingebundener, ontologischer Gewissheiten über die Beschaffenheit der Welt operiert – nicht zuletzt der, dass gesellschaftliche Probleme grundsätzlich technologisch lösbar seien.
Die Auseinandersetzungen mit den aktuellen KI-Anwendungen sind für uns (erneut) Anlass, zusammenzukommen und zu den Bedingungen, Möglichkeiten und Effekten von Technologieentwicklung ins Gespräch zu kommen und die drängenden Fragen der Gegenwart und Zukunft nicht technokratischen Institutionen und privaten Investitionsentscheidungen zu überlassen, sondern als demokratisch zu verhandelnde politische Fragen zu reklamieren: In welcher Welt wollen wir leben – welches Wissen, welche Bedingungen, welche Technologien brauchen wir dafür?
Analysen und Gegenstrategien im Kontext der derzeitigen Angriffe auf die Geschlechterforschung
Herbstgespräch der Fachgesellschaft Geschlechterstudien 29.10.2026, 12:00–13:00 Uhr | online
Geschlechterforschung und andere gesellschaftskritische Wissenschaftsfelder geraten zunehmend unter politischen und öffentlichen Druck. Antifeministische und extrem rechte Mobilisierungen richten sich gegen Gender Studies und andere Disziplinen wie Postcolonial und Decolonial Studies oder die kritische Rechtsextremismusforschung, aber auch gegen Gleichstellungspolitiken und gesellschaftliche Vielfalt. Sie sind Teil umfassender Angriffe auf Wissenschaftsfreiheit und demokratische Teilhabe.
Vor diesem Hintergrund lädt die Fachgesellschaft Geschlechterstudien zu einem einstündigen Herbstgespräch ein. Gemeinsam mit Prof. Dr. habil. Clarissa Rudolph und Prof. Dr. Renate Bitzan wollen wir aktuelle Entwicklungen einordnen und danach fragen, welche Gegenstrategien auf individueller, institutioneller und wissenschaftspolitischer Ebene möglich und notwendig sind.
Welche Formen nehmen die gegenwärtigen Angriffe auf die Geschlechterforschung an, wie lassen sich diese politisch und gesellschaftlich einordnen und welche Auswirkungen haben sie? Wie können wir darauf reagieren? Welche Bündnisse und solidarischen Strukturen brauchen wir? Und wie können wir die Gender Studies in ihrer Heterogenität stärken, ohne Differenzen und Kontroversen innerhalb des Feldes auszublenden?
Nach einem kurzen Input von Clarissa Rudolph und einer ersten Kommentierung durch Renate Bitzan möchten wir diese Fragen diskutieren, Erfahrungen austauschen und mögliche Handlungsstrategien entwickeln.
Anmeldung unter folgendem Link:
Den Teilnahmelink für die Zoom-Veranstaltung erhalten Sie am 28.10.2026 per E-Mail.
Hybride Ringvorlesung “Interdisciplinary Network on the Impact of Sex and Gender in Health”
in diesem Wintersemester findet an der Georg-August-Universität Göttingen immer montags, 14-16 Uhr (c.t.) eine hybride Ringvorlesung des ENLIGHT Thematic Network “Interdisciplinary Network on the Impact of Sex and Gender in Health” zum Thema Geschlecht und Diskriminierung in Medizin und Gesundheitsversorgung statt.
Zur Anmeldung hier klicken: www.geschlechterforschung.uni-goettingen.de
02.11.26: Medical Gaslighting - Ana Sophia Almeida Dehesa (Feministische Medizin e. V.)
09.11.26: Geschlecht und Diversität in der quantitativen Gesundheitsforschung - Sophie Horstmann (Universität Bremen)
16.11.26: Gewichtsdiskriminierung im Spannungsfeld von Healthismus und Medikalisierung - Friedrich Schorb (Universität Bremen)
23.11.26: Normative Grundlagen von Diskriminierung und Ungerechtigkeit am Beispiel von Gender in der Medizin - Silke Schicktanz und Lea Nickel (Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, Göttingen)
30.11.26: Inter* im Spannungsfeld zwischen Medizin und Gesellschaft - Florin Lindgrün (Organisation Intersex International Germany)
07.12.26: Medizinkritik der Frauengesundheitsbewegung - Susanne Boehm (Universität Bielefeld)
14.12.26: Rassismus in Medizin und Gesundheitsversorgung - Sibille Merz und Tuğba Aksakal (Universität Witten/Herdecke)
21.12.26: Gender and Mental Health (eng) - Kristen Clark und Daria Khodorenko (Uppsala University)
11.01.27: Menstruationsgesundheit und Geschlechtergerechtigkeit - Inga Winkler (University Wageningen)
18.01.27: Primärgesundheitsversorgung von trans* und nicht-binären Personen: Vorstellung des Forschungsprojekts Trans*power - Ska Salden (Universitätsmedizin Göttingen)
25.01.27: Barrieren in der Gesundheitsversorgung von Menschen mit Beeinträchtigungen und hohem Assistenzbedarf - Marie-Theres Modes (Diversitätsforschung Universität Göttingen)
01.02.27: Gender in der Medizin - Jeanne Moor (Universität Bern/Zürich)
08.02.27: AI as a mirror: Bias, governance and auditing algorithms in medical practice (eng) - Ariel Guerra-Adames (University Bordeaux)
Ringvorlesung „Diversity, Equity & Inclusion in Science and Society“
Montags 13:15 - 14:45 Uhr
gerne machen wir auf die Ringvorlesung „Diversity, Equity & Inclusion in Science and Society“ an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg aufmerksam.
Die Veranstaltung findet im Wintersemester 2026/27 vollständig online über Zoom statt, jeweils montags von 13:15 bis 14:45 Uhr.
Die Ringvorlesung verbindet interdisziplinäre Forschungsperspektiven mit Fragen der Hochschulpraxis. Themen sind unter anderem soziale Herkunft und Bildungsgerechtigkeit, Inklusion und barrierearme Zugänge, diversitätssensible Lehre sowie organisationale Veränderungsprozesse an Hochschulen. Ich werde selbst einen Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung halten und würde mich freuen, einige von euch bei den Online-Terminen wiederzusehen und ins Gespräch zu kommen. Leitet die Einladung daher gerne an interessierte Kolleg*innen oder Studierende weiter.
Das Programm und weitere Informationen sowie den Link für die Anmeldung gibt es hier: https://www.bfg.ovgu.de/Veranstaltungen+_+Projekte/Ringvorlesung/Ringvorlesung+im+WS+26_27-p-35310.html
Online-Vortragsreihe „Konsum und Geschlecht“
Neue wissenschaftliche Perspektiven auf geschlechtsspezifische Strukturen im Verbraucheralltag
Konsum ist nicht geschlechtsneutral. Gender-Marketing, geschlechtsspezifisches Produktdesign und unsichtbare Preisaufschläge zeigen, wie Geschlechterrollen den Konsumalltag prägen. Die neue Online-Vortragsreihe „Konsum und Geschlecht“ des Kompetenzzentrums Verbraucherforschung der Verbraucherzentrale NRW nimmt diese Zusammenhänge aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven in den Blick.
Das Geschlecht spielt beim Einkaufen, bei Dienstleistungen und im Umgang mit Geld eine Rolle. Werbung arbeitet mit stereotypen Gender-Marketing-Strategien, Produkte orientieren sich teilweise an männlichen Körpernormen und für vergleichbare Dienstleistungen wie die Textilreinigung zahlen Frauen mitunter mehr. Auch bei Energiearmut und der Haushaltsführung zeigen sich geschlechtsspezifische Unterschiede. Gleichzeitig kann zielgerichteter Konsum Möglichkeiten für Selbstbestimmung und Empowerment eröffnen. Diese unterschiedlichen Facetten stehen im Mittelpunkt der neuen Online-Vortragsreihe.
Den Auftakt macht am Montag, 12. Oktober 2026, Prof. Dr. Angela Häußler von der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Sie blickt auf die Rolle von Verbraucher:innen aus einer geschlechterdifferenzierten Perspektive und beleuchtet dabei insbesondere Lebensführung und Alltagsvorsorge.
Die Online-Reihe wird vom Kompetenzzentrum Verbraucherforschung der Verbraucherzentrale NRW in Kooperation mit Dr. Matthias Schneider von der Freien Universität Berlin und der Soziologin Dr. Katharina Witterhold organisiert. Das Programm wird laufend ergänzt.
Geplante Termine:
Montag, 12. Oktober 2026, 11:00 - 12:00 Uhr: Care-Arbeit und Konsum aus einer haushaltswissenschaftlichen Perspektive (Prof. Dr. Angela Häußler, Pädagogische Hochschule Heidelberg)
Montag, 7. Dezember 2026, 11:00 - 12:00 Uhr: Ungleiche Verbraucher:innen: Geschlecht als weißer Fleck im Verbraucher:innenschutz (Dr. Matthias Schneider, Freie Universität Berlin)
Montag, 25. Januar 2027, 11:00 - 12:00 Uhr: Konsum, Gender und Beteiligung in der digitalen Welt (Dr. Katharina Witterhold, Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik)
Montag, 8. März 2027, 11:00 - 12:00 Uhr: Konsum, Geschlecht und Literatur (Jun.-Prof. Dr. Anna Stemmann, Universität Leipzig)
Donnerstag, 17. Juni 2027, 11:00 - 12:00 Uhr: Rosa kauft mehr, blau kauft blind – Geschlechterstereotype und (un)nachhaltiger Kleidungskonsum (Dipl.-Ök. Stephan Wallaschkowski, Hochschule Bochum)
Weitere Termine folgen. Informationen zum Programm und Anmeldung unter: www.verbraucherforschung.nrw/onlinevortragsreihe-konsum-und-geschlecht-125420
Öffentliche Veranstaltungsreihe im Rahmen der Vorlesung „Politische Theorie als Hintergrund Politischer Bildung“
Das Studienfach Politikwissenschaft an der Universität Vechta öffnet zwischen dem 3. November und 1. Dezember an drei Abenden die Vorlesung „Politische Theorie als Hintergrund Politischer Bildung“ – unter der Leitung von Dr. Sven Rößler, Verwalter der Universitäts-Professur Politikdidaktik – für alle Interessierten. Beginn der eineinhalbstündigen Veranstaltungen in der Universität Vechta, Driverstraße 22, ist jeweils um 18.15 Uhr.
