Ringvorlesung zu "Geschichtslandschaften" (Oktober 2018 - Februar 2019)

Mit der diesjährigen Vortragsreihe zum Thema "Geschichtslandschaften" nehmen die Veranstalter Prof. Dr. Bernd Ulrich Hucker (Mittelalterliche Geschichte/Landesgeschichte) und Prof. Dr. Eugen Kotte (Didaktik der Geschichte/Neuere und Neueste Geschichte) die an der Universität Vechta lange gepflegte Tradition der Historischen Ringvorlesung wieder auf. Die Veranstaltung thematisiert Entstehung, Tradition und Inszenierung von Regionen, die unter Betonung historischer Charakteristika und kultureller Konvergenzen als Entitäten ausgewiesen werden, an konkreten Beispielen, von Schwaben bis Schleswig, von der Grafschaft Bentheim bis Pommern, von Hamburg bis zum Teutoburger Wald. Sie berücksichtigt dabei sowohl landes- und regionalgeschichtliche Aspekte wie auch das konstruktivistische Raumverständnis der Kulturwissenschaften. Die vierzehn Vorträge werden in wöchentlichem Abstand jeweils donnerstags um 18 Uhr im Hörsaal Q 15 an der Universität Vechta, beginnend mit dem 18.10.2018, von ausgewiesenen Expert/inn/en, die an verschiedenen deutschen und auswärtigen Universitäten und Institutionen forschen, gehalten. Interessent/inn/en sind herzlich eingeladen; der Eintritt ist kostenlos.

Das gesamte Programm finden Sie hier.

Historische Fachexkursion nach Nordhessen (23.07.-27.07.2018)

Die historische Fachexkursion führt diesmal unter dem Thema ""Kurhessen - die untergangene Region" unter der Leitung von Prof. Dr. Eugen Kotte in das Territorium der früheren Landgrafschaft Hessen bzw. des ihr nachfolgenden Kurfürstentums Hessen. Wie in den letzten Jahren werden nach einem epochenübergreifenden Konzept verschiedene Exkursionsziele in der Geschichtslandschaft wie auch auf dem Hin- und Rückweg besucht und analysiert, so die Hohenburg bei Homberg (Efze) und  der Dom St. Peter in Fritzlar, das Landgrafenschloss in Marburg und die Edertalsperre. Im Mittelpunkt der Exkursion stehen die historischen Fachwerkinnenstädte von Melsungen, Fritzlar, Homberg (Efze), Alsfeld und Marburg. Daneben werden Einrichtungen mit landesgeschichtlichen Schwerpunkten (Museum für Kulturgeschichte in Marburg) und weitere geschichtskulturelle Institutionen (Landesmuseum für Klosterkultur im Kloster Dalheim, Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg) auf dem Rückweg erkundet. Die Exkursion wurde vorbereitet durch zwei Veranstaltungen zu Fachwerkstädten als baulichen Zeugen der Vergangenheit und zu Geschichtslandschaften als einem räumlichen Konzept (auch für die Organistion historischer Exkursionen).

Plakat und Programm

Vortragsreihe: Krisen und Katastrophen aus kulturhistorischer Perspektive

Veranstalter: Universität Vechta (Prof. Dr. Claudia Garnier, Prof. Dr. Christine Vogel) in Kooperation mit dem Museum im Zeughaus

Wer heute eine Tageszeitung aufschlägt, den Fernseher einschaltet oder durchs Internet surft, wird leicht den Eindruck gewinnen, dass die Welt sich derzeit in einer fundamentalen Krise befindet: Kriegskatastrophen, wirtschaftliche, ökologische und soziale Globalisierungsfolgen sowie die daraus resultierenden massenhaften Migrationsbewegungen scheinen ein bislang nie dagewesenes Ausmaß anzunehmen; politische wie kulturelle Selbstverständlichkeiten stehen auf dem Prüfstand.

