Workshop "Anthropozän und Aisthesis" (29.–30. November 2018, Universität Erfurt)

Initiates file downloadHier finden Sie das Workshop-Programm


Workshop: "Anthropozän und Wissen" (26.–27. April 2018, Universität Vechta)

Initiates file downloadHier finden Sie das Workshop-Programm


Workshop: "Narrative des Anthropozäns: Materialität(-en) der Tiefenzeit" (19.–20. Oktober 2017 Universität Vechta)

Initiates file downloadHier finden Sie das Workshop-Programm


Panel "Der Mensch im Weltgarten — Erzählen und das Anthropozän" Deutscher Germanistentag 2016, Bayreuth

Abstract

Seit Ende des 20. Jahrhunderts rücken ökologische Prozesse verstärkt in den Fokus der Literatur- und Kulturwissenschaften. Der seit den späten 1990er Jahren etablierte Forschungsansatz des Ecocriticism, der u.a. Mensch-Natur-Verhältnisse analysiert, richtet sich sowohl auf die Relektüre kanonischer Texte als auch die Betrachtung neuer Genres. Vor dem Hintergrund des globalen Klimawandels ist diese Perspektive nochmals ausgeweitet worden, zu sehen am neuen Konzept des 'Anthropozän' (Crutzen/Stoermer), das den tiefgreifenden Einfluss des Menschen auf biologische und geologische Prozesse der Erde und Erdatmosphäre spätestens seit der Industriellen Revolution bezeichnet. In den vergangenen Jahren wurde das aus den Geowissenschaften stammende Denkmodell mit der Rede von 'Menschenzeit' (Schwägerl) und der Menschheit als 'Weltgärtner' (Leinfelder/Schnabel; Marris) popularisiert.  Das Panel möchte untersuchen, (1) wie die Metaphorik des 'Weltgärtners' im literarischen Anthropozän-Diskurs bearbeitet wird; (2) wie durch die Darstellung nicht-menschlicher Agenzien eine neue Perspektive auf die narratologische Kategorie der Figur gelenkt wird; (3) inwiefern die großskalige Zeitdimension des Anthropozän eine sinnvolle neue Rahmung für geologische Narrative in der Literatur darbietet (Chakrabarty); und (4) inwieweit die globale Perspektive auf die Umweltkrise zu Recht als Anlass für neue Erzählformen und Genres wie etwa den Klimawandelroman und dem Ökothriller zu sehen ist.

Programm

Montag, 26. September 2016 (Gebäude RW I, Raum H 25)

  • 16:30 Uhr — Gabriele Dürbeck und Jonas Nesselhauf (Vechta): "Der Mensch im Weltgarten: Einführung"
  • 16:40 Uhr — Jana Schuster (Bonn): "Erzählen von den nichtmenschlichen Dingen der Natur. Figurationen des Anorganischen in der Prosa Adalbert Stifters"
  • 17:15 Uhr — Alexander Kling (Bonn): "Ökologie – Heimatliteratur – Science Fiction. 'Kollektives Experimentieren' in Wissenschaft und Literatur um 1900"
  • 17:50 Uhr — Sieglinde Grimm (Köln): "Posthumanistische Figurendarstellungen und das Anthropozän: A. Döblin und W. G. Sebald"
  • 18:25 Uhr — Isabel Kranz (Wien): "Die literarischen Weltgärten von Rudolf Borchardt und Barbara Frischmuth"
  • 19:00 Uhr — Björn Hayer (Koblenz/Landau): "Diskursnaturen. Ökologien des Femininen in der österreichischen Literatur nach 1945"