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Die Vorträge:
Prof. Dr. Julia Bernstein (UAS Frankfurt) & PD Dr. Michaela Artmann (Universität zu Köln): »Ausnahmezustand. Hochschulen im deutschsprachigen Raum seit dem 7. Oktober – Zeugnisse von Betroffenen«
Dienstag, 3. November 2026, Aula (online zugeschaltet)
„Ausnahmezustand. Hochschulen im deutschsprachigen Raum seit dem 7. Oktober – Zeugnisse von Betroffenen“, herausgegeben von Julia Bernstein, Alfred Bodenheimer und Elisabeth Schilling, ist im August 2026 im Wallstein Verlag erschienen. Der Band ist zugleich ein Projekt des Netzwerks jüdischer Hochschullehrender und versammelt Essays und Interviews von über sechzig Hochschulangehörigen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die entweder jüdisch sind oder sich wissenschaftlich mit Judentum, Israel oder Antisemitismus befassen.
Die Beiträge schildern persönliche Erfahrungen, Beobachtungen und Einschätzungen seit dem 7. Oktober 2023 und dokumentieren Veränderungen des akademischen Raums, Erfahrungen von Ausgrenzung, Isolation und Bedrohung sowie Konflikte um Antisemitismus, Israel und akademische Freiheit. Durch die unterschiedlichen fachlichen, politischen und biografischen Perspektiven versteht sich der Band zugleich als Zeitdokument, wissenschaftlich relevante Quelle und Beitrag zur Debatte über Antisemitismus, akademische Freiheit und demokratische Kultur nach dem 7. Oktober.
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Serenada Schneeberger (Verband Deutscher Sinti und Roma Landesverband Bayern e. V.):
Geschichte und Gegenwart der Sinti* und Roma*, Bürgerrechtsbewegung & Antiziganismus
Dienstag, 17. November 2026, Hörsaal B1 (online zugeschaltet)
In ihrem Vortrag beleuchtet Serenada Schneeberger die Geschichte und Gegenwart der Sinti und Roma und verbindet historische Erfahrungen mit heutigen Formen von Antiziganismus, Racial Profiling und gesellschaftlicher Ausgrenzung. Dabei geht sie auch der psychologischen Frage nach, wie Vorurteile und Stereotype entstehen, weitergegeben werden und welche Auswirkungen sie auf Betroffene und die Gesellschaft haben.
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Jana Sämann (Universität Siegen): Mythos Neutralitätsgebot – »Neutralität« als strategisch genutzte diskursive Figur im Bildungskontext
Dienstag, 1. Dezember 2026, Hörsaal B1 (in Präsenz)
Mit zunehmender Härte erscheint demokratisch positionierte (Bildungs-)Praxis in Frage gestellt. Vielerorts stehen entsprechende Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Drängen auf Einhaltung eines vermeintlichen »Neutralitätsgebotes«, welches gegen unterschiedliche Arbeitsweisen und Einrichtungen vorgebracht wird – meist mit dem Ziel, politische Positionierungen und Praktiken politischer Bildung zu beschränken. In der Veranstaltung wird fokussiert, mit welchen strategischen Funktionen ein »Neutralitätsgebot« populär postuliert wird und welche Folgen sich hier für die Bildungsarbeit ergeben (können).
Forschungsfördertag an der Universität Vechta am 05.11.
Wir möchten die Einladung zum Forschungsfördertag, den das Refert Forschung, Nachwuchsförderung und Transfer organisiert, mit Ihnen teilen.
in exakt vier Wochen, am 5. November, steht unser 11. Forschungsfördertag an! Unter dem Motto „Der Schlüssel zum Erfolg!“ richtet er sich an Forschende aller Karrierestufen, die erfolgreich Drittmittel einwerben, drittmittelfinanzierte Projekte umsetzen und/oder ihre wissenschaftliche Karriere gezielt weiter aufbauen möchten.
Der diesjährige Schwerpunkt liegt auf Erfolgsstrategien auf dem Weg von der Forschungsidee über den Projektantrag bis zur Abwicklung eines bewilligten Projekts und der Zusammenarbeit mit der Drittmittelverwaltung.
Vorgestellt werden zudem verschiedene hausinterne Förderprogramme und Unterstützungsangebote für Ihre Forschung.
Thematisiert werden außerdem die langfristige Entwicklung Ihrer eigenen Forschungsagenda und die Schärfung Ihres wissenschaftlichen Profils. Im Rahmen zweier Impuls-Workshops wird hierzu Dr.in Alexandra Wiebke (Leitung Paderborn PhD & Postdoc Support Office, Universität Paderborn und freiberufliche Trainerin für Academic Career Development) informieren.
Nicht immer ist ein Antrag von Erfolg gekrönt – doch auch aus abgelehnten Förderanträgen lassen sich wertvolle Erfahrungen und Erkenntnisgewinne ziehen, damit es beim nächsten Mal besser läuft. Hierüber werden sich in einer von Dr. Karolin Bubke moderierten „Table Session“ Wissenschaftler/innen unserer Einrichtung austauschen.
Melden Sie sich an bis zum 1. November 2026 über forschungstag@uni-vechta.de
Für das leibliche Wohl ist gesorgt!
Weitere Informationen anbei bzw. unter https://intranet.uni-vechta.de/dienstleistungsbereich/referate/rfnt/forschungsfoerdertag
Ringvorlesung „Diversity, Equity & Inclusion in Science and Society“
im Wintersemester 2026/27 online über Zoom jeweils montags von 13:15 bis 14:45 Uhr
Gerne machen wir auf die Ringvorlesung „Diversity, Equity & Inclusion in Science and Society“ an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg aufmerksam. Die Veranstaltung findet im Wintersemester 2026/27 vollständig online über Zoom statt, jeweils montags von 13:15 bis 14:45 Uhr.
Die Ringvorlesung verbindet interdisziplinäre Forschungsperspektiven mit Fragen der Hochschulpraxis. Themen sind unter anderem soziale Herkunft und Bildungsgerechtigkeit, Inklusion und barrierearme Zugänge, diversitätssensible Lehre sowie organisationale Veränderungsprozesse an Hochschulen. Ich werde selbst einen Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung halten und würde mich freuen, einige von euch bei den Online-Terminen wiederzusehen und ins Gespräch zu kommen. Leitet die Einladung daher gerne an interessierte Kolleg*innen oder Studierende weiter.
Ihr findet das Programm und weitere Informationen sowie den Link für die Anmeldung hier: https://www.bfg.ovgu.de/Veranstaltungen+_+Projekte/Ringvorlesung/Ringvorlesung+im+WS+26_27-p-35310.html
Queer Ruralities Online Workshop
October 16th, 9:30am–4pm (CEST)
The workshop is organised around interaction and opportunities to find and discuss synergies across research interests. Our goal is ultimately to expand and connect our thinking in this emerging field of queer ruralities and agriculture – and to get to know each other.
We’ll guide participants through the whole day and make sure that we have enough breaks and opportunities for movement, as you can see in the schedule below. All participants need to do in advance is prepare a 3-minute pitch for Session 2 - details below.
If you're interested, please sign up by October 2nd, 2026 via prisca.pfammatter@unibe.ch
Schedule
9:30–10:20 — Intro and ice-breaker
10:30–11:20 — Session 1: How did you encounter queer studies, and where are you now in your research/experience with queer ruralities? (breakouts + plenary discussion)
11:30–12:30 — Session 2: Short pitches (breakouts + plenary discussion)
12:30–14:00 — Lunch break
14:00–14:50 — Session 3: Research Daisy (breakouts)
15:00–16:00 — Research Daisy presentation, plenary discussion, free-writing exercise, wrap-up
Preparation for Session 2
For this session, we want us to grapple with the question:
What is some ‘trouble’ you’ve been staying with? Present your dilemma in 3 minutes.
Think about and reflect on something you’ve read, a concept you’ve recently encountered, an experience you’ve had, a documentary you’ve seen, an exhibition you’ve visited, weird plants you’ve encountered, a conversation you’ve had, etc. — something related to queer/rural/queer ruralities that you are grappling with or struggling with.
For your 3-minute presentation:
- 1. Describe the idea
2. Tell us what makes up your trouble: what irritates/conflicts/worries/intrigues/concerns/motivates/dismays you?
3. In advance, send us a related artifact (academic text, image, link to podcast, event, or website). We will compile all of these artifacts to share with the group.
Kolloquium queere Geschichte
WiSe 26/27 FU Berlin

der Arbeitsbereich Didaktik der Geschichte und das von der VolkswagenStiftung geförderte Kooperationsprojekt "LSBTIQ*Bewegungen und Demokratie: Geschichte, Gegenwart und Zukunft" organisieren dieses Wintersemester 2026/2027 erstmals ein Kolloquium zur queeren Geschichte an der Freien Universität Berlin. Zu diesem möchten wir alle Interessierten herzlich einladen.
Das Kolloquium trifft sich ab dem 20. Oktober wöchentlich um 14 Uhr im Friedrich-Meinecke-Institut der FU Berlin. Auf dem Programm stehen Beiträge aus unterschiedlichsten Bereichen der queeren Geschichte: von "Faces and Traces of Queer Penalization in Bogotá" bis hin zu "Subjektivierungen queerer Frauen in Ostdeutschland". Wir starten mit einem Vortrag von Bodie Ashton mit dem Titel “Don't say [I'm] ‘very pretty’; I’m attractive”: Between the Lines and Against the Grain in a Queer Vice Investigation in London, 1964.
Bei den meisten Terminen wird es außerdem die Möglichkeit geben, digital teilzunehmen. Zur Anmeldung und bei Fragen wenden Sie sich gerne an queerdem@geschkult.fu-berlin.de
Ringvorlesung „Diskriminierungsformen an der Universität begegnen“
Wintersemester 2026/27 an der Universität Münster

Veranstaltet wird die Reihe von der Islamisch-Theologischen Fakultät gemeinsam mit den Fachbereichen 6, 8 und 9 sowie dem Büro für Gleichstellung der Universität Münster. Im Mittelpunkt steht in diesem Semester das Thema „Antidiskurse: ihre diskriminierenden Wirkungen in Gesellschaft und Hochschule sowie Möglichkeiten eines kritischen Umgangs mit ihnen“.
Vom 28.10.2026 bis zum 20.01.2027 werden jeweils mittwochs von 16–18 Uhr verschiedene Formen von Antidiskursen und ihre diskriminierenden Wirkungen in Gesellschaft und Hochschule thematisiert. Die Veranstaltungen finden vor Ort im Hörsaal S2 sowie online per Livestream statt.
