+++ Neueste Meldungen aus dem AB Pädagogische Psychologie +++

Neuerscheinung Mentale Fitness im Golf

Der wiss. Leiter der Arbeitsstelle für sportpsychologische Beratung und Betreuung Challenges an der Universität Vechta, Prof. Dr. Martin K.W. Schweer, hat in der Reihe „Sport und gesellschaftliche Perspektiven“ einen neuen Ratgeber veröffentlicht. „Mentale Fitness im Golf. Sportpsychologische Grundlagen und Übungen für den Freizeit- und Leistungssport“ wendet sich an Golferinnen und Golfer aller Leistungsniveaus. Der aktuelle wissenschaftliche Forschungsstand zum Thema wird darin dargestellt und um reichhaltige Erfahrungen aus seiner langjährigen Tätigkeit in der sportpsychologischen Beratung ergänzt sowie unter der Mitarbeit von Jana Pithan mit ausführlichen Beispielen und Übungen angereichert. Das im Peter Lang Verlag (Frankfurt a.M.) erschienene Werk ist Opens external link in new windowhier und im Buchhandel erhältlich.

Beitrag zur Bedeutung von Wahlplakaten in der Oldenburgischen Volkszeitung

Im Rahmen des aktuellen Wahlkampfes zur Bundestagswahl äußerte sich der wiss. Leiter des AB Pädagogische Psychologe und des angegliederten Zentrums für Vertrauensforschung, Prof. Dr. Martin Schweer, zu der Bedeutung klassischer Plakatwahlwerbung im Zeitalter des Internets. So kann die größtenteils unreflektierte Wahrnehmung der Bilder und Slogans insbes. unentschlossene Bürger*innen, die neueren Untersuchungen zufolge etwa die Hälfte der Wähler ausmachen, in ihren Entscheidungen nach wie vor stark beeinflussen. Zudem lässt die Gestaltung der Wahlwerbung weitere Schlüsse auf die jeweilige Partei zu, denn „eine Partei überlegt sich, ob sie mit Personen oder mit Themen punkten will“. Trotz der hohen Bedeutung von sozialen Medien mache das Internet Plakatwerbung also keineswegs überflüssig, resümiert Schweer.

Beat the Prof

ZEIT Online hat den wiss. Leiter des AB Pädagogische Psychologie und des angegliederten Zentrums für Vertrauensforschung, Prof. Dr. Martin Schweer, eingeladen, ein Opens external link in new window"Beat the Prof"-Quiz zum Thema Vertrauen zu entwerfen. Dieser Anfrage ist er gern nachgekommen.

Erläuterungen Fragen, korrekte Antworten und Erläuterungen

1. Wo ist zwischenmenschliches Vertrauen im internationalen Vergleich besonders verbreitet?

  • in nordeuropäischen Nationen (richtige Antwort)
  • in südeuropäischen Nationen
  • in südamerikanischen Nationen

In der Studie „Society at a Glance“ von 2016 wird aus den unterschiedlichen OECD-Nationen berichtet, inwieweit die Bewohner*innen anderen Menschen vertrauen. Bei den Befragten aus nordeuropäischen Nationen, v.a. aus Dänemark und Norwegen, zeigen sich die größten Anteile mit ausgeprägter Vertrauensbereitschaft. Während Deutschland noch über dem OECD-Durchschnitt liegt, fallen demgegenüber die Werte bei der Türkei und der Slowakei am geringsten aus.

Verweis:

 

2. Nach dem Soziologen Niklas Luhmann gilt Vertrauen als wesentlicher Mechanismus zur ...

  • ... Reduktion von sozialer Komplexität (richtige Antwort)
  • ... Überwindung von Egoismus
  • ... Vermeidung von Vorurteilen

Angesichts aktueller Herausforderungen (bspw. Globalisierung, Digitalisierung, Klimawandel) wird vielfach über eine steigende Komplexität und eine zunehmende Verwobenheit verschiedener (Lebens-)Bereiche diskutiert, die bei den Menschen Unsicherheit und Kontrollverlust fördert. Der Soziologe Niklas Luhmann (2014, S. 8f., Erstauflage 1968) sieht im Vertrauensphänomen einen wesentlichen Mechanismus, der dazu beiträgt, die Komplexität unserer Gesellschaft zu reduzieren. Vertrauen fungiert in diesem Sinne als eine Art Wahrnehmungsfilter und stellt daher eine wichtige (soziale) Ressource dar: „Wo es Vertrauen gibt, gibt es mehr Möglichkeiten des Erlebens und Handelns, steigt die Komplexität des sozialen Systems, also die Zahl der Möglich­keiten, die es mit seiner Struktur vereinbaren kann, weil im Vertrauen eine wirksamere Form der Reduktion von Komplexität zur Verfügung steht.”

Verweis:

Luhmann, N. (2014). Vertrauen: Ein Mechanismus der Reduktion sozialer Komplexität (5. Auflage). Stuttgart: Lucius & Lucius.

