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Open Science an der Universität Vechta

Wozu Open Science?

Open Science umfasst Vorgehensweisen, Methoden und Werkzeuge, mit denen der Forschungsprozess unter Nutzung der Chancen der Digitalisierung geöffnet wird. Viele Open-Science-Praktiken können direkt der Umsetzung von Anforderungen für Gute wissenschaftliche Praxis (GwP) dienen.

Zentrale Prinzipien von Open Science sind:

  • Transparenz,
  • Reproduzierbarkeit,
  • Wiederverwendbarkeit
  • und offene Kommunikation.

Zentrale Bewegungen von Open Science als Übersicht:

Open Access (OA): Forschungsergebnisse offen publizieren sowie nutzbar und zugänglich machen.
Open (Research) Data: Forschungs(meta)daten soweit möglichöffentlich und nachnutzbar als FAIR-Data zur Verfügung stellen. (FAIR = Findable (Auffindbar), Accessible (Zugänglich), Interoperable (Interoperabel), Reusable (Wiederverwendbar)).
Open Research Software: In der Forschung genutzte  und entstandene Software soll öffentlich zugänglich und nachnutzbar sein. In der Regel als Open Source mit entsprechender Lizenzierung.
Open Educational Resources (OER) and Practices (OEP): Freie und offene Materialien für Bildung und in der Lehre entwickeln, verwenden und zur Verfügung stellen.
Open Methodology: Die Anwendung von Methoden sowie den gesamten Prozess dahinter soweit praktikabel und relevant dokumentieren.
Partizipative Wissenschaft/Citizen Science und offene Hochschule: Einbeziehung von Nicht-Akademiker*innen, Bürger*innen sowie Zivilgesellschaft in Lehre und Forschungsprozesse.
(…)

Also Forschungsoutput möglichst umfassend offen zugänglich, nachvollziehbar sowie nachnutzbar machen. Von einer ersten Idee über Methoden, Programmcode und Forschungsdaten bis hin zur finalen Publikation und Lehrmaterial.

Der Grad der Offenheit kann/muss dabei aufgrund von Aspekten wie beispielsweise dem Datenschutz variieren. Der Grundsatz lautet:
 „So offen wie möglich, so geschlossen wie nötig“.

Open Science als (globaler) „Standard“

Im Jahr 2021 hat die UNESCO ihre völkerrechtliche Empfehlung zu Open Science beschlossen (UNESCO Recommendation on Open Science), aufbauend auf Papieren zu OA (2013) und OER (2017). Damit gibt es zum ersten Mal eine zwischenstaatlich vereinbarte Definition von Open Science. Auf dieser Basis arbeiten die UNESCO und die Deutsche UNESCO-Kommission daran, dass sich die Wissenschaft weiter gegenüber der Gesellschaft öffnet und Daten, Methoden und Publikationen nach offenen Standards bereitstellt.

Open Science wird von vielen Forschungsförderinstitutionen nicht nur befürwortet und aktiv gefördert sondern in zunehmendem Maße auch gefordert:

  • EU: Open Science wurde in Förderprogrammen (z.B. Horizon) verankert. Open Access und Open Data sollen in öffentlich finanzierten europäischen Forschungsprojekten zum Standard werden. Der European Council hat 2016 ein entsprechendes Dokument The transition towards an Open Science system beschlossen.
  • Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert insbesondere Open Access. In dem Papier Open Science als Teil der Wissenschaftskultur (2022) sind bestehende Positionen der DFG zu Open Science gebündelt zusammengefasst.
  • Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) unterstützt Open Access durch Vorgaben bei Fördermaßnahmen. Regulatorisch wurde z.B. die Zugänglichkeit von Publikationen mit der Einführung eines „unabdingbaren Zweitverwertungsrechts für Autor*innen wissenschaftlicher Beiträge“ unterstützt. Auf dieser Rechtsgrundlage können Forschende nun ihre Zeitschriftenbeiträge nach einer Frist von zwölf Monaten öffentlich zugänglich machen. Darüber hinaus unterstützt das BMFTR beispielsweise die Forschung mit Bürgerbeteiligung in Forschungsprojekten (Citizen Science). 2023 erfolgte eine gemeinsame Leitlinie von Bund und Ländern zu Open Access.
     

Open Science an der Universität Vechta – Auf dem Weg zu einer Strategie

Bereits 2016 hatte die Universität eine Open Access-Erklärung verfasst und sich in ihrem Hochschulentwicklungsplan (HEP) 2019-2023 die Integration von Aspekten von Open Science in die Wissenschaftspraxis zum Ziel gesetzt. 2021 folgte eine verbindliche Forschungsdaten-Policy, 2022 eine Digitalisierungsstrategie. Die Forderung nach breiter Umsetzung von Open Science wurde im folgenden HEP 2024-2028 fortgeschrieben:

“Das Rahmenkonzept einer „Offenen Wissenschaft“ (open science) gewinnt in der Wissenschaftslandschaft zunehmend an Bedeutung. Neben dem freien Zugang zu Publikationen (open access) und der Erleichterung des Zugangs zu Forschungsdaten (open data) fokussiert die Universität auch weitere Aufgabenfelder in der third mission. Zur Entwicklung einer passgenauen Open-Science-Strategie wird ein partizipativer Prozess angestoßen.” (HEP 2024-28 Kap. 3.3, S. 24) 

“Zudem wird angestrebt, die Wissenschaftskommunikation mit digitalen Formaten auszubauen und eine Open-Science-Kultur zu etablieren, um Forschung zugänglicher zu machen.” (HEP 2024-28 Kap. 2.2, S. 17) 

Auch die Transferstrategie von 2025 enthält Aspekte von Open Science. Konkretisierend wurde mit dem Land Niedersachsen in der Zielvereinbarung (ZV) 2025-26 verbindlich festgelegt:

"Neben dem freien Zugang zu Publikationen (Open Access) und der Erleichterung des Zugangs zu Forschungsdaten und -informationen (Open Data) fokussiert die Universität Vechta weitere Aufgabenfelder in der „Third Mission“. Zur Entwicklung einer passgenauen Open-Science-Strategie wird ein partizipativer, uiversitätsweiter Prozess angestoßen. Das Ziel ist erreicht, wenn bis Ende 2026 eine Open-Science-Strategie inkl. der Befassung in den zuständigen Gremien entwickelt wurde." (ZV 2025-26, S. 6)

Dieser universitätsweite Prozess wurde Ende 2025 mit einer Bestandsaufnahme der bestehenden Positionen zu Open Science bzw. deren Perspektiven in den forschungsunterstützenden Einheiten (Universitätsbibliothek, Referat Forschung, Transferstelle, ScienceShop, Offene Hochschule, Medienkompetenzzentrum, Rechenzentrum u.a.) begonnen. Es wurden Open Science-Handlungsfelder identifiziert und ein Vechta-spezifisches Verständnis von “Openness” herausgearbeitet. 

Ein erster Entwurf einer Open Science-Strategie wird aktuell im WS 2026/27 in einem Online-Konsultationsverfahren im Intranet hochschulöffentlich zur Diskussion und Kommentierung vorgestellt, bevor das Dokument in den weiteren Gremienweg (Senat) geht. Angesprochen zur Teilnahme und Mitgestaltung sind neben den Wissenschaftler*innen und forschungsunterstützenden Bereichen natürlich alle Hochschulmitglieder und -angehörigen.