#wir.verändern – gemeinsam leben, studieren und arbeiten
Gemeinsam leben, studieren und arbeiten – ohne Sexismus. Ein Traum, der Wirklichkeit werden soll.
am 9. und 10. Oktober gibt es an der Ostfalia Hochschule in Wolfenbüttel eine spannende Veranstaltung: das Zentrum für erfolgreiches Lehren und Lernen (ZeLL), das Gleichstellungsbüro der Ostfalia sowie das feministischen Kollektiv valente* und das Braunschweiger Zentrum für Gender Studies (BZG) gestalten gemeinsam unter dem Titel #wir.verändern eine zweitägige Veranstaltungsreihe rund um Sexismus, Empowerment und Handlungsmöglichkeiten. Die Angebote sind auch für Angehörige und Alumni anderer niedersächsischer Hochschulen offen. Die Teilnehmendenzahl ist begrenzt - also schnell anmelden!
Von Feminismus und Sexismus über Konsens und Empowerment bis zu alternativen Männlichkeiten, Verbündetenschaft und feministischer Medienkritik: Bei #wir.verändern erwarten alle Interessierten zwei Tage voller augenöffnender Vorträge, interaktiver Workshops und wertvoller Gespräche.
Alle Veranstaltungen können einzeln besucht werden. Die Teilnahme ist kostenfrei und steht auch Studierenden, Beschäftigten und Alumni anderer Hochschulen offen. Einige Angebote finden vollständig online statt und können ortsunabhängig besucht werden.
Das Programm richtet sich ausdrücklich an alle Geschlechter. Einige Veranstaltungen sind exklusiv für FINTA*-Personen (Frauen, intergeschlechtliche, nichtbinäre, trans, agender und weitere Personen, die sich dem FINTA*-Spektrum zuordnen) geöffnet.
Wann: Freitag, 09.10., und Samstag, 10.10.
Wo: Hörsaalzentrum am Exer 11 sowie teilweise online
Das vollständige Programm und alle Informationen zur Anmeldung gibt es hier:
https://www.ostfalia.de/hochschule/campus-einrichtungen/gleichstellungsbuero/wirveraendern
Tagung Transforming Cities
Geschlechterdimensionen im Blick der Stadt- und Mobilitätsforschung
Die Tagung deckt Themenfelder ab, die die beiden Forschungsschwerpunkte „Stadt der Zukunft“ und „Mobilität“ an der TU Braunschweig beschäftigen und im Verbundprojekt „ReSpace! Connected Response-able Spaces and Infrastructures for Sustainable Living“ zusammenkommen. Im Fokus stehen Forschungserkenntnisse, die Geschlechterdimensionen in Themenfeldern aufzeigen sowie auf Vergeschlechtlichungen wissenschaftlicher Erkenntnisse und (technologischer) Artefakte verweisen. Neben Impulsvorträgen zeigen interdisziplinäre Forschungsprojekte Umsetzungsbeispiele der TU Braunschweig und anderer Hochschulen, die teils im Rahmen von GeDiMINT finanziert wurden (Forschungsimpulse).
Session Relevanzklärung – Geschlechterdimensionen in Forschung berücksichtigen (27.10., 14:00 bis 18:00 Uhr)
Die systematische Einbindung von Geschlechter- und Vielfältigkeitsdimensionen ist internationaler Standard und Voraussetzung für Drittmittelanträge und Publikationen. Ziel ist, den Gender Data Gap zu schließen und so Innovationen zu fördern, die zum Nutzen aller Menschen sind. In der Stadt- und Mobilitätsforschung wie allgemein ist ihre Berücksichtigung dort relevant, wo Mensch-Maschine-Interaktionen erfolgen und Nutzende existieren.
Es sind Expert*innen der DFG- und der EU-Forschungsförderung sowie aus der Geschlechterforschung mit Schwerpunkt MINT eingeladen.
Session Forschung im Dialog – Geschlechterdimensionen in der Stadt- und Mobilitätsforschung (27.10., 18:30 Uhr & 28.10. ganztags)
Der inhaltliche Schwerpunkt liegt auf der Analyse geschlechtsspezifischer Stadtstrukturen und Mobilitätsmuster im Zusammenspiel mit klima-, ressourcen- und kreislaufwirtschaftlichen Fragestellungen sowie den Potentialen urbaner Produktionsprozesse. Aufbauend auf aktuellen Forschungsergebnissen sollen daraus Impulse für eine inklusive, nachhaltige und bedarfsgerechte städtischer Infrastrukturplanung abgeleitet werden.
Die Tagung findet in Kooperation mit dem Forschungsschwerpunkt Stadt der Zukunft sowie dem Verbundsprojekt ReSpace! statt.
Das Programm der Tagung ist in zwei Sessions unterteilt
• Relevanzklärung für die Forschung (27.10. ab 13 Uhr) &
• Forschung im Dialog (Keynote 27.10. ab 18:30 Uhr hybrid & 28.10. ganztags in Präsenz)
Queere Ringvorlesung der IU Internationalen Hochschule
Aktuelle Perspektiven aus Politik & Wissenschaft auf queere Lebensrealitäten
Im kommenden Wintersemester 26/27 bietet die IU Internationale Hochschule eine queere Ringvorlesung an, die für alle Interessierten offen ist. Nach Anmeldung kann digital teilgenommen werden.
Die Lebensbedingungen queerer Menschen geraten weltweit unter Druck: Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt sind keine Randerscheinungen. Der Anschlag im Umfeld des Berliner Christopher Street Day im Juli 2026, bei dem eine Frau getötet und mehr als 30 Menschen verletzt wurden, hat die Verletzlichkeit queerer Lebensrealitäten auf erschütternde Weise sichtbar gemacht. Für die Soziale Arbeit stellt sich dabei unmittelbar die Frage, wie sie mit diesen Entwicklungen umgeht und welchen Beitrag sie zum Schutz, zur Teilhabe und zur Stärkung queerer Menschen leisten kann.
Hier setzt die Queere Ringvorlesung der IU Internationalen Hochschule an. Nach dem erfolgreichen Start im Sommersemester 2025 und der Fortsetzung im Wintersemester 2025/26 geht die wissenschaftliche Online-Reihe ab 15. Oktober in eine weitere Runde. Weitere Informationen und Anmeldung hier: https://www.iu.de/duales-studium/praxispartner/praxispartner-veranstaltungen/queere-ringvorlesung-wise-26-27/.
FACHTAGUNG „GENDER STUDIES TRIFFT JINEOLOJî“ IV
FRIEDEN FEMINISTISCH NEU DENKEN – DEMOKRATISCHE GESELLSCHAFTEN STäRKEN

Wir leben in einer Welt der Kriege, Krisen und Katastrophen. Die patriarchal-binären Ordnungen der Entrechtungen, Gewalt, Naturvernichtung, Femizide, Autoritarisierung werden zunehmend extremer in ihren Ausprägungen.
Aus dekolonial-feministischer und jineologischer Perspektive wird dem eine konsequente Orientierung auf Frieden und das freie, gute und demokratische Leben entgegengestellt. Frieden wird dabei als umfassender gesellschaftlicher Prozess verstanden, der mit Demokratisierung, Geschlechtergerechtigkeit und epistemischer wie rechtlicher Gerechtigkeit untrennbar verbunden ist. Die Erfahrungen von Frauen* mit Krieg, Vertreibung, Armut, kolonialer und patriarchaler Gewalt sind vielfältig und tiefgreifend. Ebenso vielfältig sind ihre Beiträge zur Friedensarbeit. In vielen traditionellen Friedensprozessen werden Frauen* noch immer vorwiegend als passive Opfer oder lediglich als Betroffene von Krieg und Gewalt wahrgenommen. Diese Reduzierung verhindert, dass ihre Perspektiven in der Gestaltung von Friedensprozessen ernsthaft berücksichtigt werden.Doch gerade aufgrund ihrer vielschichtigen Erfahrungen fordern Frauen* – insbesondere aus dekolonialen Kontexten – zunehmend und mit Nachdruck ihre gleichberechtigte Beteiligung an Friedensprozessen ein. Ihr Wissen, ihre Organisierung und ihre Perspektiven sind unerlässlich, um Frieden als eine soziale Praxis zu denken, die sich gegen strukturelle, kulturelle und epistemische Gewalt richtet.
Die Jineolojî als Wissenschaft der Frauen, des Lebens und der Gesellschaft bekommt derzeit eine zunehmende Bedeutung mit dem Dialogprozess in der Türkei und insbesondere dem Friedensapell von Abdullah Öcalan vom 27. Februar 2025. Der kurdischen Frauenbewegung kommt aufgrund ihrer jahrzehntelangen Erfahrung eine zentrale Rolle in dem Prozess zu, denn die Veränderung der patriarchalen Durchdringung
aller gesellschaftlichen, ökonomischen, politischen und persönlichen Verhältnisse wird als grundlegend für einen Frieden mit Würde und Gerechtigkeit betrachtet.
Die kommende vierte Tagung in der Reihe „Gender Studies meets Jineolojî“ wird den Frieden fokussieren und feministische Kriegs- und Militarismuskritik sowie Friedenskonzepte und -praktiken von Frauen* mit den Perspektiven, Analysen und Erfahrungen der Jineolojî in Austausch bringen.
ABLAUF
- Eröffnung:
- Dersim Dağdeviren, Co-Vorsitzende Kurd-Akad
- Grußworte:
- Dr. Beate von Miquel, Geschäftsführerin des Marie Jahoda Center for International Gender Studies der Ruhr-Universität Bochum, Dr. Johanna Leinius, Politikwissenschaftlerin, wissenschaftliche Geschäftsführerin des Cornelia Goethe Centrums für Geschlechterforschung, Universität Frankfurt am Main
- Einführung in die Thematik:
- Dr. Mechthild Exo, Politikwissenschaftlerin, Hochschule Emden/Leer
- Panel I: Friedenstheorie, Friedenskonzepte und Friedenspraxis
- Dr. Michaela Zöhrer, Soziologin, Hochschule Rhein-Waal
- Nesrin Akgül, Jineolojî Akademie, Türkei
- Moderation: Dr. Mechthild Exo, Politikwissenschaftlerin, Hochschule Emden/Leer
- Panel II: Transitional Justice aus feministischer Perspektive: Frieden braucht Gerechtigkeit
- PD Dr. Simone Wisotzki, PRIF Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung
- Dr. Nisan Alici, Derby Universität, GB
- Moderation: Dr. Christine Löw, Politikwissenschaftlerin, Goethe-Universität Frankfurt a.M.