 

3. Welcher Stoff verbirgt sich hinter dem sogenannten "Kuschel-" oder "Bindungshormon"?

  • Oxytocin (richtige Antwort)
  • Adrenalin
  • Dopamin

Das Neuropeptid Oxytocin wird im Gehirn (Hypothalamus) gebildet, es kommt bei allen Säugetieren vor und übernimmt als Hormon bzw. Botenstoff im Nervensystem wichtige physiologische Funktionen, so löst es bspw. die Wehen bei der Geburt aus. Es hat auch insofern eine wichtige verhaltensregulierende Wirkung, als dass Oxytocin Angst bzw. Stress reduziert und damit soziales Annäherungsverhalten fördert. Dies ließ sich u.a. im Rahmen von ökonomischen Vertrauensspielen (u.a. Baumgartner et al., 2008; Kosfeld et al., 2005) nachweisen, bei denen einigen Probanden Oxytocin über ein Nasenspray verabreicht wurde. Diese Gruppe stellte in der Folge einem Treuhänder mehr Geld zur Verfügung als diejenige Gruppe, die ein Placebo erhielten. Oxytocin erhöht jedoch nicht generell die Risikobereitschaft, sondern wirkt vielmehr spezifisch in sozialen Interaktionen. Zudem stärkt es wohl auch die Bindung zwischen Mensch und Hund, wie Forschungsergebnisse aus Japan nahelegen; eine diesbezügliche Studie (Nagasawa et al., 2015) zeigte, dass die Konzentration des Stoffes nach einem halbstündigen wechselseitigen Blickkontakt auf beiden Seiten signifikant erhöht war.

Verweise:

Baumgartner, T., Heinrichs, M., Vonlanthen, A., Fischbacher, U. & Fehr, E. (2008). Oxytocin Shapes the Neural Circuitry of Trust and Trust Adaptation in Humans. Neuron, 58, 639-650.

Kosfeld, M., Heinrichs, M., Zak, P.J., Fischbacher, U. & Fehr, E. (2005). Oxytocin increases trust in humans. nature, 435, 673-676.

Nagasawa, M., Mitsui, S., En, S., Ohtani, N., Ohta, M., Sakuma, Y., Onaka, T., Mogi, K. & Kikusui, T. (2015). Oxytocin-gaze positive loop and the coevolution of human-dog bonds. Science, 348, 333-336.

 

4. Welcher gesellschaftliche Bereich schneidet bei Umfragen in Deutschland mit Blick auf Vertrauen besonders schlecht ab?

  • Politik (richtige Antwort)
  • Industrie
  • Militär

In einer Studie der Universität Mainz gaben 39% der deutschen Befragten an, dass sie der Politik kaum oder überhaupt nicht vertrauen. In Bezug auf die Kirchen fällt der Wert mit 38% ähnlich hoch aus. Der Wissenschaft vertrauen mit nur 3% die wenigsten Befragten nicht.

Verweis:

Schultz, T., Jackob, N., Ziegele, M., Quiring, O. & Schemer, C. (2017). Erosion des Vertrauens? Misstrauen, Verschwörungstheorien und Kritik an den Medien in der deutschen Bevölkerung. Media Perspektiven 5, 246-259.

 

5. Welcher Institution aus dem Bereich der Sicherheit vertrauen die Deutschen laut Global Trust Report 2017 am stärksten?

  • Polizei (richtige Antwort)
  • Justiz/Gericht
  • Militär/Armee

Im aktuellen gesellschaftlich-politischen Diskurs spielt der Bereich der Sicherheit eine wichtige Rolle. Wie aber ist das Vertrauen in diesbezügliche Institutionen tatsächlich ausgeprägt? Dem „Global Trust Report 2017“ zufolge vertraut eine große Mehrheit der deutschen Bevölkerung der Polizei. Der Wert von 85% (gegenüber der Studie aus dem Jahr 2015 eine Steigerung um fünf Prozentpunkte) bedeutet den nationalen Spitzenrang in der Liste der vertrauenswürdigen Institutionen, gefolgt von der Justiz/dem Gericht mit 67%. Der Institution „Militär/Armee“ wird von 64% der befragten Deutschen Vertrauen entgegengebracht (eine Steigerung um neun Prozentpunkte). Im Rahmen des „Global Trust Reports 2017“ wurden im Auftrag des GfK Vereins insges. 28.000 Verbraucher*innen-Interviews in 25 Ländern durchgeführt, der Haupterhebungszeitraum lag zwischen September und November 2016.

 

6. Kann man nur der einzelnen Bankberaterin oder auch dem gesamten Bankunternehmen vertrauen?

  • über Einzelne baut sich Vertrauen in das Unternehmen auf (richtige Antwort)
  • Vertrauen kann sich nur zwischen zwei Menschen entwickeln
  • Unternehmen sind zu abstrakt, um ihnen vertrauen zu können

In der wissenschaftlichen Betrachtung von Vertrauen stand zunächst das zwischenmenschliche Vertrauen sehr stark im Vordergrund, so etwa das Vertrauen in der Familie, in der Schule zwischen Lehrenden und Lernenden und am Arbeitsplatz zwischen Führungskräften und Mitarbeiter*innen. Zunehmend wird aber auch das Vertrauen in ganze Systeme untersucht, also etwa das Vertrauen in unser Bildungssystem oder in ein Unternehmen. Vertrauen wird dabei sehr stark über das Bild von dem Unternehmen geprägt, dabei spielen die Erfahrungen mit den Repräsentant*innen eine wichtige Rolle, aber auch das Image in den Medien, die Rolle des Vorstands u.ä.

