Vor 40 Jahren führte die „Studentenbühne“ ihr erstes Stück auf

Dem ersten Stück „Hindernislauf“ der Studentenbühne folgten viele weitere. (Fotos: Archiv der Universität Vechta)

Runder Geburtstag! 1980 präsentierte die „Studentenbühne“ an der Universität Vechta ihr erstes Stück. 40 Jahre später spricht der damalige Leiter apl. Prof. Dr. Eberhard Ockel über deren Entstehung.

„Ich bin 1976 als promovierter Sprecherzieher nach Vechta gekommen, wo ich mich 1979 habilitieren konnte“, erzählt Ockel. „Danach war die Studentenbühne, die bereits in der Ausschreibung für meine Stelle stand, unter meiner Leitung. Die ersten drei Jahre der Theatertruppe waren geprägt von Improvisationsbegeisterung und selbstgeschriebenen satirischen Szenen – angefangen mit,Hindernislauf‘ und ,Glatteis‘ –, die teilweise von filmischen Elementen aufgelockert wurden und über den Eidophor in der Beleuchterkabine direkt auf die Bühnenleinwand übertragen wurden.“ Vorteil sei in der Anfangszeit der „Studentenbühne“ gewesen, dass sich die Aufführenden nicht neu finden mussten: „Die Studentenbühne hat Vorläufer. Jeweils die für die Sprechausbildung der Studierenden Zuständigen – Frau Dr.in Irmgard Hansen (im Lehrauftrag von 1947 bis 1967) und Herr Prof  Dr. Otto Dörner (1968 –1990) – haben mit Studierenden Theater gespielt“, sagt Ockel. Bis 2008 führte die stetig wachsende Studentenbühne – bis auf eine Ausnahme – jährlich mindestens ein Stück auf.

„Besonders erinnerlich ist mir die Aufführung 1999, wo die Student*innen zum sogenannten ,Goethe-Allerlei‘ (250.Geburtstag) ,Die Laune des Verliebten‘ spielten, außerdem der Faust-Monolog und die Auerbachskellerszene aus dem Urfaust, die beiden letzten Briefe des Werther, die Mignon-Lied-Vertonung von Beethoven sowie den Zauberlehrling als gesprochene Pantomime – das ganz Publikum hob die Füße, so grandios hat der Student die Wasserflut dargestellt!“, erzählt Ockel. Immer wieder sei die Beobachtung faszinierend gewesen, dass die Mitwirkenden aufgrund von selbstgewählten Stücken förmlich über sich selbst hinauswuchsen. Der ehemalige „Studentenbühnen“-Leiter ist sich sicher, dass Theatergruppen einen positiven Einfluss auf Hochschulen haben – sowohl nach innen als auch nach außen. Sie böten „die Möglichkeit, sich selbst über die Verfremdung einer anderen Rolle kennen zu lernen und seine Ausdrucksmittel zur Selbstdarstellung gezielter einzusetzen“, sagt Ockel, „Meines Erachtens ist eine solche Institution für jede Art der Weiterbildung unverzichtbar.“