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© Alexas_Fotos/Pixabay
Kinder verschiedener Nationalitäten stehen mit ausgebreiteten Armen nebeneinander vor einem Globus.

Lehramt.International: International Mobility in the Master of Primary School Education - MAPS

Internationalisierung des Lehramtsstudiums

Am Zentrum für Lehrerbildung (ZfLB) der Universität Vechta wird eines von bundesweit 19 Modellprojekten zur Internationalisierung der Lehramtsausbildung an deutschen Hochschulen umgesetzt.

Primäres Ziel von MAPS ist es, strukturierte Mobilitätsfenster für angehende Grundschullehramtsstudierende einzurichten und die im Ausland erbrachte Studienleistungen vollständig anzuerkennen. Damit werden Möglichkeiten geschaffen, internationale, globale und interkulturelle Kompetenzen in einem ansonsten überwiegend national ausgerichteten Studiengang an der Universität Vechta zu erwerben.

Angesichts von Globalisierung, Migration und multikulturellen Klassenzimmern stellt ein pädagogisch wirksamer und sensibler Umgang mit Heterogenität in der Grundschule eine immer größere Herausforderung für die Lehrenden dar. MAPS versucht daher, Internationalisierungsangebote so zu gestalten, dass die angehenden Lehrkräfte auf einen zunehmend von Diversität geprägte Schulalltag möglichst früh vorbereitet werden.


Internationalisierung ist ein vieldeutiges Konzept, das im Hochschulbereich für ein Bündel an Zielen, Funktionen und Mitteln steht (Acedo, 2012). Konzeptuell tritt es daher in verschiedenen Deutungsvarianten auf.

In der Lehrerausbildung ist es eng mit dem Erwerb interkultureller, globaler oder internationaler Kompetenz verbunden - basierend auf Jane Knights (2004) Verständnis von Internationalisierung.

In der Hochschulpraxis können internationale bzw. internationalisierte Lerngelegenheiten unterschiedliche Erscheinungsformen annehmen: u.a. internationale Praktika, Studien- oder Lehraufenthalte im Ausland, interkulturelles Training, Kooperationspraktiken mit internationalen Partneruniversitäten, Kurse oder Inhalte, die eine Auseinandersetzung mit den Themen Heterogenität, Vielfalt und Inklusion anstreben.

 

“Diversity is about counting heads; inclusion is about making heads count.” (Mary-Frances Winters, 2014)

Es gibt keine einheitliche Definition, aber im Bildungskontext werden die Begriffe Heterogenität - oder der international gebräuchlichere Begriff Vielfalt (engl. Diversity) verwendet, um Unterschiede zwischen Lernenden zu beschreiben, die sich auf verschiedene soziokulturelle Aspekte (z. B. sozioökonomisch, ethnisch-kulturell, Geschlecht , Religion), individuelles Lerner*innenpotential (z. B. kognitive Fähigkeiten, Motivation) oder jede andere Form von Unterschieden beziehen können (u.a. Ainscow, 2020).

Wie Forschungen zeigen, hängen Heterogenität und Vielfalt eng mit der Diskriminierung von Einzelpersonen oder Gruppen, dem Zugang zu Bildung und dem Bildungserfolg zusammen. In den letzten zwei Jahrzehnten haben sich global Initiativen und Lehrerinstitute auf der Basis einer rechtlich gestärkten Position  daher für eine aktive Auseinandersetzung mit „Vielfalt“  eingesetzt und mit dem Konzept der Inklusion eine veränderte Praxis im Bildungsbereich etabliert.

Auf Schulebene konzentriert sich das Konzept insbesondere auf Änderungen sozialer und (sonder-)pädagogischer Praxis in Richtung individueller Bedürfnisse, ohne eine bestimmte Gruppe von marginalisierten Schülern oder einen Aspekt des Nachteils besonders zu betonen.

 

Die Forderung nach „Mehr“ Internationalisierung in der Lehrererstausbildung wird bildungspolitisch mit zunehmender Heterogenität, Pluralität und Vielfalt in den Schulen begründet und legitimiert.

Lehrende sind bedeutende Akteur*innen des sozialen Wandels (Cochran-Smith, 2008), die einen entscheidenden Beitrag zur Erreichung des Ziels einer partizipativen, inklusiven Gesellschaft leisten (Bartels et al., 2020). Die Bereitstellung von Lernmöglichkeiten zu den Themen Heterogenität, Diversität und Inklusion ist eine Querschnittsaufgabe in der Lehrererstausbildung.  

Internationalisierung wird als eine mögliche Strategie hervorgehoben, um die Fähigkeit von Lehrenden vor Eintritt in die Berufspraxis zu fördern, der Vielfalt im Klassenzimmer aktiv zu begegnen, und zwar durch internationalisierte Lernmöglichkeiten (Bartels & Schmees, 2021).

Potenziale für eine Internationalisierung der Lehrerbildung liegen in allen an der Lehrererstausbildung beteiligten Fächern, die den Erwerb eines professionellen Umgangs mit Lerner*innenvielfalt adressieren.

 


Das Projekt MAPS wird mit 346.000 Euro aus dem Programm "Lehramt.International" des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Es hat eine Laufzeit von vier Jahren (2021-2024).