Panel "The Rhetoric of the Anthropocene" ICLA 2016, Wien

Abstract

Der Begriff des 'Anthropozän' (Crutzen/Stoermer 2000) bezeichnet den tiefgreifenden menschlichen Einfluss auf biologische und geologische Prozesse der Erde und Erdatmosphäre und hat sich zu einem interdisziplinären Diskurs bis hinein in die Kultur­, Literatur­ und Kunstwissenschaften ausgeweitet. Der komparatistische, intermedial und international ausgerichtete Workshop soll die rhetorischen und narrativen Strategien einer 'Poetik' für das Anthropozän in literarischen Texten erkunden. Im Zentrum stehen drei Schwerpunkte: (a) Eine Neulektüre und damit eine Neubewertung von Texten, die vor der Einführung des Begriffs 'Anthropozän' entstanden sind — etwa im Bereich der Science Fiction (z.B. am Topos der Postapokalypse) oder im Zuge der Umweltschutzbewegung (z.B. in der Natur­ und Ökolyrik von Gary Snyder oder Erich Fried). (b) Das Anthropozän als Thema seit Etablierung des Begriffs in literarischen Texten (inkl. Film, Fernsehserie, Graphic Novel und Computerspiel) — entweder in Verbindung mit ökologischem Bewusstsein und Ethik (z.B. in der zweiten Staffel der TV­-Serie Damages, in der Kinder­ und Jugendbuchliteratur oder didaktischen Comics) oder mit der Repräsentation von Natur­ und Klimakatastrophen (z.B. in der 'post­-Katrina Literature'). (c) Die Perspektive des 'Posthumanen' und die Abkehr vom Anthropozentrismus in literarischen Texten, in denen etwa Wasser, Lebewesen und selbst unbelebte Agenzien zur narrativen oder handlungsbestimmenden Instanz werden (wie z.B. in Virginia Woolfs The Waves oder Frank Schätzings Der Schwarm).

Programm

Freitag, 22. Juli 2016 (Hauptgebäude Universitätsring, Seminarraum Nederlandistik, Stiege 5)

  • 16:00 Uhr — Gabriele Dürbeck und Jonas Nesselhauf (Vechta): "The Rhetoric of the Anthropocene: Introduction"
  • 16:30 Uhr — Kiley Kost (U of Minnesota, Minneapolis): "Anthropocene Temporalities"
  • 17:00 Uhr — Stefanie Ohnesorg (U of Tennessee, Knoxville): "Performative Aufarbeitung von ökologisch verorteten Weltuntergangszenarien in der etwas älteren deutschsprachigen Literatur"

Samstag, 23. Juli 2016 (Hauptgebäude Universitätsring, Seminarraum Nederlandistik, Stiege 5)

  • 09:00 Uhr — Jana Schuster (Bonn): "Eine Poetik für das Anthropozoikum? Naturgewalt, tellurische Macht und anorganische Materie bei Adalbert Stifter"
  • 09:30 Uhr — Alexis Radisoglou (Columbia U, New York): "Vom Globus und Planeten: Zum Denken des Anthropozäns bei Alexander Kluge, Sebastião Salgado und Anselm Kiefer"
  • 10:00 Uhr — Oliver Völker (Frankfurt): "'Die Enteisung Grönlands': Vorboten einer Poetik des Anthropozäns in Alfred Döblins Berge Meere und Giganten"
  • 10:30 Uhr — (Kaffeepause)
  • 11:00 Uhr — Kunal Chattopadhyay (Jadavpur U, Kolkata): "Anticipating the Anthropocene: 'Classical' and 'Popular' Science Fiction"
  • 11:30 Uhr — Mira Shah (Bern): "Der Planet der Affen im Anthropozän"
  • 12:00 Uhr — Michael Fuchs (Graz): "Dawn of the Zoocene? Or: Humanity vs. the Rest of the Animal World in Recent SFF Film & Television"

Kontakt

Prof. Dr. Gabriele Dürbeck

E-Mail: gabriele.duerbeck[at]uni-vechta.de

Telefon: (+49) (0)4441 15-415

Dienstzimmer: N 108

Anschrift:
Fakultät III
Forschungsprojekt "Anthropozän"
Driverstraße 22–26
D–49377 Vechta