- Panel III: Perspektiven auf Frieden als das freie, würdevolle, gute,gesellschaftliche Leben
- Dr. Mawa Mohamed, Soziologin, Goethe-Universität Frankfurt a.M.
- Newroz Uysal Aslan, DEM Partei Abgeordnete, Türkei
- Moderation: Dr. Münevver Azizoğlu-Bazan, Sozialwissenschaftlerin, Universität Bremen
- Tageszusammenfassung:
- Ass. Prof. Marlene Schäfers, Utrecht Universität, Niederlande
Anmeldemodalitäten:
Es wird um Anmeldung bis zum 31.10.2026 via info@kurd-akad.com gebeten. Der Zoom-Link wird nach Ende der Anmeldefrist per Email zugeschickt.
Organisation: Netzwerk kurdischer AkademikerInnen e.V. (Kurd-Akad) in Kooperation mit Cornelia Goethe Centrum für Geschlechterforschung, Goethe-Universität Frankfurt am Main; Hochschule Emden/Leer; Jineolojî Center Europa; Marie Jahoda Center for International Gender Studies der Ruhr-Universität Bochum; Universität Innsbruck.
Mutterschaften erforschen. Politisch. Intersektional. Widerständig
Online-Forschungskolloquium
hier klicken für die Einladung als pdf-Datei mit Beschreibung der einzelnen Sitzungen.
Kaum ein gesellschaftliches Feld ist so stark normiert und zugleich so politisch aufgeladen wie Mutterschaft: Zwischen Tradwife-Ästhetik und neoliberaler Selbstoptimierung ist sie zum
ideologischen Schlachtfeld geworden. In der öffentlichen Auseinandersetzung wird Mutterschaft zunehmend von rechten und neokonservativen Bewegungen instrumentalisiert, was in der zugleich entpolitisierten, naturalisierten und ästhetisierten Inszenierung der weißen „Tradwife“ gipfelt.
Alternativ dominieren neoliberale Produktivitäts- und Selbstoptimierungsimperative sowie individualisierende Vereinbarkeitsdogmen, die strukturelle Probleme privatisieren. Das hegemoniale Narrativ lautet: Wer es nicht schafft, den grenzenlosen, überfordernden und teils widersprüchlichen Anforderungen an Mutterschaft gerecht zu werden, ist selbst schuld. Dem möchten wir als Netzwerk Mutterschaft und Wissenschaft zusammen mit dem icp – institute for critique and practice (gGmbH) und FEM POWER Vision eine dezidiert strukturanalytische, queerfeministische und intersektionale Perspektive entgegensetzen.
Wir wollen Mutterschaft jenseits von Naturalisierungen, Moralisierungen und neoliberalen Verkürzungen als politische Praxis begreifen und analytisch neu verorten. Denn es tut sich etwas: Wissenschaftler*innen aus unterschiedlichsten Disziplinen arbeiten daran, Mutterschaft über den engen Horizont einer „feminisierten Sorgepraxis“ hinaus zu beschreiben, zu analysieren und neu zu konzeptualisieren. Zunehmend wird Mutterschaft als proaktive feministische und politische Seinsweise verstanden – als Praxis, die gesellschaftliche Ordnungen, Machtverhältnisse und Ungleichheiten nicht nur reproduziert, sondern auch infrage stellen und transformieren kann.
Das interdisziplinäre Kolloquium „Mutterschaften erforschen“ greift diese Entwicklungen auf. Ziel ist es, Mutterschaft als politisches, intersektionales und queerfeministisches Thema sichtbar zu machen, bestehende theoretische wie empirische Ansätze zusammenzuführen und einen offenen, solidarischen Raum für Austausch, Diskussion und Weiterentwicklung zu schaffen. Das Kolloquium ist als freundliches, offenes Format (friendly/open colloquium) angelegt.
Eingeladen sind Early Career-Forschende und bereits etablierte Wissenschaftler*innen unterschiedlicher Disziplinen und sowie weitere Interessierte.
Das Kolloquium wird im Sommersemester 2027 fortgesetzt.
FEMINA POLITICA ZEITSCHRIFT FÜR FEMINISTISCHE POLITIKWISSENSCHAFT
Call for Papers Heft 2/2027
click here to view the call for papers in English
Dis_abling Politics: Die anwesende Abwesenheit von Behinderung in der Politik(wissenschaft) (Arbeitstitel)
Bislang sind Auseinandersetzungen mit Behinderung in der deutschsprachigen Politikwissenschaft rar: Menschen mit Behinderungen und/oder chronischen Erkrankungen werden wenig in politikwissenschaftlichen Analysen und Theoretisierungen berücksichtigt. Ebenso verhält es sich mit der kritischen Auseinandersetzung mit Konstruktionen vermeintlicher körperlicher oder intellektueller ‚Normalität‘. Ableismus und Saneismus als gesellschaftliche Ordnungsmuster, die Rolle von Behinderung als Differenz- und Identitätskategorie und die damit
einhergehenden historischen und gegenwärtigen politischen Kämpfe werden selten systematisch betrachtet. Abwesend ist Behinderung auch als Name für etwas, das sich den Konzeptionen von politischem Handeln und von Institutionen in der (feministischen) Politikwissenschaft entziehen kann. Dennoch ist Behinderung in der beschriebenen Abwesenheit anwesend, nämlich als Verandertes, Verdrängtes, Verworfenes, Bedrohliches in der bestehenden herrschaftlichen politischen Ordnung und ihrer Analyse. Davon ausgehend möchten wir mit dem geplanten Schwerpunkt den Dialog zwischen feministischer Politikwissenschaft und Disability Studies, inklusive der verknüpften
(Sub-)Felder wie Mad Studies, Deaf Studies, Blind Studies oder Queer Crip Theory, vorantreiben. Behinderung soll in dem Heft nicht als private Angelegenheit individueller
Körper gefasst werden, sondern als politisch hervorgebracht. Folgende Themenfelder wollen wir mit dem Heft adressieren:
Konzeptarbeit: Wir laden Beiträge ein, die zentrale Konzepte der Politikwissenschaft und der Disability Studies durch einen kritischen Dialog schärfen. Dazu gehören auch forschungsethische, methodologische und epistemologische Reflexionen.
- Was ist oder als was erscheint Behinderung in der Politikwissenschaft?
- Was gewinnen wir, wenn wir politikwissenschaftliche Konzeptionen hinsichtlich ihrer Fähigkeit befragen, Menschen mit Behinderung gerecht zu werden?
- Wie verändern sich Konzepte von Citizenship, Gerechtigkeit, Teilhabe, Demokratie u. a., wenn Behinderung und Neurodivergenz als Ausdruck menschlicher Vielfalt ernst genommen statt entpolitisiert werden?
- Wie können durch die Verbindung von Disability Studies und feministischen, queeren,trans*, post- und dekolonialen sowie kapitalismuskritischen Ansätzen politikwissenschaftliche Konzeptualisierungen von Intersektionalität geschärft werden?
Politische Theorie und Ideengeschichte: Wir laden zu Beiträgen ein, die sich mit den (naturalisierten) Fähigkeitserwartungen bzw. unreflektierten ability- oder capacityzentrierten
Setzungen in der politischen Theorie und Ideengeschichte auseinandersetzen.
- Wie formen Fähigkeitserwartungen den Kanon der politischen Theorie und Ideengeschichte?
- Wie sind Konstruktionen von ‚Fähigkeiten‘ verwoben mit der ‚Kolonialität der Macht‘?
- Wo ist Behinderung in Idealvorstellungen von z.B. politischer Subjektivität, politischer Agency, Fähigkeit zur Diskursteilhabe, Selbstbestimmung, oder Demokratiefähigkeit anwesend_abwesend – als Verdrängtes, die Ordnung Störendes oder auch als explizites Exklusionskriterium?
Regierung von/durch Behinderung: Ebenso interessieren wir uns für Beiträge, die sich mit dem Staat als zentralem Akteur in der Norm(alis)ierung von Körpern und mit
rechtlichen und staatlichen Regulierungen von Behinderung auseinandersetzen.
- Wie sind staatliche Familien-, Sexualitäts- und Bevölkerungspolitiken von abilityzentrierten Setzungen geprägt und wie knüpfen sich hier Intersektionen?
- Wie verändern sich in den Staat eingeschriebener Ableismus und Saneismus historisch: im Wohlfahrtsstaat, im Kontext neoliberaler Transformation, als Antwort auf Forderungen von Behindertenrechtsbewegungen?
Zeitdiagnosen: Der Schwerpunkt fokussiert auch gegenwärtige politische Entwicklungen und fragt danach, wie diese durch einen Dialog zwischen Disability Studies und feministischer Politikwissenschaft umfassender und präziser analysiert werden können.
- Wie kann der politische Umgang mit Behinderung als Indikator für die Krise der Demokratie, die zunehmende Prekarisierung, die um sich greifende Faschisierung des Sozialen untersucht werden?
- In welcher Verbindung steht der neoliberale Abbau des Wohlfahrtsstaats zu Maskulinisierungs-, ‚Wehrhaftigkeits-‘, Resilienz- und Healthism-Diskursen?
- Wie verknüpft sich die Autoritarisierung von Grenzregimen mit ability-/capacityzentrierten Bio- und Nekropolitiken in Kriegsregionen, auf der Flucht, in Lagern?
Widerstände, Bewegungen und Utopien: Schließlich freuen wir uns über Beiträge, die durch alternative Wissensbestände aus den Disability Studies und
Bewegungskontexten zu Körperlichkeit, Sorge, dem Sozialen, dem Politischen u.v.m. feministische Politikwissenschaft vertiefen.
- Inwiefern können Formen des politischen Protests und ‚das Politische‘ durch Perspektiven aus den Disability Studies kritisch befragt und erweitert werden?
- Was sind kollektive Strategien gegen ableistische Strukturen und wie kann politisches Handeln auf kollektive Sorge und Inklusion ausgerichtet werden?
- Wie werden in Behindertenrechtsbewegungen und Krüppel-/Crip-Aktivismen intersektionale Verbindungen zu feministischen, queeren, trans*, inter*, antirassistischen, antifaschistischen und antikolonialen Kämpfen gelebt?
- Wo und wie entstehen Solidarität und Allyship, aber auch Friktion und Konflikt?
Abstracts und Kontakt: Deadline 30. November 2026
Der Schwerpunkt wird inhaltlich von Mai-Anh Boger, Gundula Ludwig und Carolin Zieringer betreut. Wir bitten um ein Abstract in der Länge von 250-500 Wörtern bis
zum 30. November 2026 an mboger@uni-koblenz.de und redaktion@femina-politica.de.
