Informationstag über Sprachbildung im Fachunterricht

Prof.in Dr. Miriam Kuckuck (Universität Osnabrück) referierte über „Sprachsensiblen Geographieunterricht".

Prof.in Dr. Barbara Schmidt-Thieme (Universität Hildesheim) sprach über die Fachsprache Mathematik.

Neben den Impulsvorträgen boten Fachecken Gelegenheit zum Austausch.

Am Nachmittag des 5. Juli 2017 fand an der Universität Vechta der erste Fachinformationstag „Sprachsensibles Unterrichten im Fach als Thema der Lehramtsausbildung“ statt. Die Veranstaltung wurde von den Beteiligten des Projekts „Integrierte Sprach(en)bildung im Fachunterricht“, das vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur finanzierten wird, organisiert. Etwa 30 FachwissenschaftlerInnen, FachdidaktikerInnen, BildungswissenschaftlerInnen und FachleiterInnen aus den Studienseminaren sowie einige (angehende) Lehrkräfte diskutierten die Integration von Ausbildungsanteilen zum sprachsensiblen Unterrichten in die fachliche und fachdidaktische Ausbildung zukünftiger Lehrkräfte. Prof. Dr. Wilfried Wittstruck sowie die Vizepräsidentin für Lehre und Studium, Prof.in Dr. Martina Döhrmann, leiteten den Fachtag ein, während Dr. Johanna Schockemöhle durch den Nachmittag führte.

Der erste Vortrag der Geographiedidaktikerin Prof.in Dr. Miriam Kuckuck (Universität Osnabrück) behandelte „Sprachsensiblen Geographieunterricht am Beispiel nicht-linearer Darstellungsformen“. Gerade in der Geographie werden verschiedene Lesestrategien für Texte, Tabellen, Diagramme, Grafiken und Karten benötigt, doch eine Sensibilisierung angehender Lehrkräfte hierfür finde kaum statt. Handlungsbedarf sieht Kuckuck im Austausch mit Schulen und Ausbildungsseminaren und regt dazu an, sich intensiver in den Fächern mit den Erkenntnissen aus dem bilingualen Fachunterricht zu beschäftigen sowie die Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit der Sonderpädagogik (Inklusion) auszuloten.

Im Anschluss sprach die Mathematikdidaktikerin Prof.in Dr. Barbara Schmidt-Thieme (Universität Hildesheim) zu der Frage: "Die Fachsprache Mathematik als Stolperstein oder Baustein im Wissensbildungsprozess? Grundlagen und Merkmale eines sprachsensiblen Mathematikunterrichts". Am Beispiel einer Schulbuchseite wurde verdeutlicht, dass immer wieder fachliche Begriffe eingeführt werden, die für den weiteren Lernprozess der Kinder nicht relevant sind. So stelle der Mathematikunterricht doch manchmal eher sprachliche Stolpersteine für das Verstehen der fachlichen Inhalte auf. Im Anschluss wurde von den Besuchern des Fachtags die Möglichkeit genutzt, mit MitarbeiterInnen des Projekts „Umbrüche gestalten - Sprach(en) bildung und Sprach(en)förderung als integrale Bestandteile innovativer Lehrerbildung in Niedersachsen“, das die Grundlage des aktuellen Projekts legte, ins Gespräch zu kommen. Saskia Braun und Stefanie Zahlten (TU Braunschweig), Franz Vergoehl (Universität Lüneburg) und Sarah Zweers (Universität Oldenburg) sowie Frauke Gruben (Universität Vechta) präsentierten Materialien zum sprachsensiblen Unterrichten und machten deutlich, dass jeder Fachunterricht zur Sprachbildung beitragen kann und für das eigene Fach beitragen muss, um Kinder und Jugendliche in ihren Lernprozessen zu unterstützen.