Unsere eigene Gegenwartserfahrung kann deshalb leicht darüber hinwegtäuschen, dass Krisen und Katastrophen alle historischen Epochen prägen und zu den grundlegenden Erfahrungen vergangener wie gegenwärtiger Kulturen zählen. Sie begegnen in Form von Seuchen und Epidemien, Natur- und Brandkatastrophen sowie wirtschaftlichen Umbrüchen, die Teuerungen, Defizite oder gar Hungersnöte nach sich ziehen. Kriege, die mit ihnen verbundenen Gewalthandlungen und ihre Auswirkungen auf den Lebensalltag werden von der Bevölkerung als unerträgliche Bedrückung empfunden, und verlorene Schlachten prägen sich den Mächtigen als militärische und politische Katastrophe ein. Stets reißen diese Extremereignisse Menschen aus ihrem alltäglichen Handeln. In dramatischen Fällen führen sie zu Tod und Vernichtung, zumindest jedoch zwingen sie den Betroffenen Reaktionen ab: sei es, dass Zerstörungen beseitigt und Infrastrukturen wiederhergestellt werden; sei es, dass durch Schutzmaßnahmen künftigen Bedrohungen besser vorgebeugt wird. In hoffnungslosen Situationen entziehen sich die Leidtragenden der ausweglosen Lage durch Flucht, andere werden durch Zwangsmaßnahmen aus ihrer Heimat vertrieben.

Die Vortragsreihe, die von Historikerinnen und Historikern der Universität Vechta und auswärtigen Gästen gestaltet wird, nimmt von der römischen Antike bis zum Dreißigjährigen Krieg unterschiedliche Erscheinungsformen von Katastrophen in den Blick. Die Beiträge reichen von ökonomischen Krisen über die Auswirkungen von Krieg und Gewalt bis hin zu den Konsequenzen, mit denen Menschen diesen Bedrohungen begegneten. So sind Kriegs- und Wirtschaftsflüchtlinge keineswegs ein Phänomen, das ausschließlich die gesellschaftlichen und politischen Debatten der Gegenwart prägt. Stets geht es in den Vorträgen nicht nur um die Frage nach den Auslösern und Auswirkungen der Ereignisse, sondern auch um die Frage, wie sie in den jeweiligen kulturellen Zusammenhängen wahrgenommen und gedeutet werden.

Die Vorträge beginnen jeweils dienstags um 19.00 Uhr im Museum im Zeughaus. Interessierte sind herzlich eingeladen.

15.5.2018
Georg Müller (Universität Vechta): „Den Kaiser Valerian nahmen Wir mit Unseren eigenen Händen gefangen“ - Die Katastrophe von Edessa und die Illusion der Weltherrschaft.

29.5.2018
Herbert Bock (Universität Vechta): Der Dreißigjährige Krieg im mittleren Hunteraum

05.06.2018
Riccardo Terrasi (Universität Vechta): Zwangsmigration im Reich der Staufer. Kriegs- und Wirtschaftsflüchtlinge in historischer Perspektive

12.06.2018
Dániel Bagi (Universität Pécs, Ungarn): Gewalt und Krisenerfahrung in der Fehdeführung des 13. Jahrhunderts

Ottheinrich-Bibel, München. Bayerische Staatsbibliothek, Cgm 8010, fol. 298r

Internationale Tagung „Ursprünge der Schiedsgerichtsbarkeit in Deutschland“ zu Ende gegangen

Vom 26. bis 28. Februar 2018 diskutierten 20 Historiker_innen  und Rechtshistoriker_innen aus Deutschland, Österreich und Italien „Ursprünge der Schiedsgerichtsbarkeit in Deutschland: Konzepte und Praktiken der Schiedsgerichtsbarkeit im römisch-deutschen Reich des Spätmittelalters“. Organisiert hatten die Tagung die Vechtaer Professorin für die Geschichte der Vormoderne, Dr. Claudia Garnier, und ihr Marburger Kollege Dr. Hendrik Baumbach.

In der Gegenwart spielt das Schiedswesen als Alternative zum Gerichtsgang eine entscheidende Rolle: etwa im Handel und Wirtschaftsverkehr oder im Rahmen der Konfliktregulierung durch internationale Organisationen. Das Schiedswesen hat indes eine historische Tradition aufzuweisen, deren Ursprünge in die Zeit des ausgehenden Mittelalters führen. Im römisch-deutschen Reich kam das Schiedsverfahren ab dem 13. Jahrhundert als Form der gütlichen Streitbeilegung auf. Dabei verständigten sich die streitenden Herrschaftsträger auf einen Kreis von Schiedspersonen und wiesen ihnen verbindliche Handlungskompetenzen zu. So behielten die Konfliktparteien wesentliche Entscheidungsbefugnisse darüber, wie ihre Auseinandersetzung beendet werden sollte.

