Landkreis und Universität Vechta gründen neues Medienkompetenzzentrum

Bei der Vertragsunterzeichnung: Landrat Herbert Winkel, Universitätspräsident Prof. Dr. Burghart Schmidt und Prof. Daniel Scholl, Direktor des Zentrums für Lehrerbildung.

Der Vertrag ist unterschrieben: Zusammen schaffen der Landkreis Vechta und die Universität Vechta in einem bundesweit einmaligen Kooperationsprojekt ein neues Medienkompetenzzentrum (MKZ). Startend in der Opens external link in new windowJustus-von-Liebig-Schule, soll das MKZ Anlaufstelle für Schüler*innen, Lehrkräfte, Studierende sowie andere Interessierte sein. Der digitale Transformationsprozess steht dabei im Mittelpunkt, die Förderung von Medienbildung gilt als übergreifendes Ziel, in enger Verzahnung von Praxis und Forschung.

Medienkunde umfasst das Wissen um Medien und ihre Funktionsweise, aber auch die Fähigkeit zur Bedienung von Hard- und Software. „Innovative Technologien, neuartige medial gestützte Diskurse und der Wandel von Formen sozialen Handelns im digitalen Raum lassen die Medienkompetenz zu einer notwendigen Voraussetzung für die gesellschaftliche Teilhabe werden“, sagt Prof. Dr. Burghart Schmidt, „Lernende sollten bestmöglich mit der Anwendung digitaler Medien vertraut sein, ein Verständnis für die dahinterliegenden Prozesse und technischen Strukturen und die Fähigkeit haben, die gesellschaftliche Entwicklung in einer von Digitalisierung geprägten Welt kritisch-reflexiv zu bewerten und mitzugestalten“. All das biete zukünftig das MKZ, das die Akteure in Hochschule und Schulen, in regionalen und außerregionalen Institutionen in bislang einmaliger Kooperationsform innovativ und digital unterstützen und vernetzen wird, sagt der Präsident der Universität Vechta. Als Schnittstelle vereine das Zentrum medienpädagogische, mediendidaktische, medienwissenschaftliche und medientechnische Perspektiven. Es biete dabei die Chance zum Lernen und Lehren ebenso wie zum Austausch und zur Innovation.

Dass das MKZ so umgesetzt wird, wie es nun unterschrieben ist, ist keine Selbstverständlichkeit: Dank gelte auch dem Kreistag, welcher mit Weitsicht die Finanzierung dieses einzigartigen Pilotprojekts ermöglicht hat, sind sich Landrat Herbert Winkel und Prof. Dr. Schmidt einig. Besonders in Zeiten der Corona-Pandemie habe sich gezeigt, wie wichtig Digitalisierung, das notwendige technische Know-How und eine reflektierender Umgang mit digitalen Formaten sind, meint Winkel. Hier sei das MKZ, welches bundesweiten Modellcharakter habe, genau der richtige Ansatz, sagt der Landrat. „Es gilt, eine phasenübergreifende, theoriegeleitete und praxisorientierte Aus- und Fortbildung von Lehrkräften und den Aufbau eines professionellen Unterstützungssystems für Schulen zu ermöglichen.“ So stellt der Landkreis Vechta zunächst für fünf Jahre – nachdem die Bauarbeiten abgeschlossen sind – in der Justus-von-Liebig-Schule die erforderlichen Räume sowie die technische und administrative Infrastruktur inklusive des Geschäftsbetriebs. Ziel ist nach dieser Zeit der Aufbau und die Verstetigung des MKZ auf dem Campus der Universität Vechta.

Mit der Schaffung des MKZ bietet der Landkreis Vechta weit mehr als ein kommunales Medienzentrum. Hierzu gehören nicht nur die Mediensichtung und -beschaffung, Aufbau, Pflege und Aktualisierung des Verleih- und Onlinebestandes, die Ausleihe bzw. die Online-Verteilung von Bildungsmedien sowie die fachkompetente Beratung von Lehrkräften und Schulen über das Medienangebot sowie den Einsatzmöglichkeiten digitaler Medien. Die innovative Verknüpfung von Praxis und Forschung ist einer der Mehrwerte, welche der Landkreis Vechta ermöglicht. Technische Qualifizierung und Anwendertraining geht einher mit neusten pädagogischen Erkenntnissen aus der Wissenschaft.

„Das Medienkompetenzzentrum gründet auf einem bundesweit beispielhaften Transferkonzept, das darüber hinaus Perspektiven für die pädagogisch sinnvolle und innovative Umsetzung des Digitalpakts in der Region und vor Ort eröffnet: Als Schnittstelle für die Zusammenarbeit bietet das MKZ Wissenschaftler*innen, Lehrenden, Lernenden, Vertreter*innen des Niedersächsischen Landesinstituts für schulische Qualitätsentwicklung, des Kreises und der Elternschaft eine zukunftsweisende Umgebung für die gemeinsame Erforschung und Gestaltung von Medienbildungsprozessen“, sagt Prof. Dr. Daniel Scholl, Direktor des Zentrums für Lehrerbildung und gegenwärtig wissenschaftlicher Leiter des MKZ.

So kümmert sich die Universität Vechta um die wissenschaftliche und pädagogische Leitung des Medienkompetenzzentrums mit ihrer Expertise. Sie erstellt beispielsweise die pädagogischen Konzepte sowie das Fortbildungsprogramm und bringt wissenschaftliche Kompetenz in Forschung und Lehre in das Medienkompetenzzentrum ein. Diese wird unter anderem aus einer neu zu schaffenden und aus Mitteln der Stiftungsförderung des Landkreises unterstützten Stiftungsprofessur zum Thema „Digitale Bildung“, der Professur „Mediendidaktik mit Schwerpunkt digitale Medien“ sowie der Professur „Schulpädagogik/Allgemeine Didaktik“ gewährleistet. Über das Opens external link in new windowZentrum für Lehrer*innenbildung und das Opens external link in new windowKompetenzzentrum für Lehrer*innenfortbildung ist die Universität auch für die Aus- und Fortbildung von Lehrkräften in Mediendidaktik, Medienethik und Medienerziehung zuständig. Außerdem führt sie medienpädagogische Aus- und Fortbildungsveranstaltungen durch, betreibt ein Ton- und Videostudio und übernimmt im Medienkompetenzzentrum Aufgaben im Rahmen ihres Forschungs- und Lehrauftrages.