Letzte Aenderung: 08.04.2021 · Seite drucken
Bild einer Brücke
Viadukt von Millau (Quelle: Liza Orekhova, Shutterstock)

Vielen Universitäten eilt der Ruf voraus, sie arbeiteten in erster Linie für sich selbst, für die Wissenschaft und – ohne über den Tellerrand zu blicken – im oft zitierten Elfenbeinturm. Das wollen wir ändern, indem wir Brücken bauen zwischen der Universität Vechta und der Wirtschaft im Oldenburger Münsterland. Geplant ist mit der Reihe „Uni trifft Wirtschaft“ ein regelmäßiges Format zum Austausch zwischen VertreterInnen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft und WissenschaftlerInnen der Universität.

Auftaktveranstaltung

Zu einem ersten Treffen kamen am Freitag, 3. Juni 2016, über 30 Interessierte in der Universität zusammen. Im Gespräch ging es zunächst darum, sich über Vorstellungen und Erwartungen an das Format auszutauschen. Im weiteren Verlauf wurden mögliche Schnittmengen bzw. Ansatzpunkte zur Zusammenarbeit formuliert.

Beispielhaft stellten VertreterInnen dreier Disziplinen ihre Forschungen anhand aktueller Projekte vor:

Martin Schweer ist Professor für Pädagogische Psychologie. Er leitet außerdem das Zentrum für Vertrauensforschung sowie die Arbeitsstelle für sportpsychologische Beratung und Betreuung Challenges. Seine Forschungen gliedern sich dementsprechend in drei Schwerpunkte:

  • Soziale Wahrnehmung und interpersonales Verhalten in schulischen und außerschulischen Handlungsfeldern
  • Vertrauen, Loyalität und soziale Verantwortung
  • Soziale Ungleichheit, Stereotypisierung und Diskriminierung

Ausgewählte Forschungsprojekte im Kontext "Vertrauen - Loyalität - Soziale Verantwortung" sind u.a.


Sustainability Transitions in der Lebensmittelproduktion: Alternative Proteinquellen in soziotechnischer Perspektive

  • Zentrale Aspekte

    • Steigerung der Nachhaltigkeit von Lebensmittelproduktion und -konsum (tierischen Ursprungs)
    • Abschätzung der Potenziale für eine „sustainability transition“, die im Bereich der Landwirtschaft und Ernährung durch die Erschließung alternativen Proteinquellen bestehen
    • Erhebung qualitativer und quantitativer Daten zu den Dimensionen „Einstellung zur Lebensmittelproduktion“ und „Nachhaltigkeitsbewusstsein“ unter Berücksichtigung der Konstrukte Vertrauen und Misstrauen als moderierende Variablen

  • Partner

    • Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung, Department für Nutztierwissenschaften und Zentrum für Biodiversität und Nachhaltige Landnutzung (CBL) der Universität Göttingen (Verbundprojektleitung)
    • Abteilung Vergleichende Strukturforschung des Instituts der Strukturforschung und Planung in agrarischen Intensivgebieten (ISPA) der Universität Vechta
    • Niedersächsisches Institut für Wirtschaftsforschung e. V. (NIW)
    • Deutsches Institut für Lebensmitteltechnik e. V. (DIL)

  •   Förderer

    • Niedersächsisches Vorab / MWK

Vertrauensförderung in der Umweltbildung. Entwicklung und Erprobung modularer Ausbildungselemente für die pädagogische Arbeit mit Jugendlichen (VerUMA)
 

  • Zentrale Aspekte

    • Vertrauen und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in der Schule
    • Befähigung von Pädagog/innen zu einer vertrauensbasierten Initiierung effektiver BNE-Maßnahmen im Rahmen von Lehr-Lern-Prozessen
    • (Weiter-)Entwicklung und Transfer von didaktischen Methoden, Handlungsempfehlungen und Impulsen für Pädagog/innen an formellen und informellen Lernorten für Kinder und Jugendliche

  • Förderer

    • Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

GEenderMAINStreAMing. Veränderungen erreichen (GEMAINSAM)

