Zum Abschluss des DFG-Forschungsprojekts „ProDisG“ (Professionalität im Fokus diskursanalytischer Auswertung von Gruppendiskussionen – Familialisierung als Moment differenter Vergeschlechtlichung pädagogischer Professionalität unter situativen und übersituativen Bedingungen der Äußerung) fand am 23. Juli 2020 unter der Leitung von Prof. Dr. Kim-Patrick Sabla, Katharina Steinicke und Miriam Kost ein Online-Workshop statt, um gemeinsam mit anderen Wissenschaftler*innen unter Einbezug von Datenmaterial aus dem Projekt sowohl inhaltliche als auch methodologische Fragen zu diskutieren. Nachdem der Workshop aufgrund der Corona-Pandemie zunächst verschoben werden musste, war es umso erfreulicher, in nun in einem anderen Format durchzuführen. Die Teilnehmenden waren Prof.‘in Dr. Melanie Kubandt (Universität Vechta), Dr. Sarah Henn (Bergische Universität Wuppertal), Dipl. Päd. Marius Mader (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg), Prof.‘in Dr. Maxine Saborowski (FHCH Potsdam), Prof.‘in Dr. Melanie Kuhn (PH Heidelberg) sowie Christoph Labatzki (Uni Vechta) und Alexander Ristau (Uni Vechta).

ProDisG hatte grundlegend zum Ziel, diskursanalytisch zu rekonstruieren, wie im Sprechen pädagogischer Fachkräfte über Bezüge auf Familie und den darin eingelagerten Vergeschlechtlichungen Professionalität hervorgebracht wird. Neben Material aus Gruppendiskussionen, in denen Fachkräfte über ihren beruflichen Alltag sprechen, wurden Konzeptpapiere der Einrichtungen, denen die Fachkräfte angehören, in die Analyse mit einbezogen. Heuristisch wurden diese Konzepte als übersituative Bedingungen der Gruppendiskussionen verstanden und damit als konstitutiv für die diskursiven Praktiken, die sich in den Äußerungen der Fachkräfte beobachten lassen. Vor diesem Hintergrund lagen den Diskussionen im Workshop Ausschnitte der zwei Materialsorten zugrunde und die Fragen, wie professionelles Handeln darin konstruiert und gegebenenfalls vergeschlechtlicht wird, wie Bezüge auf Familie gemacht relevant werden und inwiefern Elemente der Konzeptpapiere als Kontexte in den Diskussionen aufgegriffen, neu angeordnet und auf diese Weise die Gültigkeit bestimmter Ordnungen aufs Neue hervorgebracht wird.

Erkenntnisreich waren insbesondere die verschiedenen Forschungsperspektiven, die die teilnehmenden Wissenschaftler*innen mitbrachten und die die Phänomene, die sich im Material zeigten, von verschiedenen Seiten beleuchteten. Diskutiert wurde unter anderem die De-Thematisierung von Geschlecht in den Konzepten, die einer starken Thematisierung und Verknüpfung von professionellem Handeln und Geschlecht – vor allem Gleichgeschlechtlichkeit – gegenübersteht, die sich in den Gruppendiskussionen zeigt. Ein weiterer Aspekt, der damit zusammenhängt und im Workshop ausgiebig diskutiert wurde, betraf die Individualisierung der Adressat*innen, ihrer vermeintlichen Probleme, ihrer Lösungsstrategien und Verantwortlichkeiten sowie des Zugangs, Vorgehens und Erfolgsmaßstabs der Professionellen. Diese Individualisierungsperspektive findet sich sowohl in den Konzepten als auch den Gruppendiskussionen wieder, sie wird im Sprechen der Fachkräfte aber auch infrage gestellt und um strukturelle Dimensionen erweitert. Alles in allem wurde durch den Workshop noch einmal deutlich, dass die in ProDisG erprobten methodologischen Herangehensweisen und die gewonnen Erkenntnisse vielfältig anschlussfähig sind und so weitere Projekte anregen.

Letzte Aenderung: 13.08.2020 · Seite drucken

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