Partizipative Forschung in der und für die Region

Karin Bokop (v. l.) und Prof. Dr. Marco Rieckmann (v.2.v.l.) mit den Studierenden und Praxispartner_innen.

Im aktuellen Wintersemester wurde im Profilierungsbereich zum dritten Mal das Modul „Über den Tellerrand – partizipative Forschung mit Menschen aus der Region“ angeboten. Drei Praxispartner brachten ihre Fragestellungen in eine Seminarsitzung mit. Die 19 Studierenden forschten ein Semester lang in interdisziplinären Gruppen, um ihren „Auftraggeber_innen“ Antworten und Anknüpfungspunkte für ein weiteres Vorgehen zu liefern.

Das Kreislandvolk Vechta e. V. interessierte sich für die Regionalität des Einkaufsverhaltens von Vechtaer Einwohner_innen. Außerdem wurde die von Herrn Friederich (Pressereferent des KLV Vechta und Praxispartner) gestellte Frage nach der medialen Darstellung von Umweltproblemen im Landkreis beispielhaft für die Gemeinde Bakum und die Stadt Vechta mithilfe einer vier Jahre umfassenden Medienanalyse untersucht. Der Heimatverein Cloppenburg e. V., vertreten durch den zweiten Vorsitzenden, Herrn Müller, interessierte sich für den Heimatbegriff von Flüchtlingen. Dazu entwickelten und übersetzten Studierende einen Fragebogen, der demnächst in einem Cloppenburger Flüchtlingsheim an die Bewohner_innen verteilt wird. Die Ergebnisse sollen dem Verein bei der Weiterentwicklung seines Angebots helfen. Der Senioren- und Pflegestützpunkt für den Landkreis Cloppenburg, vertreten durch Frau Hermes, hatte Interesse daran zu ermitteln, welche Bewegungsangebote es bereits für Senior_innen im Landkreis gibt und wie diese ausgestaltet sind. Die studentischen Forscher_innen hatten dazu mithilfe einer qualitativen Analyse und Telefoninterviews die Angebote beispielhaft für die Gemeinden Bösel und Löningen ermittelt.

Alle Gruppen forschen noch bis zum 15. März weiter und erarbeiten einen Forschungsbericht, der später den Partner_innen zur Verfügung gestellt wird. Zu einer ersten Vorstellung der Ergebnisse kamen die Praxispartner_innen kürzlich erneut zu einer Seminarsitzung in die Universität, in der auch Grundsätzliches wie der Feldzugang und das Forschungsdesign von den studentischen Gruppen vorgestellt wurden. Im Anschluss an die Präsentationen der Gruppen fanden angeregte Diskussionen – auch themenübergreifend – statt.

Das Seminar „Über den Tellerrand – Partizipative Forschung mit Menschen aus der Region“ ist Teil des PB Moduls 49: Regionale Forschungsprojekte zu nachhaltiger Entwicklung. Eswurde im Rahmen des EnRRICH-Projekts („Enhancing Responsible Research and Innovation through Curricula in Higher Education“) entwickelt und gemeinsam mit dem Science Shop Vechta/Cloppenburg angeboten. Ziel des Projekts ist die Verankerung von RRI (Responsible Research and Innovation – dt.: Verantwortungsvolle Forschung und Innovation) in der Hochschullehre. Das Projekt endet im März 2018. Eine Wiederholung des Kurses zu Partizipativer Forschung mit regionalen Praxispartnern ist für das Wintersemester 2018/2019 angedacht. Lehrende im Seminar sind Prof. Dr. Marco Rieckmann und Karin Bokop.

Weitere Informationen zum Seminar sowie zu sonstigen Angeboten des Science Shop Vechta/Cloppenburg gibt es unter www.wissen-teilen.eu.