Das Verfahren entwickelte sich schnell zur Alternative zum Gerichtsprozess und wurde massenhaft und in verschiedensten Varianten genutzt. Die Tagungsteilnehmer_innen nahmen Formen und Akteure der Schiedsgerichtsbarkeit in Oberitalien und in unterschiedlichen Regionen des deutschen Reichs in den Blick, so etwa in Baden und Württemberg, in den rheinischen Städtebünden oder in Norddeutschland. In der Regel kam zumeist von jeder Partei eine gleiche Anzahl an Schiedsleuten zusammen. Konnten sich diese nicht einigen, fällte ein Obmann die endgültige Entscheidung. Als Schiedsrichter wurden zumeist Gefolgsleute bzw. Mitglieder der entsprechenden geistlichen oder kommunalen Institutionen bestimmt. Die Aufgabe des Obmanns nahmen in der Regel hochrangige Personen wahr, die Bindungen an beide Streitparteien besaßen und daher für beide Seiten eine gerechte Entscheidung garantierten. In vielen Fällen liefert die Schiedspraxis wertvolle Einblicke in soziale und politische Netzwerkbildungen auf Reichs- und Territorialebene.

Die Ergebnisse der Veranstaltung sollen in einem Tagungsband dokumentiert werden.

Die Teilnehmenden der Tagung. Rechts: Die Organisator_innen Dr. Hendrik Baumbach und Prof.in Dr. Claudia Garnier.

Ursprünge der Schiedsgerichtsbarkeit in Deutschland: Konzepte und Praktiken der Schiedsgerichtsbarkeit im römisch-deutschen Reich des Spätmittelalters

Tagung (26.–28. Februar 2018); Ort: Universität Vechta, Gebäude E, Raum 131 (Konferenzzimmer)

Schiedsgerichtsbarkeit, wie sie heute immer noch an der Seite von staatlichen Gerichten existiert, findet in Deutschland ihren Ursprung im Spätmittelalter. Die Zeit vom 13. bis zum 15. Jahrhundert ist vor dem Hintergrund der vielfältigen Konzepte und Praktiken von Schiedsgerichtsbarkeit besonders geeignet, die Entstehung und Nutzung dieser Form der Streitlösung zu untersuchen. Denn Schiedsverfahren waren in dieser Zeit nicht die Ausnahme, sondern ein massenhaft auftretendes Phänomen.

Die Tagung richtet ihren Blick auf die Entstehung und die Grundzüge von schiedsgerichtlicher Konfliktbewältigung. Miteinander in Beziehung gesetzt werden die Forschungsansätze, Befunde und Standpunkte aus der geschichtswissenschaftlichen Verfassungsgeschichte, der juristischen Rechtsgeschichte und der historischen Konfliktforschung.

Zum Programm

Diskutanten und interessierte Zuhörer sind herzlich zur Tagung eingeladen. Bitte melden Sie sich unter claudia.garnier@uni-vechta.de oder hendrik.baumbach@staff.uni-marburg.de bis zum 21. Februar 2018 an.

Die Tagung wird finanziell durch die Universität Vechta sowie die Deutsche Institution für Schiedsgerichtsbarkeit e. V. (www.disarb.org) unterstützt.

 

Geschichtslandschaft Westfalen – historische Exkursion 2017

Wie in den vergangenen Jahren, so wird auch 2017 eine durch Prof. Dr. Eugen Kotte (Didaktik der Geschichte/Neuere und Neueste Geschichte) und Prof. Dr. Bernd Ulrich Hucker (Mittelalterliche Geschichte/Landesgeschichte) organisierte historische Exkursion stattfinden, die vom 7. bis zum 11. August 2017 in die "Geschichtslandschaft Westfalen" führen wird. Ne­ben der nördlichsten Bergstadt Deutschlands, der kleinen früheren Residenzstadt Tecklenburg, und der Westfalenmetropole Münster werden die ehemalige Hanse-Prinzipalstadt Soest und die dem bentheimisch-steinfurtischem Territorium vormals zugehörige Stadt Burgsteinfurt erkundet. Daneben werden einige der für Westfalen typischen Wasserburgen (Burg Vischering, Burg Lüdinghausen, Burg Hülshoff) und Wasserschlösser (Schloss Nordkirchen, Schloss Loburg) aufgesucht. Eine besondere Herausforderung stellen Wohnorte der westfälischen Dichterin Annette von Droste-Hülshoff (Haus Rüschhaus, Burg Hülshoff) dar, außerdem wird das Werk des Malers Otto Modersohn (Museum Tecklenburg) eine wichtige Rolle auf der Exkursion spielen. Weitere Einzelheiten entnehmen Sie bitte dem Programm.

