Teilstudiengang des Bachelor Combined Studies

Teilstudiengang im Rahmen des Master Kulturwissenschaften



Zum Studienfach

Kultur als Gegenstand

Angenommen, man versetzte einen Menschen der Ur- und Frühgeschichte in unsere Zeit: Er oder sie hätte nicht nur allerhand technische Erfindungen zu bewundern, sondern fände sich inmitten eines völlig fremdartigen Alltagslebens wieder. Vielleicht wäre es der Alltag einer urbanen Metropole, ein Alltag, der sich in beachtlicher räumlicher Mobilität, in wechselnden sozialen Milieus und in fortwährender Begegnung mit unbekannten Anderen abspielt. Mit einiger Sicherheit wäre es ein Alltag inmitten eines Verbundes von Massenmedien und sozialen Plattformen, von Texten, Bildern und mobiler Kommunikation.
Aus solch einer übergreifenden - im Kern kulturwissenschaftlichen - Perspektive stellt sich Kultur als vorgefundene, von unseren Vorgängern geschaffene und uns auferlegte Lebenswirklichkeit dar; zugleich aber auch als Resultat unserer inneren und äußeren Arbeit am alltäglichen Leben, als das Ergebnis technischer Kreativität, sozialer Phantasie und politischen Handelns. Das Studium der Kulturwissenschaften eröffnet historische, theoretische und alltagsanschauliche Zugänge zu den vielfältigen Phänomenen und Ausprägungen des Kulturellen. Die Universität Vechta möchte Ihnen die Neugierde und die Fähigkeit vermitteln, die gesellschaftlichen und medialen Bedingungen zu studieren, unter denen Neues entstehen kann, aber auch diejenigen Prozesse, in denen Bestehendes seine ganz eigene Dynamik gewinnt und der Macht des Einzelnen immer wieder entrinnt.

Studieninhalte

Das Studium der Kulturwissenschaften an der Universität Vechta ist sowohl als Teilstudiengang innerhalb des Bachelorstudienganges Opens internal link in current windowCombined Studies möglich als auch im Rahmen des Masterstudienganges Opens internal link in current windowKulturwissenschaften. Beide Studiengänge sind interdisziplinär angelegt, das heißt sie vereinen die Disziplinen Geschichts-, Literatur- (Anglistik, Germanistik) und Politikwissenschaft, Philosophie, Theologie sowie Soziologie. Den Studierenden bietet sich so die Möglichkeit eines facettenreichen wissenschaftlichen Zugriffs: Sprache, Bilder und die Materialität von Kultur sind ebenso Bestandteile des Curriculums wie die kulturelle Formung unseres Körpers, unserer Alltagsroutinen und unserer weltauffassenden Symbole. Die Studierenden werden mit verschiedenen Ausprägungen und Bedeutungsdimensionen des Kulturellen vertraut: mit den Strukturen der alltäglichen Lebensführung ebenso wie mit der gesellschaftlichen Wirklichkeit von Politik, Recht, Religion und Kunst; mit anthropologischen Grundstrukturen menschlichen Daseins ebenso wie mit gesellschaftsgeschichtlichen Prozessen der Individualisierung, der Globalisierung und der Medialisierung, mit Geschlechterforschung ebenso wie mit literarischer, philosophischer oder sozialwissenschaftlicher Hermeneutik.

Die beiden Studiengänge BA Combined Studies und MA Kulturwissenschaften bieten Studierenden die Möglichkeit, sich umfassend auf das Berufsleben vorzubereiten. Dies setzt sowohl ein gründliches Literatur- und Theoriestudium zu jeweiligen Themenfeldern voraus als auch eine stetige analytische Auseinandersetzung mit konkreten kulturellen Phänomen und Materialien. Ebenso vielfältig wie das Studium selbst können dementsprechend die Berufsperspektiven sein, die Sie sich in Ihrem Studium erarbeiten. Ihr Studium kann Sie in die darstellenden Arbeitsbereiche des Journalismus, der Museumspädagogik oder des Kulturveranstaltungswesens  (Ausstellungen, Stadtfeste, Theater- und Filmfestivals) führen; in die analytisch-beratenden Arbeitsbereiche des Kommunikationsdesgins, der Marktforschung oder der Politik- und Unternehmensberatung; in die vermittelnden Arbeitsbereiche des Kulturmanagements, der Öffentlichkeitsarbeit und der (neuen) Medien; zu politischem Engagement in NGOs oder Parteien und nicht zuletzt in die wissenschaftliche Forschung.

Studienziele

Integratives Denken erfordert bereits die Organisation des Studiums. Auch im Umgang mit Problemen der modernen komplexen Gesellschaften benötigen wir Kompetenzen und Problemlösungsfähigkeiten, die sich aus den genannten Themenfeldern herleiten.  Nach Ihrem Studium der Kulturwissenschaften sind Sie mit einem umfassenden Set von Kompetenzen ausgestattet, das Ihnen erlaubt, in vielfältigen Berufsfeldern zu agieren.
Im Berufsfeld "Forschen" können Sie traditionelle, an der alten Fächerstruktur orientierte Gebiete erweitern und ganz neue Fragestellungen erschließen. An den Master schließt sich die Promotion mit einem kulturwissenschaftlichen Thema an. Die Formen des kulturellen Wandels betreffen aber immer auch Institutionen. Neue Wertvorstellungen oder ästhetische Register sind Grundlagen jeder Kulturarbeit in den Mittlerinstitutionen. Die Kompetenzen im Berufsfeld "Organisieren und Planen" sind auf das Gestalten in Berufen mit kulturellen Interfaces ausgerichtet (Events, Kulturservice-Unternehmen). Der Transfer von kulturellen Texten, von Medien jeder Art, die Fähigkeiten zum Kommentieren, Deuten und Interpretieren sind grundlegend für das Berufsfeld "Vermitteln und Informieren" (Museen, Archive, Redaktionen, Öffentlichkeitsarbeit).
Je mehr kulturelle Kompetenzen auf unserem Arbeitsmarkt gefragt sind, umso schneller bilden sich auch neue Berufsfelder, für die Sie beide Studiengänge vorbereiten.

Letzte Aenderung: 15.02.2018 · Seite drucken