Die Physische Geographie befasst sich mit der Erforschung von Phänomenen und Prozessen der Geosphäre und deren Dynamik in Raum und Zeit. Hierbei wird dem ganzheitlichen Verständnis des Naturraums und der landschaftsbezogenen Wechselwirkungen zwischen den Geofaktoren Relief, Gestein, Klima, Wasser und Vegetation besondere Bedeutung beigemessen. Als Naturwissenschaft mit lokaler, regionaler und globaler Perspektive nimmt die Physische Geographie eine Schlüsselstellung für das Verständnis eines Großteils geographischer Fragestellungen im Allgemeinen ein.

Als eine der wesentlichen Aufgaben der Physischen Geographie kann die systematische Erfassung aktueller Prozessgefüge an der Erdoberfläche mit dem Ziel gelten, vergangene Umweltbedingungen rekonstruieren und zukünftige Veränderungen der Umwelt prognostizieren zu können. Über grundlegende Fragestellungen hinaus widmet sich das Fach angewandten Problemstellungen, die unter anderem Georessourcen und Georisiken in den Blick nehmen und damit zentrale gesellschaftliche Herausforderungen des 21. Jahrhunderts aufgreifen. So werden unter dem Aspekt „Global Change“ beispielsweise komplexe Mensch-Umwelt-Interaktionen mit dem Ziel erforscht, anthropogen bedingte Veränderungen im Geo- und Klimasystem zu quantifizieren und Planungsinstrumente für eine nachhaltige Entwicklung von Gesellschaften bereitzustellen.

Die moderne Physische Geographie stützt sich auf ein breites Methodenspektrum, das innovative Geotechnologien einschließt. Neben Feld- und Labormessmethoden sowie EDV-gestützten Daten- und Recheninfrastrukturen spielt der Einsatz von Erdbeobachtungsverfahren und Geographischen Informationssystemen (GIS) eine wichtige Rolle. Aufgrund der im Allgemeinen stark interdisziplinären Arbeitsansätze der Physischen Geographie ist die physisch-geographische Umweltforschung von großer gesellschaftlicher und praktischer Bedeutung.

Letzte Aenderung: 27.03.2018 · Seite drucken