Die Femina Politica versteht sich als intersektional feministische Fachzeitschrift. Sie fördert wissenschaftliche Arbeiten von Frauen und anderen geschlechtlich marginalisierten Personen (wie etwa trans*, inter*, nicht-binären oder geschlechternonkonformen Personen) in und außerhalb der Hochschule und lädt zum Einreichen inhaltlich qualifizierter Abstracts ein.
Angesichts des Schwerpunkts freuen wir uns besonders über Einreichungen von Personen mit Behinderung und/oder chronischen Erkrankungen.
Abgabetermin der Beiträge
Die Schwerpunktverantwortlichen laden auf der Basis einer Auswahl aus den eingereichten Abstracts bis zum 15. Dezember 2026 zur Einreichung von Beiträgen ein.
Der Abgabetermin für die fertigen, anonymisierten Beiträge im Umfang von 35.000 bis max. 40.000 Zeichen (inklusive Leerzeichen, Fußnoten und Literatur) ist der 15. März 2027.
Die Angaben zu den Autor*innen dürfen ausschließlich auf dem Titelblatt erfolgen, um eine Verzerrung der Begutachtung zu vermeiden. Alle Manuskripte unterliegen einem
Peer-Review-Verfahren. Pro Beitrag gibt es ein externes Gutachten (beidseitig anonymes review) und ein internes Gutachten von den Herausgeber*innen. Wenn die Einschätzungen
der Gutachter*innen zu weit auseinanderliegen, kann ein drittes Gutachten eingeholt werden. Die Rückmeldung der Gutachter*innen erfolgt bis spätestens 15. Mai 2027.
Die endgültige Entscheidung über die Veröffentlichung des Beitrags wird durch die Herausgeber*innen auf Basis der Gutachten getroffen. Hier kann es auch zu Ablehnungen kommen, wenn beide Gutachten eindeutig negativ sind. Der Abgabetermin für die Endfassung des Beitrags ist der 15. Juli 2027.
Die Deadlines sind nicht leider nicht flexibel, um ein zeitgerechtes Erscheinen des (gedruckten) Heftes sicherzustellen.
Femina Politica
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http://www.budrich-journals.de/index.php/feminapolitica
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Kontakt: redaktion@femina-politica.de
Kick-off Event „Generation Equal Pay”


Kick-off Event am 18. September 2026
Wie sieht die Arbeitswelt in einer Generation aus, in der die Lohnlücke Geschichte ist? Wie hat sich die Verteilung von Care-Arbeit verändert? Wie arbeiten, führen und wirtschaften Menschen in dieser Zukunft – und was musste sich dafür tun? Mit der Kampagne „Generation Equal Pay” richtet der Equal Pay Day am 27. Februar 2027 den Blick nach vorn. Den Auftakt macht unser Kick-off Event am 18. September 2026 von 12:00 bis 13:00 Uhr im Livestream auf Youtube.
Gemeinsam entwerfen wir Zukunftsszenarien und fragen: Was hat sich verändert, wenn equal pay selbstverständlich geworden ist – und wie kommen wir dahin? Mit dabei: Dr. Petra Bahr, Staatssekretärin im BMBFSFJ, Katharina Lages-Willner, Co-Präsidentin von BPW Germany, die Schauspielerin Nora Kühnlein, Liska Beulshausen von Wirtschaft ist Care, die Zukunftsforscherin Clara Jöster-Morisse und das Referat 311 vom BMBFSFJ. Moderieren wird die Veranstaltung Uta Zech, Leiterin der Equal Pay Day Kampagne.
Hier klicken zum YouTube Livestream
Hier klicken zur Website der Equal Pay Day Kampagne
Dr. Petra Bahr wurde 1966 geboren, ist verheiratet und hat ein Kind. Sie ist promovierte Theologin und Philosophin mit umfassender Erfahrung an der Schnittstelle von Kirche, Gesellschaft und Politik. Seit 2025 ist sie Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Mit einem Grußwort wird sie die Veranstaltung einläuten.
Katharina Lages-Willner ist Gründerin und Geschäftsführerin von HeartBrain Consulting. Sie berät Vorstände, Geschäftsführungen und HR-Leitungen zu paritätischer Führung, Retention weiblicher Talente und strategischer Nachfolgefähigkeit. Seit Sommer 2025 ist sie gemeinsam mit Heike Fiestas Cueto Co-Präsidentin von BPW Germany, der die Equal Pay Day Kampagne initiiert. Mit wirtschaftspolitischem, zuversichtlichem und humorvollem Blick wird sie das Bild einer Generation Equal Pay entwerfen.
Nora Kühnlein absolvierte ihre Ausbildung an der Wiesbadener Schule für Schauspiel. Nach Engagements am Staatstheater Wiesbaden und am Theater Rottweil ist sie seit 2022/23 wieder als freie Schauspielerin an verschiedenen deutschen Bühnen zu sehen. Neben ihrer Tätigkeit als Sprecherin inszenierte sie mehrere Live-Lesungen. Sie wird aus Mareike Fallwickls Roman „Und alle so still” (Rowohlt Verlag, Hörbuch: Argon Verlag) lesen, der die Frage aufmacht: Was wäre, wenn alle Frauen gleichzeitig streiken und keine unbezahlte Sorgearbeit leisten?
Liska Beulshausen ist geschäftsführende Co-Vorständin der Denk- und Handlungswerkstatt Wirtschaft ist Care. Sie hat Soziologie und Ökonomie studiert und setzt sich für den Aufbau einer care-zentrierten Wirtschaft ein. Sie wird darüber sprechen, welche Folgen ein Frauenstreik für eine positive Zukunft haben könnte, wie sich der Umgang mit Sorgearbeit dadurch verändern würde und welchen Stellenwert Pflege- und Care-Berufe in solch einer Zukunft hätten.
Clara Jöster-Morisse erforscht feministische Zukünfte an der Schnittstelle von Zukunftsforschung und Feminismus. Sie studierte Politik und Gender Studies und wirkte u. a. an Zukunftsprozessen zu Geschlechtergleichstellung für die Europäische Kommission und das Europäische Institut für Gleichstellungsfragen mit. Sie wird erklären, wie Zukunftsszenarien dabei unterstützen können, im Jetzt zu handeln – und wie eine geschlechtergerechte Arbeitswelt der Zukunft aussieht.
Referat 311, BMBFSFJ. Partnerschaftliche Aufteilung der Erwerbsarbeit, Wahl der Steuerklassen, Jobwechsel oder Anpassung der Arbeitszeit: Die Lebenskarte und der Lohn-O-Mat des BMBFSFJ machen transparent, wie sich diese Entscheidungen auf das Einkommen und die spätere Altersvorsorge auswirken. Susanne Maurer aus dem Referat 311 wird diese vorstellen.
Uta Zech ist staatlich anerkannte Schauspielerin sowie Werbekauffrau und Mitgründerin der Agentur Zech Dombrowsky Design. Sie unterrichtete lange Jahre an der Filmschauspielschule Berlin und moderiert Podiumsdiskussionen und Tagungen. Von 2016 bis 2022 war sie Präsidentin von BPW Germany und ist heute Leiterin der vom BPW initiierten Equal Pay Day Kampagne. Sie wird durch die Veranstaltung führen.
BILDER. BOTSCHAFTEN. BEEINFLUSSUNG.
Vom Alphamann bis zur Tradwife - wie Jugendliche und Kinder mit Stereotypen aufwachsen - und warum das problematisch ist

FACHTAG
Kreishaus Vechta, Ravensberger Str. 20
für pädagogische Fachkräfte, Schüler*innen und alle Interessierten!
Programm:
9 Uhr – Los gehts
Begrüßung Landrat Tobias Gerdesmeyer
Einführung Gleichstellungsbeautragte Astrid Brokamp
9.30 Uhr – Impuls
Geschlechterstereotype im Schulalltag
Pinkstinks Germany e.V.
Hydration Break
10.45 Uhr – Projekt-Parcour
Schülerinnen und Schüler stellen ihre Projekte gegen Stereotype vor.
Mit dabei: Georg-Kerschenstein-Schule Holdorf, Geschwister-Scholl-Oberschule Vechta,
Overbergschule Vechta, Gymnasium Antonianum, ...
Künstler*innen berichten von den Projekttagen “Kunst statt Klischee”
Street Art, Graffiti, Malerei, Video, Trickfilm, Workshop “My Gatekeeper”
11.30 Uhr – Was bleibt
Fazit von Studierenden der Uni Vechta (Designpädagogik)
Abschluss und Ausblick: Astrid Brokamp
Anmeldung & Infos
Eintritt frei | Anmeldung erforderlich
Infostand CEDAW | Themen-Tisch “BIAS”
Gleichstellungsbeauftragte Landkreis Vechta
Astrid Brokamp, Ravensberger Str. 20, Vechta
Tel.: 04441 8981025
Mail: 1025@landkreis-vechta.de
Vater werden - Vater sein
Online-Angebot für (werdende) Väter in Vechta und Umgebung

24.September | 20 Uhr | online
Organisiert vom Arbeitskreis für (allein)Erziehende im LK Vechta gibt es am 24. September um 20 Uhr eine Veranstaltung für (werdende) Väter in Vechta und Umgebung, auf die wir hier gerne aufmerksam machen möchten:
Wir bieten im Anschluss an diesen Online-Austausch einen regelmäßigen
Vätertreff beim VSL in Vechta an. Start: Donnerstag, 8.10., 18:30 Uhr
Welche Rolle möchte ich als Vater einnehmen?
Was soll mein Kind über mich sagen, wenn es erwachsen ist?
Welche Erwartungen werden an mich gestellt?
Wie schaffe ich ein Gleichgewicht zwischen Verantwortung + Selbstfürsorge?
Impulse von Jan Ole Himmel (Väterbüro Wolfburg) und Dirk Hillman (VSL e.V. Vechta)
Anmeldungen unter 1025@landkreis-vechta.de
Teilnahme kostenlos und unverbindlich
Wahlprüfsteine zur Kommunalwahl 2026
Gemeinsam mit der Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbüros in Niedersachsen (LAG Gleichstellung) hat der Landesfrauenrat Niedersachsen Wahlprüfsteine zur Kommunalwahl am 13. September 2026 veröffentlicht. Sie stehen ab sofort zur Verfügung und können zur Befragung von Parteien und Kandidat*innen im Vorfeld der Wahl genutzt werden.
