trafo:agrar: Koordinierungsstelle setzt nach positiver Evaluation Arbeit für weitere drei Jahre fort

v.l.n.r.: Dr. Barbara Grabkowsky (trafo:agrar), Prof. Dr. Bernd Lehmann (Hochschule Osnabrück), Björn Schaeper (IHK Oldenburg), Dirk Heitkötter (DER KLEINE KREIS e.V.), Gert Stuke (IHK Oldenburg), Jürgen Lehmann (DER KLEINE KREIS e.V), Dr. Maria Tepe (trafo:agrar), Dr. Martin Brunsmeier (trafo:agrar), Prof. Dr. Robby Andersson (Hochschule Osnabrück), Simone Kemper (Hochschule Osnabrück). (Screenshoot: trafo:agrar)

Bei der Fachbeiratssitzung des Verbunds Transformationsforschung agrar Niedersachsen wurden die Weichen für die Zukunft gestellt. Die wissenschaftlichen Koordinierungsstelle des Verbunds Transformationsforschung für die agrarische Intensivregion im Nordwesten Niedersachsens (trafo:agrar) bei der Universität Vechta soll ihre Arbeit fortführen. Nach der Evaluation bestätigte der Fachbeirat der Geschäftsführerin Dr. Barbara Grabkowsky und ihrem Team eine sehr erfolgreiche Tätigkeit und beschloss die Fortsetzung für weitere drei Jahre.

Als die wissenschaftliche Koordinierungsstelle des Verbunds trafo:agrar im Jahr 2017 ihre Arbeit aufnahm, ging es den Initiatoren darum, die drängenden Herausforderungen im Transformationsprozess der Agrar- und Ernährungswirtschaft im Schulterschluss von Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam anzugehen. „Transformative Forschung und Innovation für eine zukunftsfähige, verantwortungsbewusste und vielfältige Agrar- und Ernährungswirtschaft“ ist die Mission des Verbundes, der die niedersächsische Agrarforschung mit den konkreten Anforderungen des wirtschaftlich erfolgreichen Agrarclusters im Nordwesten Niedersachsens stärker verknüpfen möchte. Schwerpunkte der Arbeit im Verbund werden auch weiterhin die Entwicklung und Durchführung von anwendungsorientierten Forschungsprojekten sein, um gezielt Zukunftsperspektiven und Handlungsoptionen für agrarische Intensivregionen erforschen zu können. „Mit diesem einzigartigen Konsortium aus Wissenschaft, Wirtschaft und landwirtschaftlicher Praxis haben wir dazu beste Voraussetzungen. Das starke Netzwerk wollen wir in der nächsten Förderperiode zudem um weitere Partner in Niedersachsen erweitern“, sagte der Fachbeiratsvorsitzende des Verbunds und Direktor der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Hans-Joachim Harms.

Im fachlichen Fokus werden in der Projektarbeit unter anderem Ansätze einer durchgängigen und konsequenten Kreislaufwirtschaft, der Einsatz von digitalen Technologien für eine nachhaltige Nutztierhaltung und zur Entwicklung eines intelligenten Lebensmittelwertschöpfungssystems, die Entwicklung von klima- und ressourcenschonenden Produktionsformen genauso wie die Entwicklung von Klimaanpassungsmaßnahmen und dem nachhaltigen Wassermanagement im Agrarsektor stehen. Außerdem setzt der Verbund stark auf praxisorientierten Forschungs- und Technologietransfer sowie den Austausch mit den Sektoren Automotive sowie Energie, um die gemeinsamen Transformationsherausforderungen wie CO2-Reduzierung, Digitalisierung und dem Innovationsdruck proaktiv zu begegnen.

Neben zahlreichen bereits erfolgreich eingeworbenen Forschungsmitteln aus nationalen Programmen sollen zukünftig auch Europäische Förderprogramme in den Blick genommen werden. Als Grundlage dafür arbeitet trafo:agrar eng mit dem Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium zusammen, um eine Vernetzung mit anderen Zentren agrarischer Produktion voranzutreiben; hierzu befindet man sich beispielsweise im Aufbau eines Konsortiums aus weiteren Europäischen Regionen mit vergleichbarer Bedeutung in der Nutztierhaltung. Ziel sei es, langfristige, system- und anwendungsbezogene Kooperationen zwischen den Einrichtungen aus Forschung, Politik und Wirtschaft auf regionaler Ebene zu installieren, um in den neuen Förderprogrammen direkt aktiv werden zu können, sagte Grabkowsky. Entsprechende Austausche auf ministerieller Ebene haben in Zusammenarbeit mit trafo:agrar bereits mit der Bretagne und Katalonien stattgefunden. In den Strukturen „und der einmaligen Zusammensetzung des Verbunds“ – durch Wissenschaft, Wirtschaft, Umweltverbände und Politik – sei man nach Ansicht des Fachbeiratsvorsitzenden Harms „unschlagbar in der Expertise, um den dringenden Fragen der Agrar-und Ernährungswirtschaft transformationsorientiert zu begegnen.


Verbundpartner*innen im Verbund trafo:agrar

Träger des Verbunds trafo:agrar sind neben der Hochschule Osnabrück und der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover die Universtäten Göttingen, Osnabrück und Vechta sowie als Vertreter der Wirtschaft das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland e. V., die Landwirtschaftskammer Niedersachsen, die Oldenburgische IHK und der Kleine Kreis e.V.. Beratend und als Impulsgeber stehen dem Verbund die niedersächsischen Ministerien für Wissenschaft und Kultur und für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie der BUND Niedersachsen und der WWF zu Seite. Die Verbundarbeit wird von einer bei der Universität Vechta angesiedelten wissenschaftlichen Koordinierungsstelle vorangetrieben, die von den beteiligten Hochschulen und der Wirtschaft je hälftig finanziert wird.