Wie und für wen sollen Forschungsdaten archiviert und bereitgestellt werden?

Die Beteiligten von UniV-FDM (v.l.): Prof. Dr. Burghart Schmidt, Marcus Werner, Prof.in Dr. Nina Oelkers, Armin Harry Wolf, Dr.in Cindy Leppla, Detlef Kuntze und Stephanie Hinrichs; nicht dabei Prof. Dr. Winfried Schröder.

In der Forschung fallen viele Daten an: Messwerte, Tabellen und Grafiken, aber auch Interviews, Transkriptionen oder Videobeobachtungen. Wie und anhand welcher Kriterien lassen sich solche Daten archivieren und zum Austausch mit anderen Wissenschaftler_innen bereitstellen? Mit diesen Fragen befasst sich seit Herbst letzten Jahres das Projekt UniV-FDM, bei dem es um die Etablierung eines universitären Forschungsdatenmanagements (FDM) geht. Beteiligt sind die Disziplinen Soziale Arbeit und Landschaftsökologie für die exemplarische Untersuchung des FDM in den Gesellschafts- bzw. Naturwissenschaften und für die Ausweitung der gewonnenen Erkenntnisse auf Nachbardisziplinen. Als weitere Projektpartnerin ist die Universitätsbibliothek zuständig für die Bearbeitung FDM-bezogener Rechts- und Verwaltungsfragen sowie den Aufbau von FDM-Infrastrukturen in Kooperation mit dem Rechenzentrum. Das Projekt UniV-FDM wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung über zwei Jahre mit knapp 475.000 Euro gefördert. Das dritte Projektjahr finanziert die Universität Vechta selbst.

„Ziel des Projekts ist, an unserer Universität einen zukunftsweisenden Umgang mit Forschungsdaten zu etablieren“, erläutert Projektleiter Universitätspräsident Prof. Dr. Schmidt. „Gleichzeitig gilt es, unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit ins Boot zu holen und von den Vorteilen des FDM zu überzeugen.“ „Genutzt wird dazu ein Bottom-up-Managementmodell“, ergänzt Dr.in Cindy Leppla, Leiterin der Universitätsbibliothek und Co-Projektleiterin. „Ich bin Professorin Oelkers aus der Sozialen Arbeit und Professor Schröder aus der Landschaftsökologie sehr dankbar für die Einblicke, die sie uns in ihre Arbeit geben.“

UniV-FDM sieht vor, ausgehend von einer Analyse der bisherigen Praxis in der Forschung FDM-bezogene Konzepte zu erarbeiten, Kompetenzen aufzubauen sowie Aktivitäten zu etablieren und zu einer institutionellen Gesamtstruktur zu bündeln. Zentrales Element des Projekts ist die Ermittlung der Praktiken, Bedarfe und Anforderungen der Wissenschaftler_innen für einen systematischen Umgang mit Forschungsdaten, um die lokale FDM-Infrastruktur zur Archivierung und Bereitstellung von Forschungsdaten bedarfsorientiert weiterzuentwickeln und an übergeordnete Forschungsdatenarchive bzw. -zentren anzubinden.

Ein weiterer Kernaspekt des Projekts besteht in der Sensibilisierung der Forschenden für das Thema FDM und insbesondere für FDM-bezogene Rechts- und Verwaltungsfragen, die im Rahmen des Projekts untersucht werden. Damit wird zugleich die Voraussetzung für die Entwicklung einer universitären FDM-Kultur geschaffen, die durch regelmäßige Dialoge zwischen den beteiligten Akteur_innen aus Wissenschaft, Infrastruktur, Verwaltung und universitärer Leitungsebene befördert wird.

Die gewonnenen Erkenntnisse aus dem Projekt sollen systematischen Niederschlag in Datenmanagementplänen, Regelungen und Empfehlungen für ein professionelles, anforderungsgerechtes FDM finden und in der Entwicklung von geeigneten Workflows und FDM-Services wie Beratungs- und Schulungsangeboten münden. Dabei wird sowohl den Bedarfen der Forschenden, der Universität und der Förderinstanzen als auch den archivarisch-bibliothekarischen Anforderungen für die Etablierung eines sachgemäßen, universitätsweiten FDM Rechnung getragen.

Mehr zum Projekt: www.bibliothek.uni-vechta.de/management-von-forschungsdaten/