Universitätsdinner nimmt Zukunft der Region in den Fokus

(v.l.) Vizepräsident Prof. Dr. Michael Ewig, Christof Pekeler (Vorstand UGV), Vizepräsidentin Prof.in Dr. Martina Döhrmann, Uwe Bartels (Vorsitzender UGV), Prof. Dr. Nick Lin-Hi, Präsident Prof. Dr. Burghart Schmidt und Helmut Dornieden (2. Vorsitzender UGV).

80 Gäste folgten am gestrigen Donnerstag, 26. Oktober 2017, der Einladung von Universität und Universitätsgesellschaft Vechta (UGV) zum gemeinsamen Universitätsdinner. Zum achten Mal trafen sich in diesem Rahmen Gäste aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Die diesjährige Dinner Speech hielt Prof. Dr. Nick Lin-Hi, seit 2016 Professor für Wirtschaft und Ethik an der Universität Vechta. Zuvor war er von 2009-2015 Juniorprofessor für Corporate Social Responsibility (CSR) an der Universität Mannheim. Der studierte Betriebswirt beschäftigt sich seit mehr als einem Jahrzehnt mit der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen und hat die deutsche CSR-Landschaft substantiell mitgeprägt.

Uwe Bartels, Vorsitzender der UGV, drückte in der Begrüßung seine Freude über das hohe Interesse am diesjährigen Dinner aus. Die Veranstaltung sei einer der zahlreichen Anlässe, bei denen die UGV Wissenschaft und Gesellschaft zusammenbringe. Hier knüpften sich Bande für die Zusammenarbeit: In Kooperation mit heimischen Akteur_innen gelänge es in zunehmenden Maße, Projekte aus und für die Region umzusetzen: Studentische Forschungsprojekte mit die Landkreise Vechta und Cloppenburg, koordiniert über den Science Shop, Weiterbildungen in Kooperation mit der Katholischen Akademie Stapelfeld oder der erfolgreiche Ankauf einer Briefe-Sammlung für die Arbeitsstelle Rolf Dieter Brinkmann seien nur einige Beispiele, so Bartels.

Ein weiteres Beispiel erfolgreicher Zusammenarbeit führte Universitätspräsident Prof. Dr. Burghart Schmidt in seinem Grußwort an: Die Koordinierungsstelle „Transformationswissenschaft für die agrarische Intensivregion im Nordwesten Niedersachsens“, an der Hochschulen, Wirtschaftsunternehmen, Verbände und Ministerien beteiligt sind, ist zum Herbst erfolgreich gestartet. Mit dem Museumsdorf Cloppenburg und dem Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik in Quakenbrück stehe man in engem Austausch. Und auf Seiten des Studienprofils sei zu vermelden, dass zum Wintersemester 2017/2018 der Masterstudiengang Management Sozialer Dienstleistungen eingerichtet werde, das Anschlussangebot zum bereits existierenden Bachelor.

In der anschließenden Dinner Speech stellte Prof. Dr. Nick Lin-Hi unter dem Titel „Science & Fiction 2027: Das Oldenburger Münsterland als Leuchtturmregion“ die aktuellen Herausforderungen und notwendigen Anpassungsprozesse für die Region dar. Das Oldenburger Münsterland weise eine unvergleichbare Erfolgsgeschichte auf, Unternehmer_innen könnten stolz auf ihre Leistung sein, so Lin-Hi. So habe der Landkreise Vechta von 1978-2014 mit einem Wachstum von 149 Prozent in Deutschland den Spitzenplatz beim Beschäftigungszuwachs belegt. Dies bestätige eine Studie, die 325 Landkreise untersucht habe. Der Nachbarlandkreis Cloppenburg komme auf Platz sieben. Allerdings seien vergangene und heutige Erfolge keine Garantie für zukünftige Erfolge, so Lin-Hi. In Anlehnung an Charles Darwin mahnte er, nicht der Stärkste und der Intelligenteste würden überleben, sondern derjenige, der am anpassungsfähigsten sei. Angesichts der immensen Herausforderungen durch die Digitalisierung, die der industriellen Revolution gleichkäme, gälte dies auch für die Wirtschaft vor Ort. Diese Herausforderung sei zudem mit dem Thema Nachhaltigkeit (dem Zusammenspiel von Ökologie, Ökonomie und sozialen Aspekten) in Einklang zu bringen. Nur wer sich hier positioniere und einen Mehrwert für die Gesellschaft schaffe, könne als Arbeitgeber für heutige Arbeitnehmer_innen attraktiv sein, die eine „Arbeit mit Sinn“ suchten. Sein Rat zum Abschluss des Vortrag lautete, sich nicht von Bestimmungen zur Nachhaltigkeit treiben zu lassen, sondern einen individuellen Weg zu finden: „Bauen Sie strategische Nachhaltigkeits-Leuchttürme, um Ihre eigene Zukunft gestalten zu können.“