Online-Karte für extreme Wetterbedingungen / TeRRIFICA-Projekt an der Universität Vechta

Im gemeinsamen Gespräch über das Crowdmapping-Tool: Karin Bokop, Prof. Dr. Michael Ewig, und Dr. Barbara Grabkowsky.

In der Karte können Bürgerinnen und Bürger regionale Extremwetterereignisse direkt online eintragen: innerhalb des Projektes TeRRIFICA wurde ein Crowdmapping-Tool zur Abbildung von lokalen Anzeichen für den Klimawandel im Oldenburger Münsterland entwickelt. Nun haben die Universität Vechta, der Science Shop Vechta/Cloppenburg und die Koordinierungsstelle „Transformationsforschung agrar“ das Tool vorgestellt.

„Die Klimakarte ist ein wichtiger Baustein für einen regionalen Dialog im Oldenburger Münsterland über die Auswirkungen des Klimawandels und mögliche Ansatzpunkte für Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel“, sagte Prof. Dr. Marco Rieckmann, Professor für Hochschuldidaktik an der Universität Vechta. Mit dem Crowdmapping-Tool sollen Hinweise und Erfahrungen von Bürgerinnen und Bürgern aufgenommen werden, wo der Klimawandel in unserer Umgebung sichtbar und greifbar wird. Gemeinsam entsteht so eine Ortsübersicht, an denen Extremwetterereignisse, wie extreme Hitze, Starkregen oder Sturm, an so genannten „Hot Spots“ besonders negativ spürbar sind – gleichzeitig können aber auch positive Orte markiert werden, an denen bereits Maßnahmen zur Anpassung an diese Extremwetterereignisse vorhanden sind. Eine hervorragende Möglichkeit, um „nicht nur objektive Messdaten, sondern auch subjektive Empfindungen und mögliche Anpassungsstrategien einzutragen“, sagte Michael Ewig, Vizepräsident für Forschung, Nachwuchsförderung und Transfer.

Folgende Fragestellungen sind unter anderem leitend: Wo war die extreme Hitze in den vergangenen zwei Sommern besonders spürbar und hat dazu geführt, dass Menschen sich an bestimmten Orten nicht mehr aufhalten konnten? Wo gab es konkrete Folgen durch die lange Trockenheit? Welche Auswirkungen des Klimawandels sind wo aufgefallen? Wo findet bereits eine erfolgreiche Anpassung an Extremwettereignisse statt, zum Beispiel durch zusätzliche schattenspendende Bäume oder andere Installationen? Wo gibt es bereits Maßnahmen, um die Folgen von starken Stürmen zu mindern?

„Der Klimawandel wird unsere Region zukünftig stärker beeinflussen. Um auch mittel- und langfristig im Oldenburger Münsterland gut leben und wirtschaften zu können, müssen wir jetzt sorgsam in Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft die Weichen stellen. Eine klimakluge Regionalentwicklung ist dabei ein zentraler Baustein“, sagte Dr. Barbara Grabkowsky, Wissenschaftliche Leiterin des Verbunds trafo:agrar Niedersachsen. Hierfür sei das Crowdmapping-Tool hervorragend geeignet, sagte Karin Bokop, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Science Shop Vechta/Cloppenburg. „Wir stehen im ständigen Austausch mit dem internationalen Projektteam, sodass wir auch von anderen Regionen lernen und unsere Erfahrungen weitergeben können.“ Gesamtziel der regionalen Klimakarte ist es herauszufinden, wie im Oldenburger Münsterland passende Klimawandel-Anpassungsstrategien umgesetzt werden können. Aus den Ideen und Einträgen der Klimakarte sollen Visionen und Aktivitäten abgeleitet werden.

Die Opens external link in new windowKlimakarte ist auf der TeRRifiCA-Homepage zu finden.

TeRRIFICA
Das Projekt TeRRIFICA (Territorial Responsible Research and Innovation fostering Innovative Climate Change Action) möchte in sechs verschiedenen europäischen Pilot-Regionen – darunter auch das Oldenburger Münsterland – zur Mitwirkung aufrufen. Ziel ist, gemeinsam mit Interessierten Kompetenzen für das globale Problem Klimawandel aufzubauen.