Literarische Stadtführung beim Universitätsdinner

(v.l.) Erster Kreisrat Hartmut Heinen, Helmut Dornieden (2. Vorsitzender UGV), Vizepräsident Prof. Dr. Michael Ewig, stv. Bürgermeisterin Simone Göhner, Christof Pekeler (Vorstand UGV), Landrat Johann Wimberg, Uwe Bartels (Vorsitzender UGV), Präsident Prof. Dr. Burghart Schmidt und Redner Prof. Dr. Markus Fauser.

Zum neunten Mal luden Universität und Universitätsgesellschaft Vechta e. V. (UGV) am gestrigen Donnerstag, 25. Oktober 2018, zum gemeinsamen Universitätsdinner. Rund 70 Gäste aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik tauschten sich über aktuelle Entwicklungen der Hochschule und der Region aus. Germanist Prof. Dr. Markus Fauser nahm sie in seiner Dinner Speech mit auf eine literarische Stadtführung durch das Vechta Rolf Dieter Brinkmanns.

Als Vorsitzender der UGV sprach Uwe Bartels die Begrüßung des Abends. Die Identifikation der Bevölkerung mit der Universität sei in der gesamten Region hoch, lobte Bartels. Gleichzeitig appellierte er, dieser Identifikation durch Unterstützung – beispielsweise als Mitglied der UGV – Ausdruck zu verleihen. Der Nordwesten Niedersachsens benötige eine leistungsfähige Universität; die UGV wirke gemeinsam mit der Wirtschaft dafür, die dafür notwendigen Kapazitäten zu erhalten.

Dass die Universität bereits gut vernetzt sei, machte Universitätspräsident Prof. Dr. Burghart Schmidt in seinem Grußwort u. a. an der erfolgreichen Gründung des Kulturanthropologischen Instituts fest: Die Kooperation des Landkreises Cloppenburgs, des Museumsdorfs Cloppenburg, der Volkskundlichen Kommission Niedersachsen, der Remmers-Akademie, der Anna-und-Heinz-von-Döllen-Stiftung und des Heimatbunds für das Oldenburger Münsterland wird sich künftig der Stärkung und breiteren Verankerung kulturanthropologischer und kulturwissenschaftlicher Forschung in der Region widmen. Doch gelte es auch weiterhin, so Schmidt, gemeinsam das „weiße Stück Papier“ – eine Referenz auf Brinkmanns Westwärts – zu füllen und so im Miteinander von Universität und Gesellschaft die Region zu stärken.

Im übertragenen Sinne „gut zu Fuß“ mussten die Gäste bei der anschließenden Dinner Speech von Prof. Dr. Markus Fauser sein. Sein Referat „Rolf Dieter Brinkmann - Eine literarische Stadtführung in Vechta“ führte die Zuhörer_innen vom Elternhaus Brinkmanns am Kuhmarkt über verschiedene Stationen durch das Leben des Dichters und Schriftstellers. Von der Buchhandlung, in der der literaturbesessene jugendliche Brinkmann Bücher stahl, über die Eisdiele mit Vechtas einziger Jukebox, wo sich die jungen Leute trafen, bis zum Wohnhaus der ersten Liebe Elisabeth Piefke ging die Reise. Gekonnt vermischt mit Zitaten aus Brinkmanns Werken brachte Fauser den Gästen so insgesamt viele „Orte der Liebe, Orte des Leidens und Orte der Literatur“ näher.

Markus Fauser betreibt seit 2005 die Arbeitsstelle Rolf Dieter Brinkmann an der Universität. Zahllose Schriftstücke des Literaten sind dort vorhanden. Erst 2017 konnte eine Briefsammlung des Malers Henning John von Freyend erworben werden. Zu den Förderern gehörten die Stiftung Niedersachsen, die VR-Stiftung der Volksbank Vechta, die Kulturstiftung der Öffentlichen Versicherungen, die Bürgerstiftung Vechta, die Oldenburgische Volkszeitung und die Universitätsgesellschaft Vechta e. V.