Mit den Wahlprüfsteinen rücken die Initiatorinnen zentrale Handlungsfelder für die Gleichstellung von Frauen und Männern in den Fokus der kommunalpolitischen Debatte. Gerade auf kommunaler Ebene werden wichtige Entscheidungen getroffen, die unmittelbare Auswirkungen auf die Lebensrealitäten von Frauen haben. Deshalb braucht es eine konsequente Weiterentwicklung der Gleichstellungspolitik in Städten, Gemeinden und Landkreisen.
Im Mittelpunkt steht dabei auch die Frage der politischen Teilhabe: Frauen müssen stärker an politischen Entscheidungsprozessen beteiligt werden und ihr Anteil in den Kommunalparlamenten deutlich steigen. Ebenso wichtig ist die stärkere Einbindung regionaler Frauennetzwerke sowie eine lebendige Bürger*innenbeteiligung, um demokratische Strukturen nachhaltig zu stärken.
Die Wahlprüfsteine behandeln unter anderem folgende Themenfelder:
- Gewaltschutz und Umsetzung der Istanbul-Konvention
- Gesundheitsversorgung
- Stadtplanung und Mobilität
- Repräsentanz und Teilhabe
- Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Carearbeit
- Gender Budgeting und Digitalisierung
Nach kurzen Einführungen in die jeweiligen Themen formulieren die Wahlprüfsteine konkrete Forderungen an die Kommunalpolitik. Sie sollen als Diskussionsgrundlage im Wahlkampf dienen und eine Orientierung für Gespräche, Veranstaltungen und öffentliche Debatten bieten.
Hier geht es direkt zu den Wahlprüfsteinen.
Fachveranstaltung Queere Gesundheit und Versorgung am 9.9.26, 14 Uhr
Trans* Gesundheit an der Charité - Versorung, Forschung, Bedarfe
Die Veranstaltung bringt Fachkräfte, Beratungsstellen, Interessierte und queere Menschen zusammen, um aktuelle Erkenntnisse auszutauschen, Versorgungsbedarfe zu identifizieren und gemeinsam Ansätze für eine diskriminierungsarme, diversitätssensible Gesundheitsversorgung zu entwickeln. Die Veranstaltung ist kostenfrei. Zur Anmeldung.
📜 PROGRAMM
14.00 - 14.30 Uhr Eröffnung und Begrüßung
14.30 - 16.30 Uhr Impulsvorträge (Online und Präsenz)
- Geschlechtshormone, Darmmikrobiom und Herz-Kreislauf-Gesundheit bei trans Personen unter Hormonersatztherapie (in englischer Sprache). Prof. Dr. Sofia Forslund, Experimental and Clinical Research Center (ECRC),Charité – Universitätsmedizin Berlin und Max-Delbrück-Centrum
- Trans Versorgung an der Charité: Das neue interdisziplinäre Zentrum für Geschlechtsdiversität und rekonstruktive Genitalchirurgie an der Charité. Dr. med. Laura Hatzler, Direktorin Zentrum für Geschlechtsdiversität und rekonstruktive Genitalchirurgie, Charité – Universitätsmedizin Berlin
16.30 - 17.00 Uhr Pause
17.00 - 18.30 Uhr Workshops (ausgebucht)
18.30 Uhr Ausblick und Abschluss
18.45 Uhr Get Together
Nähere Informationen und Anmeldung hier.
Call for Papers der Zeitschrift GENDER
Kämpfe um Demokratie – Geschlechterforschung als Demokratieforschung
Analysen zum Zustand der liberalen repräsentativen Demokratie diagnostizieren seit längerem eine tiefgreifende Krise. Spätestens seit dem unübersehbaren Aufstieg rechts-autoritärer Kräfte wird zivilgesellschaftlich und institutionell zum Schutz der Demokratie aufgerufen. Das wirft aus der Perspektive einer (intersektionalen) Geschlechterforschung die Frage auf: Was bedeutet eigentlich in welchen Kontexten Demokratie? Für das Sonderheft werden theoriefokussierte und empirische Beiträge gesucht. Für das Sonderheft werden theoriefokussierte und empirische Beiträge gesucht.
Herausgeberinnen sind Christina Brüning, Funda Hülagü, Mike Laufenberg, Johanna Leinius und Inga Nüthen. Einreichung eines Abstracts bis zum 18. Oktober 2026!
Der vollständige Call (auf Deutsch und Englisch) findet sich hier.
Hochschulübergreifende Ringvorlesung „Sexualität und Soziale Arbeit“
wir möchten auf die hochschulübergreifende Ringvorlesung „Sexualität und Soziale Arbeit“ hinweisen. Sie startet am 26.10.2026 um 18:00 Uhr mit dem Vortrag von Cindy Ballaschk: „Wie sexuelle Bildung Heteronormativität reproduziert: Eine Analyse sexualpädagogischer Bildungsmaterialien und Lehrpraxis“.
Informationen zur Ringvorlesung finden sich hier. Bei der Ringvorlesung handelt sich um eine Kooperation der sexualwissenschaftlichen Schwerpunkte der Hochschulen: Alice Salomon Hochschule Berlin, Duale Hochschule Baden-Württemberg Stuttgart, Frankfurt University of Applied Sciences, Hochschule Fulda, Hochschule Kiel, Hochschule Merseburg, Medical School Hamburg, Pädagogische Hochschule Freiburg. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!
Hochschulblock bei der Demonstration „Sachsen-Anhalt Weltoffen“ am 5. September 2026
Zusammenstehen gegen den Frontalangriff auf Hochschulen und Zivilgesellschaft
Für ein vielfältiges, demokratisches und solidarisches Sachsen-Anhalt steht das unabhängige, zivilgesellschaftliche Netzwerk „Sachsen-Anhalt weltoffen“ ein. Das Bündnis ruft einen Tag vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, am Samstag, den 5. September 2026, dazu auf, gemeinsam auf die Straße zu gehen, um Sichtbarkeit für die demokratischen Kräfte des Landes zu schaffen. Die ZEGD hat den Aufruf des Bündnis „Sachsen-Anhalt weltoffen“ unterzeichnet und ruft zur Teilnahme am Hochschulblock der Demo in Magdeburg auf. Die Demo ist eingebettet in ein Demokratie-Festival, das vom Bündnis organisiert wird. Es gibt Redebeiträge und Musik. Weiter Informationen gibt es hier.
Als Universitäten und Hochschulen wollen wir gemeinsam mit der engagierten Zivilgesellschaft bereits vor der Wahl ein Zeichen setzen und deutlich machen, dass die demokratischen Kräfte zusammenstehen.
Bereits jetzt sind wir an den Hochschulen mit zahlreichen Problemen konfrontiert:
- Befristungen und unsichere Arbeitsverhältnisse,
- Reallohnverluste aufgrund geringer Tarifsteigerungen,
- Unterfinanzierung und Kürzungen,
- eine Einschränkung des Meinungsstreits durch Veranstaltungsverbote.
Die AfD bereitet in Sachsen-Anhalt und in anderen Bundesländern nun zusätzlich einen autoritären Frontalangriff auf die Hochschulen vor.
- Die AfD will die Gleichstellung und die Studierendenräte abschaffen.
- Die AfD will den Beschäftigten und Studierenden demokratische Mitspracherechte wegnehmen und alle Macht den Professor: innen zurückgeben.
- Die AfD will die Wissenschaftsfreiheit beschränken, indem sie plant, bestimmte Fachdisziplinen zu verbieten und stattdessen pseudowissenschaftliche rechte Lehrstühle einzusetzen.
- Die AfD will unter Verweis auf ein falsch verstandenes politisches Neutralitätsgebot die Hochschulen und die Landesverwaltung von liberalen und linken Beschäftigten und Beamte säubern.
- Die AfD will unsere Gewerkschaften aus den Betrieben drängen und das Streikrecht einschränken.
Das sind, wie wir am Angriff Trumps auf die Universitäten in den USA sehen konnten, keine leeren Worte. Unseren Kolleg: innen und Mitstudierenden in Sachsen-Anhalt gehören mit zu den ersten, denen es an den Kragen gehen wird. Als Beschäftigte und Studierende an Hochschulen in ganz Deutschland sind wir nun gefragt, unsere Rechte, Interessen und Werte zu verteidigen. Deswegen rufen wir euch dazu auf, bei der Demonstration vom 5. September 2026 in Magdeburg mit uns auf die Straße gehen. Die Demonstration beginnt 13:30 am Willy-Brandt-Platz (Elbseite Bahnhof) und endet auf dem Domplatz. Wir werden uns in einem gemeinsamen Hochschulblock zusammenfinden. Dazu treffen wir uns an der Sparda-Bank.
Einladung zur Forschung+-Veranstaltung
Antragswerkstatt: Gender & Diversity in Forschungsanträgen – was wirklich zählt!
Sie schreiben gerade einen Forschungsantrag – oder planen den nächsten?
Dann lohnt sich ein genauer Blick auf Gender- und Diversityaspekte: Bei DFG- und EU-Anträgen sind sie längst mehr als ein „nice to have“. Entscheidend ist, wie überzeugend und fachlich sinnvoll diese Aspekte in das eigene Forschungsvorhaben integriert werden.
In dieser Antragswerkstatt erfahren Sie von Dr. Jennifer Dahmen-Adkins, wissenschaftliche Koordinatorin für gender- und diversitätsorientierte Forschungsverbundberatung bei der LAGEN,
- wann und wo Gender- und Diversityaspekte in Forschungsanträgen relevant sind,
- wie sich diese sinnvoll in ein Forschungsvorhaben integrieren lassen,
- worauf Fördermittelgeber und Gutachterinnen und Gutachter achten,
- und wie typische Stolpersteine in der Antragstellung vermieden werden.
Neben dem Input steht vor allem eines im Mittelpunkt: Ihre Fragen und konkreten Forschungsvorhaben.
📅 Do., 03.09.2026, 13:30 – 14:45 Uhr
📍KOMFORTZONE R036
👤 Frau Dr. Jennifer Dahmen-Adtkins, Wissenschaftliche Koordinatorin der Forschungsberatung der LAGEN.
Handreichung: Umgang mit rechten Anfeindungen gegen die Wissenschaft
Das Projekt GERDEA hat gemeinsam mit dem Bundesverband Mobile Beratung eine Handreichung zum Umgang mit rechten Anfeindungen gegen die Wissenschaft veröffentlicht.
