Zeichen im Wind: 20 Jahre Himmelsstürmer auf dem Uni-Campus

Zeichen im Wind - der Himmelsstürmer dreht sich je nach Wind um die eigene Achse. (Bild: Carius)

Die Plastik wird vor vielen Gästen im Rahmen einer selbstgestalteten Performance enthüllt. (Bild: Kokenge)

Seit 1997 hat die Universität Vechta ein markantes Zeichen, das sich weithin sichtbar über dem Campus erhebt. Wenige der heutigen Studierenden, Lehrenden und Mitarbeiter_innen wissen jedoch um die Herkunft und Bedeutung der metallenen Kunstfigur, die sich auf dem Gebäude W+K in der Universitätsstraße befindet.

Die Windplastik ist ein gemeinschaftliches Werk, das von sieben Studierenden im Rahmen eines Projektseminars des Bildhauers und inzwischen emeritierten Designprofessors Karl-Eckhard Carius entwickelt und in Zusammenarbeit mit den in Vechta ansässigen Unternehmen ATLAS GmbH und STANITECH GmbH & Co. KG realisiert worden ist.

Der damalige niedersächsische Ministerpräsident Gerhard Schröder enthüllte die Plastik in Anwesenheit hunderter von Gästen im Oktober 1997. Begleitet wurde der Festakt durch eine von Carius und seinem Studierendenteam gestaltete Performance, einer literarischen Collage mit Texten von Fernando Pessoa, Klangstrukturen nach Steve Reich, und einem Feuerwerk. In seiner Ansprache hob Schröder die Symbiose des Projekts hervor: Dem erfolgreichen Zusammenwirken von Lehrenden und Studierenden, der Institution Universität, der ortsansässigen Industrie mit ihren technischen und materiellen Ressourcen – und der Besonderheit seiner Verbindung von hoher künstlerischer und didaktischer Qualität.

Seit nunmehr zwanzig Jahren drängt die Figur entschieden und beweglich nach vorn, stellt sich den Winden, trotzt Blitzen, verharrt im Regen und glänzt in der Sonne silbrig und golden. Das Gebäudedach ist ihre Bühne, der Himmel ihre ständig wechselnde Kulisse. Der Bewegungsaspekt ist nicht nur in der kinetischen Eigenschaft der Plastik zu sehen, in der durch Windkräfte bedingten Drehung um die eigene Achse, oder in der Ästhetik der dynamischen Figur, sondern auch in der farblichen Wandlung der Oberfläche durch ihre Reflektion des stetig sich ändernden Lichts.  

Die an dem Projekt beteiligten Firmen hatten ihre besten Fachleute und ihr technisches Know-how zur Verfügung gestellt. Der damalige Hochschulrat unter Vorsitz von Dr. Hartmut Koch stellte einen Teil der notwendigen Mittel zur Verfügung. Möglich wurde die Realisierung der Großplastik, die an einen Scherenschnitt erinnert, jedoch erst durch das Engagement und die großzügige Förderung der beiden genannten Unternehmen. Das Projekt hat zudem die Kunst im öffentlichen Raum von Vechta bereichert.
 
Die kinetische Plastik auf dem Dach des Uni-Gebäudes ist ein gelungenes Zeichen für Energie, Dynamik und Teamarbeit, was den Studierenden und Lehrenden der Universität Vechta auch weiterhin als nachhaltiges Symbol dienen sollte: Sie stürmt nach vorn – über die Dächer der Uni  hinaus: das „Zeichen im Wind“.