  • Zentrale Aspekte

    • Entwicklung und Erprobung eines bereichsübergreifend einsetzbaren Diagnoseinstruments zur Identifikation indi­vidueller Reflexionsniveaus hinsichtlich des Genderbewusstseins
    • Identifikation prototypischer Gruppen, die sich über das individuelle Reflexionsniveau konstituieren
    • Konzeption, Durchführung und Evaluation zielgruppenspezi­fischer sowie feld- und phasentypischer Gender-Mainstreaming-Maßnahmen wie Coachings, On­line Tools usw. (bspw. in Form von Selbsttests und Informationsportalen)
    • Entwicklung möglichst niedrigschwelliger und alltagsnaher Angebote, um gerade diejenigen Personen (-gruppen) zu erreichen, bei denen sich Hemmnisse in der Auseinan­dersetzung mit Fragen der Gleichberechtigung von Män­nern und Frauen erkennen lassen
    • Erhöhung der Reichweite und Akzeptanz von Gender-Mainstreaming-Maßnahmen für eine beschleunigte Realisierung und nachhaltige Sicherung wesentlicher Ziele des Gender Mainstreamings

  • Partner

    • Lehrstuhl für Soziale Arbeit der Universität Vechta
    • Lehrstuhl für Theorie und Methodik der Beratung der Uni­versität Kassel

  • Förderer

    • Bundesministerium für Bildung und Forschung
    • Europäischer Sozialfonds der Europäischen Union


Weitere Informationen
Opens internal link in current windowhttps://www.uni-vechta.de/paedagogische-psychologie/arbeitsstellen/zentrum-fuer-vertrauensforschung-zfv/

Laura Naegele arbeitet als Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachgebiet Altern und Arbeit bei Prof. Dr. Frerich Frerichs im Institut für Gerontologie. Das Team befasst sich vor dem Hintergrund des sozio-demografischen Wandels und der Altersgrenzenanhebung mit drei Analysedimensionen und Problembereichen:

  • Arbeitsmarkt und Altersstrukturwandel (gesellschaftliche Ebene): Entwicklung der Erwerbsbeteiligung älterer Arbeitnehmer; Flexibilisierung der Erwerbsformen in der Spätphase der Erwerbsarbeit; Arbeitsmarktrisiken und Altersarbeitslosigkeit
  • Betriebe im demografischen Wandel (institutionelle Ebene): Personal- und Arbeitspolitik angesichts sich wandelnder Alters-, Beschäftigten- und Arbeitsstrukturen; Generationenbeziehungen im Betrieb; alternsgerechte Arbeits(zeit)- und Laufbahngestaltung
  • Arbeit und Lebenslagen im Erwerbsverlauf (personale Ebene): Alternsgerechte Qualifizierung und lebenslanges Lernen; Vereinbarkeit von Beruf und Pflege; Flexibilisierung des Übergangs in den Ruhestand und nachberufliche Tätigkeiten


Aktuelle Forschungsprojekte im Fachgebiet Altern und Arbeit sind u.a.:

Integrierte  Kompetenzentwicklung im  Handwerk: regional, gewerkspezifisch, betrieblich, individuell (ln-K-Ha, Laufzeit 12/2013 - 02/2017)

  • Zentrale Aspekte

    • Angesichts fortschreitender technologischer Entwicklungen und dem demografischen Wandel müssen Betriebe sich strategisch mit Kompetenzentwicklung auseinandersetzen. Das Projekt will diese integrierte Kompetenzentwicklung im Handwerk wissenschaftlich gestützt entwickeln und umsetzen.
    • Fokussierung auf die vier Gewerke Metall, Elektro, Kraftfahrzeugtechnik und Sanitär-Heizung-Klima
    • Identifizierung von Kompetenzanforderungen, Vorantreiben von Kompetenzdiagnose und Kompetenzanerkennung und arbeitsintegrierte Weiterentwicklung von Kompetenzen bzw. kompetenzbasierte Laufbahnentwicklung

  • Förderer

    • Bundesministerium für  Bildung und Forschung (BMBF) 

  • Partner

    • Technische Universität Braunschweig (Verbundkoordinator)
    • Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade (HWK BLS)
    • Berufsbildungs- und  Servicezentrum des Osnabrücker Handwerks gGmbH (BUS gGmbH)
    • ebm GmbH & Co.KG (mittelständischerer Handwerksbetrieb)

Kompetenzbasierte Laufbahngestaltung in der Pflege (KoLaGe, Laufzeit 01/2012 - 04/2015)