Seit rund zehn Jahren lassen sich unterschiedliche Formen und Strategien rechtsextremer Raumnahme im universitären Kontext beobachten, mit denen Einfluss auf universitäre Diskurse genommen werden soll. Die Angriffe auf Hochschulen richten sich dabei nicht nur gegen einzelne Personen, sondern zielen auf die Idee einer offenen, kritischen und demokratischen Wissenschaft selbst. Die Handreichung ordnet rechtsextreme Anfeindungen gegen die Wissenschaft demokratietheoretisch ein und präsentiert Handlungsperspektiven aus Sicht der Mobilen Beratung im Kontext Hochschule. Im Anhang finden sich „10 Punkte“, die eine frühzeitige Auseinandersetzung mit (potentiell) bedrohlichen Anfeindungen von rechts erleichtern sollen, wie auch Verweise auf Beratungseinrichtungen und hilfreiche Lektüre.
Zur frei verfügbaren Handreichung im pdf-Format hier klicken.
Der GERDEA-Verbund setzt sich aus Forschungseinrichtungen und Praxispartner*innen zusammen. Auf der Webseite des Projekts finden Fachkräfte und Wissenschaftler*innen Fragen, Diskussionen und Ergebnisse dazu, wie der Wandel der Geschlechterverhältnisse auf die extreme Rechte wirkt – und wie rechte Geschlechterpolitiken wiederum die öffentliche Wahrnehmung rund um das Thema „Geschlecht“ prägen.
Neues bukof-Positionspapier: Gleichstellung in der europäischen Forschungsförderung
(Stand: 09.07.2026)
das neu erschienene Positionspapier der bukof ist verfügbar: „Gleichstellung nachhaltig in der europäischen Forschungsförderung verankern“.
In diesem Dokument präsentiert die bukof ihre zentralen Empfehlungen zur Weiterentwicklung der europäischen Forschungsförderung. Es wird nachdrücklich gefordert, Gleichstellung und Intersektionalität als verbindliche Qualitätsdimensionen in allen Phasen der Forschungsförderung zu etablieren. Darüber hinaus betont das Papier die Notwendigkeit, Gender Equality Plans konsequent weiterzuentwickeln und Geschlechter- sowie Diversitätsperspektiven sowohl in den Förderstrukturen als auch in den Forschungsinhalten systematisch zu berücksichtigen.
Das Positionspapier steht sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache zur Verfügung. Weitere Details und das vollständige Dokument sind unter dem folgenden Link zu finden.
Schutz vor Zwangsverheiratung und Verschleppung im Kontext der Ferienzeit
Mit dem Beginn der vorlesungsfreien Zeit rücken gesellschaftlich relevante Themen in den Fokus, die auch für den Bildungs- und Beratungssektor von Bedeutung sind. Die Frauenrechtsorganisation TERRE DES FEMMES macht aktuell darauf aufmerksam, dass die Sommerferienzeit statistisch vermehrt für versuchte Früh- und Zwangsverheiratungen sowie Verschleppungen ins Ausland genutzt werden kann. Obwohl dieses Phänomen ganzjährig auftritt, besteht in den Ferienmonaten ein erhöhtes Risiko für potenzielle Betroffene (sowohl minderjährige als auch erwachsene Personen).
Da an unserer Universität auch zukünftige Lehrkräfte und Pädagog*innen ausgebildet werden, ist die Sensibilisierung für diese Thematik von besonderer Relevanz. Das Erkennen von Warnsignalen und das Wissen um professionelle Hilfestellungen gehören zu den wichtigen Kompetenzen im Bildungsbereich.
Zur Information und Aufklärung stellen wir Ihnen hierzu folgende Ressourcen zur Verfügung:
Fachportal: Unter zwangsheirat.de sind bundesweit alle spezialisierten Beratungsstellen, Schutzeinrichtungen und weiterführende Informationen für Betroffene sowie für beratende Dritte zusammengefasst.
Leitfaden im Anhang: Der beigefügte Notfallbogen von TERRE DES FEMMES bietet eine sachliche Übersicht und Handlungsempfehlungen, wie im Verdachtsfall adäquat reagiert werden kann.
Wir teilen diese Informationen im Sinne einer präventiven Aufklärungsarbeit und wünschen Ihnen eine produktive und erholsame vorlesungsfreie Zeit.
Equal Pay Day NEWSLETTER
Die Equal Pay Day Kampagne wird um drei Jahre verlängert
Zum Start in den Sommer gibt es wegweisende Neuigkeiten: Die Equal Pay Day Kampagne geht in die nächste Projektphase und wird für drei weitere Jahre fortgeführt. Gemeinsam mit dem BMFSFJ setzen wir uns auch in Zukunft für Entgeltgleichheit und eine faire Gesellschaft ein.
Im aktuellen Newsletter informieren wir Sie zudem über die Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie, stellen das neue EU-Toolkit vor und geben einen Ausblick auf die wichtigsten Termine der kommenden Monate – einschließlich unseres großen Jubiläums im Februar 2027.
Neues CEWS/journal 2026|02 erschienen: Geschlechtergerechtigkeit im Wissenschaftssystem im Fokus
Das neue CEWS/journal (Ausgabe 2026|02) ist da!
Im Mittelpunkt dieser Ausgabe steht der Schwerpunktartikel von Okka Zimmermann und Jule Marie Lilje, der die Rollenkonflikte und Herausforderungen von akademischen Müttern im Spannungsfeld zwischen wissenschaftlicher Karriere und Familie beleuchtet. Darüber hinaus bietet das Journal spannende Einblicke in aktuelle Themen wie das Chancengleichheits-Monitoring der DFG, die „Leipziger Antifeminismus Kurzskala“ (LAF-S) sowie ein aktuelles Rechtsgutachten zu Sprachverboten an Hochschulen.
Die vollständige Ausgabe mit vielen weiteren Berichten und Debatten rund um die Geschlechtergerechtigkeit in der Wissenschaft finden Sie ab sofort unter folgendem Link zum Nachlesen: CEWS/journal 2026|02.
Gemeinsame Stellungnahme mit dem Netzwerk Antidiskriminierung an Hochschulen, 2026
Solidarität mit Prof.in Dr.in Brüning und allen Betroffenen rechter Gewalt und Drohungen
Gemeinsame Stellungnahme der Bundeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen e.V. mit dem Netzwerk Antidiskriminierung an Hochschulen
19.06.2026
Für Prof.in Dr.in Christina Brüning, Professorin für Geschichtsdidaktik an der PhilippsUniversität Marburg, ist nach wiederholten Morddrohungen und antisemitischen Schmierereien die Stadt Marburg kein sicherer Ort mehr. Das ist erschütternd und kein Einzelfall. Als Bundeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen (bukof) erhalten wir immer wieder Berichte von Kolleg*innen und Wissenschaftler*innen, die Einschüchterungen, Bedrohungen und gezielte Abwertungen bis hin zu Gewaltaufrufen erfahren. "Prof. Dr. Christina Brüning hat unsere volle Solidarität und Unterstützung. Wir stellen uns vor Wissenschaftler*innen, die bedroht oder angegriffen werden. Wir unterstützen unbedingt die Haltung von Christina Brüning für eine wissenschaftlich und gesellschaftspolitisch fundierte Erinnerungskultur und gegen Rechtsextremismus," so Anneliese Niehoff und Uta Wagner, Sprecherinnen der Kommission gegen Antifeminismus an Hochschulen der bukof.
Sophie Ebert und Peps Gutsche vom bundesweiten Netzwerk Antidiskriminierung bestärken, dass es sich hierbei um Angriffe nicht nur gegen eine Einzelperson, sondern gegen den Wissenschaftsbetrieb handelt: "Wir müssen erkennen, dass hinter solchen Angriffen ein System kontinuierlicher Verunglimpfungen steckt, das sowohl auf die bewusste Herabwürdigung und Bedrohung einzelner Personen als auch die Abwertung wissenschaftlicher Erkenntnisse abzielt." Damit muss Schluss sein: Angriffe auf Wissenschaftler*innen treffen das demokratische und pluralistische Selbstverständnis der Hochschulen im Kern. Wenn gleichstellungsorientierte, antisemitismus- und rassismuskritische Forschung und Lehre als Zielscheibe für Mordaufrufe dienen, ist das ein Angriff auf uns alle. Wissenschaftsfreiheit und Demokratie sind unauflöslich miteinander verbunden. Daher braucht es stets konsequenten Schutz von Forschenden durch die Hochschulleitungen, Kolleg*innen und Fachgremien. Zugleich steht die Politik in der Verantwortung, verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen und die Finanzierung tragfähiger Schutz- und Unterstützungsstrukturen sicherzustellen. Nur so kann gewährleistet werden, dass Hochschulen ihrer Verantwortung und Fürsorgepflicht gerecht werden. Die Zielpersonen solcher Angriffe werden strategisch ausgewählt. Häufig handelt es sich um Personen, deren Forschung marginalisierte Gruppen betrifft oder die selbst in Hochschulen unterrepräsentiert sind: Frauen und queere Personen, Menschen mit Migrations- und Rassismuserfahrung, Jüdinnen und Juden. "Es braucht mehr Engagement für eine demokratische Gesellschaft von Professor*innen, akademische und administrative Mitarbeiter*innen, Studierenden – innerhalb und außerhalb der Hochschulen. Werden diese dafür angegriffen, so ist dies auch an Angriff auf die Hochschulen als Bildungsinstitution," so Nina Lawrenz und Christina Wolff vom bukof-Vorstand.
Wir positionieren uns gegen ein politisches Klima des Hasses, der Verachtung und der Gewalt und setzen uns für Wissenschaftsfreiheit, eine gerechte Gesellschaft und gelebte Vielfalt ein.
Die bukof hat 2023 gemeinsam mit der afg Handlungsempfehlungen für Hochschulleitungen zum Umgang mit diskriminierenden Angriffen im Hochschulkontext und Handlungsempfehlungen für Wissenschaftler*innen und ihr Umfeld veröffentlicht.
Das Netzwerk Antidiskriminierung veröffentlichte u. a. Handlungsempfehlungen zum Umgang mit queerfeindlichen Angriffen an Hochschulen sowie zum Thema Perspektivenvielfalt.
Den vollständigen Text finden Sie hier.
