Ausstellungseröffnung "Schreibgriffel - Mittelalter versus Moderne"

Rinderknochen dienen als Material für die Schreibgriffel.

Studentinnen bereiten die Wachstafeln vor, auf denen mit Griffeln geschrieben wird. (Bilder: Obreiter)

Am Sonntag, 19. Juni 2016, lädt das Fach Designpädagogik der Universität Vechta zur Eröffnung der Ausstellung "Schreibgriffel - Mittelalter versus Moderne" in das Museum im Zeughaus Vechta. Gezeigt werden Exponate von Studierenden der Universität und SchülerInnen der Klasse 4a der Alexanderschule Vechta, die eigenständig Schreibgriffel entworfen und hergestellt haben. Beginn ist um 11.00 Uhr im Museum im Zeughaus. Der Eintritt zur Ausstellung ist am Eröffnungstag frei, alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Ausgangspunkt des Projekts war ein bei Ausgrabungen in Vechta gefundener Griffel – ein seit der Antike gebräuchliches Schreibgerät – aus dem 11. Jahrhundert. Dieser Fund ist historisch von Bedeutung, da mit ihm der früheste Beleg einer wahrscheinlich mönchischen Schreibkultur auf der Burg Vechta vorliegt. Dies nahm Projektleiterin Antje Obreiter zum Anlass, sich gemeinsam mit 13 Studierenden der Designpädagogik dem Thema zu widmen. Die erste Aufgabe der Studierenden bestand darin, einen Griffel zu entwerfen und herzustellen, der die historischen Erkenntnisse berücksichtigt oder diese bewusst kontrastiert. Die vorgegebenen Materialien beschränkten sich auf Bronze, Knochen und Horn, die auch historisch belegt sind. Im zweiten Schritt entwickelten die Studierenden ein museumspädagogisches Konzept für die Ausstellung, in dem die Produktionsprozesse der selbst entworfenen Griffel vermittelt werden. Außerdem konzipierten sie einen Workshop für Schulkinder, der an den SchülerInnen der Klasse 4a der Alexanderschule „erprobt“ wurde: Unter Anleitung der Studierenden gestalteten und fertigten die Kinder ebenfalls Griffel aus Knochen oder Bronze.

In der Ausstellung haben die Besucher die Möglichkeit, Griffel in ihrer Handhabung zu testen und selbst das Bearbeiten der Materialien auszuprobieren.

Die Ausstellung ist bis zum 9. Oktober zu den Öffnungszeiten des Museums zu besichtigen.