An der Universität Vechta setzt die Professur für Angewandte Physische Geographie Schwerpunkte in der Analyse und Modellierung von Wechselwirkungen zwischen Erdoberflächenprozessen, Klimawirkungen und räumlichen Nutzungsmustern. Im Blickfeld stehen dabei die Erfassung und die Prognose von Umweltänderungen.

Im Arbeitsbereich „Geoökologie/Quartärforschung“ sind die Arbeitsschwerpunkte auf die klimatogene, geogene und anthropogene Dynamik des oberflächennahen Untergrundes einschließlich der Bodensphäre ausgerichtet. Hier stehen unter anderem Fragestellungen zur Bodenerosion sowie Untersuchungen an Boden-Deckschichten-Komplexen, Paläoböden und quartären Sedimenten im Fokus. Die geoökologischen Forschungen im Arbeitsbereich zielen unter anderem darauf ab, aktuelle bzw. historische/vorzeitliche Prozesse der Umweltdynamik in Natur- und Kulturlandschaften auf unterschiedlichen raum-zeitlichen Skalen zu rekonstruieren und die Prozesse steuernden Geofaktoren zu identifizieren. Mit regionaler Fokussierung widmet sich der Arbeitsbereich darüber hinaus bodenphysikalisch-hydrologischen Fragestellungen an den in Nordwestdeutschland weit verbreiteten Plaggenböden.

Zur Unterstützung der Forschungsarbeiten stehen dem Arbeitsbereich „Geoökologie/Quartärforschung“ moderne Feldgeräte sowie ein Labor für bodenphysikalische, bodenchemische und bodenhydrologische Laboranalytik zur Verfügung, das auch im Rahmen der physisch-geographischen Lehre eingesetzt wird.
 

Die Analyse von Böden und oberflächennahem Untergrund gilt als wesentlich, um die Dynamik von Landschaften raum-zeitlich erfassen und ablaufende Prozesse besser verstehen zu können.

 
Im Arbeitsbereich „Georisiken“ werden Untersuchungen zur Analyse der Steuerungsfaktoren und Auswirkungen von Massenbewegungen (Rutschprozesse, Sturzprozesse) durchgeführt. Im Fokus der Arbeiten steht unter anderem die Entwicklung und Anwendung von Methoden, die eine Identifikation und Erhebung sowie die raum-zeitliche Analyse und Modellierung von Hangrutschungen unterstützen. Darüber hinaus kommen Verfahren zur Erfassung und Quantifizierung der Auswirkungen entsprechender  Naturgefahren sowie zur Abschätzung der Gefahrenwahrnehmung und -bewertung zur Anwendung.

Von besonderer Relevanz ist in diesem Zusammenhang der Einsatz von GIS- und Datenbanksystemen sowie von Technologien und Verfahren aus den Bereichen Data Mining, Geovisualisierung und Web Mapping. Aus dem Arbeitsbereich heraus wird eine Rutschungsdatenbank mit raumbezogenen Forschungsdaten sowie Datenprodukten zu Hangrutschungen und Felsbewegungen in der Bundesrepublik Deutschland betrieben. Die Datenbank unterstützt Fragestellungen der anwendungsorientierten Prozess- und Risikoforschung sowie den Wissenstransfer zu Forschungsinstituten, Planungsträgern und der Öffentlichkeit. Die Forschungen im Arbeitsbereich „Georisiken“ sind mitunter an der Schnittstelle zwischen Natur- und Humanwissenschaften angesiedelt.
 

Gelände- und Archivarbeit, räumliche Statistik und Modellierung, aber auch Zeitreihenanalyse und Geovisualisierung sind wichtige Methoden der Georisikoforschung und helfen, raum-zeitliche Prozesse und Zusammenhänge zu erkennen und quantitativ zu beschreiben. 

Letzte Aenderung: 27.03.2018 · Seite drucken