Wissenschaft für Nachhaltige Entwicklung

Prof.in Dr. Christine Tamásy sprach in Hannover über das Projekt „Bioökonomie 2.0“. (Bild: VolkswagenStiftung)

Vom 23. bis 24. Januar standen im Tagungszentrum Schloss Herrenhausen alle Zeichen auf „Wissenschaft für Nachhaltige Entwicklung“: Die Beteiligten der 15 Forschungsprojekte, die im Rahmen des Programms aus dem Niedersächsischen Vorab gefördert werden, trafen sich zum Statussymposium in Hannover. Aus Vechta nahm die Wirtschaftsgeographin Prof.in Dr. Christine Tamásy vom Institut für Strukturforschung und Planung in agrarischen Intensivgebieten (ISPA) teil. Sie ist Sprecherin des Verbundprojekts „Bioökonomie 2.0: Innovationspotenziale von Nebenströmen der Lebensmittelverarbeitung“ und Partnerin im Projekt „Sustainability Transitions in der Lebensmittelproduktion: Alternative Proteinquellen in soziotechnischer Perspektive“.

Im Mittelpunkt aller geförderten Projekte steht der Beitrag zu einer an Nachhaltigkeit orientierten gesellschaftlichen Entwicklung. Gleichzeitig sind aber auch Ansätze wie Partizipation – Einbindung interessierter Nicht-WissenschaftlerInnen in Forschungsprojekte – und die Umsetzung der Ergebnisse in die gesellschaftliche Praxis Teil der Vorhaben. Beim Statussymposium tauschten sich die WissenschaftlerInnen und die interessierte Öffentlichkeit in Vorträgen und Diskussionsrunden aus.

Bioökonomie 2.0: Innovationspotenziale von Nebenströmen der Lebensmittelverarbeitung
Das Verbundprojekt zielt darauf ab, neue Wertstoffe für die Lebensmittelproduktion - z.B. Ballaststoffe, natürliche Aromastoffe, Enzyme - aus pflanzlichen Nebenströmen der Kartoffel-, Karotten- und Rapsverarbeitung zu gewinnen. Es werden zum einen aus technisch-naturwissenschaftlicher Perspektive gemeinsam mit Partnern der niedersächsischen Wirtschaft neue innovative Produkte entwickelt. Zum anderen werden aus sozialwissenschaftlichen Perspektiven Strategien für eine erfolgreiche Implementierung dieser Produkte erforscht.
Das Projekt wird seit April 2016 für drei Jahre mit insgesamt 1,36 Millionen Euro gefördert. Partner sind die Universität Hannover, Institut für Marketing und Management und Institut für Lebensmittelchemie, Deutsches Institut für Lebensmitteltechnik e.V. in Quakenbrück, Hochschule Osnabrück, FB Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur und Universität Göttingen, Lehrstuhl Marketing für Lebensmittel und Agrarprodukte.

Sustainability Transitions in der Lebensmittelproduktion: Alternative Proteinquellen in soziotechnischer Perspektive
Ziel des Projekts ist eine Abschätzung der Potenziale für eine "sustainability transition", ein Wandel zu mehr Nachhaltigkeit, im Bereich der Landwirtschaft und Ernährung durch die Erschließung alternativer Proteinquellen. Dazu werden Proteinquellen auf Algenbasis für die menschliche Ernährung sowie auf Algen- oder Insektenbasis für die Tierernährung untersucht. Außerdem geht es um Nachhaltigkeits- und Verantwortungslogiken sowie Konventionen von Akteuren entlang der Wertschöpfungskette. Ferner wird auch die Akzeptanz der Verbraucher gegenüber Lebensmitteln auf Algenbasis untersucht. Neben dem ISPA ist daran das Vechtaer Zentrum für Vertrauensforschung, Prof. Dr. Martin K.W. Schweer, beteiligt.
Das Projekt wird seit März 2015 für drei Jahre mit insgesamt 1,91 Millionen Euro gefördert. Partner sind das Deutsche Institut für Lebensmitteltechnik, die Universität Greifswald und die Georg-August Universität Göttingen (Department für Nutztierwissenschaften, Arbeitsbereich Tierernährung und Arbeitsbereich Produktkunde; Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung; Zentrum für Biodiversität und nachhaltige Landnutzung).