  • Zentrale Aspekte

    • das pflegerische Arbeitssystem aus einer kompetenzbezogenen Perspektive analysieren, und modellhaft eine kompetenzbasierte und altersdifferenzierte Personalentwicklung implementieren
    • Erfassung und Bilanzierung der sowohl im Berufsverlauf als auch außerhalb des Berufs von den Pflegenden entwickelten Handlungskompetenzen, dadurch Erweiterung des arbeitsorganisatorischen Gestaltungsspielraums im Sinne einer horizontalen, lebensspannenübergreifenden Laufbahnplanung

  • Förderer

    • Bundesministerium für  Bildung und Forschung (BMBF)
    • Europäischer Sozialfonds für Deutschland
    • Europäische Union

  • Partner

    • AWO Wohnen & Pflegen Weser-Ems GmbH, Oldenburg
    • Bremer Heimpflege gGmbH, Bremen

Weitere Informationen:
Opens internal link in current windowhttps://www.uni-vechta.de/gerontologie/fachgebiete/altern-und-arbeit
Opens internal link in current windowhttp:// www.in-k-ha.de
Opens internal link in current windowhttp:// www.projekt-kolage.de

Christoph Schank ist Verwaltungsprofessor für Wirtschaft & Ethik: Social Business im Department I der Universität Vechta. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich Corporate Social Resposiblity und Corporate Citizenship sowie Unternehmensethik.

Aktuelle Projekte sind u.a.

Kooperation AIRBUS
(gemeinsam mit Dipl.-Kfm. Jürgen Sander)

  • Arbeiten an betrieblichen Fragestellungen aus dem wirtschaftsethischen Kontext
  • Förderung von Teamarbeit unter Studierenden, Sammlung erster Erfahrungen im Projektmanagement an paxisrelevanten Themen
  • Know-how Transfer zwischen Wissenschaft und Praxis

  • Projektseminar WS 2014/2015: Der Zusammenhang von individuellen Verhaltenszielen und variabler Vergütung für Führungskräfte in der Airbus Group

    • Warum werden in Organisationen Verhaltensziele für Führungskräfte vereinbart und welche Zielsetzung verfolgt die Airbus Group mit der Vereinbarung von Verhaltenszielen für Führungskräfte? 
    • Auf welcher Basis (Policy) werden Verhaltensziele für Führungskräfte (insbesondere für „Senior Manager“) in der Airbus Group vereinbart und wie ist diese im Vergleich mit anderen Industrieunternehmen und der Theorie zu bewerten?
    • Entsprechen die konkret vereinbarten Verhaltensziele für die Senior Manager am Space-Standort Bremen den sogenannten Referenz-Behaviours?
    • Wie beurteilen Senior Manager des Space-Standortes Bremen die Vereinbarung von Verhaltenszielen?
    • Präsentation vor einem Managementteam in Bremen Mai 2015

  • Projektseminar WS 2015/2016: Integrity-Principles and Compliance Process of an international acting company

    • Design and drafting of integrity principles - necessary content and best practices
    • Compliance Communication: different ways of communication to increase compliance awareness within the company
    • Compliance processes to prevent the company against any potential misconduct
    • Compliance Trainings and E-Learning – set up, training plan, pros and cons, best practices, legal framework esp. in respect of tracking and tracing
    • Präsentation der Ergebnisse in englischer Sprache vor einem Managementteam in München Februar 2016


Zertifikat International Management and Practical Ethics (CIME)

  • Englischsprachiger Zertifikatskurs der Universität für immatrikulierte (internationale) Studierende
  • Zielsetzung

    • interdisziplinären Zugang zu wirtschaftlichen Austausch- und Managementprozessen vermitteln (wirtschaftswissenschaftlich, philosophisch, ethisch und kulturwissenschaftlich)
    • Absolventinnen und Absolventen erlangen ein umfassendes Kompetenzprofil, das konkrete betriebswirtschaftliche Handlungskompetenz mit ethischer Reflexionskompetenz verbindet und ihnen erlaubt, auch in interkulturellen und internationalen Kontexten ökonomisch klug und gesellschaftlich nachhaltig zu handeln
    • Studieninhalt basiert auf zwei Säulen: Managementstudien und Praktische Philosophie


Weitere Informationen:
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Opens internal link in current windowhttps://www.uni-vechta.de/internationales/cime/

Kontakt

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Katharina Genn-Blümlein
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Fon +49. (0) 4441.15 488