Stellungnahme zur geplanten Novellierung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes (WissZeitVG)
16.06.2026 Die Bundeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen (bukof) ist die geschlechterpolitische Stimme im wissenschafts- und hochschulpolitischen Diskurs. In der bukof sind alle verbunden, die Struktur und Kultur von Hochschulen in Deutschland geschlechtergerecht gestalten. Zum vorliegenden Referentenentwurf des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt für ein Gesetz zur Modernisierung des Befristungsrechts im Wissenschaftsbereich vom 26.05.2026 nimmt die bukof wie folgt Stellung:
1. Geschlechtergerechtigkeit als ausdrückliches Ziel des WissZeitVG verankern
2. Verlässliche Beschäftigungsperspektiven schaffen
3. Sorgearbeit wirksam berücksichtigen und Teilzeitbenachteiligungen abbauen
4. Wissenschaftskultur demokratisch, familienfreundlich und resilient gestalten
Fazit
Die bukof begrüßt die Richtung der Novelle ausdrücklich. Aus ihrer Sicht sollte sie jedoch an vier Punkten nachgeschärft werden: Geschlechtergerechtigkeit als Reformziel, verlässliche Karrierewege, wirksame Berücksichtigung von Sorgearbeit sowie die Förderung einer demokratischen und resilienten Wissenschaftskultur. Ein Wissenschaftssystem, das Menschen mit Sorgeverantwortung systematisch benachteiligt, verliert wissenschaftliches Potenzial. Diesen Verlust kann es sich angesichts des Fachkräftemangels und des gesellschaftlichen Anspruchs auf Chancengerechtigkeit nicht leisten. Wissenschaftliche Exzellenz und Geschlechtergerechtigkeit gehen Hand in Hand. Wenn beides in Einklang gebracht wird, kann das WissZeitVG einen nachhaltigen Beitrag zu fairen Arbeitsbedingungen und echter Chancengerechtigkeit im Wissenschaftssystem leisten.
Den vollständigen Text finden Sie hier.
Pressemitteilung Landesfrauenrat Niedersachsen
77 Jahre Grundgesetz: Demokratie ist nur mit Frauen stark
Hannover, 21. Mai 2026 - Anlässlich des Tages des Grundgesetzes am 23. Mai erinnert der Landesfrauenrat Niedersachsen an die zentrale Bedeutung des Grundgesetzes für Gleichberechtigung, Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
„Ehre, wem Ehre gebührt: Unser Grundgesetz ist das Fundament einer freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft. Der Gleichstellungsauftrag aus Artikel 3 Absatz 2 verpflichtet uns jedoch bis heute dazu, bestehende Benachteiligungen von Frauen konsequent abzubauen“, erklärt Dr. Barbara Hartung, Vorsitzende des Landesfrauenrates Niedersachsen (LFRN).
Seit Jahrzehnten setzt sich der Landesfrauenrat Niedersachsen dafür ein, dass Gleichberechtigung nicht nur ein Verfassungsauftrag bleibt, sondern gelebte Realität wird. Trotz vieler Fortschritte bestehen weiterhin strukturelle Ungleichheiten – etwa bei der politischen Repräsentanz, der Verteilung von Sorgearbeit, bei Einkommen und Altersarmut sowie beim Schutz vor Gewalt.
„Ohne Frauen ist Demokratie nicht möglich“, betont die Vorsitzende. „Die anhaltende Unterrepräsentanz von Frauen in politischen Entscheidungspositionen sowie in Wirtschaft und Gesellschaft ist ein Demokratiedefizit.“ Der Landesfrauenrat Niedersachsen fordert daher weiterhin eine paritätische Repräsentanz auf allen Ebenen sowie eine Politik, die Gleichstellung als demokratische Kernaufgabe versteht. Gemeinsam mit seinen Mitgliedsverbänden setzt sich der Landesfrauenrat für eine offene, vielfältige und gerechte Gesellschaft ein – im Sinne des Grundgesetzes und seiner Werte.
Kontakt:
Dr. Barbara Hartung, Vorstandsvorsitzende LFRN
Tel. +49 171 7815966, hartung@landesfrauenrat-nds.de
Stellungnahme der Unabhängigen Bundesbeauftragten für Antidiskriminierung gemäß § 28 Absatz 1 AGG
Zum Entwurf eines Zweiten Gesetzes zur Änderung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) 06. Mai 2026
Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz: Bundeskabinett beschließt Änderungen
Pressemitteilung am 06.05.2026
Das Bundeskabinett hat heute auf Vorschlag der Bundesministerinnen Prien und Hubig einen Gesetzentwurf beschlossen, der Änderungen des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) vorsieht. Ziel des Gesetzentwurfs ist es, EU-Vorgaben zum Diskriminierungsschutz ins deutsche Recht umzusetzen. Außerdem soll der Diskriminierungsschutz im AGG verbessert werden. So soll die Frist verlängert werden, innerhalb derer Ansprüche nach dem AGG geltend gemacht werden können. Auch sollen die zivilrechtlichen Benachteiligungsverbote im AGG angepasst werden. Zudem soll die Antidiskriminierungsstelle des Bundes Betroffene von Diskriminierung besser unterstützen können. Die vorgeschlagenen Änderungen finden auch eine Grundlage im Koalitionsvertrag.
Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend Karin Prien erklärt dazu: „Die EU-Richtlinien über Standards für Gleichbehandlungsstellen sorgen für eine europaweite Angleichung der Befugnisse unabhängiger Stellen. Mit ihrer Umsetzung stärken wir in Deutschland gezielt die Rechte derjenigen, die Opfer von Diskriminierung geworden sind und schaffen die Möglichkeit für eine schnelle und einvernehmliche Einigung der Beteiligten. Das ist ein wichtiger Schritt, um unseren Anspruch auf mehr Gleichbehandlung und ein wirksames Vorgehen gegen Diskriminierung konkret umzusetzen. Gleichzeitig achten wir darauf, Verwaltung und Unternehmen nicht unnötig zu belasten und Verfahren so einfach wie möglich zu gestalten. So schaffen wir mehr Unterstützung für Betroffene – bei zugleich hoher Rechtssicherheit für alle Beteiligten.“
Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz Dr. Stefanie Hubig erklärt dazu: „Wer diskriminiert wird, muss sich rechtlich wehren können. Um den Schutz vor Diskriminierung zu verbessern, wollen wir die Regelungen im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) anpassen. Die wichtigste Änderung: Wer von Diskriminierung betroffen ist, soll künftig vier statt zwei Monate Zeit haben zu entscheiden, ob sie oder er den Anspruch nach dem AGG gelten machen möchte. Unabhängig davon werde ich mich darüber hinaus weiter für einen ambitionierten Diskriminierungsschutz einsetzen.“
Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) gilt seit 2006. Es enthält Regeln zum Schutz vor Diskriminierung in der Arbeitswelt und bei zivilrechtlichen Rechtsgeschäften (zum Beispiel Miete oder Kauf). Das Gesetz diente auch der Umsetzung von vier europäischen Antidiskriminierungsrichtlinien ins deutsche Recht. Mit dem nunmehr vorgeschlagenen Zweiten Gesetz zur Änderung des AGG soll sichergestellt werden, dass das Gesetz den europäischen Vorgaben besser entspricht. Darüber hinaus sollen der Schutz von Betroffenen effektiver gestaltet, Unklarheiten bei der Rechtsauslegung beseitigt und die Rechtsdurchsetzung gestärkt werden.
Konkret sieht der heute beschlossene Gesetzentwurf folgende Neuerungen vor:
1. Verlängerung der Frist für die Geltendmachung von Ansprüchen
Personen, die von Diskriminierung betroffen sind, sollen künftig länger Zeit haben, um ihre Rechte geltend zu machen. Bislang müssen Ansprüche nach dem AGG innerhalb einer Frist von zwei Monaten geltend gemacht werden. Diese Präklusionsfrist soll künftig auf vier Monate verlängert werden.
2. Punktuelle Anpassungen der zivilrechtlichen Benachteiligungsverbote
Die zivilrechtlichen Benachteiligungsverbote im AGG sollen punktuell angepasst werden.
Insbesondere soll der Anwendungsbereich des Diskriminierungsverbots für das Merkmal Geschlecht ausgeweitet werden: Die bislang geltende Beschränkung auf Massengeschäfte soll in Bezug auf das Merkmal Geschlecht gegenstandslos werden. Die Änderung soll die EU-Unisex-Richtlinie umsetzen. Damit soll ein laufendes Vertragsverletzungsverfahren der EU-Kommission beendet werden.
Außerdem soll der AGG-Schutz vor sexuellen Belästigungen ausgeweitet werden: Der Schutz soll nicht mehr nur auf den Arbeitsplatz beschränkt sein, sondern etwa auch auf dem Wohnungsmarkt oder in der Fahrschule gelten. So soll der zivilrechtliche Rechtsschutz für Betroffene von sexueller Belästigung verbessert werden.
3. Änderungen betreffend die Antidiskriminierungsstelle des Bundes
Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) soll von Diskriminierung Betroffene besser unterstützen können. Dazu soll eine bei der ADS angesiedelte unabhängige Schlichtungsstelle künftig ein Streitschlichtungsverfahren anbieten, zu der jede Person Zugang hat, die der Ansicht ist, in ihren Rechten nach dem AGG verletzt worden zu sein.Auf diese Weise soll eine schnelle und einvernehmliche Einigung der Beteiligten befördert werden. Zudem soll die ADS das Recht erhalten, in Gerichtsverfahren, die Diskriminierungen betreffen, als Beistand aufzutreten oder auf Ersuchen des Gerichts eine Stellungnahme einzureichen. Arbeitsabläufe der Antidiskriminierungsstelle des Bundes und ihrer Einbindung bei Vorhaben der Bundesregierung sollen konkretisiert werden. Diese Änderungen dienen der Umsetzung von zwei EU-Richtlinien über Standards für Gleichbehandlungsstellen.
4. Anpassung der „Kirchenklausel“
Die sogenannte „Kirchenklausel“ im AGG (§ 9 AGG) soll an höchstgerichtliche Anforderungen angepasst werden. Die Vorschrift erlaubt es Religionsgemeinschaften und deren Einrichtungen innerhalb gewisser Grenzen, Beschäftigte wegen der Religion oder Weltanschauung unterschiedlich zu behandeln. Es soll klargestellt werden, dass dafür ein Bezug zwischen der Religion oder Weltanschauung und der konkreten Art der Tätigkeit der betroffenen Beschäftigten oder der Umstände ihrer Ausübung bestehen muss.
5. Vereinfachte und verbesserte Rechtsanwendung
Der Gesetzesentwurf sieht weitere Klarstellungen und Nachjustierungen vor, die die Rechtsanwendung vereinfachen und verbessern sollen: Das Diskriminierungsmerkmal „Alter“ soll durch „Lebensalter“ ersetzt werden. Außerdem soll der zivilrechtliche Diskriminierungsschutz bei Schwangerschaft und Mutterschaft verbessert werden.
Den Gesetzentwurf und Antworten auf häufige Fragen finden Sie hier.