Plakat mit Programm

Vortragsreihe: Religion und Macht im Mittelalter. Geistliche im Spannungsfeld von Kirche und Welt

Veranstalter: Universität Vechta (Prof. Dr. Claudia Garnier); Museum im Zeughaus

Die enge Verbindung geistlicher und weltlicher Herrschaft zählt zu den wichtigsten Kennzeichen der mittelalterlichen Geschichte. Im Spannungsfeld von Kirche und Welt erfüllten Geistliche nicht nur zentrale Aufgaben in der Seelsorge und im religiösen Bereich, sondern sie waren in Politik, Wirtschaft und auf dem Gebiet von Bildung und Kultur gleichermaßen aktiv. Auf diese Weise waren geistliche Institutionen und ihre Vertreter unverzichtbarer Bestandteil der mittelalterlichen Gesellschaft.

Unter dem Titel „Religion und Macht im Mittelalter. Geistliche im Spannungsfeld von Kirche und Welt“ beschäftigt sich eine Vortragsreihe, die von der Universität Vechta und dem Museum im Zeughaus veranstaltet wird, mit diesem breiten Themenspektrum. Die von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universitäten Oldenburg, Osnabrück, Hamburg und Vechta gestalteten Vorträge widmen sich dem Phänomen auf unterschiedlichen Ebenen. Sie nehmen zunächst die mächtigen Reichsbischöfe des Hochmittelalters in den Blick, die nicht nur weitreichenden Einfluss auf die jeweiligen Kaiser und Könige besaßen, sondern die auch vor Ort den Ausbau ihrer eigenen regionalen Herrschaft vorantrieben. Ebenso präsentieren die Referenten den Einfluss der Klöster und zeigen am Beispiel norddeutscher Einrichtungen, wie diese nicht nur religiöse und soziale Aufgaben erfüllten, sondern auch als Wirtschaftsmotor, Arbeitgeber und Kreditinstitut fungierten. Im Fokus stehen schließlich auch Dom- und Stiftsgeistliche des späten Mittelalters, deren Lebensstil und Einfluss in weltliche Angelegenheiten in der Bevölkerung oftmals zu Argwohn, Missgunst und Vorurteilen führte.

Die Vorträge beginnen jeweils um 19.30 Uhr im Museum im Zeughaus. Interessierte sind herzlich eingeladen.

Zu den Terminen gelangen Sie hier.

Gespräch mit der Holocaust-Überlebenden Henriette Kretz (22.11.2016)

Am Dienstag, den 22. November 2016 wird Henriette Kretz, die die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung durch die Nationalsozialisten überlebte, an der Universität Vechta von ihrem Schicksal erzählen und mit den Besucherinnen und Besuchern der Veranstaltung in ein Gespräch eintreten. Der Dialog mit Frau Kretz findet im neuen Universitätsgebäude an der Kreuzung Driverstraße/ Universitätsstraße um 14 Uhr im Raum Q 112 statt. Auf Initiative der Studierenden Robyn Mähler und durch Vermittlung des Maximilian-Kolbe-Werks wurde Frau Kretz durch Prof. Dr. Eugen Kotte, zuständig für die Didaktik der Geschichte sowie die Neuere und Neueste Geschichte an die Universität Vechta, eingeladen.

Zweite Exkursion 2016 ins Lipper Land

Aufgrund der großen Nachfrage findet in diesem Jahr vom 23.  bis zum 26. August 2016 unter der Leitung von Prof. Dr. Eugen Kotte eine zweite mehrtägige Historische Exkursion mit dem Titel "Territorialität in Deutschland: Das Ländchen Lippe" statt. Seit Beginn der Frühen Neuzeit existiert die Reichsgrafschaft und später das Fürstentum Lippe als autonomes staatliches Gebilde. Die jahrhundertelange Selbständigkeit wirkte auch nach 1918 im Status des Freistaats und nach dem Zweiten Weltkrieg in der Festlegung des Landkreises bei weitgehend kontinuierlicher Grenzziehung fort, so dass sich die in der deutschen Geschichte so wirksamen Prinzipien der Territorialität und des Föderalismus am Beispiel des Lipper Landes epochenübergreifend besonders gut demonstrieren lassen. Zu diesem Zweck werden unterschiedliche Exkursionsziele wie beispielsweise die ehemalige Residenzstadt Detmold mit fürstlichem Schloss und Fachwerk-Altstadt, das Hermannsdenkmal und Bad Salzuflen als "Stadt des weißen Goldes" aufgesucht. Das gegenwärtige Selbstverständnis des Lipper Landes als Geschichtslandschaft wird mithilfe der Besuche im Lippischen Landesmuseum und im Westfälischen Freilichtmuseum, dem größten Museum seiner Art innerhalb Europas, analysiert.

