Universität Vechta erhält Zuschlag für EU-Projekt: MALWE

Dr. Daniel Ludwig (Forschungsreferat), Andrea Oldehus (Drittmittelverwaltung), Prof.in Dr.in Monika Angela Budde (Projektleitung), Hanna Meinen (stud./wiss. Hilfskraft) und Prof. Dr. Michael Ewig (Vizepräsident für Forschung, Nachwuchsförderung und Transfer) (v.l.n.r.)

Mehrsprachigkeit in DaF- und DaZ-Lehr-Lernkontexten im europäischen Raum wahrnehmen, aufgreifen und nutzen ist Ziel des Projektes MALWE. Es wird als EU-Projekt im Erasmus+Programm unterstützt, das innovative Ideen in Bezug auf die Mobilität von EU-Ländern zu Lernzwecken und zur transnationalen Zusammenarbeit fördert. Die Germanistische Didaktik der Universität Vechta widmet sich, gemeinsam mit den drei EU-Partnereinrichtungen Universität Brno, Cz; Universität Posnan, Pl, PH Oberösterreich und ihren jeweiligen Schulpartnerschaften der Mehrsprachigkeit in Schulen, dem Unterricht in Deutsch als erste, zweite oder dritte gelernte Fremdsprache (DaF) und dem Unterricht in Deutsch als Zweitsprache (DaZ).

Das Projekt MALWE will einen Beitrag zur Förderung der Mehrsprachigkeit in Europa leisten. Ihm liegt ein umfassendes Verständnis von Mehrsprachigkeit zu Grunde: der schulischen, lebensweltlichen, migrationsbedingten Mehrsprachigkeit. Mehrsprachigkeit ist immer da vorhanden, wo Menschen unterschiedlicher Sprachen miteinander in Kontakt treten oder gesellschaftliche Umstände mehr als die Kenntnis einer Sprache verlangen. Für viele Menschen ist es daher nichts Ungewöhnliches, sich in mehr als einer Sprache zurechtzufinden. Forschungen zeigen, dass Mehrsprachige ihre Fähigkeiten in unterschiedlichen Zusammenhängen wie beispielsweise in Fachgesprächen, im Beruf, in der Schule, mit Freunden, mit Geschwistern, Eltern oder Nachbarn erfolgreich einsetzen können.

Um in der Schule Bildungserfolg zu haben, müssen Kinder und Jugendliche über ganz bestimmte Sprachfähigkeiten verfügen. Hier ist die kompetente Vermittlung dieser Sprachfähigkeiten gefragt. MALWE verfolgt die Idee, Lehr- und Lernsituationen so zu gestalten, dass die Lernenden ihre vorhandenen Fähigkeiten in anderen Sprachen einsetzen können, um sich die in der Schule verwendete Sprache anzueignen. Auch dazu liegen Forschungsarbeiten vor, insbesondere aber viele Praxiserfahrungen von Lehrerinnen und Lehrern aus unterschiedlichen Ländern mit unterschiedlichen Sprachkonstellationen. 

MALWE hat zum Ziel, ein Handlungskonzept zu entwickeln, das angehende Lehrerinnen und Lehrer dazu anleitet, Jugendliche in ihren Sprachfähigkeiten (insb. in der deutschen Sprache) auf der Grundlage ihrer heterogenen sprachlichen Ausgangsvoraussetzungen angemessen und ressourcenorientiert zu fördern. Für diese Zielsetzung hat sich ein Konsortium aus vier Partnerländern mit jeweils einem Projektteam gebildet. Jedes Team besteht aus ein bis zwei praktisch tätigen Lehrkräften für Deutsch als Fremd- bzw. Zweitsprache und aus zwei bis drei wissenschaftlichen Vertreterinnen bzw. Vertretern der entsprechenden Fachdisziplinen, die in der jeweiligen Lehrerprofessionalisierung tätig sind.

Koordinierende Universität ist die Universität Vechta, das Projekt wird geleitet von Prof.in Dr.in Monika Angela Budde, Germanistische Didaktik, die in der Organisation vom Forschungsreferat durch Dr. Daniel Ludwig und in der Drittmittelverwaltung durch Andrea Oldehus unterstützt wird. Wissenschaftlich erfährt das Projekt vor Ort Unterstützung von Hanna Meinen als stud./wiss. Hilfskraft. Das Projekt hat eine Laufzeit bis August 2022 und ist bereits im September 2019 gestartet.