Studierende forschen für die Region

Exkursion nach Groningen. Ganz rechts: Karin Bokop und Prof. Dr. Marco Rieckmann.

Im gerade zu Ende gegangenen Sommersemester wurde an der Universität Vechta im fachübergreifenden Profilierungsbereich zum zweiten Mal das Projektseminar „Über den Tellerrand - Partizipative Forschung mit Menschen aus der Region“ angeboten. 15 Studierende haben sich in drei Gruppen mit Fragestellungen von Praxispartnern aus der Region befasst: Der Pflegestützpunkt des Landkreises Cloppenburg ließ erforschen, inwieweit sich die Pflegeeinrichtungen der 13 Gemeinden an der DIN Norm zum Betreuten Wohnen orientieren. Der Heimatverein Cloppenburg wollte wissen, wie sein Angebot für Jugendliche und junge Erwachsene interessanter gestaltet werden könnte und was diese Altersgruppe mit dem Begriff „Heimat“ und dem Heimatverein verbindet. Zuletzt hatte das Kreislandvolk Vechta Interesse daran, worauf EinwohnerInnen Vechtas beim Einkaufen von Fleisch und Milchprodukten achten und inwieweit Tierwohllabels in der Region bekannt sind.

Um mehr über partizipative Forschungsprojekte und die Funktionsweise von Wissenschaftsläden zu erfahren, fand während des Semesters eine Tagesexkursion zum Science Shop der Universität Groningen statt. Dort tauschten sich Vechtaer und Groninger Studierende über ihre Forschungsprojekte aus und diskutierten gemeinsam Chancen und Herausforderungen bei der Forschung für und mit zivilgesellschaftlichen Partnern.

„Mit dem Seminar wollen wir verdeutlichen, wie Wissenschaft helfen kann, regionale gesellschaftliche Herausforderungen zu bewältigen“, so Projektleiter Prof. Dr. Marco Rieckmann aus dem Arbeitsbereich Hochschuldidaktik der Universität Vechta. „Die Studierenden mit ihren unterschiedlichen Fachhintergründen arbeiten interdisziplinär und bringen ihre jeweils eigene Sichtweise auf die Fragestellung ein.“ Die Ergebnisse der Forschungen wurden den Partnern im Juli 2017 präsentiert und werden ihnen in Form eines Berichts zur Verfügung gestellt.

Karin Bokop (Referat Forschungsentwicklung und Wissenstransfer), die das Seminar mit Marco Rieckmann durchführt, erläutert die Entstehung: „Entwickelt worden ist „Über den Tellerrand“ im Kontext des EU-Projekts EnRRICH, das steht für Enhancing Responsible Research and Innovation through Curricula in Higher Education. Das Projekt befasst sich mit Methoden, um auf Fragen von Bürgerinnen und Bürgern eingehen zu können und deren Themen in die universitäre Forschung miteinzubeziehen. Eine dieser Methoden ist die gemeinsame Erarbeitung von Fragestellungen, die der Region „auf den Nägeln brennen“. Hier wollen wir mit unserem Seminar Abhilfe schaffen und durch Partizipation aller Lösungen finden.“

„Über den Tellerrand“ wird ab Oktober 2017 erneut angeboten. Anregungen und Fragestellungen dazu sammelt Karin Bokop im Science Shop Vechta/Cloppenburg unter Telefon 04471 948 154 oder per E-Mail an science.shop[at]uni-vechta[dot]de. Weitere Informationen zum Science Shop Vechta/Cloppenburg und seinen Angeboten gibt es unter www.wissen-teilen.eu.