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Was ist sexualisierte Diskriminierung, Belästigung und Gewalt?

Unter sexualisierter Diskriminierung, Belästigung und Gewalt (SDBG) verstehen wir an der Universität Vechta jedes Verhalten mit sexuellem Bezug, das von der betroffenen Person als grenzüberschreitend, d.h. unerwünscht und entwürdigend / verletzend empfunden wird, oder darauf gerichtet ist, diese Wirkung zu erzielen. SDBG umfasst physische, verbale und psychische Handlungen.

Sexuelle Diskriminierung wird in vielfältiger Art und Weise ausgeübt. Dies geschieht verbal, nonverbal und auch durch tätliche Angriffe.

Es gelten alle Verhaltens- und Handlungsweisen als sexuelle Diskriminierung und Gewalt, die beleidigend, demütigend, von den davon Betroffenen nicht erwünscht sind und als abwertend und herabwertend erlebt werden (AGG §3, Abs.4).

Sexuelle Diskriminierung und Gewalt hat nichts mit Sexualität, sondern mit Macht zu tun: Der Lustgewinn liegt in der Machtausübung gegenüber Abhängigen und in der Demütigung des Opfers.

Sexuelle Diskriminierung und Gewalt kann individuell unterschiedlich empfunden werden. Das Thema geht immer einher mit Selbstzweifeln, Schuldgefühlen und tief empfundener Scham. Viele schweigen auch aus Angst, z.B. um ihre berufliche Zukunft nicht zu gefährden.

Die wenigsten können gleich einordnen, was ihnen passiert ist und suchen den Fehler bei sich selbst.

Beispiele für scheinbar „harmlose“ Situationen, die jedoch offen oder subtil sexistisch und damit Formen sexualisierter Diskriminierung sind:

  • Nachpfeifen, Kommentare über den Körper, obszöne Witze...
  • Sexualisierte Aufnahmerituale an Hochschulen (z.B. Kleiderkette bis alle in Unterwäsche oder nackt sind)
  • Werbung für studentische Veranstaltungen mit pornografischem Wort und/oder Bildinhalt oder auch externe Werbung für Produkte
  • Namen von studentischen Vereinigungen/Gruppen/Teams (z.B. Fußballverein FC Siewillja)
  • ...

Zögern Sie bitte nicht und wenden sich immer, auch wenn Sie die Situation nicht einschätzen können, an eine interne oder externe Anlaufstelle (s.weiter unten auf dieser Seite) und holen sich Rat und Hilfe.

Wir möchten Sie noch auf die anschaulichen Darstellungen von sexualisierter Diskriminierung, Belästigung und Gewalt aufmerksam machen:

Jako und Klaas haben am 13.05.2020 auf ProSieben wieder die Gelegenheit erspielt über rund 15 Minuten der Sendezeit frei verfügen zu können. Sie haben sich entschieden, das Thema sexualisierte Diskriminierung, Belästigung und Gewalt in Form einer Ausstellung zu thematisieren.

Hier ist der Link zu dem entsprechenden Video: www.youtube.com/watch

Warnung: es wird explizit auf unterschiedliche Formen sexualisierter Diskriminierung, Belästigung und Gewalt eingegangen.

 

Die Leuphana Universität Lüneburg hat in einem Portal Informationen und Unterstützung zu sexualisierter Diskriminierung und Gewalt zusammengestellt.

Es lohnt sich, auch als Externe*r dort reinzuschauen:  https://www.leuphana.de/services/gleichstellung/portal-sdg.html

Allgemeines Gleichstellungsgesetz

Eine sexuelle Belästigung ist eine Benachteiligung (…), wenn ein unerwünschtes, sexuell bestimmtes Verhalten, wozu auch unerwünschte sexuelle Handlungen und Aufforderungen zu diesen, sexuell bestimmte körperliche Berührungen, Bemerkungen sexuellen Inhalts sowie unerwünschtes Zeigen und sichtbares Anbringen von pornographischen Darstellungen gehören, bezweckt oder bewirkt, dass die Würde der betreffenden Person verletzt wird, insbesondere wenn ein von Einschüchterungen, Anfeindungen, Erniedrigungen, Entwürdigungen oder Beleidigungen gekennzeichnetes Umfeld geschaffen wird.

Strafgesetzbuch (StGB):

  • § 177 - sexuelle Übergriffe, sexuelle Nötigung und Vergewaltigung: Demnach sind sexuelle Handlungen strafbar, die gegen den erkennbaren Willen einer anderen Person vorgenommen werden. Seit der Novellierung 2016 steht der Wille der Betroffenen stärker im Fokus. So sind sexuelle Handlungen strafbar, bei denen die betroffene Person durch Verneinen, Weinen und weitere Äußerungen und Gesten signalisiert, dass sie diese Handlungen nicht wünscht. Ebenso sind Handlungen strafbar, bei denen eine Person keine Möglichkeit hat, die sexuellen Akte zu verneinen.
  • § 184i - sexuelle Belästigung: Sexuelle Belästigung ist dann strafbar, wenn sexuelle körperliche Grenzverletzungen stattgefunden haben.
  • §§ 174 und 182 - Schutz vor sexuellem Missbrauch von Schutzbefohlenen (§ 174 Abs. 1 (2), Abs. 2 (2)) und dem Schutz vor sexuellem Missbrauch von Jugendlichen (§ 182 Abs. 1, Abs. 2): Durch die Absolvierung des Abiturs nach zwölf Schuljahren in einigen Bundesländern beginnen vermehrt Minderjährige ein Studium an deutschen Universitäten. Diese gilt es gemäß Strafgesetzbuch gesondert vor sexuellem Missbrauch zu schützen. Neben minderjährigen Studierenden betrifft dies außerdem minderjährige Auszubildende, Praktikant*innen und Gäst*innen; beispielsweise im Rahmen des “Girls'Day”/”Zukunftstags” an Hochschulen. 
  • § 238 - Nachstellung (Stalking): Personen, die die Lebensgestaltungen von Betroffenen durch unbefugtes Nachstellen schwerwiegend beeinträchtigen, etwa durch räumliches Aufsuchen, durch Hinzuziehen von digitalen und Telekommunikationsmitteln, können demnach strafrechtlich belangt werden. 

Bundeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen (bukof):

Das Verständnis der bukof-Kommission von sexualisierter Diskriminierung und Gewalt geht über die Definitionen im Strafgesetz und im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz hinaus und ähnelt dem etlicher Hochschulen: Es umfasst weitere Formen der Geschlechterdiskriminierung, Verstöße gegen den Grundsatz der Gleichbehandlung und Angriffe auf die Würde und die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen, die u.a. von unerwünschten sexualisierten Anspielungen und Handlungen bis hin zu schweren Straftaten wie Stalking, Nötigung oder Vergewaltigung reichen können.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Die zweiteilige Online-Tagung "#MeToo in Science" 2021 des Marie Jahoda Center for International Gender Studies der Ruhr-Uni Bochum und des Zentrums für Geschlechterstudien / Gender Studies der Uni Paderborn hat sich eingehend mit Modellen für eine innovative Prävention vor SDBG an Hochschulen beschäftigt.

Die Inhalte und Ergebnisse der einzelnen Hochschulen sind ab sofort online als Sammlung in einer interaktiven Karte verfügbar.