Vechtaer Wirtschaftsgeographin ins Präsidium des Kuratoriums für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e.V. gewählt

Professorin Tamásy auf der Pressekonferenz in Berlin. (Bild: Photoatelier Pfeil)

Vom 22. bis 23. März 2017 fanden in Berlin die KTBL-Tage 2017 statt. Unter dem Titel „Zukunft der deutschen Nutztierhaltung“ diskutierten ExpertInnen aus Verbänden, Praxis und Wissenschaft. Für die Universität Vechta nahm Prof.in Dr. Christine Tamásy teil, Leiterin der Abteilung Dynamiken ländlicher Räume am Institut für Strukturforschung und Planung in agrarischen Intensivgebieten (ISPA). Sie referierte über Perspektiven deutscher Veredelungsregionen und sprach neben Peter Bleser, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Landwirtschaft und Ernährung, Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V. und Prof. Dr. Thomas Jungbluth, Präsident des KTBL, auf der Pressekonferenz der Tagung.

Tamásy wurde außerdem in der Mitgliederversammlung des Kuratoriums für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e.V. (KTBL) ins Präsidium gewählt. Sie ist nun Teil des siebenköpfigen Gremiums unter Leitung des neu gewählten Vorsitzenden Prof. Dr. Eberhard Hartung (Direktor des Institutes für Landwirtschaftliche Verfahrenstechnik der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel) sowie seiner Stellvertreter Peter Spandau (Fachbereichsleiter für Betriebswirtschaft, Bauen, Energie und Arbeitnehmerberatung bei der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen) und Dr. Stefan Neser (Leiter des Arbeitsbereiches Umwelttechnik in der Landnutzung bei der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft). Weitere Mitglieder sind Prof.in Dr. Nicole Kemper (Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, Institut für Tierhygiene, Tierschutz und Nutztierethologie), Dr.-Ing. Jens Möller (Geschäftsführer, DKE-Data GmbH & Co. KG in Osnabrück) und MinDir Clemens Neumann (Leiter der Abteilung 5, Biobasierte Wirtschaft, Nachhaltige Land- und Forstwirtschaft des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft).

In ihrem Vortrag „Perspektiven deutscher Veredelungsregionen – Land ohne Bauern?“ ging Christine Tamásy auf die gegenwärtige Situation der Nutztierhaltung in Deutschland ein. Um die Wettbewerbsfähigkeit in sich globalisierenden Märkten einerseits und steigenden Anforderungen an Nachhaltigkeit andererseits zu begegnen sei ein grundlegender Wandel der Nutztierhaltung gefordert, so Tamásy. Die Veredelungsregionen als „Hot Spots“ für Nachhaltigkeit seien besonders geeignet, neue Formen von Governance zu erproben. Tamásy forderte dazu eine ganzheitliche Betrachtung des Produktionssystems Nutztierhaltung und ein darauf abgestimmtes Leitbild der Nachhaltigkeit. Nötig sei ein breiter Konsens für dieses Leitbild, so Tamásy, das die Dimensionen Ökonomie, Ökologie und Tierwohl berücksichtigt. Aktuell sehe sie die Perspektiven der Veredelungsregionen aber kritisch, bislang fehlten konkrete Ziele zur Operationalisierung von Nachhaltigkeit. 

Das KTBL
Das KTBL ist ein in Darmstadt ansässiger Verein aus Fachleuten der Landwirtschaft, Wissenschaft, gewerblicher Wirtschaft, Verwaltung und Beratung. Der Verein versteht sich als Informationsplattform für den Wissens- und Technologietransfer. Er arbeitet zur Entwicklung des ländlichen Raumes und wirkt u.a. bei der Erstellung von Regelwerken mit. Das Kuratorium wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft institutionell gefördert.

Zur Person
Christine Tamásy ist seit 2009 Professorin für Regionalentwicklung mit den Schwerpunkten Wirtschaft und Entwicklung in ländlichen Räumen am Institut für Strukturforschung und Planung in agrarischen Intensivgebieten der Universität Vechta. Sie ist Leiterin der Abteilung Dynamiken ländlicher Räume des Instituts und stellvertretende Institutsdirektorin. Außerdem hat sie die wissenschaftliche Leitung der Landesinitiative Ernährungswirtschaft – NieKE – inne.