„Was sind meine Rechte?“ Grundschulkinder und Studierende gestalten Projekttage

Die Studierenden, Dozent_innen und Lehrkräfte, die am Projekttag mitwirkten. (Bild: Michael Otten)

Kinderrechte bekannt machen und Lehramtsstudierenden Praxiserfahrungen ermöglichen: Das sind zwei zentrale Ziele der Kooperation zwischen dem Studienfach Sachunterricht der Universität Vechta, der Overbergschule Vechta und der Christophorusschule Vechta. An zwei Projekttagen am 19. und 20. Juni 2018 arbeiteten 222 Kinder der 3. und 4. Klassen mit 98 Studierenden des Sachunterrichts zu Themen wie „Schutz vor Diskriminierung“, dem „Recht auf Mitbestimmung“ oder dem „Recht auf Spiel, Freizeit und Erholung“. Basis der Projekttage: Das 1989 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedete „Übereinkommen über die Rechte des Kindes“, das 1992 in Deutschland in Kraft trat. Die Studierenden hatten in vier Seminaren unter der Leitung von Prof.in Dr. Iris Baumgardt, Johanna Sturhann und Michael Otten insgesamt 33 Lernstationen vorbereitet. Dabei berücksichtigen sie unterschiedliche Zugänge inklusiven Lernens im Sachunterricht, um allen Kindern ein Erfolgserlebnis zu ermöglichen und sie für Kinderrechte zu interessieren.

„Seit dem Inkrafttreten der Kinderrechtskonvention hat sich die Aufmerksamkeit für die Rechte von Kindern erhöht“, erklärt Professorin Baumgardt. „Trotzdem werden immer noch die Rechte von Millionen von Kindern und Jugendlichen verletzt. Auch in Deutschland ist die Umsetzung gemäß den Ansprüchen der UN-Kinderrechtskonvention nicht erreicht.“ Die Kinderrechte seien eine wichtige Errungenschaft für eine demokratische Gesellschaft. „Sie tragen dazu bei, dass Kinder geschützt aufwachsen, ihre Fähigkeiten gefördert werden und sie Mitbestimmungsmöglichkeiten erhalten. Je mehr Menschen über Kinderrechte informiert sind, desto besser können sie verwirklicht werden.“

Michael Otten, Dozent im Fach Sachunterricht, beschreibt den Gewinn für die Lehramtsstudierenden: „Durch mehr Praxisbezug in Studium und Lehre wollen wir die Lehramtsausbildung verbessern. Die Studierenden können ihre Berufswahl überprüfen und mit den Schülerinnen und Schülern ihre bisher erlangten Kompetenzen reflektieren.“ „Im Anschluss an die Projekttage werten die Studierenden die Planung und Durchführung aus“, erläutert Johanna Sturhann. „Die Erfahrungen verpuffen so nicht einfach, sondern können für das weitere Studium und den späteren Beruf genutzt werden.“