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Historische Exkursion in Grenzregionen an der deutsch-niederländischen Grenze

Nachdem in den vergangenen Jahren fünf große, mehrtägige Exkursionen in unterschiedliche Geschichtslandschaften Deutschlands und seiner Nachbarländer unter der Verantwortung von Prof. Dr. Eugen Kotte (Neuere und Neueste Geschichte/Didaktik der Geschichte) und Prof. Dr. Bernd Ulrich Hucker (Mittelalterliche Geschichte/Landesgeschichte) erfolgreich stattgefunden haben, wird vom 01. bis zum 05.08.2016 erneut eine Historische Exkursion angeboten, die diesmal in Grenzregionen beiderseits der niederländisch-deutschen Grenze führt. Dabei werden wieder epochenübergreifend historische Stätten und geschichtskulturelle Institutionen aufgesucht, in denen Spezifika der deutsch-niederländischen Grenzräume erkundet und untersucht werden können. So wird in der Grafschaft Bentheim mit dem Besuch der Burg Bentheim die mittelalterliche Situation beleuchtet, während die frühneuzeitliche Prägung durch Erkundungen in Schloss Clemenswerth im Emsland, in der Altstadt von Leer in Ostfriesland und in der Festung Bourtange in der Region Groningen, Niederlande untersucht wird. Im Rahmen der Neueren und Neuesten Geschichte ist die Gedenkstätte Esterwegen, in der an die Emslandlager während des Nationalsozialismus erinnert wird, von besonderer Bedeutung.

Vorbereitet wird diese Historische Exkursion durch eine vom (post)modernen Verständnis der Border Studies ausgehende Betrachtung historischer und aktueller Grenzen. Das dort zentralisierte Border Crossing, das Grenzen als Orte der kulturellen Begegnung ausweist und den angelagerten Räumen eine entsprechend spezifische gesellschaftliche Konstruktion attestiert, ist allen augenblicklichen Restaurationsversuchen eines traditionellen Abrenzungsverständnisses zum Trotz auch historisch bereits zu beobachten. Den Spuren der zwischen Kulturbegegnung und Abschottung divergierenden Wahrnehmungen von Grenzen soll mit dieser Exkursion nachgegangen werden.

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Tagung "Kulturwissenschaft(en): Bilanz und Perspektiven" (06.-08.11.2015)

Nach einem Vierteljahrhundert neuer kulturwissenschaftlicher Forschung in der Bundes­republik Deutschland, inspiriert durch verschiedene Impulse vor allem aus den USA, Frankreich und Großbritannien, soll auf dieser von Prof. Dr. Eugen Kotte im Rahmen des Vernetzungsprojekts "Kulturwissenschaft(en) als interdisziplinäres Projekt" organisierten und vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) geförderten Tagung  eine erste kritische Bilanz gezogen werden. Denn neben perspektivischen Erweiterungen und beachtlichen gegenstandbezogenen Erträgen, die durch interdisziplinäre Kooperation erzielt werden konnten, sind auch erhebliche Vereinseitigungen und gefährliche Inflationierungen innerhalb der Kulturwissenschaft(en) zu konstatieren, die aus einzelfachlichen Verfügungsansprüchen und der Einspeisung einzeldisziplinär nicht (mehr) zu legitimierender Inhalte resultieren. Entsprechend haben sich im Verlauf der letzten 25 Jahre Positionen und Ansätze entwickelt, deren Heterogenität zwar einerseits das interdisziplinäre Diskursfeld der Kulturwissenschaft(en) erst konstituiert, die andererseits aber häufig in einem extremen Spannungsverhältnis zueinander stehen. So werden zwar durchaus Perspektiven generiert, die aber gleichzeitig der Destruktivität von Unvereinbarkeit ausgesetzt und damit kaum noch unter einem gemeinsamen kulturwissenschaftlichen Label integrierbar sind, wenn dieses nicht der Beliebigkeit ausgesetzt werden soll. Einzelne Aspekte dieser wichtigen Problemstellungen sollen auf der Tagung mit Expert/inn/en aus unterschiedlichen Disziplinen und von verschiedenen in- und ausländischen Universitäten erörtert werden. Die Veröffentlichung der Beiträge in einem Sammelband ist für das Jahr 2016 vorgesehen.

