Dissertation: Nähe und Distanz als Kriterium moralischer Pflichten

Leitung: Marcel Warmt
Laufzeit: -
Finanzierung: -

Dissertation: Nähe und Distanz als Kriterium moralischer Pflichten (Arbeitstitel)
Grundsätzlich geht es im Dissertationsprojekt Nähe und Distanz als Kriterium moralischer Pflichten um die Weiterentwicklung eines Modells moralischer Pflichten aus einer unparteiisch-konsequentialistischen Perspektive. Dabei gehe ich davon aus, dass die Reichweite der Pflichten grenzenlos ist, diese sich jedoch hinsichtlich der Stärke unterscheiden.
Im Hintergrund steht die Frage, welchen Einfluss Nähe und Distanz auf unsere moralischen Pflichten haben. Dabei können Aspekte von Nähe und Distanz auf vier Ebenen untersucht werden:
1. Der räumlichen Ebene von Nähe und Distanz
2. Der zeitlichen Ebene von Nähe und Distanz
3. Der politisch-institutionellen Ebene von Nähe und Distanz
4. Der sozialen Ebene von Nähe und Distanz
Insbesondere die Gewichtung bei einem Pflichtenkonflikt ist ein Forschungsdesiderat. Dieser Pflichtenkonflikt tritt vor allem zwischen besonderen Pflichten gegenüber sozial nahestehenden Menschen und allgemeinen Hilfspflichten gegenüber sozial fernstehenden Menschen in absoluter Armut auf. Um die Weite und Tiefe positiver Pflichten innerhalb einer unparteiisch-konsequentialistischen Moral angemessener zu verstehen, widmet sich das Dissertationsprojekt daher vorrangig der sozialen Nähe und Distanz.
Die Forschungsarbeit wird an drei Leitfragen ausgerichtet:
1. Nach welchen Regeln ist der Raum moralischer Verpflichtungen hinsichtlich sozialer Nähe und Distanz strukturiert?
2. Welche besonderen Pflichten bestehen gegenüber den Personen im moralisch strukturierten Raum und wie sind diese Pflichten untereinander zu gewichten?
3. Welchen Verpflichtungscharakter haben die einzelnen Pflichten für den individuell handelnden Akteur?
Das Dissertationsprojekt zielt letztlich darauf ab, das Modell des moralisch strukturierten Raumes zu präzisieren, die durch soziale Nähe ausgelösten Pflichten zu identifizieren, zu gewichten und deren Charakter zu bestimmen. Dazu wird die Debatte, in der das Modell verteidigt und kritisiert wird, argumentationsanalytisch bewertet und die einzelnen Argumente für Parteilichkeit innerhalb einer unparteiisch-konsequentialistischen Moral auf ihren Rechtfertigungsgehalt hin untersuchen.

Letzte Aenderung: 16.01.2020 · Seite drucken