Verweis:

Oswald, M.E. (2010). Vertrauen in Organisationen. In M. Schweer (Hrsg.), Vertrauensforschung 2010: A State of the Art (Psychologie und Gesellschaft 9; S. 63-85). Frankfurt a. M.: Peter Lang.

 

7. Vertrauen kann zwar für ein gutes soziales Klima sorgen, aber hat es auch etwas mit Leistung zu tun?

  • Vertrauensbeziehungen steigern die Leistungsbereitschaft (richtige Antwort)
  • gutes Klima ist das eine, Leistung etwas völlig anderes
  • bei "netten" Lehrenden lernt man nichts

Vertrauen und Leistung hängen eng zusammen. Im Falle einer vertrauensvollen Beziehung in der Schule, im Betrieb oder auch im Sport steigt die Bereitschaft, sich einzubringen und gute Leistungen zu zeigen. Umgekehrt sinkt die Sorge, sich mit Fehlern zu blamieren. Die Förderung von Vertrauen ist dabei jedoch nicht gleichzusetzen mit Nachgiebigkeit - auch in einer vertrauensvollen Beziehung kann und soll Leistung eingefordert werden.

Verweis:

Schweer, M. (2017). Vertrauen im Klassenzimmer. In M. Schweer (Hrsg.), Lehrer-Schüler-Interaktion: Inhaltsfelder, Forschungsperspektiven und methodische Zugänge (3., überarb. und aktual. Aufl.; S. 523-545). Wiesbaden: SpringerVS.

 

8. Unterscheiden sich Menschen in ihren Erwartungen an das, was Vertrauen ausmacht?

  • Ja, und verschiedene Erwartungen können problematisch sein (richtige Antwort)
  • Vertrauen verstehen alle gleich
  • die Erwartungen sind in der Regel allen bekannt

Wir gehen nicht selten davon aus, dass andere unser Verständnis von Vertrauen teilen. Leider merken wir daher oft nicht, wenn wir das Vertrauen anderer verletzt haben; bspw. könnte eine Lehrerin in der Schule sich nicht darüber bewusst sein, dass sie einen Schüler vor der Klasse bloßgestellt hat und mag fortan sogar denken, dass der Schüler sie persönlich nicht leiden könne. In der Tat zeigen Untersuchungen, dass mit Vertrauen teils dieselben, teils aber auch unterschiedliche Erwartungen verbunden sind. Deshalb ist eine offene Kommunikation über die gegenseitigen Erwartungen für eine positive Vertrauensentwicklung wichtig.

Verweis:

Schweer, M. (2013). Vertraut Euch! Berlin: Frank & Timme.

 

9. Welcher Zusammenhang besteht zwischen Vertrauen und Risiko?

  • bei hohem Risiko wird Vertrauen umso wichtiger (richtige Antwort)
  • bei hohem Risiko wird Vertrauen unmöglich
  • ohne Risiko steigt Vertrauen unweigerlich an

Vertrauen wird immer dann erforderlich, wenn wir risikohafte Entscheidungen treffen. Aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen gehen in der Regel mit hoher Unsicherheit und erhöhtem Risikoerleben einher; je komplexer und undurchsichtiger ein Zusammenhang ist, umso wichtiger ist das Vertrauen etwa in Expert*innen auf dem jeweiligen Gebiet. Je höher also die subjektive Unsicherheit ist, umso wichtiger wird Vertrauen als verfügbare psychologische Ressource dahingehend, überhaupt eine gewisse Sicherheit für das eigene Handeln gewinnen zu können.

Verweis:

Schweer, M. & Lachner, R. (2016). Vertrauen und soziale Verantwortung als psychologische Ressourcen der Handlungsregulation im Kontext gesellschaftlicher Herausforderungen - eine differentielle Betrachtung. Politische Psychologie, 5 (1), 92-114.

 

10. Wem wird beim Umgang mit persönlichen Daten am wenigsten vertraut?

  • sozialen Netzwerken (richtige Antwort)
  • eigenen Internetzugangsanbietern
  • Staat und Behörden

In einer Befragung der Bitkom unter 1017 Personen gaben nur 20% der Befragten an, sozialen Netzwerken hinsichtlich des Umgangs mit persönlichen Daten zu vertrauen. An zweiter Stelle folgen Staat und Behörden (25%), während den eigenen Internetzugangsanbietern am häufigsten Vertrauen entgegengebracht wird (48%).

 

 



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Letzte Aenderung: 20.10.2017 · Seite drucken
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