Zweite Stufe des Übergangsbetriebs

Die Herausforderungen durch das Coronavirus stellen uns auch zwei Monate nach Anordnung des Notbetriebs vor viele Fragen und bereiten uns selbstverständlich auch immer noch Sorgen. Mit den Maßnahmen, die wir als Hochschule in Verantwortung ergriffen haben, wollten wir soweit möglich unseren Beitrag zur Eingrenzung der Pandemie leisten und vor allem auch die Menschen schützen, die besonders gefährdet sind. Nachdem der Bund Anfang Mai die Verantwortung für die Lockerung der Corona-Schutzmaßnahmen weitgehend den Ländern überlassen hat und sich die Lage etwas zu entspannen begann, haben auch wir als Universität mit einer ersten Stufe eines Übergangsbetriebs vorsichtige Schritte in Richtung Normalisierung unternommen und in einzelnen Organisationseinheiten des Dienstleistungsbereiches, in den Forschungslaboren und in der Universitätsbibliothek erste Öffnungen vorgenommen. 

Nachdem glücklicherweise inzwischen in Niedersachsen eine nachhaltige Entspannung des Infektionsgeschehens zu verzeichnen ist und auch die Zahl der in den Krankenhäusern und insbesondere auf den Intensivstationen behandelten Patientinnen und Patienten weiter rückläufig ist, haben wir uns jetzt dazu entschlossen, ab dem 2. Juni mit der Durchführung zwingend notwendiger Präsenzveranstaltungen stufenweise weitere Lockerungen zu ermöglichen, wohl wissend, dass einige Beschränkungen nur einen vergleichbar niedrigeren Nutzen für den Infektionsschutz bringen, aber dafür mit hohen gesellschaftlichen, sozialen, psychologischen oder wirtschaftlichen Problemen verbunden sind. Die geplanten Lockerungen setzen selbstverständlich voraus, dass in allen Bereichen auch zukünftig strenge Hygienevorgaben und Mindestabstände eingehalten werden. Außerdem galt es abzuwägen, welche und wie viele Lockerungsmaßnahmen zusammenkommen dürfen, ohne dass die Zahl der Begegnungen von Menschen in einer nicht zu verantwortenden Weise steigt. Direkte persönliche Kontakte müssen in der Tat leider auch zukünftig auf ein Minimum reduziert werden. 

Daher gilt für den Bereich Lehre nach wie vor, dass dieses Sommersemester ausschließlich digital durchgeführt werden wird. Nur in wenigen Ausnahmefällen, die zuvor in Absprache zwischen den Studienfächern und Studiendekanaten festgelegt wurden und den betroffenen Studierenden mitgeteilt werden, finden in der Pfingstwoche (02.06.-07.06.2020) zwingend notwendige Präsenzveranstaltungen statt. Dabei handelt es sich um Veranstaltungen, deren Durchführung online unmöglich ist und sie deshalb zwingend in Präsenz durchzuführen sind. Aufgrund von zeitlichen Überschneidungen, die bei Fortführung von Online-Lehre in dieser Woche entstehen könnten, werden sämtliche, also synchrone wie asynchrone, digitale Lehrveranstaltungen ausgesetzt. Für die Studierenden bedeutet dies, dass klar benannte Gruppen zu konkreten Anlässen die dafür vorgesehenen Einrichtungen aufsuchen können. Eine entsprechende Information dieser Studierenden erfolgt rechtzeitig.

Für die Lehrenden wie für die Beschäftigten bedeutet diese Stufe, dass eine Rückkehr in die eigenen Büros ab dem 8. Juni möglich ist. Allerdings sind hier maßgeblich die Hinweise des Hygiene- und Infektionsschutzkonzeptes der Universität zu berücksichtigen. Dazu zählen u.a. die Vorgaben zur Wahrung des Mindestabstands und die Beachtung von Hygienemaßnahmen. Von einer Arbeitsatmosphäre, wie wir sie vor der Corona-Pandemie kannten, sind wir nach wie vor weit entfernt und werden es vermutlich auch noch längere Zeit bleiben.

Grundsätzlich wird empfohlen, weiterhin so viele Tätigkeiten wie möglich im Home Office zu erledigen und abzuwägen, welche Arbeiten auf dem Campus auszuführen sind und dringend der Infrastruktur der Universität bedürfen. Gleichwohl wissen wir, dass viele der Beschäftigten eine Rückkehr in ihre Büros für notwendig erachten.  Diesem Wunsch möchten wir mit Augenmaß nachkommen und plädieren für einen verantwortungsvollen Umgang im täglichen Miteinander in diesen veränderten Arbeitskontexten auf unserem Campus. Verantwortung bedeutet in diesem Zusammenhang auch, dass keiner der Beschäftigten ab dem 8. Juni in die Universität zurückkehren muss, sondern seine Tätigkeiten zunächst weiterhin im Homeoffice ausführen kann, sofern dadurch die Erfüllung der dienstlichen Aufgaben möglich ist.  Beschäftigten, die einer Risikogruppe angehören, empfehlen wir bis auf Weiteres ihre Tätigkeiten im Homeoffice auszuführen.

Viele der geplanten Lockerungen werden nur durch eine dezentrale Planung von Schutzmaßnahmen in den Organisationseinheiten und den Fakultäten möglich sein. Zur Organisation und Umsetzung dieser Maßnahmen in der nächsten Stufe des Übergangsbetriebes ab dem 2. Juni bitten wir die Organisationseinheiten und Fakultäten entsprechende Vorkehrungen zu treffen. Dazu verschickt das Präsidium an die Leitungen im Wissenschafts- und Dienstleistungsbereich zeitnah Informationen zur Umsetzung eines umfassenden Hygiene-und Infektionsschutzes, die bei der Durchführung der nächsten Lockerungsmaßnahmen unterstützen sollen. 

Als Hochschule in Verantwortung fahren wir wie viele andere Institutionen in diesen Tagen auf Sicht und versuchen mit Augenmaß den Übergangsbetrieb zu gestalten, behutsam weitere Lockerungen vorzunehmen und gleichsam das Infektionsrisiko im Blick zu behalten. Bitte unterstützen Sie uns in diesem Prozess mit Ihrem verantwortungsvollen Handeln. Wir danken Ihnen ausdrücklich für Ihr Verständnis und Ihr großes Engagement aus dem Homeoffice ebenso wie auf dem Campus. 
Mit freundlichen Grüßen
 
gez. Prof. Dr. Burghart Schmidt
Präsident