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Fachexkursion in die Rhön

Nach zwei Jahren wird im Sommersemester 2015 durch Prof. Dr. Eugen Kotte und Prof. Dr. Bernd Hucker die Tradition der Fachexkursion wieder aufgenommen, die in diesem Jahr vom 10. bis zum 14. August 2015 in „Die Rhön – eine verweigerte Region“ führen wird. War diese deutsche Mittelgebirgslandschaft im Mittelalter durch Territorialisierung geprägt, so erlebte sie in Zeitraum von Reformation und Konfessionalisierung massive sozial und religiös bedingte Auseinandersetzungen. Auch in der Moderne blieb der Rhön, die durchaus Merkmale einer Geschichtslandschaft aufweist, die politische Einheit verweigert; nach dem Ende des Zweiten Weltkrieg wurde sie von „Eisernen Vorhang“ durchtrennt, in den die USA ihren am weitesten in den Osten Europas ragenden Stützpunkt unter dem Namen „Point Alpha“ hineinschoben. Auch heute bildet die Gebirgslandschaft keine regionale Einheit; Teile der Rhön erstrecken sich jeweils in die Bundesländer Hessen, Thüringen und Bayern. Dieser wechselhaften Geschichte, in der trotz landschaftlicher Gemeinsamkeiten und kultureller Verbundenheit die Verweigerung einer politisch geschlossenen Einheit fast wie ein roter Faden erscheint, trägt die Exkursion mit insgesamt zehn verschiedenen Zielen Rechnung.

Die Exkursion ist Teil des Lehrangebots im Modul GS-5 (Geschichtskultur). Die Anmeldung über das Stud.IP ist verbindlich. Die Kosten betragen ca. 170,- Euro (abzüglich der Zuschüsse durch die Universität Vechta). Die Teilnehmerzahl ist auf insgesamt 50 Personen begrenzt. Sollten nicht alle Plätze belegt werden, ist eine Teilnahme weiterer Studierender, die das Modul GS-5 nicht besuchen müssen bzw. nicht das Fach Geschichte studieren, möglich.

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Vortragsreihe: Kulturen des Reisens vom Mittelalter bis zur Gegenwart

Was bringt Menschen dazu, sich auf Reisen zu begeben? Und wohin führen ihre Reisen? Je nach Zeit und Ort muss die Antwort unterschiedlich ausfallen. Die Anlässe für das Reisen sind ebenso vielfältig wie die Ziele der Reisenden: Pilger machen sich auf zu heiligen Stätten, Abenteurer „entdecken“ fremde Welten, Adlige lernen Manieren (und anderes) auf Kavalierstouren, Bildungsreisende befriedigen ihre Sehnsucht nach dem Exotischen und der moderne Massentourismus zeugt zuallererst vom gestiegenen Wohlstand westlicher Industriegesellschaften. Berichte über reale und fiktive Reisen lassen auch die Daheimgebliebenen von fremden Welten träumen. Fest steht: Unterschiedliche Kulturen bringen verschiedene Formen  des Reisens hervor.

Die Vorträge werden von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus verschiedenen Disziplinen gehalten und eröffnen vielfältige Perspektiven auf Formen, Funktionen und Vorstellungen des Reisens vom Mittelalter bis in die Gegenwart.

Veranstalter:
Museum im Zeughaus
Universität Vechta (Prof. Dr. Gabriele Dürbeck, Prof. Dr. Claudia Garnier, Prof. Dr. Christine Vogel)

Die Vorträge finden jeweils von 19.30 bis 21.00 statt.

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Letzte Aenderung: 03.09.2018 · Seite drucken

Sekretariat

Rita Becker

Raum S 034a

Tel. ++49-(04441)  15-335

e-Mail: rita.becker@uni-vechta.de

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag  08.00 - 12.00 Uhr

 

 

Sekretariat Prof. Dr. Eugen Kotte:

Birgit Fangmann

Raum X 36

Tel.: ++49-(04441) 15-563

e-Mail: birgit.fangmann[at]uni-vechta[dot]de

Sprechzeiten: 09.00-12.00 Uhr
Termine nach Vereinbarung möglich

Anschrift: Universität Vechta

Fakultät III - Geistes- und Kulturwissenschaften
Geschichtswissenschaft
Driverstraße 22
D - 49377 Vechta